Echt jetzt? Es ist Zeit "Nein" zu sagen.

Echt jetzt? Es ist Zeit "Nein" zu sagen.

Ich habe derzeit den Eindruck, dass der ganze Irrsinn bezogen auf Kinder, Erziehung, Familie und Lernen gerade an die Oberfläche spült. Viele Menschen nehmen Tendenzen wahr, die man nicht für möglich gehalten hätte.
Bei allem, was sich zeigt, weiß ich im selben Moment, dass es Ausnahmen gibt. Ich erlebe es täglich. Das finde ich tröstlich.

Aber es reicht nicht.

Ich habe die Gelegenheit mehr denn je meine Wut und meine Ungeduld in der Tiefe anzuschauen.
Es sind sehr bedenkliche Ideen und Praktiken, die wir Kindern zumuten.

  • Da könnte ich anfangen bei dem, was wir jungen Menschen in den letzten 4 Jahren angetan haben.
    Wie wir sie bessern Wissens auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene misshandelt haben. Wie wir (als Gesellschaft) geschwiegen haben und mitgemacht haben.
  • Da ist die Tatsache, dass wir schon die Kleinsten von den Eltern und deren Einfluss zu trennen suchen. Wider all unserem Wissen zu einem gedeihlichen Aufwachsen.
  • Täglich schicken wir Kinder in ein System, dass zutiefst krank ist.
  • Es baut auf Angst und Kontrolle auf. Maßnahmen gleiten den Erwachsenen aus der Hand.
    Gewalt, Mobbing und Manipulation nehmen in den Einrichtungen (man beachte das Wort) ein Maß an, das nicht mehr zu handhaben scheint.
  • Schon in Grundschulen zeigen sich gesellschaftliche Auswüchse, die mir die komplette Ohnmacht der Erwachsenen aufzeigt. Ja, ich nehme mich da gerne mit ins Bild.

Weiß ich doch, wie schwer es ist, „nein“ zu sagen zu einer Welt, die dem gesunden Aufwachsen nicht dient.

In der Folge

„Ja“ zu sagen, zu der Entscheidung, mein Kind da nicht mehr hinzuschicken.
„Ja“ zu sagen, zu dem Wunsch, dem Kind eine bessere Umgebung zu ermöglichen.
„Ja“ zu sagen, zu der Entscheidung nicht mehr im derzeitigen Bildungssystem arbeiten zu können.
„Ja", zu sagen für menschliche Lebensvorstellungen und Haltungen.

„Ja“ sagen für gewisse Werte und deren Umsetzung im Alltag, ohne vielleicht zu wissen, was morgen ist.

Erst kürzlich habe ich ein Gespräch mit Eltern geführt, die genau auf diesem Sprungbrett standen. Und ich habe sie bewundert.
Ich weiß genau, wie sich das anfühlt. Ich kenne das, ich bin in den letzten 30plus Jahren, bezogen auf Erziehung und Lernen mehrmals an dieser Stelle gestanden - und - gesprungen.

Ich frage dich:

  • Wollen wir sorglose Kindheit weiterhin verunglimpfen?
  • Wollen wir es wirklich zulassen, dass nun die Kinder in der Schule auf Krieg vorbereitet werden sollen?
  • Wollen wir weiterhin zulassen, dass ihre gesunde Identitäts-Ausreifung durch schräge Vorstellungen in Bildungsplänen, in krankhafte Verunsicherungen getrieben werden?
  • Wollen wir sie von ihrem Körper und ihrem eigenen Empfindungen zukünftig noch mehr in eine maschinenhafte und konsumgesteuerte Identität jagen?
    Wollen wir wirklich, dass uns Angst, Kontrolle und Verunsicherung als wertvolle Grundlage in Erziehungsprozessen verkauft werden soll?

Echt jetzt?

Wir können von Tieren lernen. Sie beschützen ihre Kinder! Wo sind diese Erwachsen?

Ich ziehe den Hut vor allen Eltern und Pädagogen, die „nein“ sagen und vielleicht auf etwas wackeligen Füßen neue Wege gehen.

Welche Zukunft wünscht du dir für Kinder und wie möchtest du sie ab heute vertreten? Wie sieht die Welt aus, in der du leben möchtest?


Müssen Kinder überhaupt kommunizieren lernen? Missverständnisse und Konflikte entstehen in einer fehlgeleiteten Welt.

Müssen Kinder überhaupt kommunizieren lernen? Missverständnisse und Konflikte entstehen in einer fehlgeleiteten Welt.

Vielleicht müssen kleine Kinder gar nicht lernen zu kommunizieren? Vielleicht können sie es bereits? Was wäre, wenn sich ihre Form der Kommunikation in großem Maß unserer Wahrnehmung entzieht? Unter Umständen sind es die Erwachsenen die (ver)lernen könnten, was sie sich unter Kommunikation, Entwicklung und Lernen vorstellen.

Bitte begleite mich auf eine Gedankenreise. Ich möchte versuchen dazustellen, dass Kommunikation, Lernen und Entwicklung auf anderen Gedanken gründen könnten, damit sich Kinder gesund entwickeln können.

Das Kind wurde soeben geboren.

Es kommt aus einem geschützten Raum, in dem Kommunikation, auch auf den feinsten Ebenen, 24/7 stattgefunden hat. Die feinen Ebenen sind Übersetzungsstrukturen all der komplexen Zusammenhänge und Wachstumsvoraussetzungen beider Körper. (Mutter und Kind)

Dem Kind wurde beispielsweise ‚mitgeteilt‘, wie es der Mutter geht, welchen emotionalen Zustand sie hat, was sie gegessen hat und ob sie das Kind in Freude erwartet oder ob sie es im tiefsten Inneren ablehnt.

Auch das Kind hat kommuniziert. Es hat sich mitgeteilt und auf den feinsten Ebenen versucht, mit der Mutter, über die Nabelschnur hinaus, in Kontakt zu treten.

Es hat versucht die Mutter in eine Welt der Zeitlosigkeit und auf bestimmte subtile Formen der Kommunikation einzuladen. Es hat auf seine Art kommuniziert, ob es ihm gut geht oder eben nicht. Hat sie es wahrnehmen können? Hat sie Unaussprechliches SPÜREN können?

Beide sind Seelenwesen, die einen Körper haben.
Kommunikation findet auch statt, wenn sie weit über Nervenstränge und Hormonausschüttung hinaus geht.

Hat man sich gegenseitig verstanden? Hat man sich wahrgenommen? War man offen für subtile Formen der Kommunikation?

Schon zu dieser Zeit im Mutterleib hat eine ständige Kommunikation, über die Möglichkeit der Sinne hinaus stattgefunden. Feinheit.

Nun ist das Kind geboren und Kommunikation verändert sich. Sowohl bei der Mutter als auch beim Kind verlagern sich die Voraussetzungen für Kommunikation.

Die Sinne spielen nun eine Rolle. Dies, damit die biologischen Prozesse so ablaufen können, und Überlebensprogramme im System ihren Abschluss finden können. Bestimmte Hormone, die zuvor für den Geburtsprozess benötigt wurden, müssen nun ‚zurück gefahren‘ werden. Andere Hormone werden nun benötigt. Sie müssen ‚angeschoben‘ werden. Kreisläufe schließe sich bestenfalls, damit sie nicht unnötig im System von Mutter oder Kind weiter dahin ‚trudeln‘.
Biologische Regelkreisläufe möchten/ müssen an ihren Platz finden, damit Entwicklung und gute Kommunikation stattfinden kann.

Eine Mutter oder ein Kind, die noch mit Stresshormonen durchspült sind, können keine feinen Signale wahrnehmen, fein kommunizieren. Missverständnissen und Konflikten sind damit Tür und Tor geöffnet.

Stresslevel möchten gesenkt werden, damit Kommunikation auf feineren Ebenen wieder stattfinden kann.

Das kannst du damit vergleichen, dass wenn ein Mensch unter Hunger und Stress leidet und seine System in Aufruhr ist, er kein Potential für Ästhetik, Kunst und Kultur hat. Feinheiten werden im Überlebensmodus / Stressmodus für den Moment ausgeschaltet. Der Mensch funktioniert zwar, aber nicht so, wie es sein könnte, wenn er ein Minimum an Sicherheit hätte.

Kommunikation findet auf den unterschiedlichsten Ebenen statt. Damit sie wertvoll für alle Beteiligten ist, benötigt sie ein gutes Angebunden sein, eine gute Erdung an die darunter liegen Struktur oder Matrix.
Das Wort Bindung spielt hier eine große Rolle. (Mutter)Erdung ist wichtig.

Im Fall des Babies ist die darunter liegende Struktur die Mutter (Matrix). Soeben war es noch im Mutterleib, war über die Nabelschnur gebunden. Nun ist es geboren, die Nabelschnur wurde durchtrennt.

Damit das Kind in Sicherheit die feineren Strukturen der Kommunikation mit der Mutter wieder aufbauen kann, muss es auf den sicheren Grund der bereits vorhandnen Matrix zurückfinden. In diesem Fall ist Wärme, Augenkontakt, Geruch, Saugen an der Brust und das Herzfeld der Mutter nötig, um den Stresslevel im neuen und unbekannten Feld zu senken. Das ist enorm wichtig, um weiter lernen und wachsen zu können. Das Selbe gilt auf andere Art für die Mutter. Auch sie benötigt Gelegenheit auf die darunter liegende Matrix an Sicherheit und bereits Bekanntem aufbauen zu können.

Ist dieser Kreislauf für beide abgeschlossen, kann Wachstum stattfinden. Mutter und Kind umschließen ihren Raum und starten gemeinsam einen ersten Schritt in eine neue Lern- und Lebensphase.
Auch der Vater liegt nun physisch mit im Bild.

Kommunikation erreicht einen neuen Level, aufbauend auf der darunter liegen Struktur. Alles muss neu miteinander „verbendelt“ werden.

Dafür braucht es ein gehöriges Maß an Sicherheit für alle Beteiligten.

Was neu „verbendelt“ wird sind also nicht nur die Neuronen, sondern im selben Moment das Maß an Aufruhr oder Ruhe im System.

Ein großes Maß an Ruhe im zwischenmenschlichen System ist von Bedeutung, um biologische Prozesse gut durchschreiten zu können. Lernen zu können.

Ich berichte immer wieder davon, das Lernen und Angst/Stress nicht gut miteinander Hand in Hand gehen. In einem unnatürlichen und von aussen manipulierten Geburtsprozess hat alles unter Umständen schon seinen Anfang.

Wenn kleine Kinder gesund und kraftvoll aufwachsen sollen, dann müssen sie immer wieder Gelegenheit haben, sich mit der ‚darunter liegenden Matrix (das System, dass zuvor Sicherheit geben hat) rückzuverbinden, um einen sicheren Schritt in die Freiheit und Selbstbestimmung tun zu können.

Das kennst du vielleicht?
Dein Kleinkind kommt angelaufen oder angekrabbelt, wenn es eine Verunsicherung hat. Du nimmst es in den Arm. Es tankt dort für einen Moment auf, nur um im nächsten Moment wieder loszulaufen.

Je stärker man sich auf Sicherheit gründen kann, desto selbstsicherer kann sich der (junge) Mensch heranbilden.

Er fällt nicht so leicht für Manipulation und Unsicherheit. Der Mensch vermag es dann, sich immer wieder auf „sicherem Grund zu gründen“.

Stärke und Eigenmächtigkeit kann sich aufbauen und der junge Mensch verliert sich nicht so schnell in den Dingen, von denen wir ständig das Gefühl haben, die Kinder davor schützen zu müssen.

Das Netz, die Medien, der Konsum verlieren an Bedeutung, wann der junge Mensch gute Gelegenheit hatte, sich auf sich selbst zu gründen. Das auf sich selbst Gründen lernt er von Geburt an, wenn die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden.

Da haben wir mit unserer derzeitigen Sicht auf die Dinge, eine Menge Luft nach oben, denn unser gegenwärtigen Vorstellungen zu Geburt und Lernen gründen die Kinder auf Unsicherheit. Angst und Verängstigung sind noch immer Grundlage vieler medizinischer und auch pädagogischer Sichtweisen. Ein Fehler mit fatalen Folgen.

Alles baut hingegen aufeinander auf, hat eine darunter liegende, Sicherheit und Stabilität gebende Matrix (Mutter).

Irgendwann im Leben, wird sie vordergründig nicht mehr benötigt (die Mutter/Matrix), weil der jungen Mensch die Gelegenheit hatte, Sicherheit und Stärke in dIe eigene Matrix aufzubauen.

Immer seltener und subtiler gründet der nun Heranwachsende sich in der äußeren Mutter, weil er gute Gelegenheit hatte, sie in sich selbst heranzubilden.

Der Kreis hat sich geschlossen, um sich spriralartig auf eine neue Ebene der Entwicklung zu bewegen.
Die Möglichkeit wundersam zu lernen und sich zu bilden ist endlos, wenn alles sicher auf Mutter Erde ( die Natur der Dinge) sich gründen kann.

Damit wir in dieses Menschenrecht auf artgerechte Lebensweise und Bildung zurück finden können, ist es erforderlich wundersam zu verlernen. Konflikte und Missverständnisse lassen sich oftmals klären, wenn man Kindern und Erwachsenen dazu verhilft, schrittweise ihre innere Natur zurück zu erobern, d.h. 'Wesentlich zu werden.'

Lernen geht anders.

Schreib' mir, wenn dich diese Themen ansprechen und/ oder du meine Unterstützung möchtest.

 


Halloween-Eine Dosis Schaudern im orchestrierten Rahmen.

Halloween-Eine Dosis Schaudern im orchestrierten Rahmen.

Ich mache keinen Hehl daraus. Ich konnte noch nie etwas mit dem billigen Abklatsch Halloween anfangen. Irgendwie kommt es mir so aufgedrängt vor. Das Ganze ist so massiv, dass es sicher schwer fällt, die Familie davor zu beschützen.

Eines ist mal klar. Wenn du Halloween entgegen steuerst, machst du dich bei deinen Kindern (und vielen Erwachsenen) mächtig unbeliebt. Es ist ja auch so ein gewaltiger Schmaus für die Jüngsten. Man geht von Haustür zu Haustür und bekommt tonnenweise Süßigkeiten oder darf ausnahmsweise mal gehässig sein.

Was willst du als Mutter da schon ausrichten? Du hast kaum eine Chance. Selbst in Kindergarten und Schule ist der orange-schwarze Glibber eingelaufen und ist eine weitere Gelegenheit die Menge im Kaufrausch zu halten.
Auch wenn es müßig ist, will ich heute wieder gegensteuern. Ein kleines bisschen nur. Auf meine Art eben.

Ja, für die Kinder mag es ein Gaudi sein, ein wenig Grusel, ein wenig Farbe im Gesicht, künstliches Blut und Dracula-Zähne. Eine Dosis Schaudern im orchestrierten Rahmen.

Mächtig sind die Kräfte, die uns vergessen lassen wollen, was in diesen dunklen Novembertagen eigentlich angeschaut sein möchte. Die Schleier zwischen den Welten sind besonders dünn.

Eine dunkle Zeit beginnt, die auf vielfältige Weise dazu einladen möchte sich mit der eigenen (Un)Begrenztheit zu beschäftigen. Eine unbequeme Einladung quasi, die dich in die unbewussten Weiten locken möchte.
Für die Mutigen unter uns gilt es der Dunkelheit ins Gesicht zu schauen, sich mit dem Tod und der Endlichkeit der Dinge zu beschäftigen, der Toten zu gedenken. Durch das Tal von Gebrechen und Krankheit zu schreiten. Ganz natürliche Kreisläufe im Blick zu behalten, damit man geerdet bleibt und sich im großen und ganzen Bild zu finden weiß.
Wer die Dunkelheit bewusst anschaut, wird einen besondern Blick auf das Licht bekommen.

Dieses Geerdet sein benötigen wir Eltern der Zeit ganz besonders, damit wir die Familie gut navigieren können.
Daher vergiß bei allen Kürbissen auf dem Weg nicht, was diese dunkele Zeit uns sagen möchte.
Sie will dich nah an der Natur der Dinge halten. Was das bedeutet?
Unsere Ahnen wussten das und wir sollten uns nicht noch weiter von uns selbst entfremden lassen.

Für das bewusste Spiel mit dem Licht, lade ich dich auf meine neue Internetseite ein-leuchtend ein. Hier findest du Interessantes zu Licht, Bewusstheit und Farben. 


Genuss, Hingabe und Lernen - drei Worte, die man selten in einem Satz findet. Warum sich das ändern sollte, dazu schreibe ich heute.

Genuss, Hingabe und Lernen - drei Worte, die man selten in einem Satz findet. Warum sich das ändern sollte, dazu schreibe ich heute.

Ich habe mich mal auf die Spuren gemacht, denn die Möglichkeiten für Hingabe und Tiefe in Auseinandersetzung mit selbst gewählten Themen, scheint auszutrocknen. Die letzten Tröpfchen versiegen im trockenen Boden der Funktionalität. Die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder hat sich stark verkürzt.
Zeit für Hingabe scheint zu versiegen.

Kürzlich haben wir ein paar Hühner aus einer Hühnerrettung bekommen. Sie wurden, nach einem traurigen Leben in einer Hühnerbatterie gerettet. Die Retter-Aktivisten möchten ihnen, nach einem Leben in der Ausbeutung, eine gute Lebenszeit schenken.

Ein paar Tage später:
Ich beobachte die neuen Hühner, die völlig zerfleddert und federlos unseren Hof erreichen. Sie benötigten Tage, um sich überhaupt aus dem Hühnerhaus hinaus in die Sonne zu trauen.
Und dann sehe ich staunend, was mich mich zu diesem Beitrag inspiriert.

Sie haben es noch, sie kennen Hingabe und Genuss.

Kaum haben sie sich nach einem Leben in künstlichem Licht, Enge, Krach und Staub, an die ersten Sonnenstrahlen gewöhnt, halten sie ihre geschundenen Bäuche in die Sonne.

Hast du je ein Huhn gesehen, dass auf eine ganz eigenwillige Weise auf der Seite liegt, die Flügel zur Stütze weit am Boden ausstreckt hat und dann den Bauch in das warme Sonnenlicht hält?

Ja, Hühner nehmen genussvoll Sonnenbäder.

Sie haben die Fähigkeit für Genuss, das kann man ganz deutlich sehen. Es sieht zumindest so aus, als ob sie auch über die Fähigkeit zur Hingabe verfügen.

Hingabe an das das heilende und nährende Sonnenlicht, die Fähigkeit etwas zu genießen, was ihnen gut tut.

Vor ein paar Jahren lass ich ein Buch, dass mich sehr berührt hatte. Eine Figur des Buches war eine Art weiser Lehrer, der seinen Schüler (die Hauptfigur des Buches ) darin schulte, sich geistig weiterzuentwickeln, in dem er sich von alten (Denk)Angewohnheiten und Mustern lösten sollte ( wundersamesVERlernen)

Dieser Lehrer bestellte, bei seinen Treffen mit seinem Schüler, den teuersten Wein, den edelsten Kuchen, den besten Cognac und das frischeste Mahl.
Nur, um sich dann an dem kunstvoll hergerichteten Teller, dem herrlichen Duft oder an der feierlichen Stimmung des Restaurants, zu erfreuen.
Von dem besonderen Ambiente, den Gerichten und Getränken hat er lediglich das Feingeistige und Flüchtige aufgenommen. Er hat sich, statt an den Kalorien, dem Genuss seiner feinen Wahrnehmung, hingeben können. Das „materielle“ der Nahrung benötigte er auf seinem Weg nicht mehr.

Er nahm sich Zeit mit einem Freund „zu essen“, doch genährt wurde er von den flüchtigen und feinstofflichen Inhalten der Begebenheit.
Er lies den vollen Teller und das volle Glas zurückgehen und bezahlte dankbar den vollen Preis.

Was haben die Hühner und dieser Meisterlehrer gemeinsam?

Sie verkörpern für mich jeweils die Fähigkeit zu Hingabe und Genuss.

Wahrer Genuss ist eine Fähigkeit, sich (selbst) zu nähren, sich (selbst) etwas Gutes zu tun. Für mich bedeutet es, sich für etwas zu öffnen, sich hingeben zu können.

So findet auch Lernen statt.

Zeit, Hingabe und Genuss sind wertvolle Voraussetzungen, um sich in der Tiefe mit etwas beschäftigen zu können. Zeit, Hingabe und Genuss sind die fehlende Geheimzutat zum Lernen.

Das Nervensystem der jungen Menschen ist längst einer Taktung untergeordnet, die Hingabe, Genuss und Tiefe an Auseinandersetzung kaum mehr möglich macht.

Es ist, als ob die Oberflächlichkeit der Dinge in enormem Tempo, mit einer längst geschrumpften Aufmerksamkeitsspanne an uns vorbeizurauschen scheint.

Der nährende Effekt von Genuss, Tiefe und Hingabe hingegen kann sich nicht mehr wie ein Perpetuum Mobile im Menschen fortsetzen. Der Kreis kann sich nicht schließen.

Energie versiegt, die Federn fallen aus. Man versucht sich, fehlgeleitet an Konsum und Äußerlichkeiten, zu nähren.

Wir müssen die Zeiträuber erkennen lernen und Kindern ( vor allem auch uns selbst) wieder Aufmerksamkeit für ihre eigenen Rhythmen und ihre selbst gewählten Themen schenken.

Genuss und Hingabe sind völlig unterschätzt, sind aber ein wesentlicher Faktor für den Entfaltungsprozess des Menschen.

Neben ‚Rettet das Huhn e.V. ‘ sollte es vielleicht auch ‚Rettet Hingabe und Genuss’ geben.

Gerade heute morgen habe ich wieder Gäste verabschiedet, die sich mitten aus dem Treiben in der Großstadt für ein paar Tage Zeit, Hingabe und Genuss entschieden hatten. Beim Abschied haben sie berichtet, wie wichtig ist ihnen immer wieder sei, zurückzufinden zu dem, was wesentlich sei. Sie waren für diese drei Tage sehr dankbar , die der Kraftort Köttingermühle ihnen geschenkt hatte.

 


Irgendwie haben wir da etwas verdreht

Irgendwie haben wir da etwas verdreht

Wir schicken die Kinder in Kindergarten und Schule und und setzen sie dann auf das Pferd einer Art, akademischer Verstandesbildung.

Dann geht im sozialen Miteinander, der jungen Menschen so einiges schief.

Mobbing und ein künstlich konstruierter Wettbewerb erschweren tagtäglich das, was wir für Schule halten.

Dabei sollte es im Grunde genau umgekehrt sein im Leben junger Menschen.

Die psychosoziale Entwicklung der Kinder und das freie Spiel, sollte im Vordergrund stehen.

Wenn die Kinder emotional stabil sind, Ausgeglichenheit und Lebensfreude leben können, dann sorgt der Verstand von ganz alleine für sich selbst. Lernen wird zum Selbstläufer.

Um es bildhaft zu verdeutlichen:

Ein gedeihliches Miteinander ist sowohl in der Wurzel als auch in der Frucht eines Baumes zu erkennen.

Ich gehe davon aus, dass ein jedes Kind gerne seinem ‚Lernfaden‘ folgt, wenn es aus seinem Inneren heraus, dazu bereit ist.
Durch unsere sehr kräfteraubende Vorstellung von Lernen und Erziehung haben wir so ziemlich alles auf den Kopf gestellt.

Es wird sich in Erziehung und Lernen nicht wirklich etwas ändern können, bis wir erneut dieses unsägliche Konstrukt auf den Kopf stellen.

Lebensfreude, Spiel, und nährende Beziehungen sind die Grundlage.
Alleine schon die Neurophysiologie zeigt uns doch, dass ein Lernen mit „Stress im Blut“ nicht funktioniert. Der Mensch reagiert mit Kampf, Flucht oder Eingefroren sein. All das können wir bei Kindern erkennen.
Man weiß das!
Warum wird es nicht mit aller Konsequenz umgesetzt?
Lernen und Angst gehen nicht miteinander Hand in Hand.

Der ermöglichte Tanz zwischen dem Streben nach Autonomie und Eingebunden sein in Gemeinschaft könnte so zu starken Individuen und einer guten Gemeinschaft führen.
Einzigartigkeit einerseits und Teil eine freundlichen Gesellschaft zu sein, müssen sich nicht widersprechen.

Bitte nutze das Gespräch mit mir, um dein gutes Gefühl und dein Wissen darum, dass Dinge anderes laufen könnten, an den rechten Platz zu rücken. Das ist meine Stärke.

 

Foto: Meik Merkelbach MM-Photo


Wenn einer eine Falle baut. Freies selbstbestimmtes Spiel und was sich alles dahinter verbergen kann.

Wenn einer eine Falle baut. Freies selbstbestimmtes Spiel und was sich alles dahinter verbergen kann. 

Heute möchte ich mit meinem Text darauf hinweisen, wieviel Idee, Forschungsdrang, Erproben und letztlich Strategie in den Handlungen der Kinder steckt.

Ihre Fähigkeit Menschen für die eigenen Interessen ‚einzusetzen‘ haben sie lange erprobt. Sie üben all das in ihrem Alltag und lernen Lebenstauglichkeit
Ich schreibe darüber, weil man es als Eltern oder Fachperson nicht notwendigerweise im Alltag erkennt und versteht.

Unterbricht oder zerstört man diese unscheinbaren Vorgänge, hat das immer einen Effekt auf natürliche Lernprozesse. Wichtig ist in meinen Augen, dass man es erkennt. Erwachsene tendieren dazu Lernprozesse zu stören. Nicht immer dramatisch, nur gut, wenn man darum weiß.

Kürzlich habe ich mich mit einem jungen Mann über dessen Zeit in einem Waldkindergarten unterhalten. Ganz interessiert habe ich zugehört, was er mir von seinem Alltag dort berichtet hat.

Er wollte Vögel fangen.
Er konnte mir nicht mehr sagen, warum er das wollte.
Das Jagen und Hinterherrennen hinter den Vögeln war anstrengend, es hat auch einen Moment Spaß gemacht, war in seinen Augen aber nicht erfolgreich.
Er wollte einen wilden Vogel in den Händen halten.

Er kam also auf die Idee, eine Falle zu bauen.
Dazu hat er ein Loch gegraben und aus Ästen und allerhand Buschwerk eine Art Käfig gebaut. Viel Zeit hat er weiterhin dafür benötigt aus Ästen eine Form von Falltür zu konstruieren.
Du kannst dir vielleicht vorstellen, wieviel Konzentration, Versuch und Irrtum und Strategie hier erforderlich ist, ein Projekt dieser Art in einem ganz normalen Kindergartenalltag umzusetzen.

Beim Zuhören konnte ich mir regelrecht vorstellen, wie sehr er ‚gearbeitet‘ hat, um dieses Vorhaben umzusetzen.
Um ihn rum, andere Kinder, die hopsen, spielen, lachen, drüber klettern , vielleicht ‚mitspielen‘ wollen, oder zerstören möchten……
Wir sprechen hier über ein fünf bis sechs jähriges Kind.

Was ihm nun noch fehlte war Futter, um den entsprechenden Vogel auch in die Falle zu locken.
Seine Sozialisation hatte ihm zu dieser Zeit längst zu verstehen gegeben, dass man Vögel nicht einfach fangen darf. In anderen Ländern wäre das vielleicht ganz anders. Er ‚wusste‘ also, dass Erwachsene nicht mit seinem Anliegen, einen Vogel fangen zu wollen, umgehen konnten.
Es brauchte also eine Fähigkeit von ihm, die er in diesem Alter längst hat erlernen können/müssen.

Er wusste schon (5-6 Jahre alt), dass man die Erwachsene ‚anlügen‘ müsse, um Körner oder Müsli oder etwas ähnliches zu bekommen, damit man die Falle fertig stellen kann.
Auch hier konnte er offensichtlich schon bewusst strategisch vorgehen, er wusste, wie man die Erwachsenen ‚beeinflussen‘ muss, um zum Erfolg zu gelangen.
Er hat sich Sonnenblumenkerne organisiert.
Er konnte mir genau das Gefühl beschreiben, das er hatte, als er sich wieder mit der Hand voller Kerne, auf den Weg zu seiner Falle machte.

Die Falle wurde präpariert und nun folgte vermutlich der weitaus schwierigere Teil.
Man muss Geduld aufbringen, bis sich ein Vogel vielleicht in eine solche Falle bewegt.
Ein wirklich schwieriges Unterfangen, denn welcher Vogel würde dies im Sommer tun?
Welches Tier, würde sich in einer ganzen Horde von Kindern, mitten im Sommer in eine Falle bewegen?

Wie wird die Geschichte wohl ausgegangen sein?
Wird er auf der Lauer gelegen haben? Wie lange wird er geduldig gewesen sein? Wird er die Falle zurückgelassen haben können, wenn er am Nachmittag nach Hause ging? Wird er am nächsten Tag weiter schauen wollen,? Wird er es am nächsten Tag vergessen haben?Wird er ein ganz anderes Thema und eine andere Herausforderung haben?

Die kleine Geschichte habe ich dir erzählt, weil Kinder Themen haben, die sie innerlich bewegen.
Längst haben sie Projekte, Dinge, die sie herausfinden wollen, Dinge, sie sie zutiefst beschäftigen.

Wir Erwachsenen kriegen so viel davon leider nicht mit, weil wir oft nicht aufmerksam genug sind, um diese Feinheiten zu beobachten.
Wir haben unsere Aufmerksamkeitskanäle oft genug nicht fein abgestimmt, um diese Formen von wundersamem Lernen überhaupt wahrnehmen zu können. Wir bekommen dieses einzigartige Lernen nicht mit und meinen dann, das Schule oder frühe Bildung wichtig sei.

Eine Art Eulen nach Athen tragen praktizieren wir da.

Viel zu oft verletzen wir ihre Schöpferkraft und ihre Würde, indem wir sie pausenlos bitten, ihre Projekte zu beenden, abzuwandeln oder sie schlicht weg zu ignorieren, weil wir weiter müssen.

Weiter, wohin eigentlich?

Eltern und Pädagogen schätzen die Zusammenarbeit mit mir, weil ich es verstehe, eine Sicht auf die Welt von Kindern zu vermitteln, die es ihnen ermöglicht das Leben mit Kindern mit einer größeren Leichtigkeit zu versehen. Ein anderer Blick, ein anderes Verständnis hilft so schnell und sorgt für positive Veränderung. Hier findest du meine Kontaktdaten und hier meine Angebote. 


Die Herausforderung: Ein neues Wertesystem für die Beziehung zu Kindern

Die Herausforderung: Ein neues Wertesystem für die Beziehung zu Kindern

Wenn du schon länger meine Beiträge verfolgst, dann hast du sicher mitbekommen, dass ich der Meinung bin, dass wir unsere Art junge Menschen ‚heranzubilden‘ auf grundsätzliche Art überdenken sollten.
Für mich geht es nicht darum, derzeitige Modelle ein wenig aufzuhübschen, sondern Grundannahmen komplett in Frage zu stellen.

Nur ein Beispiel aus dem riesigen Feld.
Instinkte haben wir mit Tieren gemein. Anders als in der Tierwelt schiessen wir uns beim Aufziehen der ‚Jungen‘ selbst ins Knie, in dem wir viel zu viel tun, um Kindern das Verbunden sein mit sich und ihren Wahrnehmungen zu unterbinden.
Das geschieht in den meisten Fällen sicher unbewusst, macht es aber nicht minder problematisch für die Zukunft der Kinder.
Wenn Erwachsene so sehr damit beschäftigt sind, schon die Impulse der Kleinsten zu kontrollieren, zu bewerten, zu unterbinden und zu übertünchen, haben Kinder keine Chance ihre Intuition zu entwickeln. Intuition braucht eine Grundlage. Sie ist nicht einfach da.
Eine zu starke Impulskontrolle, die notwendig zu sein scheint, um Kinder in Systeme einzupassen, macht es dann unmöglich Intuition auszubilden.
Durch unsere derzeitigen Ansätze in Erziehung und Lernen verhindern wir das Ausbilden der Intuition (unseren natürlichen Radar) vielmehr, als das wir dem inneren Leitsystem Gelegenheit geben sich heraus zu bilden und zu entfalten.
Eltern und Fachkräfte sollten sich in meinen Augen vermehrt ein Bild davon machen, was Werte, Haltungen und Skills sind, die für ein gesundes Leben junger Menschen von Bedeutung sind.
Das sind sehr schwierige Gedanken für uns Erwachsene, deren inneres System selbst darauf ausgerichtet wurde, gut in einem wirtschaftlichen System zu funktionieren.

Wovon ich rede, bedarf eines Umdenkens ( Verlernen ) hin zu einem System, dass für Menschen gedeihlich ist.

Die meist eher unbewusste Schwierigkeit für Eltern und Pädagogen besteht darin, die Beziehung zu Kindern auf ein neues Wertesystem ( nicht ausschließlich wirtschaftsorientiert) zu stellen, während wir gleichzeitig im alten System (eben diesem wirtschaftsorientiertem ) noch leben.
Selbst Bewusstheit zu entwickeln, um die eigenen Muster zunächst einmal wahrzunehmen, ist für mich ein wesentlicher Schritt auf dem Weg. Die eigenen wundersamen VERlernprozesse machen den Weg für die Kinder frei(er).
Die Herausforderung ist vergleichbar, mit der Vorstellung ein Flugzeug während dem Flug zu bauen.
Ich finde das faszinierend und inspirierend.

Es macht mir besonders Freude Menschen bei diesen Flugversuchen zu unterstützen. Hier findest du meine Angebote.


Der Tätigkeitstaumel und wie er uns gefangen hält.

Der Tätigkeitstaumel und wie er uns gefangen hält.

„Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn….“
Goethe hat es in seinem Gedicht so wunderbar zum Ausdruck gebracht und ich frage mich, wann haben Erwachsene wie Kinder die Gelegenheit, sich in einer Weise auf sich selbst einzulassen, die nicht von zu erreichenden Ergebnisse getragen ist.
Das ‚Einfach-sein-dürfen‘ scheint mir doch in diesen Zeiten nahezu zu versiegen.
Alle Tätigkeiten, auch schon die der Kleinsten, müssen irgendeinen nachvollziehbaren Sinn haben. 
Und wenn es auch nur der Anspruch ist, kreativ sein zu ‚müssen‘. Auch Kreativität kann inzwischen nicht einfach für sich selbst genügen. Ihr muss Sinn und Zweck abverlangt werden.

Wo sind die ZEITräume, in denen es einfach nur geschehen könnte, dass in einem stillen Dialog zwischen mir und dem mich umgebenden Raum, sich etwas zeigen dürfte, dass ganz für sich selbst fein und unscheinbar daher kommt.

Wir werden wirklich in einem Tätigkeitstaumel gehalten und das einfach sein dürfen, verkommt in eine Art ‚sich schlecht fühlen‘, wenn man meint nichts zu tun zu haben.

Ich bin sicher, viele Erwachsene kennen diesen Schmerz nicht einmal, der sich auftut, wenn man eine Denk-oder ‚To-do-Lücke‘ hat. Sie müssen tagtäglich funktionieren und sehnen sich nach den Momenten eines gewissen ‚Durchzugs im Hirn‘.

Diese Sekunden werden dann unmittelbar mit dem Griff zum Handy überbrückt. Zu groß ist der Schmerz von sekundenweiser Stille oder erschreckendem Leerlauf oder dem Empfinden unbedeutend durch nichts tun zu sein.

Ich mag es sehr, kleine Kinder beobachten zu können, wenn sie irgendetwas tun, aber sich mir nicht unmittelbar ein Sinn darin erschließt.
Das muss es auch nicht, denn die Kleinsten haben, wenn sie Glück haben und es ihnen erhalten bleibt, die Fähigkeit durch ihre Zeit zu schlendern, sinnlos, zwecklos, bis sich in der nächsten Sekunde etwas in ihnen auftut, dass sie zu einer nächsten großen Tat anregt.

Derzeit setze ich mich selbst im Alltag bewusst dieser Herausforderung aus, keinen Sinn und auch keinen sinnvollen Anschluss in meinem Tun zu erkennen. Ich erforsche Momente des Nicht -Tuns und bin auf der Suche nach einem ‚Raum’, zu dem auch ich einmal viel leichter Zugang hatte. Das ist  ganz und gar nicht bequem, das kann ich dir sagen.

Aber wie bei den Kleinsten, kommt nach der nächsten Wegbiegung ‚im Walde’ auch wieder eine Tat daher, der ich folgen möchte oder muss.

Warum fragst du dich vielleicht soll das denn von Bedeutung sein?

Ich denke, dass in diesen Sekunden, in denen „…nichts zu suchen, das war mein Sinn…“ geschehen kann, eine andere Qualität von Sein dürfen sich auftut. Ich gehe fest davon aus, dass kleine Kinder eine Menge Energie aus dieser besonderen Zeit ziehen können.
Wir Erwachsenen haben diese Kraftquelle fast unbemerkt verschlossen. Wir haben kaum noch Zugang zu dieser nährenden Weise, die uns ganz andere Windungen im Nervensystem nutzen lässt.
Das ist eine weitere Sache, die Erwachsene von kleinen Kindern lernen können.
Wir müssen lediglich den Wert darin wieder erkennen und uns ‚Nichtstun‘ rückerobern, beispielsweise durch wundersamesVERlernen.

Viele meiner Gäste hier in der Köttingermühle sind auf ihre Art ebenfalls auf der Suche nach dieser Rückverbindung. Hier findest du Informationen zur Möglichkeit der Übernachtung in einem wundervollen Rückzugsort und hier findest du Informationen zu meiner Beratungsleistung. 


Vom Pauken zum Entdecken: Eine 'neue' Perspektive auf das Lernen

Vom Pauken zum Entdecken: Eine 'neue' Perspektive auf das Lernen

Weil es so selbstverständlich ist Lernen mit Pauken für Klassenarbeiten oder Prüfungen zu verwechseln, habe ich dem Wort ‚Lernen‘ das Wort ‚wundersam‘ hinzugestellt.

 

Meine Absicht war es, das Konzept von Lernen aus der Sackgasse des verschulten Paukverständnisses zu befreien.

In Wirklichkeit ist Lernen ein natürlicher Prozess, der geschieht, wenn die Umgebung des Kindes dafür vorbereitet ist.

Die Vorbereitung der Erwachsenen ist wirklich eine Aufgabe, denn die meisten von uns haben ein System durchlaufen, das leider noch immer der Vorstellung folgt, dass Kinder mit einem Trichter gefüllt werden müssten.
Die Trichter sind nicht mehr aus abgeschrammtem Metall, sondern sie sind inzwischen hübscher geworden. Es gibt sie in bunten Farben, mit Blümchen drauf und in unterschiedlichen Größen. Das Vorstellungsbild zum Thema Lernen ist an vielen Orten noch immer das des Trichters.

Was auch geblieben ist, ist die Vorstellung, dass man das eingefüllte Wissen, immer abfragen und kontrollieren muss. Der Füllstand sollte mehr oder weniger bei allen Kindern den gleichen Stand haben.
Darüberhinaus sollte man den Füllstand jederzeit bewerten und auf Knopfdruck abfragen können.

Das dieses Wissen, was den Kindern auf diese Art zugeführt wird, sich dann nur wenige Tagen oder Wochen später wie ein Gas verflüchtigt, wird in Kauf genommen. Ja, man nimmt diesen Umstand dann gerne als Erklärung dafür, dass man ja wieder auffüllen muss.

Die Erwachsenen werden damit in einem Aktivitätstaumel gehalten. Man hat ständig dein Eindruck, dranbleiben zu müssen, damit Kinder lernen. Das ist anstrengend für alle Beteiligten. 

Du siehst also, dass wir Erwachsenen selbst randvoll aufgefüllt wurden. Es fällt uns noch immer ganz schwer, einer anderen Vorstellung von Lernen, Platz zu machen.

Damit wir Kindern freies und selbstbestimmtes Lernen zugestehen können, ist es notwendig wundersam zu VERlernen.
Das bedeutet, dem Raum zu geben, wie Lernen sein könnte, wenn es keine Trichter (Vorstellungen) gäbe.

Dieses Verlernen ist ganz sicher nicht bequem, denn es konfrontiert die Erwachsenen, die sich dafür öffnen, ganz direkt und unmittelbar mit einer großen Unsicherheit. Man weiß ja nicht wirklich, wie es funktioniert mit dem freien und selbstbestimmten Lernen.

Viele unangenehme Emotionen liegen wie dicke Felsbrocken auf dem Weg. Um den Kindern den Weg frei zumachen, ist man selbst gefragt, die wuchtigen Brocken aus Unselbstständigkeit, mangelndem Antrieb und Überforderung aus dem Weg zu räumen.

Unter dem ganzen Geröll ist dann irgendwo die eigene Kreativität und Kraft für den eigenen Antrieb verschüttet. Die meisten Erwachsenen haben eine Vorstellung von Lernen, die sich lediglich aus den eigenen, oftmals eingeschränkten Erfahrungen zum Lernen speisen.

Damit wird also klar, dass es ganz gewiss nicht einfach ist, diesen Weg, des sich selbst ‚deschoolens’ zu gehen.

Glücklicherweise gibt es immer mehr Menschen, die diesen Weg ein gutes Stück gegangen sind.
Inzwischen gibt es auch mehr und mehr junge Menschen, die diesen Umweg nicht gehen brauchten. Sie konnten in alternativen Einrichtungen, vielleicht auch ganz ohne Schule einen selbstbestimmten Lernweg gehen.
Sie haben vielen Erwachsenen einiges voraus.

Sie haben gelernt, sich dichter an der eigenen Innenwelt selbst zu bilden, sie haben eine großes Maß an Eigenverantwortung für ihren Lernweg entwicklen können. Sie haben sich eine Stück Individualität beibehalten können. Sie sind unter Umständen ganz gut auf ihrem Weg, wenn es um das 1x1 des lebenslangen Lernens geht.

In einer bunten Lernwelt treffen also diese unterschiedlichen Menschen aufeinander, die ihr Bewusstsein auf die vielschichtigsten Arten entwickelt haben. Sie stehen alle an den unterschiedlichsten Stellen und möchten doch gemeinsam etwas Neues schaffen.

Diese unterschiedlichen Voraussetzungen dürfen wir nicht vergessen, wenn wir uns zusammentun und für Kinder neue Möglichkeiten schaffen wollen. Die verschiedenen Startpunkte dürfen wir nicht bewerten und uns gegenseitig geringschätzen.
Es geht darum sie zu erkennen, wohlwollend und liebevoll miteinander umzugehen.

Den kleinsten gemeinsamen Teiler als Ausgangspunkt für einen gemeinsamen Weg zu gehen. Auf diese Weise Hand in Hand in eine neue Kultur von Lernbegleitern zu wachsen, scheint mir sehr wertvoll.

Menschen nun in einen Kreis zu bewegen, damit sie von und miteinander lernen können, halte ich für zukunftsweisend.
Genau das tue ich in all den Kreisen, die ich anbiete. Sei es bei den Mühlengesprächen zum WundersamenLernen, den Supervisionen, in Beratungssituationen oder in der Feldenkrais-Gruppe.

Zu Grunde liegt immer die Idee, unterschiedlichste Vorraussetzungen und Standpunkte anzuerkennen, das verbindende zu bergen und miteinander zu wachsen.

Eine kleine Frage zum Schluss:
Was ist der kleinste gemeinsame Teiler, der dich mit den Menschen verbindet, die von Lernen eine andere Vorstellung haben?


Stell dir mal vor Bildung könnte mit Individualtät umgehen.

Stell dir mal vor Bildung könnte mit Individualtät umgehen.

 

Stell dir mal vor, Lernen wäre je individuell und es ginge beim Lernen, (auch in Schulen) um den einzelnen Schüler? Stell dir vor, jeder Schüler würde genau da abgeholt, wo er steht und in seinem je individuellen Prozess nicht kontrolliert und bewertet, sondern begleitet?
Eine Schülerin würde wahrnehmen, dass sie selbst eine Gestalterin wäre, nicht eine Person, die Weisungen entgegennimmt?

Stell dir nur mal vor, einem Schüler würde ermöglicht, dass er entlang der eignen Fragestellungen im Leben lernen könnte. Mal Angenommen er interessiert sich für Raumfahrt, das wäre sein inneren Motor, das was ihm ‚die Luft in die Reifen‘ gibt. Wenn er diesem seinem Antrieb folgen könnte, wäre er zufrieden und würde alles lernen, was ihm das Universum zuspielt. Stell dir darüberhinaus vor, er hätte die Freiheit nach einer gewissen Zeit seine Interessen zu ändern. Plötzlich würde er rausfinden, dass er sich nun mehr für Motoren interessiert.
Langsam würde er sich von dem ersten Feld lösen, dass ihn so sehr inspiriert hat und er würde sich nun diesem Feld widmen. Er würde sich über die Jahre eine unglaublich feines Netz an Wissen knüpfen und man müsste ihn nicht mal dazu antreiben. Ja, es wäre erst möglich, wenn Schule und Eltern nicht bewerten würden und keine Bild von dem hätten, was zu lernen wäre.

Stell dir nur mal vor, Lernprozesse wären im positiven miteinander verwoben. Es gäbe keine Erwachsenen ( Eltern / Lehrer), die miteinander konkurrieren und das Kind im Mittelpunkt stände.
Stell dir nur mal vor, die Schülerin könnte lernen, ohne das die Eltern am einen Ärmchen zerren und die Lehrer am anderen ? Die Erwachsenen hätten verstanden, dass Lernen sich einfach vollziehen könnte, wenn die ‚Pflanzerde‘ eine gute wäre. Eine, die schon alles an Nährstoffen hat, eine, die von Erwachsenen immer wieder aufgehackt und gelockert wird? Stell die vor, wir hätten verstanden, dass es ein gesundes Ökosystem braucht, vielschichtig, natürlich, eingebunden und verstanden? Ein wundersames Spiel zwischen Bindung/ Beziehung und Ablösung und wieder Bindung und Beziehung und wieder Ablösung?

Stell dir nur mal vor, Lernen wäre auch bei den älteren Kindern viel Praxis bezogener? So, wie bei den Kleinsten? Es würde eine Spielfeld für junge Erwachsene entstehen? Ein Feld, in dem sie forschen können uns sich ausprobieren können. Eine Struktur, die jungen Menschen erlaubt, in die Welt zu gehen, sich zu angemessener Zeit auch von den Eltern und ihren Vorstellungen zu entfernen? Ein Struktur, die sie in sich aufnehmen würde, wo sie sicher Schritt für Schritt eine größere Welt betreten könnten?

Widerstand gegen die Welt der Erwachsenen würde nicht so sehr im Vordergrund der jungen Menschen stehen, weil sie diesen nicht etablieren müssten, um gesehen und verstanden zu werden. Vielmehr hätten sie Gelegenheit diese Kräfte in Kooperation, Kreativität und ein neues Miteinander zu legen. Was für eine Welt könnte entstehen.

Ich stelle mir das alles vor und Vieles davon habe ich erfahren dürfen. Das ist ein Bild, dass ich von einer möglichen Zukunft des Lernens trage.

Stell dir vor, wie wunderbar das Lernen in einer solchen Zukunft sein könnte!