‚Loving backbone‘ in Erziehung.

‚Loving backbone‘ in Erziehung. Oder wie man allgegenwärtige Verunsicherung überwindet.

Am Wochenende hatte ich eine Jugendgruppe zu Gast hier in der Mühle. Das Gelände hatte sich in gewisser Weise in ein Zeltlager verwandelt.

Diese Jugendgruppe war schon zum zweiten mal zu Gast hier und ich hatte wieder einmal Gelegenheit bemerkenswerte junge Menschen kennenzulernen.

Vermutlich würdest du nicht glauben, wie friedvoll und ruhig diese Tage waren. Es waren alles Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 19 Jahren, die unter sehr schwierigen Bedingungen aufwachsen müssen und in einigen Fällen darüber hinaus auch noch schwere Krankheiten haben. Sie bedürfen der besonderen Betreuung, bis sie lernen, diese Dinge eigenverantwortlich zu handhaben. Eine doppelte Packung, wenn du so willst.

Es ist ganz sicher dem Vertrauen und Wohlwollen dieser sehr erfahrenen Betreuer zu verdanken, (und dem besonderen Ort ‚Köttigermühle‘ -grins-), dass hier eine so ruhige und ausgeglichene Stimmung auf dem Hof war.

Ich konnte mich gar nicht satt sehen, dabei die Menschen zu beobachten. Es waren so schöne Begegnungen, kurze Gespräche und Beobachtungen.

In ihrer Einrichtung haben sie im normalen Alltag sicherlich ein sehr getaktetes Leben zwischen institutionellen Rahmenbedingungen, Schule, Therapien, Arztbesuchen, Bettgezeiten und Freizeitveranstaltungen. Vergleichbar mit eben den Verstrickungen, mit denen wir alle zu tun haben. Vermutlich haben auch sie wenig Zeit für einfach SEIN dürfen.

Das war es genau, was deren Betreuer hier auf der Mühle für ihre Schützlinge wollten. Sie hätten in diesen Tagen natürlich auch ein fettes Programm abziehen können. Sie hätten die Möglichkeiten dieser Gegend voll und ganz ausschöpfen können.

Eine Fahrt auf der Lahn, ein Besuch im Museum, in den Tropfsteinhöhlen, hin zum Tiergehege und ab zum Kletterpark.
Aber nein, das war nicht deren Absicht. Da war die Mühle, die Wiesen, die Tiere, das Essen, ein paar Fussbälle, zwei kleine Ausflüge-das wars.

Dazwischen war Raum für all die Begegnungen und Möglichkeiten dieser Gruppe, die sich in deren institutioneller Heimatumgebung vermutlich kaum ergeben können, da einfach Alltag ist.
Hier ist ein Raum für Beziehung entstanden, für Gespräche, für Spiele, für Auseinandersetzungen und kleine Streitereien. Das ganz normale Chaos eben. Ein Chaos, was vielleicht anders ist, als das Alltagschaos. Darin liegt der Zauber.

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Die hauptverantwortliche Betreuerin hat eine langjährige Beziehung zu ihren Kids, die es ihr ermöglicht diese schwierigen Kinder an langen Leinen laufen zu lassen. Da war nicht alles durchgeplant und auf Listen aufgeschrieben, sondern sie hat es verstanden auf vertrauensvolle Art, das stinknormale Leben herein zu lassen. Das, was eben alles passiert, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, die ein so problematisches Potential haben kann, dass so mancher Verantwortliche sich nicht einmal mit dreien dieser Kids alleine irgendwo hinbegeben würde. Geschweige denn in eine Zeltfreizeit, noch dazu ohne festen Plan.

Ich war wieder berührt, wie respektvoll, diese jungen Menschen hier mit den Tieren, Gegenständen und auch mit mir umgegangen sind.

Die Kids haben, obwohl sie sicher auch ganz andere Erfahrungen in ihrem Leben haben, mir so viel Positives entgegengebracht, dass ich einfach immer wieder nur staunen musste.

  • Man hat sich bei mir entschuldigt, weil man einen meiner Gegenstände versehentlich kaputt gemacht hat (Kind 8 Jahre)
  • Man hat sich bei mir persönlich bedankt, weil ich ein veganes Gericht für sie gekocht hatte (junge Frau 19 Jahre)
  • Man hat versucht 😉 sich an die Hausregeln zu halten, die ich von meiner Seite, für die Freizeit aufgestellt hatte.

Ich schreibe dir das, denn es ist ‚draußen‘ so oft die Rede, von diesen schwierigen jungen Menschen, die eine härtere Hand bräuchten, oder mehr Disziplinierung oder ausgeklügelte Strafen, die jetzt ja auch immer mal gerne Konsequenzen genannt werden.

Ich habe hier durchaus eine Menge ‚Loving-backbone’ wahrgenommen. Es wurden ganz klar auch persönliche Grenzen vermittelt, ‚nein‘ gesagt, ‚das will ich nicht‘, ‚jetzt möchte ich aber, dass du…‘, ‚mach das jetzt‘, ‚du musst noch….‘ usw.

Mit ‚Loving-backbone‘ meine ich dieses feine Spiel zwischen dem Vertrauen in die ‚Richtigkeit‘ eines jungen Menschen und die Haltung ihn in seinem Sein zu respektieren, ihm die Möglichkeit zu geben, sein Innerstes, sei es auch noch so verletzt, zum Ausdruck zu bringen. Im Gegensatz zu dieser mehr fließenden und wohlwollenden Haltung, aber auch eine gewisse Form von Widerstand zu bieten. Einen guten festen Widerstand eben, der es einem Kind ermöglicht, seinen Platz zwischen gewissen unverrückbaren Eckpfeilern/ Begrenzungen zu finden. Sich auch innerhalb der Begrenzung zu finden, die andere Menschen vorgeben.

Beides eben. Das Fließende und das ‚Statische‘. Oder anderes ausgedrückt. Mit ‚Loving-backbone‘ meine ich so etwas wie das Anerkennen der Tatsache, dass es in Erziehung und Lernen eben die Welle und das Teilchen gibt. Das wir uns weg bewegen von diesen statischen Ideen und nun auch das Fließende und das wenig ‚Richtige‘ oder ‚Starre‘ mit ins Bild nehmen. Das sind für mich die Herzens- und Beziehungsqualitäten, die nun weiter ins Bild rücken.

Dieses Einfließen der Herzensqualitäten verunsichert viele Menschen. Sie verlieren ihre Sicherheit, denn die starren Regeln geben den Eltern und Pädagogen keinen Halt und keine Sicherheit mehr von außen. Die schwierige Aufgabe liegt darin, diese Sicherheit in Erziehungsfragen in der eigenen, sicheren guten Verbindung zur inneren Wahrheit zu finden, sei es auch noch so verunsichernd im Moment.

Ich hatte in den vergangenen Tagen, mit der Jugendgruppe, wieder viel gute Gelegenheit gelebte Erziehungsweisheit zu erfahren und zu beobachten.

Mir war es ein Anliegen, dich ein Stück teilhaben zu lassen, an meiner Erfahrung, dass (Erziehungs)-Weisheit sich oft in den unscheinbaren Kleinigkeiten zeigt.
Es ist also hilfreich, sich mit den eigenen Ansprüchen nicht all zu große Berge vor sich aufzuschütten. Hohe Berge, die man kaum zu erklimmen vermag.

Es ist vielmehr hilfreich, sich mit den machbaren Kleinigkeiten zu beschäftigen. Das, was man tun kann, um Kindern Wohlwollen und Vertrauen entgegenzubringen. Davon so viel und so gut es eben geht.

Hier findest du meine Angebote. Gerne kannst du mir auch schreiben, um einen ersten Kontakt mit mir aufzunehmen.


Wie die Lust am selber Lernen durch Gleichgültigkeit erstickt wird

Wie die Lust am selber Lernen durch Gleichgültigkeit der Erwachsenen erstickt wird. Meine Reflexion auf den Kinofilm – Das Prinzip Montessori

Gemeinsam mit einigen Leuten habe ich mir vergangene Woche den Film Das Prinzip Montessori angeschaut.

Dieser Film hat mich mit seinen stillen Bildern und Einstellungen unmittelbar in die Ruhe gezogen. Die Dokumentation hat einen Einblick in eine Montessori Einrichtung gegeben. Die Tatsache, dass es ein französischer Film mit deutschen Untertiteln und Kommentaren war, hat seine eigenwillige Wirkung auf mich unterstützt.

Mich haben diese Bilder in der Tiefe berührt. Es hat nun einige Tage gedauert, bis ich es in Worte fassen kann, was passiert war.

Nicht etwa weil ich müde war und weil es ein Abendfilm war, wurde ich in der Hälfte des Filmes unruhig, sondern weil der Film sich sozusagen an meiner Verstandeszäsur vorbei geschmuggelt hatte.

Ich wurde unruhig. Mit stärker werdender Intensität rutschte ich von einer Pobacke auf die andere. Das hat mich sehr verunsichert. Ich dachte: Was ist eigentlich mit mir los? Mir war so kribbelig und ich hätte aus der Haut fahren können. Ein lauter Schrei durch den Kinosaal hätte mir gut getan.

Wieso nur hatten diese schönen und harmonischen Bilder eine derart emotionale Wirkung auf mich?

Ich sah diese Kinder, die ein großes Maß an Konzentration und Intensität hatten. Sie sahen so zufrieden aus und in sich ruhend. Ich sah sie, wie sie Zeit hatten, um herauszufinden, was sie wollten und was sie brauchten. Ich sah, wie sie Fehler machen konnten. Ich sah sie, wie sie etwa verschütten und kaputt machen konnten, ohne dass sie sich schlecht fühlen mussten. Ich sah, wie man ihnen Glas, Porzellan, Feuer und Messer zutraute. Ich sah, wie man ihnen alle Zeit der Welt gab, um ihnen ihre Trauer zuzugestehen, weil Mutter sie in der Schule lassen musste. Ich sah, wie sie Meinungsverschiedenheiten hatten, aber diese souverän lösen konnten, auch das gestand man ihnen zu. Ich sah, wie sich Erwachsene auf die Knie begaben, um sie zu begrüßen. Ich sah verträumte Kinderaugen und das es für die Erwachsenen völlig ok war, das ein Kind verträumt ist und seine Zeit braucht, um den rechten Zugang zu seinem ureigenen Tun und Sein zu finden.
Ich sah, wie ein Kind unschlüssig war, was es denn tun solle und das dauerte eine ganze Zeit. Genau bis zu der Sekunde, wo es von Innen eine Wissen hatte, was nun stimmig sei und es legte los.Ich sah Schönheit, auch in Form von frischen Blumen im Zimmer. Ich sah Kinder, die in alltägliche Arbeiten wie Bügeln und das Zubereiten von Speisen verwickelt sind. Ihnen allen gemein, ein ausgesprochene Bestimmtheit, in dem was sie tun.
Ich sah Erwachsene, die ‚nein’ sagen konnten, ohne verletzend zu werden. Ich sah Erwachsene, die ein ungeheures Maß an Präsenz und Zuwendung gaben. Ich sah Erwachsene, die Individuen sehen, Persönlichkeiten sich entfalten lassen.

Meine Person wurde in diesem Film in den deutlichen Beweis der Machbarkeit und Umsetzbarkeit von dem hineingezogen, wie es für Kinder laufen könnte. Mir wurde einmal wieder vor Augen geführt, dass es Wege gibt, die Kinder stärken und sich in einer Form entfalten lassen, die für die meisten Menschen nicht einmal vorstellbar sind.
Ja, es gibt Erwachsene, die diesen Weg mit jeder Faser ihres Wesens gehen und Kindern Räume ermöglichen, in denen Lernen/ Lebenslanges Lernen möglich werden kann.

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Alle Anerkennung für ein Prinzip Montessori, doch will ich diese Fähigkeiten an dieser Stelle nicht nur an Montessori festmachen, denn ich habe diese Haltung jungen Menschen gegenüber ebenfalls in anderen Zusammenhängen und Einrichtungen beobachtet.

Ich wurde zusehends wütend und sauer. Am liebsten wäre ich aufgestanden und hätte es in diesen Kinosaal geschrieen.

„Was machen wir bloß mit Kindern? Wie kommt es, dass wir den ureigensten Empfindungen und menschlichen Bedürfnissen der Kleinsten gegenüber so ignorant und vor allem gleichgültig sind?“

Ich habe immer gedacht, dass Aufklärung und das Aufzeigen von Strukturen, die Kindern ein glückliches Leben ermöglichen, ein Leben, in dem sie zumindest in einem großen Maß bei sich sein können, doch möglich sein müsste? Nach dem Motto:

„Da schau doch! Es gibt sie doch diese Möglichkeiten! Warum tun wir es denn nicht? Warum ermöglichen wir den Kindern nicht einfach das, was ihr Geburtsrecht ist? Warum denn nicht?“

Doch jetzt glaube ich, ich habe mich damit einfach geirrt. Das stimmt so nicht. Es geht hier nicht weiterhin um Aufklärung, Inspiration und noch mehr Wissen um Gehirnforschung, Psychologie und Pädagogik.

Das Problem ist ein ein viel Größeres. Wenn die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Bremsklotz wären, dann hätten wir längst Schritte sehen müssen. Deutliche Schritte, hin in Erziehung und Lernen, die Kindern wahrlich dienlich sind. Es vergeht kein Tag, an dem uns nicht verkündet wird, was man bezüglich den Erfordernissen für eine gesunde und glückliche Kindheit herausgefunden hat.

Das Alles ist aber nicht hilfreich genug. Es passiert nicht schnell genug, genau das, was es bräuchte, damit unser aller Kinder nicht weiterhin in großem Stil in Betreuungseinrichtungen und Schulen verletzt werden, an Seele und Körper. Ähnlich der Fragestellungen zum Klimawandel, ist es auch hier eine Minute vor Zwölf.

Doch die Herausforderung ist nicht etwa mangelndes Wissen, nicht genug Geld, zu kleine Klassenzimmer, zu wenig Lehrer, marode Schultoiletten, zu schlechte Ausbildungen, Inklusion, Integration usw. , sondern schlicht und einfach Gleichgültigkeit und Ignoranz.

Diesem Gegenspieler ist viel schwieriger zu begegnen, denn Gleichgültigkeit und Ignoranz sind so subtil, man kann sie nicht greifen. Gleichgültigkeit, den wahren Bedürfnissen der Kinder gegenüber flutscht uns geradezu durch die Finger. Das alles, während wir gerade so angestrengt damit beschäftigt sind, die Sache mit den Schultoiletten und dem Lehrermangel in Ordnung zu bringen.
Gleichgültigkeit und Ignoranz gegenüber den Kindern sind nicht so offensichtlich. Man kann die Haltung gegenüber jungen Menschen schnell mal an die Seite parken und meinen, dass die maroden Klassenzimmer und die angeblichen finanziellen Engpässe wirklich von Bedeutung seien.
Die Folgen von Gleichgültigkeit und Ignoranz gehen ganz klar unter bei dem lauten Geschrei und Getöse, des ganz normalen, profanen Alltags. Dem pausenlosen Versuch äußere Bedingungen zu verändern.

Nicht so in diesem Film, der für mich mit ganz leisen Tönen und langsamen Bildern daher kam. Seine Botschaft ging für mich ganz tief rein. Die Botschaft an mich liegt darin, den gegenwärtigen Moment der Kinder mit Schönheit und Feinheit und Freiheit zu zeichnen. Der allgegenwärtigen Gleichgültigkeit und Ignoranz der Lebensäußerungen der Kinder, ein Ende zu machen.

Und wer, nach einem solchen Film daher kommt und noch immer meint, diese Ansätze seien nicht umsetzbar, weil der Klassenraum zu klein sei etc. Oder man setze das ja um, weil man jedes Jahr einmal von den Kindern die Kastanien aufsammeln lasse, um dann kleine Figuren daraus zu basteln, der hat es nicht ertragen, sich von der Wahrheit der authentischen Bilder in der Tiefe berühren zu lassen. Der mag nicht verstehen. Der braucht ein paar lächerliche Ausreden und Betäubungsmechanismen, um die schmerzhafte Wahrheit nicht an sich heran zu lassen, dass man im Grunde Jahrzehnte oder Jahrhunderte an der Entfaltung von der bedeutendsten, menschlichen Werten vorbei erzogen oder auch unterrichtet hat.


Blinder Gehorsam. Warum ich Kinder lieber sehend wissen möchte.

Blinder Gehorsam. Warum ich Kinder lieber sehend wissen möchte.

Noch immer steckt Gefügigkeit und Gehorsam tief in unseren Ansätzen zu Erziehung und Lernen. Sich dieser Haltungen bewusst zu werden und sie an die Oberfläche zu holen, halte ich für eine wichtige Aufgabe. Wenn man genau hinschaut, findet man den Wunsch nach blindem Gehorsam in vielen Bereichen.

Vor einigen Tagen habe ich einen Videoausschnitt gesehen, in dem ein Schäferhund gezeigt wurde, der bei einem Wettbewerb oder einer Gehorsamkeitsprüfung eine besondere Medaille gewonnen hat. Ich sah also einen Hund, der auf dem Wettbewerbsplatz neben seinem ‚Herren‘ saß und innerlich gespannt wie ein Flitzebogen war. Ich sah ein ‚Herrchen‘, der gut durchtrainiert war und der in seiner ganzen Erscheinung wie ein Soldat aussah. Er verzog keine Miene und man hatte den Eindruck, dass er einen Stock verschluckt haben könnte. Der Wettbewerb startete und die beiden liefen los. Offensichtlich war die Aufgabe, dass der Hund seinem ‚Herrchen’ folgt, das ganze ohne Leine und mit einem Minimum an körperlich sichtbaren Anweisungen.

Der Hund war in der Art trainiert, dass er mit dem Kopf beim Laufen in den Himmel schaute. Eine unnatürliche Haltung für einen Hund. Das Ganze sah etwas skurril aus, aber offensichtlich entsprach es den gestellten Anforderung, ja wurde sogar als ausgezeichnet angesehen. Da der Hund in dieser Körperhaltung wenig sehen kann, kann er gehorsam sein. Mir fiel unmittelbar das Wort „Blinder Gehorsam“ ein. Man kann ihn in Mensch und Tier hervorbringen. Es funktioniert, dabei werden Topleistungen erbracht. Dem Auge eines sensiblen Betrachters entgeht nicht der Preis, der dafür gezahlt wird. Würde geht dabei verloren und noch viel mehr.

Äußerlich betrachtet sah alles korrekt aus. Man konnte den Eindruck haben, dass die beiden ein starkes Team sind. Und doch fand ich es einfach nur widerlich. Genauso widerlich, wie wenn ich so manche Pferdeveranstaltung anschaue. Wenn ich mir die Trainingsmethoden dazu betrachte, dann weiß ich, dass diese superintelligenten Tiere durch allerhand Methoden und Hilfsmittel in der Art trainiert werden, dass sie nicht gut sehen können. Manche Pferde werden so trainiert, dass sie den Kopf auf unnatürliche Weise nach unten halten müssen. So können sie wenig sehen.
Sie werden ihrer Sinnesstärke beraubt. Sie dürfen nicht Pferd sein. Gehorsam und Gefügigkeit werden so erzwungen.

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Äußerlich sieht man ein ‚korrekt’ gerittenes Pferd (vorgeführten Hund). So manchem Betrachter entgeht aber nicht, dass es ein Pferd ist, dass in eine Haltung gezwungen wurde, die von ihm verlangt, sich in so großem Maße unterzuordnen, dass die ganze Erscheinung oder das Pferd-Mensch Team eher einer roboterhaften Darbietung gleichkommt.
Die Natur des Lebewesens wurde mit List und so manches mal auch mit Gewalt unterdrückt, so dass es vordergründig eine gute Performance sein kann, hintergründig ist es seelischer und körperlicher Missbrauch.

Gehorsam, auch bei Kindern wird immer in gewisser Weise erzwungen. Das Dumme ist, dass es funktioniert. Vordergründig funktionieren unsere erzieherischen Maßnahmen und Interventionen noch immer. Gewünschte Leistungen werden erbracht, doch der Preis ist immer hoch. Etwas geht dabei immer verloren. Ein Funkeln in den Augen, eine Lebendigkeit im körperlichen Ausdruck, eine tiefe nährende Atmung, die Würde, die Integrität uvm.

Ich glaube, dass wir uns erst ganz am Anfang davon befinden, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie ein Leben mit Kindern aussehen kann, in dem die alten Formen der Disziplinierung und das Einfordern von sofortigem und unbedingtem Gehorsam auf ein Höchstmaß minimiert werden.
Zu sehr stecken diese alten Vorgehensweisen, wie man Menschen ( und Tier) zum ‚Funktionieren‘ bringt, in uns drin. Es braucht ein großes Maß an Bewusstheit, um diese eingebrannten Muster langsam und respektvoll aus dem eigenen System zu schleichen.

Gerade die Kinder der heutigen Zeit scheinen hier große Lehrmeister zu sein. Viele, die ich kenne, fordern die Erwachsenen geradezu heraus, ihre Ideen zu Gehorsam und Erziehung gnadenlos zu hinterfragen. Und das mit gutem Grund.
Vor wie nach wird ein Umdenken in Erziehung und Lernen nicht durch das Umlegen irgendeines Schalters hervorgebracht, sondern durch ein erhöhtes Bewusstsein und den Willen sich dem unbequemen Nichtwissen zu stellen, wie es denn anders gehen könnte? Wir müssen das regelrecht 'neu' in Erfahrung bringen, den Mut aufbringen uns nach unserer inneren Wahrheit neu zu erfinden.
Viele haben sich auf den Weg gemacht. Dafür bin ich ausgesprochen dankbar.

Nachsatz: Auch was Hunde und Pferde betrifft, so weiß ich einfach, dass es anders geht. Topleistungen können erbracht werden und sie gründen auf eine wundervolle, würdige Beziehung.

Gerne lese ich von dir.


Vertrauensaufbau und Stressabbau gehen Hand in Hand

Vertrauensaufbau und Stressabbau gehen Hand in Hand

Im Bereich Erziehung und Lernen haben wir die fragwürdige Handlungsweise gebildet, dass Kinder nur durch den Aufbau von Druck zu etwas bewegt werden könnten. Machen sie dann nicht, was wir wollen, werden wir harsch und ungehalten. Das Gefühl von Ohnmacht und Wut steigt bei allen Beteiligten auf. Für eine Beziehung, die auf Vertrauen aufbauen kann, ist im Gegensatz dazu, das Reduzieren des Stresslevels nötig. Das fällt Erwachsenen aber ungeheuer schwer, weil es dem zuwider läuft, was wir für Erziehung halten. 

Das Wort ‚Vertrauen‘ im Zusammenhang mit Erziehung und Lernen ist mir in der vergangenen Woche gleich vielfach begegnet.

Es hat in diversen Gesprächen eine große Rolle gespielt und ich habe mich gefragt, was denn eigentlich geschehen ist, dass Erwachsene das Vertrauen in den kindlichen Lernprozess verloren haben? Was ist geschehen, dass wir meinen, einen solchen Aufwand fahren zu müssen, um Kinder im wahrsten Sinne des Wortes ‚ans Lernen zu kriegen‘? Wir lassen uns so viel ‚Gedöns‘ einfallen, um irgendetwas hervor zu kitzeln, was eigentlich im Fluss wäre, wenn Erwachsene nur wieder beginnen könnten, zu vertrauen. Daraus folgt unmittelbar, dass Kinder ihr Vertrauen, auch in Erwachsene, minimieren.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Ursachen mannigfach sind. Es gibt historische Ursachen, gesellschaftliche Einstellungen, die sich tradiert haben, es gibt wirtschaftliche Interessen, sowie religiöse Vorstellungen. Allen gemein ist, dass das Vertrauen in natürliches Lernen und Miteinander keine solide Basis für Beziehung bietet.

Irgendwie geschieht es unter all den Umständen, dass das Wesen der Kinder aus dem Blick gerät.

Dadurch muss eine Menge Energie in die jeweilig künstlich konstruierte Idee von Erziehung und Lernen gegeben werden, die wir gesellschaftlich für angemessen halten. Diese entspricht aber nicht notwendigerweise den Bedürfnissen der Kinder. Man muss viel Aufwand betreiben um die künstliche Maschinerie in Gang zu halten.

Weiter habe mich dann gefragt, was jeder einzelne Tun kann, um das Vertrauen auf beiden Seiten (Erwachsene wie Kinder) wieder wachsen zu lassen. Mir kommt es vor, als ob wir regelrecht wieder lernen müssten uns ein Stück natürlichen Grund, ein Quentchen unverfälschtes Lernen und Miteinander wieder zurück zu erobern.

Mir sind in dem Zusammenhang einige Punkte eingefallen, die das Vertrauen zwischen Erwachsenen und Kindern wieder stärken können. Das Vertrauen ist nicht einfach da, sondern will wie ein kleines Pflänzchen anerkannt und gepflegt werden. Es muss wieder wachsen, damit dieses künstliche Gedöns wegfallen kann, was Kindern, wie Erwachsenen, den Alltag so aufreibt.

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Damit Vertrauen wachsen kann, ist es wichtig, dass Erwachsene freundlich und klar daher kommen. (Klingt sicher selbstverständlich und lapidar, ist es aber nicht) Ein Miteinander möglichst ohne viel Tamtam ist hilfreich. Warum? Damit das Miteinander möglichst entspannt und stressfrei sein kann. Wenn die Kommunikation nicht auf dieser Grundlage läuft, dann ist unsere Beziehung zu den Kindern (Berührung, wie Sprache) der Ausgangspunkt für Stress und Unsicherheit. Vertrauen bietet hier eine wesentlich bessere Grundlage, als Dominanz.
Wer Stress und Unsicherheit kompensieren muss, kann nicht lernen, wird starr im Nervensystem. Beide Seiten kämpfen, Vertrauen kann sich so nicht wachsen.

Als Erwachse haben wir die Vorstellung, dass Kinder gehorchen müssten. Wenn das nicht klappt, dann werden wir ungehalten oder harsch. Wir verlangen die Konsequenz in der Umsetzung der Vorgaben von den Kindern. Um eine vertrauensvolle Beziehung zu haben, müssen wir diesen Grundgedanken überdenken. Die Konsequenz in der Umsetzung von Fragestellungen an die Kinder müssen wir eher von uns selbst erwarten. Die Konsequenz mir selbst gegenüber sanft und klar dran zu bleiben, bis etwas umgesetzt ist. Die Freiheit mir selbst gegenüber, meine Anforderungen jederzeit kleiner machen zu können. Ziele kleiner stecken zu können, damit beide Seiten vertrauen (lernen) können. Wenn ich flexibel und geschmeidig bleiben kann, dann hilft das extrem für das Aufbauen einer vertrauensvollen Beziehung.

Erwachsene sind es so sehr gewohnt Druck aufzubauen, um einen Erwartung an ein Kind in folgsames Handeln umzusetzen.
Wenn das stete Druck aufbauen nicht zum gewünschten Erfolg führt, dann fallen uns oft keine Alternativen ein. Dann fühlt man sich ohnmächtig und baut im selben Moment noch mehr Stress auf.
Das führt auf beiden Seiten zu noch mehr Verkrampfung.

Eine Herangehensweise, die unseren üblichen Gedanken zu Erziehung völlig entgegen läuft, ist es den Stress und Druck abzubauen und zu vermindern. Das Ergebnis ist, dass die Kinder sich aus dem Feld von Angst heraus bewegen können. Das Feld von Angst sollte sehr wenig die Grundlage von Erziehung und Lernen sein. Wo Angst ist, kann kein Vertrauen wachsen, kann wenig Liebe sein.

Auch wenn es deinen Vorstellungen entgegen läuft, probiere es das nächste mal einfach aus. Was kann passieren?

Erwachsene wie Kinder begeben sich auch neurophysiologisch wieder in einen weicheren Raum, alles wird stressfreier. Ein mögliches ‚ja‘ kann so leichter fallen. Ein ‚Ja‘ im Befolgen eines Wunsches oder  auch ein ‚Ja‘ im Aussteigen aus einer brenzligen Situation, im Nachgeben als Erwachsener, hin zum Vertrauensaufbau.

Unsere innere Haltung und Einstellung zum Kind und der gegenwärtigen Situation spricht lauter und schneller, als jedes Wort.
Ob ich denke, dass diese kleine Kröte wieder schlecht drauf ist und innerlich ein Gefühl habe, als ob ich ihr an die Gurgel gehen könnte oder ob es mir gelingt nachsichtig zu sein und Mitgefühl zu empfinden, macht einen großen Unterschied.
Wenn ich es nun aber gar nicht bin, entspannt und stressfrei, dann sprechen auch hier meine Emotionen, schneller und lauter, als alles, was ich mir vielleicht in meinem Kopf ausgedacht habe.

Hier habe ich ebenfalls die Möglichkeit Stress zu reduzieren, indem ich als Erwachsene versuche aus einer fordernden Haltung in eine mehr beobachtende Haltung zu gelangen. Auch in diesem Fall reduziere ich automatisch den Stresslevel.

Es geht beim Aufbau von Vertrauen um die Reduzierung des Stresslevels. Das ist ein Gedanke und eine Haltung, die unseren üblichen Ideen von Erziehung sehr unbequem ist, denn man ist als Erwachsener gefragt sehr stark über den eignen Schatten zu springen. Man meint nämlich dann, dass man sein Gesicht und seine Glaubwürdigkeit verliert, sein ‚erzieherische Macht’.

Und eben genau diese ‚erzieherische Macht‘ und das Vertrauen passen wenig zusammen.
Wenn man das einige male erlebt hat, wie der Versuch den Stresslevel zu reduzieren, automatisch zu einem Vertrauensweg führt, der dann wiederum für die Beziehung hilfreich ist, dann erhält man ein ganz wesentliches Handwerkszeug. Erwachsene, wie Kinder haben damit die Gelegenheit ins Vertrauen hinein zu wachsen.

Dies sind einige kleine Tips. Hier als Buchstaben geschrieben, stehen sie mal gut auf dem Papier oder auf dem Computer, oder? Es ist aber wichtig, es in Handlung zu verwandeln, es einfach zu probieren. Denn nur die gelebte Erfahrung wird auf Sicht gesehen, eine Veränderung hin in vertrauenswürdigere Beziehungen führen. Es ist ein Weg der 1000 kleinen Schritte. Wie beim Lernen. ;)

 

Hier bekommst du Informationen zu meinen einzigartigen Beratungen. Ruf mich gerne an oder schreib mir eine email.


Von GrenzWERTen und Spielräumen. Lernen braucht veränderliche Grenzen

Von GrenzWERTen und Spielräumen. Lernen braucht veränderliche Grenzen

Grenzen sind da. Grenzen sind wichtig. Grenzen können sich ausdehnen. Grenzen können sich verändern. Grenzen sind WERTvoll. Grenzen müssen sich auch auflösen (dürfen). Alles ist in Bewegung.

Wenn man zu einer Ärztin geht und mit ihr die Ergebnisse der eigenen Blutuntersuchung bespricht, dann schaut sie, ob die einzelnen Werte, die untersucht wurden innerhalb eines Grenzwertes liegen. Dieser darf ein Stück in beide Richtungen ,vom Normwert aus gesehen, abweichen. Alles ist in Ordnung, so lange sich der entsprechende Blutwert in einem gewissen Spielraum befindet.

Unser Körper hat eine enorme Fähigkeit der Selbstregulation. Kleinste Störungen, werden im Gesamtorganismus so ausgeglichen, dass das Gesamtbild auf wundersame Weise immer versucht ein Gleichgewicht herzustellen.
Das ist mega toll.

In Erziehung und Lernen hingegen haben wir die seltsamen Vorstellungen gebildet, dass Kinder einem erdachten Wert X entsprechen müssten. Erwachsene versuchen ständig und in vielen Lebenszusammenhängen, diesen Superwert X herzustellen. Dazu haben wir uns Methoden und Regeln ausgedacht. Das Wort Grenzen spielt in dem Zusammenhang eine große Rolle.

Wir setzen also eine Menge Energie ein, um durch unsere Vorstellungen und Maßnahmen den Wert X im Kind möglichst stabil zu halten. Wir behaupten, dass es wertvoll sei, Grenzen zu setzen. Wir meinen einen möglichen Spielraum eingrenzen zu müssen.

  • Mittagsschlaf ist genau dann, wenn das Kind nach Hause kommt.
  • Erst Essen, dann Hausaufgaben machen, dann spielen.
  • Um acht Uhr ist Bettgehzeit, zuvor müssen die Zähne geputzt sein.
  • Wenn sich jemand so und so verhält, wird er bestraft (heute nennt man das Konsequenz)
  • Wenn sich das Kind nicht sozialverträglich verhält, dann gibt es Sanktionen.

Mir erscheint es so, dass unsere Erziehungsmaßnahmen geradezu das Bild entstehen lassen, dass ein junger Mensch ein Objekt sei, das man formen muss. Wir haben das Bild, dass ein Kind auf bestimmte Verhaltensweisen ‚eingenordet' werden muss.

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Der Schrei nach Grenzen und Regeln ist an den Stellen besonders groß, an denen diese immer umgangen werden und es Probleme gibt. Ganz schnell sind Erwachsene dann in der Situation, dass sie gefühlt immer hinter den Kindern her sein müssen und das ein Miteinander hauptsächlich aus Notinterventionen besteht. Man ist ständig in der Rolle des agieren und regeln müssens. Ein Hase und Igel Spiel, dass nicht enden möchte. Es ist anstrengend und nervenaufreibend.

Um dieses ‚Notinterventionen- Spiel‘ zu beenden und aus dem Hamsterrad des Stresses im Zusammenleben auszusteigen, scheint es mir sehr wertvoll zu sein, einen Moment anzuhalten und sich klar zu werden, was man da eigentlich tut?
Aus meiner Sicht kann man die Beachtung und Einhaltung von Regeln und Grenzen nicht erziehen. Es ist nicht möglich von ‚außen’ direkten Einfluss zu nehmen auf eine Haltung, die im besten Fall, im Inneren eines jungen Menschen entstehen kann.

Vielmehr erscheint es mir sinnvoll die Fähigkeiten der Selbstregulation eines jungen Menschen zu erhalten und zu unterstützen. Ich muss, wie im Beispiel mit dem Blutbild erwähnt, einen Spielraum bilden, der den jungen Menschen mehr Freiheit ermöglicht.
Damit ist in keinem Fall die Freiheit gemeint, die alles erlaubt, die grenzenlos ist und die Respektlosigkeit einlädt. Nein.
Es ist die Freiheit gemeint, die dem Kind erlaubt, innerhalb eines Spielraums Erfahrungen machen zu können und vor allem die eigenen Schlüsse daraus ziehen zu können.
Die Fähigkeit zur Selbstregulation ist sicher von Anfang an da, aber sie will erhalten bleiben und braucht Raum und Zeit, Bindung und Beziehung, damit sie wirksam bleiben kann.

Es braucht die Erfahrung und gute Gespräche mit Erwachsenen, die junge Menschen, nicht auf einem Superwert X festzurren wollen, sondern körperlich, sinnlich erfahrbare Erlebnisse , in denen die Kinder selbst Respekt und Wohlwollen erfahren, in denen sie lernen Regeln zu verhandeln, sowie Klärungsgespräche zu führen. Alles ist wertvoll, dass die Selbstregulation „füttert“ und gerne auch durch Reibung wachsen läßt.

Diese Art mit Kindern zu sein, ist in vielen Fällen genau das Gegenteil von dem, was Erziehung und Lernen uns weismachen will.
Erwachsene, die das verstanden haben, hören unmittelbar damit auf, lautstark nach Grenzen und Respekt zu rufen.
Sie beginnen damit, einen zunächst unsichtbaren Teil im Kind mit Aufmerksamkeit zu füttern. Es ist kein „Dauer-ja“ zu allem. Es hat mehr mit einer gewissen Präsenz zu tun, die auch gerne mit etwas Reibung und Widerstand daherkommen kann. Bei manchen Kindern braucht es nur eine kleine Portion dieser Nahrung für Selbstregulation. Es gibt aber auch viele Kinder, die an dieser Stelle fast völlig ausgehungert sind. Gerade hier braucht es in meinen Augen eine Investition in Selbststeuerung, damit sie nachreifen können und stoppen können, die eignen und die Grenzen anderer zu verletzen.

Ich denke, dass man ein Zusammenleben in einem respektvollen Miteinander nicht erziehen kann. Bestenfalls kann man einen ‚Spielraum‘ schaffen, in dem sich eine gute Selbstregulation nachentfaltet kann. Für mich ist es immer wieder hilfreich, wenn wir Erwachsenen uns auch diesem Prozess der Nachentfaltung stellen. Das bedeutet für mich eine ständige Aufmerksamkeit oder Präsenz zu entwicklen und mich selbst zu beobachten, wenn mein Autopilot wieder das Steuer aus der Hand gerissen hat. Wenn ich den eigenen Autopiloten wahrnehmen kann, bin ich präsent und kann aufhören einfach nur unbedacht zu reagieren. Das Selbe wünsche ich mir ja auf Sicht gesehen von den jungen Menschen. Unser beider Entwicklung geht damit Hand in Hand.

Das nächste Tagesseminar, in dem dem Themen um Regeln und Grenzen immer wieder eine große Rolle spielt, ist schon am 09.06.18. Bist du diesmal dabei?


Sechs Gründe, warum unser Bild von Schule für mich eine Entwicklungsbremse darstellt.

In meiner unmittelbaren Umgebung ernte ich nicht gerade viel Verständnis für die zugegebenermaßen recht eigenwilligen Schullaufbahn meiner Kinder. Ich bin sicher, dass viele von euch, die sich bezüglich der Betreuung und der Bildung ihrer Kinder aufgerufen fühlen sich irgendwie anders zu orientieren, wissen wovon ich spreche.

Es geht mir bei weitem nicht um den richtigen Weg für Kinder, sondern zunächst einmal um den Weg, der sich für mich stimmig anfühlt und der in irgend einer Form in meinen Möglichkeiten liegt.
Diejenigen von euch, die unsere Schullaufbahn mit verfolgt haben, wissen vielleicht, dass ich seit jeher ein wenig dazu tendiert habe, die Welt ein kleines Stück aus den Angeln zu heben, damit es passt, damit es für mich und meine Kinder stimmig ist.

An dieser Stelle möchte ich nicht näher darauf eingehen, was genau unsere Geschichte ist, dass kannst du hier nachlesen.

Dieses Spagat ist mir unmöglich.

Holprig, aber unser (Schul)Weg.

Heute nenne ich dir einige Gründe, die mich dazu geführt haben das Thema Schule und das Thema Kilometer, die überbrückt werden müssen, um verträgliche, wohlwollende Schule zu ermöglichen, aus einer anderen Perspektive zu sehen. Die Maßeinheit Kilometer und die Maßeinheit Zeit habe ich für mich und die Kinder  "neu" definieren müssen. Auch die Bedeutung des Zahlungsmittels Geld, muss ich recht eigenen Maßstäben unterziehen, sonst ist das Projekt Schule und Kinder nicht ‚denkbar‘.

Meine Motivation andere Wege zu gehen, Möglichkeiten für Lernen und Entwicklung zu geben, die der Entfaltung von menschlichem Potential dienen, ist ausgesprochen hoch.
Ein Spagat ist mir nur sehr schwer möglich.

Schule lehrt, dass Kinder sich anpassen müssen.
In der Schule lernen Kinder sich anzupassen und das zu tun, was irgendeine Autorität von ihnen verlangt. Auf Sicht gesehen wird von ihnen erwartet, sich nicht mehr auf ihre eigene, innere Stimme zu verlassen und sich für ihre Bedürfnisse einzusetzen. Sie lernen zu gehorchen, man sagt ihnen, was sie tun sollen, ob sie es wollen oder nicht. Man sagt ihnen, wann sie zur Toilette gehen dürfen und wann nicht, man verlangt von ihnen sich stundenlang auf Stühlen sitzend gehorsam zu verhalten. Es geht im wesentlichen darum Information aufzunehmen und das Gedächtnis zu trainieren. Es ist wirklich keine Wunder, dass daraus Krankheit und Depression entsteht. Kein Erwachsener würde derart fremdbestimmt und ausweglos leben wollen. Kindern mutet man das einfach zu.

Kinder lernen noch immer, was sie denken sollen, nicht, wie man seinen Geist optimal entfalten kann.
Durch das einseitige Trainieren des Gedächtnisses und das wirklich einseitige Schulen des Verstandes, lernen Kinder nicht, ihre eigentlichen Kapazitäten zu entfalten. Sie lernen nicht, wie sie ihr logisches Denken in einer Art nutzen können, dass ihnen ermöglichen würde, ihre Fähigkeiten des kritischen Denkens und der Kreativität zu entfalten. Stattdessen sagt man ihnen, was richtig sei und was sie glauben möchten. Man erschwert das eigenständige, auch (selbst)reflektierende Denken der Kinder. Junge Menschen werden zu Automaten erzogen. Das ist eine ungeheuer traurige Verschwendung an menschlichem Potential.

Schule lehrt Kindern, Angst zu haben, Fehler zu machen.
Gleich zu Beginn ihrer Schulzeit macht man Kindern durch dieses unsäglichen Strukturen klar, dass Fehler machen unerwünscht und verkehrt ist. Sie können gar nicht anders, als die Erkenntnis gewinnen, dass Fehler machen völlig unangemessen ist und man diese unbedingt vermeiden müsse.
‚Fehler machen' ist dazu da, damit Menschen, in eine Form von Weisheit hineinwachsen können, Fehler sind ein Dünger unseres Erkenntnisprozesses. Schule und der Weg des Lernens in Schule ist eine Fehlleitung für die Entfaltung menschlichen Denkens.

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Die grundlegenden nährende, gesund erhaltende und zutiefst erfüllende Bedeutung des Spiels müssen Kinder in der Schulzeit opfern.
Die schiere Freude am Spiel, Die Möglichkeit völlig unnütze Dinge tun zu können, die keine meßbaren Ergebnisse zur Folge haben sowie einfach nur Spaß haben, all diese ‚Zutaten’ für eine gesunde Entwicklung, müssen sie nun in der Schule hinter sich lassen. Völlig unnatürlich beginnen Erwachsene das Leben der Kinder in wertvolle Lernzeit und nicht so wertvolle Spielzeit zu unterteilen. Erst die Arbeit, dann das Spiel. Man holt sie mit großer Selbstverständlichkeit aus dieser seelisch nährenden „Spielheit“ heraus und konfrontiert sie mit dem sogenannten Ernst des Lebens. Man verlangt von ihnen, die Dinge ernst zu nehmen, sich durch Anstrengung und Sorge vor der Zukunft, zusammenzureißen und meßbare Ergebnisse zu produzieren.
Kein Wunder, dass diese wenig hinterfragte Haltung Kindern unglaublichen Streß zumutet. Aus freudvollen, lernbegierigen, neugierigen jungen Menschen, macht man depressive und hyperaktive junge Menschen, die keine entspannte Zeit mehr im Hier und Jetzt verbringen können, die Schönheit des Moments nicht mehr wahrnehmen können. Verrückte Welt.

Kinder lernen in der Schule, dass sie den jetzigen Moment, den sie vielleicht gerne selbstbestimmt, in einer gewissen Art ‚jetzt‘ erleben würden, für irgendein ‚morgen‘ opfern müssen.
Kinder leben sehr stark im hier und jetzt. Es ist der Moment, aus dem sie ihre Stärke und ihr Sein beziehen. Sie leben immer in diesem Moment. sie müssen die Hausaufgaben für morgen machen. Gute Noten erarbeiten, damit sie später mal bessere Chancen haben. Sie müssen in den richtigen Fächern gut sein, damit sie sich die Zukunft nicht verbauen. Sie müssen jetzt Durst haben, weil sie erst in der Pause trinken können. Sie müssen jetzt still sitzen, weil Sport erst übermorgen ist. Sie müssen jetzt aufpassen, damit sie für später nichts verpassen. Kinder werden durch unsere unreflektierte Art von Bildung so in eine nicht existente Zukunft konditioniert, dass sie den falschen Eindruck gewinnen müssen, immer erst für später etwas erreichen zu müssen, damit sie dann, wenn das geschafft ist, glücklich und zufrieden sein können.
(Wenn sie dann erwachsen sind, geben sie dann wieder viel Geld, für Therapie, oder diesen Meditation Kurs aus, der ihnen lehren soll, im hier und jetzt glücklich zu sein.)

Kinder sind kreativ, sie können gar nicht anders.
Kinder haben eine unerschöpfliche Vorstellungskraft. Ihr Denken (oder auch nicht-denken) ist wild und ungebremst. In der Schule wird Kreativität mit einem großen Aufwand unmöglich gemacht. Dafür gibt es viele Gründe. Ein Grund ist der, dass Kunst auf der Karriereleiter nicht sehr beliebt ist. Kreativität, so wie wir sie derzeit verstehen, scheint wenig profitabel zu sein. Man sieht keinen Sinn und Zweck in den Künsten. Wir gestatten den Kindern nicht, sich durch den individuellen Ausdruck durch ihr kreativen Werke, selbst zu erfahren. Man gestattet ihnen nicht, ihr unmittelbares Empfinden zum Ausdruck zu bringen und verdonnert sie stattdessen, sich in wenig inspirierenden Klassenräumen aufzuhalten und sich mit langweiligen Dingen zu beschäftigen. All das hält sie genau davon ab ihr Potential in einer Art zu entfalten, wie sie es könnten, wenn man sie nicht unterrichten würde, ‚unkreativ' zu sein. Hätte jungen Menschen die Chance, ihre Kreativität weiterhin leben und entfalten zu können, dann würde genau dieses Heranbilden einer je individuellen Kreativität der Gesellschaft dienen. Nicht jeder würde ein Musikus werden, oder ein Maler, aber jeder würde seine einzigartige Stärke entfalten können, wenn ihm gestattet wäre sein Potential nicht unterdrücken zu müssen.

„Schulen, wie wir sie kennen, sind obsolet.“ Sugata Mitra

Heute habe ich dir exemplarisch einige Bedenken aufgezählt, die mich eine große Kritikerin des derzeitigen Bildes von Bildung und dem Entfalten des eigentlichen, menschlichen Potentials sein lassen.
Ich sehe viele Erwachsene in dieser Zwickmühle, aber mein Eindruck ist, dass die Zahl derer enorm wächst, die bezüglich Bildung und Erziehung, Dinge kritisch hinterfragen und neue Werte leben und hervorbringen möchten.
Gerne lese ich von dir und freue mich über deine persönlichen Aktionen und Aktivitäten, von denen ich weiß, dass sie alle nicht leicht umzusetzen sind. Ich möchte dich hier sehr unterstützen, damit auch du dich nicht alleine fühlst, Gleichgesinnte findest und Unterstützer auf deinem Weg.

Bei Interesse an meiner Beratung bekommst du hier nähre Informationen zu meinen Angeboten. 

 

 

 

Sechs Gründe, warum unser Bild von Schule für mich eine Entwicklungsbremse darstellt.


Dein Wille zählt. Wandlung in Erziehung und Lernen selbst gestalten.

wundersames Lernen_‚WilleDer WILLE, in einer anderen Form darüber nachzudenken, wer Kinder sind und was sie benötigen, ist für mich ein Schlüssel, die Herausforderungen dieser Zeit besser bewältigen zu können.

Noch immer ist es tief in den Erwachsenen (Eltern, wie Pädagogen) verwurzelt, dass sie diejenigen sind, die wissen, was richtig und angemessen für Kinder ist.

In der Vergangenheit war es so, dass es ganz klare Vorgaben und Vorlagen gab, wie man mit Kindern umzugehen hat. Es war darüber hinaus klar, wie sich Kinder zu verhalten haben, wenn sie in der Gegenwart von Erwachsen sind.

„Wenn das Brot spricht, dann schweigen die Krümmel.“

Ein Satz dieser Art ist nur ein Beispiel, für die Grundannahmen vergangener Zeiten.

Es gab zwar verschiedenen Ansätze und Empfehlungen, aber der Grundton war der, dass der Erwachsene weiß und das Kind sich danach zu strecken hat. Punkt.

In den letzen Jahren hat sich sehr viel in Familie und Erziehung verändert. In der gesamten Bandbreite von ‚ich sage dir, wo es langgeht‘ und ‚entscheide du selbst‘ ist heute alles möglich und auch in der Tat zu beobachten. Sich vermischende kulturelle Ansätze und Traditionen haben darüber hinaus auch noch einen weiteren Einfluss.

Das Ergebnis ist, dass die Verunsicherung und die Ohnmacht unter Erwachsenen (Eltern wie Pädagogen) sehr groß ist. Man ist so vielen Strömungen, Inspirationen und vor allem wirtschaftlichen Interessen ausgesetzt, dass man im Geiste ständig in Bewegung ist und nervös und kurzatmig auf der Suche, was nun der ‚richtige Weg‘ ist.

Nun gibt es mehr und mehr Kinder, die uns ganz klar verdeutlichen, dass es so nicht oder nicht weiter geht. Begegnen wir diesen ‚Störungen‘ weiterhin mit dem, was wir kennen, wird es enger und stressiger. Die Strukturen von Macht und Kontrolle , von Disziplinierung und Repressalien funktionieren in der Form nicht mehr.

Im selben Moment ist das ‚Neue‘, das andere, dass, was sich gerade entwickelt, noch nicht vollständig geboren.

Ich nehme es in den Strömungen war, ich beobachte, wie viele Eltern und Pädagogen sich aufmachen und diese neuen Strukturen ganz praktisch entwickeln und neue Wege gehen.

  • Ich beobachte Eltern, die sich aufmachen und in anderen Strukturen leben möchten. Es gelten andere Werte als, mein Haus, mein Auto, mein Job.
  • Eltern verkleinern sich, trennen sich von materiellen Gütern, um freier leben zu können.
  • Eltern wollen mit ‚weniger‘ klar kommen.
  • Eltern wollen andere Formen von Zusammenleben und/oder von Leben in Gemeinschaften erfahren, in denen die Erziehung und Begleitung von Kindern wieder eine andere Rolle spielt.
  • Eltern wollen eine zukunftsfähigere Welt gestalten.
  • Eltern packen ihr gesamtes Hab und Gut in ein Wohnmobil, leben und arbeiten unterwegs.
  • Eltern nehmen Kinder aus der Schule und finden neue, andere Formen von Leben und Lernen.
  • Mütter gebären wieder anders. Sie versuchen aus Krankenhäusern und Fremdbestimmung fern zu bleiben. Sie finden und erfinden andere Formen um, mehr das leben zu können, was sie in sich für wahr empfinden.
  • Eltern lassen Kindern in weit entfernten Schulen gehen, sie dort in anderen Familien oder Lebensgemeinschaften leben, damit Kinder sich freier und selbstbestimmter entfalten können.
  • Eltern experimentieren und gestalten neue Formen von Zusammenleben und arbeiten mit Kindern.
  • Eltern und Pädagogen bilden Gemeinschaften, gründen neuere Formen von Schulen, die auf anderen Werten ruhen,  in denen sich die Mitglieder wohler fühlen, es Raum für Entfaltung gibt.
  • Eltern bauen neue Möbel, Möbel, wie etwa Familienbetten, die anderen Werten von Erziehung und Zusammenleben dienlicher sind.

Ich hoffe, dass es für dich dienlich ist, zu erkennen, dass der Wille, sich selbst einer Wandlung zu unterziehen, Unsicherheiten auszuhalten, Ohnmacht zu begegnen in meinen Augen dringend erforderlich ist, um den Herausforderungen dieser Zeit zu begegnen.
Ich spreche mit  Eltern, die sich diesem Prozess stellen und sich wandeln und bewegen und ich spreche mit Eltern, die sich gefangen fühlen in der Masse der Ansprüche, die auf sie einwirken.

Im ersten Fall, haben sich Erwachsene aufgemacht und Kinder und deren wahre Bedürfnisse als eine Art Leitstern gesehen. Sie haben damit begonnen die Bedürfnisse der Kinder sowie ihre eigenen Bedürfnisse überein zu bringen und im zweiten Fall, stecken Eltern mit einem Fuss in einer Art Fusskette fest, die ihnen sagt, dass sie unbeweglich und unmündig sind.

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Ich verstehe, wenn ich unsere Wurzeln des Denkens um Erziehung und Lernen mit einbeziehe, dass es für vielen Menschen eine fette Herausforderung ist, die eignen Gewohnheiten und Ansätze einzutauschen gegen etwas, was in Struktur und Linie nicht messbar ist. Ich verstehe die Unsicherheiten, Ängste und Sorgen, denn das sogenannte Neue entzieht sich den Vorstellungen unseres Verstandes. Es ist ja neu, es ist ja anders, es will noch geboren werden und daher ist es anders und unverständlich. Es ist ein ‚Kind‘ dieser Zeit, das geboren wird. Es ist Veränderung, es ist Transformation. Wir können nicht weiter so tun, als ob sich alles wandelt nur die Themen um Erziehung und Lernen nicht. Wir als Erwachsen sind ein Teil des Wandels, wir bringen ihn hervor, wir reiten die Welle - oder eben nicht.

Somit ist da, wie eingangs erwähnt, zunächst nicht mehr und nicht weniger erforderlich, als der Wille, sich diesen Veränderungen zu stellen. Der Mut, zu lernen, die Welle reiten zu wollen.

Viele haben in meinen Seminaren und Beratungen erfahren, dass schon alleine dein Wille zählt, sich mutig in die Veränderungen zu begeben. In dem ersten Schritt liegt unterstützende Kraft.

Es braucht zunächst nur den Willen, den roten Faden aufzugreifen, der dich persönlich weiterträgt und in gewisser Weise für mehr Leichtigkeit sorgt. Damit bist du in der Lage Wandlung in Erziehung und Lernen selbst zu gestalten. Du machst dich auf den Weg an den Start und gewinnst Kraft.

 

Mein nächstes Tagesseminar findet am So 25.09.2016 statt. Info findest du hier.Ich freue mich, wenn du dabei bist.