Kindern die Verantwortung für das eigene Lernen zurückgeben

Ich bin zuversichtlich. Kindern die Verantwortung für das eigene Lernen zurückgeben.

Sind wir doch mal ehrlich. Für die meisten Kinder in unserer Gesellschaft ist Lernen doch eher eine ziemlich deprimierende Angelegenheit. Für viele Eltern und Fachpersonen ebenfalls. Auch sie müssen sich, wie die Kinder, Tag für Tag mit den Folgen unserer Ansätze rumschlagen und versuchen verzweifelt Ausgleich zu schaffen. Einen Ausgleich, der die Kinder zufriedenstellen soll und im selben Moment die Informationen in sie ‚hineinbringen‘ soll. Von denen irgendjemand, auf einem Bürostuhl sitzend, beschlossen hat, dass sie bedeutsam seien. Er hat einer Tabelle entnommen, dass gewisse Kenntnisse genau in einem bestimmten Zeitraum aufzunehmen seien. Nicht etwa in 3 Monaten oder nächstes Jahr?  Sondern jetzt, weil es im Bildungsplan steht.

Mir kommt es manchmal so vor, als ob wir gesellschaftlich planlos, aber immer recht aufgeplustert neue Umstände und angeblich pädagogisch wertvolle Methoden und Möglichkeiten erfinden. Dies im festen Glauben, dass wir mit diesem nun wieder neu erdachten Ansatz, einen Weg für Kinder schaffen, der sie nun aber freudig und ohne Widerspruch Wissen aufnehmen und dann auch verdauen läßt.

Es ist ein Mühsal für alle Beteiligten.

Vermutlich wird es so weiter gehen. Aber ich bin zuversichtlich und optimistisch für eine Änderung.

  • Ich sehe den Tag, an dem wir den Kindern die Verantwortung für ihr eigenes Lernen zurückgeben.
  • Ich sehe den Tag, an dem Kinder wieder in Kontrolle über ihre je individuellen Lernprozesse sind.
  • Und ich sehe den Tag, an dem Lernen wieder ein selbstverständlicher und ohne Tamtam-Bestandteil des Lebens ist.
  • Ich sehe auch den Tag, an dem der Lernprozess eines jeden Kindes wieder ein freudvoller und anregender Bestandteil ihres Lebens ist, der mit so viel Selbstverständlichkeit daher kommt, dass es kaum der Rede wert sein wird.

Dabei werden uns aber „Reformen“ nicht helfen, die sich die meisten wünschen, mit denen ich zu tun habe. Die Aufschreie und die Bemühungen sind groß, zeigen sie uns doch eigentlich, dass das derzeitige System nicht funktioniert.

Vielleicht werden wir auch noch ein paar Jahre in dieser Art rumzappeln, wie ich es oben angedeutet habe. Wir werden weiter machen und weitere Nettigkeiten für Kinder erfinden, Umstände erleichtern, Klassenzimmer mit bunten Farben anmalen und gesundes Essen anbieten. Wir werden auch weiter machen und uns wertvolle Maßnahmen gegen Mobbing einfallen lassen und hier und da Projektarbeit einführen. Wir werden vielleicht Noten abschaffen, dafür aber ein anderes Bewertungssystem mit Smiley s einführen. Und wir werden Kurse in gewaltfreier Kommunikation in die Schule integrieren, daneben ein wenig Mediation, die tollsten Ideen für Entspannung in der Schule erfinden. Wir werden Kindern gestatten auf die frisch renovierte Schultoilette zu gehen und zwar dann, wenn sie müssen. Wir werden Schulhöfe gestalten, die ein paar Klettermöglichkeiten haben (selbstverständlich mit Sicherheitszertifikat) und den Kids die tollsten Events präsentieren.

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Bei all dem, was uns einfallen wird, wird es aber keine wesentliche Veränderung für die Kinder geben. Wir werden einfach noch einige Zeit weitermachen und immer das selbe Essen präsentieren, aber mit einer anderen Soße.

Diese Schleifen werden wir so lange weiter ziehen, bis wir jeglichen Zwang aus dem Lernsystem verbannen und den Kindern die Verantwortung für ihren Lernprozess, als Grundrecht wieder zugestehen. Dann werden die Stimmen leiser werden müssen, die uns momentan so lautstark mit ihrem Ruf nach noch mehr Schulstunden und noch mehr Hausaufgaben entgegen kommen. Wir werden damit aufhören müssen, die Schule aus der ersten Klasse in den Kindergarten vorzuverlegen und wir werden anerkennen müssen, dass Lernwege je individuell und einzigartig sind. Kinder einzigartig sind.

Meine Zuversicht für eine Verbesserung für die Kinder, trage ich wegen all den Menschen, die ich kenne, die an den unterschiedlichsten Orten dieser Welt, kleine Keimzellen betreiben, in denen Kindern die Verantwortung für ihren eigen Lebens-Lernprozess längst zurückgegeben wurde. Kinder leben in diesen Strukturen und sie sind erfolgreich. Sie gehen ihren selbstbestimmten Weg und haben den Faden ihres lebenslangen Lernprozesses längst aufgenommen.
Erwachsene betreiben diese Keimzellen erfolgreich. Sie schaffen Lernfelder, lernende Organisationen, Familienstrukturen, Initiativen, Kindergruppen, ‚Schulen‘, deren Grundpfeiler selbstbestimmte, demokratische, wohlwollende und nährende Strukturen sind, in denen Kinder (und Erwachsene) sich (nach)entfalten können.
Ich bin hoffnungsvoll und optimistisch, weil ich diese Keimzellen als wirklichen Fortschritt in die richtige Richtung wahrnehme, viele kenne. Und. Weil es funktioniert.

Hier findest du Information zu meiner Beratungsleistung. Ich unterstütze Erwachsene auf dem Weg, Kindern die Verantwortung für den eigenen Lernprozess zurück zugeben.


Wie alt muss man sein, um Entscheidungen zu treffen? Z.B. Fleisch essen oder nicht

Wie alt muss man sein, um Entscheidungen zu treffen? Z.B. Fleisch essen oder nicht.

Heute habe ich dir 3 kleine Geschichten geschrieben. Gemeinsam ist ihnen die Tatsache, dass ich sie alle drei persönlich erlebt habe. Darüber hinaus die Tatsache, dass sie alle etwas mit einer Entscheidung zu tun haben, als Kind Fleisch zu essen oder eben nicht.
Vordergründig könnte man meinen, dass ich etwas über Fleischkonsum im Kindesalter schreiben möchte. Tiefgründiger gesehen, haben die Geschichten damit zu tun, dass Kinder Entscheidungen, auf Grund von Erlebnissen treffen, die sie gemacht haben. Es sind ihre Entscheidungen, egal welche, manchmal schwierigen oder gar traumatischen Ereignisse dazu geführt haben. Ich habe die Erzählungen bewusst ohne Bewertung gelassen, damit sie auf eine gewisse Art offen bleiben und du sie auf deine Umstände und Vorstellungen übertragen kannst.

Ich muss so etwa 4 Jahre alt gewesen sein, als ich von Bekannten meiner Eltern mitgenommen wurde, um die Familie bei sich zu Hause zu besuchen. Dieser Besuch gehörte vermutlich zu den ersten Ausflügen zu ‚fremden‘ Menschen, bei denen meine Eltern nicht dabei waren.

Ich war so beeindruckt von den Hasen, die sie hinter dem Haus in diesen typischen Hasenkäfigen hatten. Schon von klein auf hatte ich einen großen Bezug zu Tieren und so war ich ein wenig hin und hergerissen, zwischen meiner Faszination für diese weichen, empfindsamen Tiere, mit den großen Augen und der Tatsache, dass sie in diesen engen Kästen leben mussten, die einen so eigenwilligen, intensiven Geruch verbreiteten. Bei aller Faszination fühlte es sich nicht recht an.

Mit einer gewissen Scheu und im selben Moment mit Neugier empfand ich mich in dieser fremden Umgebung leicht verunsichert. Eine Wohnungseinrichtung, die so ganz anders war, als unser zu Hause.
Die Aufregung über das Neue war sicher mit einer ersten Auslandsreise in ein fremdes Land vergleichbar, die eine Erwachsener tut. Du bist unterwegs, einer anderen Umgebung ausgesetzt, anderen Gerüchen, anderen Ritualen, du übertrittst erstmalig gewisse vertraute Grenzen, ganz ohne den Schutz, der dich für gewöhnlich umgibt. Du bist sehr verletzlich.

Auch die Gerüche beim Kochen waren mir fremd und so geschah es, dass das Mittagessen auf dem Tisch stand.
Es war eine seltsame, dicke, mehlig blasse Suppe, deren Geruch mir schon der Magen verschloss.
Ich sollte essen und man wollte mir mit Sicherheit gut. Aber man zwang mich diesen Eintopf mit Hasenfleisch zu essen. Irgendwie bekam ich heraus, dass es sich um genau das Fleisch dieser Tiere handelte, die ich noch kurze Zeit zuvor gestreichelt und ‚liebgehabt‘ hatte.

Etwas Schweres lag auf meinem Magen und verschloss meinen Bauch, aber darauf nahmen die Erwachsenen keine Rücksicht, sondern zwangen mich diesen widerlichen Eintopf zu essen. Wie in Wachs gegossen saß ich am Mittagstisch, nicht in der Lage aufzuspringen und zu gehen. Ich aß gegen meine Natur.

Das war ein sehr nachhaltiges Erlebnis und hat meine Beziehung zu Hasenfleisch ein für alle mal geprägt. Seither habe ich nie wieder auch nur ein Stück davon anrühren können. Ich hatte eine Entscheidung getroffen.

Vielleicht war ich etwa 8 Jahre alt. Es war die Zeit, wo ich mit meinen Schulkameraden in Klicken durch das Dorf zog und wir Baumhäuser bauten oder am Bach spielten. Es war eine herrliche und unbeschwerte Zeit. An diesem Tag wollte ich wieder los, aber das war nicht ganz so einfach, denn ich sollte meine kleine Schwester mitnehmen. In dem Moment war sie ein absoluter Klotz am Bein, der einem schon das Spiel mit den Freunden verderben konnte. „Wenn du deine Schwester nicht mitnimmst, dann bleibst du auch zu Hause, hörte ich die Großen sagen.“ Und so geschah es, dass ich dieses kleine, hilflose Ding mitschleifte und sie unterwegs sicher heftig spüren lies, wie sehr mich ihre Anwesenheit doch nervte.
Auf dem Weg zum Haus der Freunde kamen wir an dem Szenario einer Hausschlachtung vorbei. Da standen wir nun am Straßenrand und hatten Einblick in den Innenhof. Wieder, wie in Wachs gegossen, standen wir beide da. Ich, die Große und an der Hand meine kleine Schwester. Ich weiß nicht warum, aber wir liefen nicht weg.Wir sahen und hörten und rochen alles.Wir hörten das Schwein quieken, wir hörten den Schuss, wir sahen das Messer, das Blut, das Tier in der Zinkwanne, der merkwürdige Geruch,wenn das Tier gebrüht wird. Die Leiter an der es aufgehängt wird, damit es nun gespalten werden kann usw.
Diesmal hatte es nachhaltige Folgen für meine Schwester, denn sie konnte von diesem Tag für lange Zeit kein Fleisch mehr essen. Es war ein Erlebnis, dass wir nicht mit den Großen zu Hause teilen konnten. Ich glaube, wir haben das bis heute mit uns alleine ausgemacht.
Sie hatte eine Entscheidung getroffen, kein Fleisch mehr zu essen. Ich hingegen konnte nach dem Anblick noch Fleisch essen.

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Ich muss so etwa 29 Jahre alt gewesen sein und war im Jahr zuvor das erste mal Mutter geworden. Heute war ein besonderer Tag, denn meine älteste Tochter, vielleicht 13 oder 14 Monate alt, würde zum ersten mal mit meiner jüngeren Schwester und ihrem Freund einen Ausflug machen. Die Tasche war gepackt und alle waren sicher gleichermaßen aufgeregt, aber eben aus den unterschiedlichsten Gründen.
Bis zu diesem Tag hatte ich ein vegetarisches Baby. Sorgsam hatte ich ihre Nahrung gewählt und darauf geachtet, dass sie kein Fleisch zu sich nahm.
Nach einigen Stunden kamen alle 3 beschwingt und freudig zurück. Sie hatten eine gute Zeit miteinander verlebt. Diese Energie konnte man regelrecht spüren, als sie zur Tür herein kamen.
Wir setzten uns alle an den Tisch und ich bewunderte dieses Kind, dass nun in einigen Stunden um Zentimeter gewachsen war. Ich konnte ihr regelrecht ansehen, wie sie die Zeit mit ihrer Lieben genossen hatte und sich erst mal wieder langsam und leicht verunsichert auf mich zu bewegte.
Die Schwester erzählte mit großer Leidenschaft, was sie so alles unternommen hätten und das sie schließlich auch noch die Schwiegermutter besucht hätten. Bei ihr habe man den Tisch gedeckt und Brote gegessen und die Tochter habe nach der Fleischwurst gefragt. Sie habe sie unbedingt essen wollen. So sehr, dass das Brot dazu völlig uninteressant gewesen sei. Sie habe ein Stück Wurst in der linken gehabt und ein anderes Stück in der Rechten. Sie habe die Wurst regelrecht gestopft. So sehr, dass man sich schon fast Sorgen gemacht hätte, dass es vielleicht doch ein wenig zu viel hätte sein können. Da ging sie nun hin, meine Vorstellung von einem vegetarischen Baby. Meine Tochter (gerade ein Jahr alt) hatte eine Entscheidung getroffen.

Alle drei Geschichten habe ich bewusst offen gelassen und bin nicht weiter darauf eingegangen, wie es denn weiter gegangen ist. Auch kannst du erahnen, welchen Wandel meine Entwicklung zu Fleisch über die Jahre genommen hat. Und diese Entwicklung ist noch nicht zu Ende.

Wichtig ist mir aber, dass es nun auf die Erwachsenen ankommt, auf ihre Art und Weise diese Entscheidungen zu akzeptieren und zu unterstützen. Dies genau so lange, bis diese sich wandeln wollen.
Oft habe ich schon erlebt, dass diese gewichtigen Entscheidungen von Kindern eben nicht von den Erwachsenen mit getragen wurden, weil man dem Kind unterstellt hat, dass es noch so klein sei.
Hat man die wahren Geschichten, die dazu geführt haben, nicht im Bewusstsein, weil man unter Umständen eben nicht dabei war, so kann es sein, dass man die Integrität eines Kindes munter verletzt, nicht wissend, was eigentlich seinerzeit zu irgendeiner Entscheidung eines jungen Menschen geführt hat.

Vertraust du in die Entscheidungen deiner Kinder? Ist es manchmal schwer, weil deren Weg, auch wenn sie noch so klein sein mögen, manchmal gegen deine Überzeugung geht oder dir unverständlich ist?  Ab wann kann ein Kind denn nun eigene Entscheidungen bezüglich seiner Nahrung oder anderer Bedürfnisse treffen?

Gerne lese ich von dir.


Blinder Gehorsam. Warum ich Kinder lieber sehend wissen möchte.

Blinder Gehorsam. Warum ich Kinder lieber sehend wissen möchte.

Noch immer steckt Gefügigkeit und Gehorsam tief in unseren Ansätzen zu Erziehung und Lernen. Sich dieser Haltungen bewusst zu werden und sie an die Oberfläche zu holen, halte ich für eine wichtige Aufgabe. Wenn man genau hinschaut, findet man den Wunsch nach blindem Gehorsam in vielen Bereichen.

Vor einigen Tagen habe ich einen Videoausschnitt gesehen, in dem ein Schäferhund gezeigt wurde, der bei einem Wettbewerb oder einer Gehorsamkeitsprüfung eine besondere Medaille gewonnen hat. Ich sah also einen Hund, der auf dem Wettbewerbsplatz neben seinem ‚Herren‘ saß und innerlich gespannt wie ein Flitzebogen war. Ich sah ein ‚Herrchen‘, der gut durchtrainiert war und der in seiner ganzen Erscheinung wie ein Soldat aussah. Er verzog keine Miene und man hatte den Eindruck, dass er einen Stock verschluckt haben könnte. Der Wettbewerb startete und die beiden liefen los. Offensichtlich war die Aufgabe, dass der Hund seinem ‚Herrchen’ folgt, das ganze ohne Leine und mit einem Minimum an körperlich sichtbaren Anweisungen.

Der Hund war in der Art trainiert, dass er mit dem Kopf beim Laufen in den Himmel schaute. Eine unnatürliche Haltung für einen Hund. Das Ganze sah etwas skurril aus, aber offensichtlich entsprach es den gestellten Anforderung, ja wurde sogar als ausgezeichnet angesehen. Da der Hund in dieser Körperhaltung wenig sehen kann, kann er gehorsam sein. Mir fiel unmittelbar das Wort „Blinder Gehorsam“ ein. Man kann ihn in Mensch und Tier hervorbringen. Es funktioniert, dabei werden Topleistungen erbracht. Dem Auge eines sensiblen Betrachters entgeht nicht der Preis, der dafür gezahlt wird. Würde geht dabei verloren und noch viel mehr.

Äußerlich betrachtet sah alles korrekt aus. Man konnte den Eindruck haben, dass die beiden ein starkes Team sind. Und doch fand ich es einfach nur widerlich. Genauso widerlich, wie wenn ich so manche Pferdeveranstaltung anschaue. Wenn ich mir die Trainingsmethoden dazu betrachte, dann weiß ich, dass diese superintelligenten Tiere durch allerhand Methoden und Hilfsmittel in der Art trainiert werden, dass sie nicht gut sehen können. Manche Pferde werden so trainiert, dass sie den Kopf auf unnatürliche Weise nach unten halten müssen. So können sie wenig sehen.
Sie werden ihrer Sinnesstärke beraubt. Sie dürfen nicht Pferd sein. Gehorsam und Gefügigkeit werden so erzwungen.

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Äußerlich sieht man ein ‚korrekt’ gerittenes Pferd (vorgeführten Hund). So manchem Betrachter entgeht aber nicht, dass es ein Pferd ist, dass in eine Haltung gezwungen wurde, die von ihm verlangt, sich in so großem Maße unterzuordnen, dass die ganze Erscheinung oder das Pferd-Mensch Team eher einer roboterhaften Darbietung gleichkommt.
Die Natur des Lebewesens wurde mit List und so manches mal auch mit Gewalt unterdrückt, so dass es vordergründig eine gute Performance sein kann, hintergründig ist es seelischer und körperlicher Missbrauch.

Gehorsam, auch bei Kindern wird immer in gewisser Weise erzwungen. Das Dumme ist, dass es funktioniert. Vordergründig funktionieren unsere erzieherischen Maßnahmen und Interventionen noch immer. Gewünschte Leistungen werden erbracht, doch der Preis ist immer hoch. Etwas geht dabei immer verloren. Ein Funkeln in den Augen, eine Lebendigkeit im körperlichen Ausdruck, eine tiefe nährende Atmung, die Würde, die Integrität uvm.

Ich glaube, dass wir uns erst ganz am Anfang davon befinden, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie ein Leben mit Kindern aussehen kann, in dem die alten Formen der Disziplinierung und das Einfordern von sofortigem und unbedingtem Gehorsam auf ein Höchstmaß minimiert werden.
Zu sehr stecken diese alten Vorgehensweisen, wie man Menschen ( und Tier) zum ‚Funktionieren‘ bringt, in uns drin. Es braucht ein großes Maß an Bewusstheit, um diese eingebrannten Muster langsam und respektvoll aus dem eigenen System zu schleichen.

Gerade die Kinder der heutigen Zeit scheinen hier große Lehrmeister zu sein. Viele, die ich kenne, fordern die Erwachsenen geradezu heraus, ihre Ideen zu Gehorsam und Erziehung gnadenlos zu hinterfragen. Und das mit gutem Grund.
Vor wie nach wird ein Umdenken in Erziehung und Lernen nicht durch das Umlegen irgendeines Schalters hervorgebracht, sondern durch ein erhöhtes Bewusstsein und den Willen sich dem unbequemen Nichtwissen zu stellen, wie es denn anders gehen könnte? Wir müssen das regelrecht 'neu' in Erfahrung bringen, den Mut aufbringen uns nach unserer inneren Wahrheit neu zu erfinden.
Viele haben sich auf den Weg gemacht. Dafür bin ich ausgesprochen dankbar.

Nachsatz: Auch was Hunde und Pferde betrifft, so weiß ich einfach, dass es anders geht. Topleistungen können erbracht werden und sie gründen auf eine wundervolle, würdige Beziehung.

Gerne lese ich von dir.


Die Zahngesundheit der Kinder und andere ‚Untiefen‘ der Mundhöhle

Die Zahngesundheit der Kinder und andere ‚Untiefen‘ der Mundhöhle.

Glaubst du es wirklich, dass dein Kind schlechte Zähne bekommt, wenn es an diesem Abend oder in drei Tagen die Zähne nicht richtig putzt?
Das Thema Zähne putzen ist in vielen Familien ein großes Thema. Gerade in der vergangenen Woche ist es mir mehrfach begegnet.

Grund genug einmal einen Blick in die ‚Untiefen’ der Mundhöhle zu werfen.

  • „Mein Mann putzt unserem Sohn seit 2 Jahren die Zähne. Dazu nimmt er ihn jeden Abend auf den Arm, d.h. wenn ich ehrlich bin, nimmt er ihn in eine Art Schwitzkasten.“
  • „Komm Sophie, w i r müssen jetzt die Zähne putzen“! (Sophie ist 7 Jahre alt)
  • „Die Zahnärztin hat gesagt, dass wir dem Kleinen in jedem Fall die Zähne putzen müssen. Sie gibt uns zu verstehen, dass wir Schuld an jeder Karies seien, die ein Kind haben kann. Er ist 8 Monate alt.“
  • „Die Kinder müssen im Kindergarten 2 x am Tag die Zähne putzen, um eine bestimmte Uhrzeit essen und nur dann. Sie müssen das essen, was die Erzieherinnen ihnen auftragen. Auch müssen sie eine willkürliche, gesellschaftliche Reihenfolge der Lebensmittel einhalten. Sie dürfen die Yoghurt erst nach dem Brot essen und nicht davor.“
  • „Solange die Kinder die Zähne nicht geputzt haben, lese ich ihnen keine Gutenachtgeschichte. Wenn sie nicht schnell genug sind, dann gibt es eben keine mehr.“

Um es gleich vorne weg zu sagen. Zähne putzen ist mir enorm wichtig. Doch es ist mir nicht so wichtig, dass ich die Integrität der Kinder einem möglichen (nur in der Vorstellung kariösem) Zahn opfern würde.

Doch genau das erlebe ich in vielen Fällen. Wir bauen da eine heilige Kuh um den schlichten, simplen und einfachen Vorgang der Zahnpflege. Die Integrität der Kinder wird dabei oftmals geopfert.

In diesem sich hochschaukelnden Themenkomplex vermischen sich ganz vielen Einzelthemen. Ich erlebe es oft, dass der einfache Menschenverstand in dem Wirrwarr verloren geht. Angst, Verunsicherung, Schuld und veraltete Erziehungsvorstellungen vermischen sich mit den künstlich aufgeplusterten ‚Zahnkomplexitäten‘. Unnötige Verletzungen körperlicher und seelischer Art entstehen, all das müsste nicht sein, wenn wir uns nur mal ein Stück entspannt zurücklehnen und 5 gerade sein lassen würden.

Die Zahngesundheit hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Da ist das Zähneputzen nur einer davon. Nicht zu unterschätzen ist die Zahnpflege, aber sie ist eben nur ein Aspekt. Daneben spielt die Ernährung eine Rolle, die allgemeine Gesundheit, eine gewisse Veranlagung mag bedeutsam sein, das Alter usw.

Die Lippen und der Mund sind ein hochsensibles Gebiet. Nicht nur, dass erste Erfahrungen an dieser Stelle gemacht werden. Der Mund ist der ummittelbare Eingang für die erste äußere Nahrung, das Stillen von jedweden Bedürfnissen findet genau hier zunächst eine Zentrale. Der Mund berührt, untersucht, empfindet, nimmt auf, spuckt aus, zeigt in seinen feinen Nuancen jedwede Gefühlsregung. Der Mund freut sich, zeigt Abneigung, küsst oder verschliesst sich.

Eine Ort, der in hohem Maße sensibel ist, embryologisch gesehen auch als Anfang des Darms, sprich der Möglichkeit für Verdauung (auch im übertrageneren Sinne)  gesehen werden kann, sollte damit nicht einfach nur als Öffnung gesehen werden. Man macht es sich viel zu einfach, wenn man den Mund des Kindes einfach nur als irgendeine Öffnung sieht, die gefüttert werden will und dessen weiße Beißerchen um jeden Preis gereinigt sein müssen.

Wir haben es hier mit weit mehr zu tun. Wir haben es mit der Körperöffnung eines einzigartigen Kindes zu tun. Mit einem unmittelbaren, direkten Zugang zu seiner Person und Persönlichkeit.
Das ist ein Ort und ein Thema,. mit dem wir in meinen Augen viel sensibler und achtsamer umgehen müssen. Es geht eben nicht nur um die Gesundheit und Sauberkeit der Zähne, sondern es geht um viel mehr. Es geht, wenn man so will, um Missbrauch, wenn man nicht das nötige Feingefühl und einen gewissen Weitblick aufbringt. Den Weitblick braucht man nicht nur für die Perspektive, dass das Kind mit möglichst wenig Karies zu tun hat. Man braucht den Weitblick eben auch für das Wahren der Integrität eines jungen Menschen, dessen Mund und Zahnraum eben ein zutiefst sensibler und intimer Raum ist. Es ist eben der Mund des Kindes.

Genau da fängt es an, was das Thema Zahnpflege in der Familie entspannen könnte. Ich schreibe es einfach nochmal hier hin:

Der Mund und die Zähne, sind der Mund und die Zähne des Kindes. Es ist nicht dein Mund, es sind nicht dein Zähne.

Es geht um die langfristige Zahnpflege, darum die Zähne gesund zu erhalten. Es geht auch um die langfristige gesunde Persönlichkeit, um einen starken, selbstbewussten Menschen zu begleiten. Das bedeutet, dass ich mich in gewisser Weise auch aus dem ’Mund’ des Kindes heraushalten muss.

Damit stellt sich die Frage, wie ich als Eltern von jungen Menschen, diesen scheinbaren Widerspruch leben kann? Wie kann ich Zahngesundheit und Vorsorge betreiben und im selben Moment Selbstfürsorge ermöglichen?

  • Das geht ganz gewiss nicht, in dem ich die Kleinsten in den Schwitzkasten nehme, um ihnen die Zähne zu putzen.
  • Das geht auch nicht, indem ich Sophie an das Zähneputzen erinnern will, aber von „wir müssen rede…“
  • Es geht auch nicht, indem ich einer Zahnärztin gestatte, mit Schuldgefühlen um sich zu werfen. Es geht vermutlich nicht mit einer Zahnärztin, die nicht in der Lage ist, das Thema Zahngesundheit in größeren Zusammenhängen, vor allem wohlwollend zu sehen, mich und mein Kind respektvoll zu behandeln.
  • Es geht auch nicht mit einer Erwachsenenmacht (Kinderbetreuung und Elternhaus), die persönliche Vorlieben und Essgewohnheiten einer allgemeinen und willkürlichen Vorstellung zur Ernährung opfert. Einer Gesellschaft, die ein Riesengedöns aus einem, im Grunde schlichten Vorgang macht.
  • Das geht auch nicht, mit den subtilsten Manipulationen von Erpressung, bis hin zu angeblich kinderfreundlichem bunten, schrillen und unterhaltsamen Kinderzahntrallala. Aus guten Grund war ich schon immer auf Kriegsfuß mit der blöden Zahnfee.

Und wie so oft, wenn ich etwas schreibe, dann gibt es hier keine Tricks und Tips an der Zahnputzfront, sondern Nahrhaftes, um sich selbst aufrecht hinzustellen und gängige Praktiken zu hinterfragen. Es ist mir wichtig Ideen zu geben, um zu einer eigenen, stimmigen Wahrheit zu finden und diese dann zu vertreten und zu leben.

Ist es wirklich wahr, dass es so schlimm ist, wenn er heute die Zähne mal nicht putzt, das vielleicht für 3 Wochen?

Ist es wirklich wahr, dass ich den kurzfristigen Erfolg mit Machtmissbrauch (ich putzen dir die Zähne) an diesem Abend, der langfristigen gesunden Integrität des Kindes opfern sollte? Gibt es einen besseren Weg? Wie könnte der aussehen?

Ist es wirklich wahr, dass das Kind allen Lack und alles Gedöns auf die Zähne braucht, um diese gesund zu erhalten?

Ist es wirklich wahr, dass die Neunjährige das Lippenbändchen im Mund operativ entfernt haben muss, damit sich schon bei dem jungen Kind die Zahnlücke schließt? (wirklich so erlebt)

Ist es wirklich wahr, dass mein Kind eine Zahnspange braucht?

Ist es wahr, die Sache mit dem Fluorid in der Zahnpasta?

Ich wünsche mir einen Weg zur einer simplen Einfachheit, zum Naheliegenden. Das könnte sein, die Zahnbürste in die Hand zu nehmen, sich selbst die Zähne zu putzen und davon auszugehen, dass die Kinder es auch tun werden. Es könnte auch bedeuten, bestimmte Dinge kritisch zu hinterfragen, nicht ein falsches und verlogeneres Bild dazu im eigenen Haus entstehen lassen. Es könnte auch sein, eine Zahngesundheit, zunächst im Inneren entstehen zu lassen, die sich dann ganz eigenSINNig im eigenen Familien-Feld entfalten kann.

Vielleicht bis du beim WundersamenLernen-Camp im Oktober dabei? Da werden wir in entspannter Atmosphäre vielerlei Themen berühren, mit denen wir in Familie und Alltag zu tun haben. Info findest du hier.


Uninteressantes loslassen dürfen, nur um wirklich (weiter) lernen zu können

Uninteressantes loslassen dürfen, nur um wirklich (weiter) lernen zu können.

In diesem Beitrag beschreibe ich eine persönliche Vorgehensweise und Beobachtung , die eine Grundlage für lebenslanges, selbstbestimmtes und natürliches, vor allem simples Lernen ist.
Diese Fähigkeit können wir bei Kindern beobachten, sollten sie ihnen unter allen Umständen erhalten und uns selbst, von und mit ihnen, dahin ‚zurück’ bewegen lassen.

Jeder, der mit kleinen Kindern zu tun hat, weiß, dass sie von jetzt auf gleich, einen Gegenstand der nicht mehr im Mittelpunkt ihres Interesses ist, fallen lassen können. Eben noch haben sie sich mit jeder Faser dafür interessiert. Sie haben beispielsweise an diesem Bauklotz gerochen, haben ihn in den Mund gesteckt, die Kanten mit der Zunge untersucht. Sie haben das Gewicht erspürt und auf mysteriöse Art, Auge und Hand koordiniert. Etwas älter, haben sie den Gegenstand in andere Verhältnissen und Zusammenhängen untersucht.

Dort liegt er nun, unter dem Schrank, der Bauklotz. Millimeterweise lagert sich über Zeit Staub darauf ab. Es sieht so aus, als ob er nicht mehr benötigt wird. Aber, es sieht nur so aus.

Nur wenige Jahre später, wird er, vielleicht aber nur im Geiste (d.h. in der Vorstellung), wieder heraus gekramt. Gut möglich, dass man ihn wieder benötigt, wenn man etwas über Längen und Breiten lernen will. Man holt ihn vielleicht wieder hervor, wenn man das erste mal mit Winkeln und deren Berechnung beschäftigt ist.
Unter Umständen hat man ihn unter dem Schrank genau im richtigen Moment gefunden (was ist wohl der richtige Moment?) , weil man die geeignete Stütze unter einem wackeligen Möbelstück sucht.

Für den einen oder anderen ist an dieser Stelle die Auseinandersetzung mit dem Bauklotz beendet.
Für die andere beginnt vielleicht genau an diesem Tag die spannende Reise in ein viel tieferes Wissen.

Du lernst und vertiefst dein Wissen in eine Richtung, die du noch vor wenigen Jahren für undenkbar gehalten hättest.

Da ist dir kürzlich, in einem interessanten Gespräch der Begriff des ‚goldenen Schnittes’ oder der ‚heiligen Geometrie‘ begegnet und du beginnst daher, ein Interesse zu entwickeln, in welchen Zusammenhängen man diesen Bauklotz, der nun unter deinem Möbelstück liegt, auch noch betrachten könnte.
Die Zahlen, Fakten und Berechnungen werden durch philosophische Gedanken erweitert, die dich immer weiter führen. Du folgst deinen Interessen, lernst weiter, begreifst, veränderst Einstellungen, erweiterst deinen Horizont. Du erschliesst dir Verknüpfungen hin zu Gebieten, die du noch vor wenigen Jahren schlicht und ergreifend nicht wahrgenommen hättest.

Hier am Beispiel eines schlichten Bauklotzes exemplarisch dargestellt, ist ein möglicher Weg, wie sich lebenslanges Lernen fortentwickeln könnte.

Du hast sicher ähnliche Erfahrungen gemacht, in Bereichen, die dich vielleicht interessieren und dich quasi rufen, immer tiefer und immer weiter zu gehen.

So geht es mir eben auch in den Bereichen um das wundersameLernen. Ich nehme ‚Bauklötze' zur Hand, studiere sie mit Zunge, Hand und Augen und Gespür, ich lerne. Ich lass den Bauklotz fallen, den ich dir vielleicht gerade vor einigen Wochen schmackhaft gemacht habe und dir mir all meinem Interesse entgegengebracht habe. Dort liegt er nun und du wunderst dich vielleicht, dass du von mir und den Bauklötzen nichts mehr hörst.

Was du aber wissen musst, dass mein Interesse an den Themen des wundersamen Lernens sich trotzdem weiter entwickelt hat, auch wenn du mich eben nicht mit diesem roten Bauklotz hast weiter ‚spielen‘ sehen. 
Mein Interesse hat sich inzwischen auf einen andere Gegenstand konzentriert. Ich studiere andere Zusammenhänge und andere Grundlagen auf Grund der ‚Spielsachen‘, die mein Interesse eben heute anzieht. Ich bin mittendrin, verwickelt in mein leidenschaftliches Lernspiel. Auch, wenn ich es vielleicht versäumt habe, dich darüber zu unterrichten.

Kannst du eben dieses Mäandern deiner Interessen und Schwerpunkte auch in deinem Leben beobachten? Nicht immer sind dieses Schlängelbewegungen für andere zu verstehen, aber für das Kind und für den bewussten Erwachsenen sind sie notwendig und wunderbar. Genau eben diese Schlängelbewegungen sind es, die den Treibstoff und das totale Interesse an dem voran bringen, was dein Kind oder dich ausmacht.

Merke, wenn dein Kind genau diesen Gegenstand (Bauklotz) aus seinem derzeitigen Interesse verbannt, dann hat es einen guten Grund. Es ist der richtige Moment, es ist nichts verwerfliches , es ist einfach an der Zeit eine neue Biegung anzugehen. Nur, um irgendwann einmal größere Zusammenhänge zu verstehen und nutzen zu können. Dieses Lernsystem ist unbezahlbar wertvoll und braucht unser volles Vertrauen als Erwachsene in die Kinder, noch besser erst mal in uns. (Schmerzlich nur, wenn du genau dafür kürzlich viel Geld gezahlt hast. Dann merkst du, dass das Interesse eine Kinder eine andere, vermeintlich ‚falsche‘ Richtung einnimmt? Kennst du das?)

C’ist la vie.

Bei den Erwachsen verläuft es ähnlich, auch wir mäandern und knüpfen so auf kaum vorstellbare Weise unsern Lebenslernteppich. Jeden mit einem einzigartigen Muster. Kaum zwei sind vergleichbar, wie die Fingerabdrücke der Menschen.

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So könnte es gehen für die Kinder (und die Erwachsenen), wenn wir es nur sehen könnten und das Vertrauen aufbringen könnten, um ihnen (uns) ihren (den) ureignen Lernweg zu zugestehen.

Das Vertiefen und Verfeinern der je individuellen Lernwege ermöglicht uns den Aufstieg in ungeahnte Zusammenhänge des menschlichen Potentials.

Mein persönlicher Weg verlangt momentan in gewisser Weise ein Loslassen dessen, was ich gelernt habe. Das ist sehr verunsichernd. Und wie das Kleinkind mit dem Bauklotz bin ich gerade mit ganz rudimentären, ersten Schritten beschäftigt, erarbeite mir eine neue ‚Betrachtungsweise‘ der Dinge. Ganz sicher bin ich aber, dass ich dran bleibe. Vielleicht ist es nicht für jeden Leser/in erkennbar. Aber auch das ist gut so. Denn dieser Leser/in muss vielleicht gerade diesen Bauklotz loslassen und seinen/ihren Weg weiter zugehen.

Ich finde das sehr spannend und freue mich über all die, die mich gerade deshalb weiter begleiten.

 

Mein nächstes Seminar, diesmal  mit Übernachtung, findet am 26. und 27. Oktober statt. Freue mich auf die Gelegenheit dich hier zu begrüßen. 


Hingabe - Eine Annäherung an ein selbstbestimmtes Lernen in Freiheit

Eine Annäherung an ein selbstbestimmtes Lernen in Freiheit

Kürzlich hat mir einer meiner Söhne gezeigt, wie er dabei ist, seinen Roller zu bearbeiten. Er hat sich entschieden, die alte Farbe abzutragen, neue Rollen zu erwerben und hat mir sehr überzeugend zu verstehen gegeben, dass er nun eben auch neue Griffe für beide Seiten benötigen würde. Seine derzeitigen Griffe seien abgenutzt und voll mit Schweiß. (grins)

In der ganzen Unterhaltung war eine Menge an Bedeutung zu erkennen. Mit jedem Detail und jeder Beschreibung der derzeitigen, (angeblich) nicht tragbaren Umstände, war in seiner Stimme und seiner ganzen Haltung zu erkennen, wie sehr es ihm am Herzen lag, dass er sich dieser mühevollen Arbeit hingegeben hat.

Er hat damit begonnen, mit der Hand und etwas Sandpapier die Farbe vom Roller zu entfernen. Er hat mir gezeigt, wie mühevoll es ist und hat mir glaubhaft versichert, dass er für diese wenigen Quadratzentimeter, einen ganzen Tag benötigt hätte.

Er hat sich richtig viel Mühe gemacht und hat mit viel Sinn für’s Detail die kleinsten Ecken an dem alten Ding geschmirgelt.

Stell dir nur einmal vor, ich hätte ihm vor Wochen, als das Thema in seinem Leben Null Bedeutung gehabt hat, mitgeteilt, dass ich ihn bitte, mit etwas Sandpapier die Farbe vom alten Roller zu nehmen. Ich hätte ihm gesagt: „…du, das ist mir jetzt wichtig, dass dieser unsägliche Roller wieder optisch in die Reihe kommt. Ich finde, du solltest deine Sachen besser in Ordnung halten.“

Was wäre wohl geschehen? Ich hätte eine große Diskussion gehabt. Er hätte mir vermutlich versichert, dass er dazu keine Lust hat. Ich hätte den Druck, mit irgendwelchen Mittelchen erhöhen müssen. Ich hätte mir Manipulationen der tollsten Art einfallen lassen müssen, mit denen ich ihn dazu ‚bewegt‘ hätte. Kaum wäre eine halbe Stunde um gewesen, hätte er gejammert und sich beschwert, dass dies einen unmögliche Arbeit ist und das er dies nicht machen wolle, weil…..

Wir hätten Diskussionen über Diskussionen gehabt.

Was nun ist der Unterschied? Was macht es in seinem Leben aus, dass er sich eine solche Mühe macht und soviel Intensität in eine Tätigkeit legt, mit der mich jeder jagen könnte.

Ich bin ja im Grunde nicht faul, er ist es auch nicht.

Es gibt etwas, was ihn und mich im Schaffensprozess hält und ist es auch noch so anstrengend.
Du kennst das sicher auch.

Ich will dir einige Gedanken notieren, damit du feststellen kannst, dass Mensch nicht per se faul ist, sondern das der Einsatz für etwas, eine Reaktion auf die innersten, persönlichsten Themen ist.

  • Damit ich einen ganzen Tag damit verbringen kann, einen Roller mit Sandpapier zu bearbeiten, muss es mich in irgendeiner Weise interessieren, ich muss wirklich Spaß daran haben, dies zu tun.
  • Es muss ganz und gar meine Sache sein, ich muss es gewählt haben, weil es mir ganz tief drin, aus irgendeinem Grund, ein Anliegen ist. Ein tiefes Anliegen, aber eben nur mir.
  • Es muss mir Sinn machen, ich habe Absicht damit. Ich will etwas damit bewegen, es muss mir von Bedeutung sein. Damit braucht die Ausdauer, Tage lang Sandpapier zu nutzen meine Freiwilligkeit, ich muss es mir einfach selbst ausgesucht haben.

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  • Es kann sein, dass dieses Ergebnis, was ich herstellen möchte mir so wichtig ist, dass ich es sogar voran bringe, auch wenn mir so manches Erfordernis dieser Tätigkeiten keinen Spaß bereitet. Es macht nur mir Sinn. Für dich kann das völlig unerheblich sein.
  • Um dieses Ergebnis zu erreichen muss ich unter Umständen eine Menge dazu lernen. ich muss ja in Erfahrung gebracht haben, dass die alte Farbe erst mal runter muss. Ich muss wissen, dass ich dann keine Zaunlasur benutzen kann, um die den Roller zu streichen. Ich muss wissen, welches die besten neuen Rollen sind, wo ich sie bekommen, was sie kosten und ob es die richtige Größe ist. Es gibt sicher eintausend verschiedene Rollen. Da muss ich mich dann schon mit auseinandersetzen.
  • Es muss auch eine Aufgabe sein, die im Rahmen genau meiner Möglichkeiten liegt. Wenn das Projekt zu groß ist oder nicht endlich erscheint, dann werde ich es nicht zu Ende bringen können. Es muss also in meine Möglichkeiten passen.
  • Wichtig ist auch, dass dies, was ich vorhabe für mein Leben von Bedeutung ist, für meine Zukunft und wie ich sie mir vorstelle. Also, ich muss mit diesem neuen Roller fahren wollen und mich im Geist damit sehen, wenn er fertig ist. Völlig unerheblich, wenn andere sagen, dass sie aber eine andere Farbe für besser halten würden und das unnütz sei. Für das Geld könne man doch ganz schnell bei eBay…..du weißt schon….

Oft werde ich gefragt, wie das denn gehen soll, mit mehr Freiheit und Selbstbestimmung im Lernprozess eines Kindes. Dann wird behauptet, dass das eigene Kind sicher nicht so lernen würde und auch nicht die Ausdauer hätte. Da müsste Mutter und Vater dann schon dahinter her sein.

Hast du je daran gedacht die Hingabe zum eigenen Schaffensprozess des Kindes zu ermöglichen, diese unter allen Umständen zu erhalten?

Ich glaube daran, dass es sehr wichtig ist den Prozess der Hingabe von klein auf zu wahrzunehmen und zu erhalten. Ich sehe, dass viele Erwachsene diese Beobachtungen, wie ich sie mit dem Roller gemacht habe, entgangen sind. Die Hingabe ein ein sehr persönliches, individuelles Thema, welches schon die Säuglinge haben, wird unterschätzt.

Es kann auch geschehen, dass sich Erwachsene über das zarte Pflänzchen der Hingabe einfach hinwegsetzt haben und sinnlose Kommentare gemacht haben. Etwas wie: So ein Blödsinn, du solltest nicht so viel Zeit mit dem Roller verbringen. Mach’ lieber etwa Sinnvolles, wie....

Was den Erwachsenen entgeht, ist, dass die Motivation für Dinge ganz von innen heraus kommt und das man diese persönlichen Anliegen schon bei den allerkleinsten beobachten kann. Dann wächst etwas in den Kindern, von dem ich immer sage, dass es der Weg am eignen internen roten Faden entlang ist.

Den Schulkindern Faulheit zu unterstellen und zu behaupten, dass es Druck und Stress brauche, damit sie etwas voran bringen, ist in meinen Augen ein Mangel an Verständnis und Beobachtungsgabe für die eigentlich wichtigen Dinge.

Faul sind die Kinder nicht. Sogenannte Faulheit ist vielmehr ihre Reaktion auf die von Erwachsenen vorgebenden und angeblich bedeutsamen Lebensumstände.

Damit Kinder lernen können und dies ein Leben lang, brauchen sie die Freiheit und vor allem auch die Zeit, sich damit zu beschäftigen, wie etwa, einen ganzen Tag mit Sandpapier und Roller zu verbringen.

Können wir das möglich machen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wenn wir nicht aufwachen, dann ist es ganz schnell vorbei mit der Kindheit

©IdaHenrich
Wenn wir nicht aufwachen, dann ist es ganz schnell vorbei mit der Kindheit

Wenn wir nicht aufwachen, dann ist es ganz schnell vorbei mit der Kindheit, so wie sie meine Vorfahren und ich noch kannten.

Es wird vermutlich nicht mehr viel Zeit vergehen, dann werden Eltern es für selbstverständlich halten ein Kind schon nach wenigen Wochen oder Monaten in eine Institution zu geben. Man wird dann vergessen haben, wie es war, als die Kinder einfach ein Bestandteil von Familienleben waren.

Mütter werden sich nicht mehr vorstellen können, wie ein Alltag mit einem Kleinkind aussieht. Man wird sich selbst für umbedeutsam oder überfordert halten, wenn man einen ganzen Tag mit Kind verbringen soll. Man wird sich schlecht fühlen, wenn man bis 08.27 Uhr im Bett liegt und dann aufsteht, um den Tag zu beginnen.
Man wird nicht mehr wissen, wie ein unverplanter Tag aussehen könnte. Man ist nicht mehr in der Lage einen Haushalt zu führen und gleichzeitig ein bis zwei Kinder zu betreuen. Darin wird man überfordert sein.
Man wird keine Vorstellung mehr davon haben, wie es ist, wenn man Kleinkindern einfach nur bei ihrem Schaffenswerk zuschaut. Die Zufriedenheit und das Vertrauen in den natürlichen, kindlichen Lernprozess wird unterspült werden und man wird in Sorge sein, wenn das Kleinkind für 5 Tage zu Hause bleiben muss, weil es krank ist. In innerlichem Aufruhr ist man dann, weil man sich  einredet, dass das Kleinkind etwas an Input in einer Betreuungseinrichtung verpasst haben könnte.
Man wird seine Vorstellungen in Erziehungsfragen nicht mehr selbstbestimmt als Eltern vertreten können, sondern man wird beginnen alle Fragen bezogen auf Kindheit immer mehr unter dem Aspekt des reibungslosen Funktionierens eines Kindes in einer Betreuungseinrichtung zu sehen.

Nicht geringere Auswirkungen wird das Ganze auf die Betrachtung von Gesundheit und Krankheit im Leben eines Kindes haben. Man wird die Kinderkrankheiten, die früher zwar lästig waren, aber für selbstverständlich und letztendlich entwicklungsfördernd angesehen wurden, ‚weggedoktert‘ haben. Man weiß dann die Windpocken nicht mehr von Masern zu unterscheiden können. Vor allem wird man komplett vergessen haben, was ein Kind dann braucht, damit es jegliche Krankheit gut überwinden kann.

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Das freie und selbstbestimmte Spiel, mit allen seinen unzähligen und unsagbar wichtigen Bedeutungen wird man eingebaut haben, in kleine überschaubare Zeitfenster: Da wird dann auf dem Stundenplan eines 3, 5 Jährigem stehen: Dienstags von 9:30 - 10.15 Freispiel in der Gruppe Schmetterling. Es wird keine Vorstellung mehr davon geben, was freies Spiel überhaupt ist.

Es werden weitere Dienstleistungsunternehmen entstehen, die dich freundlich und top strukturiert dabei unterstützen werden, die Kindheit deiner Liebsten zu organisieren. Du wirst vermutlich gar keine Gelegenheit haben, dir überhaupt die Frage zu stellen, ob du entscheidest, dein Kind zu Hause zu haben. Die Frage einer möglichen Rente wird aber interessanterweise noch immer ein Problem sein. (autsch!)

Das gemeinsame Essen am Familientisch wird keine Selbstverständlichkeit mehr sein, weil du mit deinem Planer App kaum noch Zeitfenster frei hast, in denen alle bei Tisch sitzen und einfach nur dummes Zeug daher reden und Spass haben.

Ach, und nicht zu vergessen. Die Kinder werden erhebliche Schwierigkeiten in ihrer Bewegungsentwicklung haben, denn sie sitzen von klein auf entweder im MaxiCosi oder im Autositz. Sie werden nicht gelernt haben, wie die Koordination von Auge und Hand mit der Koordination der Hüften zusammenhängt. Sie werden nicht sicher auf den eigenen Füssen stehen, geschweige denn rückwärts laufen können.  Ihr Dasein wird wenig Raum haben, für unverplante, aber existentielle Zeit auf dem Fussboden beim Spielen...

Das ist aber gar nicht so schlimm, denn dann musst du einfach nur wieder etwas Zeit einplanen, um sie später dann zum Therapeuten zu fahren, weil man dich in der Betreuungseinrichtung mehrfach darauf angesprochen hat, dass etwas mit dem Kleinen nicht stimmt.

Wenn wir nicht aufwachen, dann wird diese Kindheit, die eigentlich so selbstverständlich, schlicht und immer effizient daher kommen könnte, einfach durch einen völlig verfrühten und unangebrachten Bildungsbeginn ersetzt. Die Kindheit wird auf diesem Weg immer mehr durchorganisiert und professionalisiert. Eltern sein, wird nicht mehr selbstverständlich und kraftvoll sein, sondern Eltern werden immer mehr die zweite Geige spielen, weil man ihnen einredet, dass das Schlichte und Natürliche nicht genug ist. Man wird sie in einem Tätigkeitstaumel halten. Immer nah an der Angst, dass das, was gebracht wird, nicht ausreichend sein könnte.

Man wird weiter forschen und die unmöglichsten Dinge erfinden und am Kinde ausprobieren, wie man Entwicklung und Entfaltung optimieren könnte, immer in unmittelbarer Abhängigkeit von einen Mittel, das man einnehmen sollte, einer Programm, das man durchlaufen müsste, oder der Anwendung der nun wirklich neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Was ist also zu tun? Wo gilt es aufzuwachen? Wo gilt es Verantwortung zu übernehmen? Wo ist es bedeutsam, sich gut zu informieren, damit man sich nicht eintüten und verunsichern läßt?
Wo ist es wichtig sehr genau hin zu spüren, was für deine Familie stimmig ist? Wo musst du ‚eigenSINNigSEIN‘?

Fragen über Fragen, die ich auch in meinem neuen Buch bewege. Dieser Text hier ist in Anlehnung an die letze Geschichte "(Glücklicherweise) aufgewacht" im Buch entstanden und das Bild zum Blog ist eine Illustration von meiner Tochter Ida. Sie soll dir veranschaulichen, wohin wir uns bewegen, wenn wir nicht aufwachen.


Warum es so wichtig ist EigenSINNig zu SEIN

Warum es so wichtig ist EigenSINNig zu SEIN

Wenn du meine Beiträge schon eine Weile verfolgst, dann weißt du vielleicht, dass ich Eltern darin unterstütze eigenSINNig zu SEIN.
Ich bin der Meinung, dass es bezüglich Erziehung und Lernen heute mehr denn je notwendig ist, eigenSINNig zu leben.
Es ist alles andere als leicht, sich eine gute Portion Individualität anzueignen, weil die Einflüsse einer Gesellschaft, die Kinder für ‚Zwecke‘ vereinnahmen möchte, ungeheuer groß ist.

Die Möglichkeiten, die heutigen Eltern zu verunsichern, sind ungezählt.
Die Verunsicherungen beginnen lange vor der Geburt, in dem auch der medizinische Apparat mit großer Macht und Bevormundung daher kommt.
Eltern benötigen ein kräftiges Rückgrat, um das eigene Gespür dafür zu erhalten, welche Untersuchungsmaßnahmen beispielsweise angemessen und sinnvoll sind und welche nicht. Längst ist die Medizin auch ein Wirtschaftsunternehmen , nicht immer liegt die wirkliche Gesundheit im Vordergrund der Maßnahmen, manchmal sind es einfach wirtschaftliche Interessen.

Du brauchst Vertrauen in dich selbst und geeignete Informationen, um die Herrin der eigenen Entscheidungen zu bleiben.

  • Brauchst du diese oder jene medizinische Untersuchung, die man dir empfiehlt?
  • Hast du wirklich die Entscheidungsfreiheit, dein Kind an dem Ort zur Welt zu bringen, den du für dich brauchst, um entspannt und in deiner Kraft zu sein? Schau, was für ein Spiel in der Geburtsmedizin gespielt wir? Schau dir an, was mit dem Beruf der freien Hebammen geschieht? Schau, welchen Einfluss diese erheblichen Einschränkungen und Vorgaben für die Freiheit einer jeden Frau hat?
  • Kannst du dem gesellschaftlichen Druck widerstehen, dein Kind in einen Kindergarten zu geben, oder zu Hause zu haben, ganz so, wie du es für deine Familie brauchst?

Hast du dir das Rückgrat in all den Dingen nicht angeeignet oder dich zumindest auf den Weg gemacht, um dieses zu stärken, dann gerätst du schnell in einen Strudel von angeblichen Erfordernissen oder Anforderungen an dich, denen nur sehr schwer standzuhalten ist.

Eine große Anzahl Personen, oftmals gerade die Fachpersonen aus den unterschiedlichsten Bereichen, ‚machen sich in deinem System breit‘ und stellen Behauptungen auf, die bei näherer Betrachtung einfach unstimmig sein können. Deren gut gemeinte Empfehlungen und Anmerkungen kommen oft mit großer Macht und Autorität daher.

Gerade was die Entwicklung von Kindern betrifft, beobachte ich die Tendenz, Eltern eine lineare Entwicklung weiß machen zu wollen. Vieles wird schwarz-weiß gesehen, ohne Tiefe, ohne Farbe, ohne eine Gedanken an die enorme Plastizität des Reifungsprozess, ohne das eigentliche Wunder darin. Das ist es, was für mich in vielem ‚Pädagogischen‘ und im ‚Erzieherischen‘ fehlt.

Und da es fehlt, haben viele Erwachsene nicht die Gelegenheit in das eigene Vertrauen für die Entwicklung des Kindes hineinzuwachsen, weil sie ständig mit Menschen zu tun haben, die mit erhobenem Zeigefinger des Weges kommen. Die Mahner der linearen Entwicklung müssen ständig warnen und auf Defizite aufmerksam machen. Sie sind immer sorgenvoll und verweisen auf Ärzte, Therapeuten und Nachhilfe. Sie sehen Entwicklung immer in Gefahr. Es muss immer korrigiert und ‚beigearbeitet‘ werden.

Wenn du als Erwachsener gelernt hast, die Entwicklung eines Kindes lediglich linear oder eindimensional zu betrachten, dann verpasst du alle guten Gelegenheiten in ein Vertrauen hineinzuwachsen, das im Grunde die eigentlich stärkende Kraft für dein Kind ist.

Du verpasst die Fähigkeit innere und äußere Zusammenhänge im Entwicklungsprozess wahrzunehmen, einfach nur staunen zu können. Du siehst den Tropfen Wasser, aber nicht die Welle. Du nimmt nicht die Zusammenhänge war und bist daher leicht zu verunsichern.

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Mit den Verunsicherungen, die an jeder Strassenecke daher kommen, verlierst du den ruhigen Blick zu beobachten, wie das Leben in einem Kind sich immer wieder zu neuen Mustern formt.
Die Natur der Dinge und das Mysterium wurde auf eine funktionelle Betrachtungsweise gelenkt, die sich mehr und mehr den Defiziten und Unzulänglichkeiten widmen will.

Es wird dir erschwert zu forschen, zu staunen, zu erkennen, dass die selbe Kraft, die dein Kind trägt auch eine Entsprechung in der eigenen Entwicklung hat. Lebenslanges Lernen und sich frei bewegen in einem interessanten Raum, wird erschwert, weil alles Lernen zweckdienlich, strukturiert und organisiert sein muss.
Es entsteht ein Bild von Kindern, das Eltern immer nur in Sorge über die 'Nicht-Vollkommenheit' ihrer Nachwuchses hält, wenn Eltern nicht eigenSINNig zu SEIN erlernen und wach sind.

Vielleicht ist es eine gute Idee, einfach in den nächsten Tagen einmal zu beobachten, wo in deinen Lebenszusammenhängen dir diese linearen und eindimensionalen Vorstellungen entgegen kommen?

Du musst gar nichts tun und nicht kämpfen, aber es macht schon mal einen großen Unterschied, dies einfach zu beobachten und festzustellen. Es ist schon hilfreich lediglich zu erkennen, wie verstrickt wir Erwachsenen doch in einer Vorstellung von Lernen und Entwicklung sind, die gar nicht dem Menschen dienlich ist.

 

Ich lese gerne deine Ideen zu meinem Beitrag und freue mich, wenn du meine Arbeit teilst.

In wenigen Wochen wird mein Buch erscheinen, das den Titel JENSEITS VON ERZIEHUNG trägt. Es enthält 9 Geschichten, mit überraschenden Wendungen. Es will dich genau darauf aufmerksam machen. Auf das, was alles möglich sein könnte.
Und im Juni findet das nächste TAGESSEMINAR hier bei mir zu Hause statt. Auch meine Seminare dienen der Idee EigenSINNig zu SEIN. Freue mich, wenn du dabei bist.


Geschwisterkinder. Mit voller Windel mitten durchs Herz

Geschwisterkinder. Mit voller Windel mitten durchs Herz

 

In diesem Betrag beschreibe ich, beispielhaft an einer Situation im Leben mit den Kleinsten, dass man durch noch so tolle Erklärungen und Verstandeskraft keine Emotionen überpinseln kann.

 

Das neue Baby ist da und alle geben sich Mühe in der Familie. Die Eltern haben das älteste Kind so richtig gut vorbereitet. (So meinen sie)
Sie haben von dem neuen Baby erzählt, das bald kommt. Sie haben dem Kind ‚beigebracht‘ Mamas Bauch zu streicheln, weil da ja das Baby drin ist. Sie haben erklärt, warum die Mama nun nicht mehr so schwer tragen kann. Sie haben, wie in unserer Gesellschaft üblich, allerhand Worte und Erklärungen abgegeben. Sie haben den Verstand gefüttert und damit die unausgesprochene Erwartung, dass die Älteste das ja nun verstehen müsste.

Und obwohl Eltern sich so viel Mühe gegeben haben und alles ‚richtig‘ gemacht haben, wird die Not über die Wochen trotzdem größer. Kind Nummer eins reagiert natürlich völlig anders. Nach den ersten Minuten und Tagen der Freude über das neue Baby , kriechen dann so langsam die Emotionen in die Familie. Der Emotions-Cocktail besteht aus einigen Millilitern. Von jedem Familienmitglied ein kleiner Schluck.

  • Da ist das ältere Geschwisterkind, was wütet und mit Gegenständen schmeißt.
  • Da ist das ältere Kind, was wieder in die Windel macht, obwohl es längst schon trocken war.
  • Da ist dieser kleine Wirbelwind, der das Baby zwickt, wenn er sich unbeobachtet fühlt oder einfach mit viel zu viel Kraft und Unbedachtheit in der Gegenwart des Babys wirkt.
  • Da ist die Mutter, die zunächst noch nicht weiß, wie sie ihre Aufmerksamkeit so aufteilen kann, dass jeder etwas abbekommt, sie selbst eingeschlossen.
  • Da ist der Vater der viel tragen will und vielleicht auch muss, aber es unter Umständen ganz ungewohnte Tagesabläufe sind. Die geballte Ladung der Emotionen in der neuen Familienzeit sind einfach viel zu ‚täckeln‘.

Die Eltern müssen ständig aufmerksam sein und das Kleinste in Schutz nehmen.
Als ob sie damit Öl ins Feuer gießen, wird alles nur noch anstrengender.

Alles staut sich, eventuelle Krankheiten der Einzelnen geben der Situation den Rest.

Kommt dir das bekannt vor?

Die Umstände sind mit Sicherheit vielschichtig, warum es in heutiger Zeit so schnell zu gewissen Überforderungssituationen kommt. Diese derzeitigen Kleinfamilien-Strukturen haben einen Anteil daran. Der Verlust von natürlichen Herangehensweisen, der Verlust von der Bedeutung der Zeit für natürliche Abläufe und Erfordernisse. Dazu zähle ich auch das Wissen, um die Bedeutung des Wochenbettes für die Seele einer Frau. Auch die Veränderung der wirtschaftlichen Grundlagen in der Familie, die Themen um Sicherheit und das ‚funktionieren müssen‘. Dies und noch viel mehr hat einen Einfluss darauf, warum Kindheit heute so schnell mit Stress verbunden ist.

Heute will ich mich nicht auf diese Umstände konzentrieren, aber wollte sie erwähnt haben, denn sie machen das große, ganze Bild runder und verdeutlichen die Tretmühle, in der sich junge Eltern befinden.

Vielmehr möchte ich mit unmittelbaren und grundlegenden Gedanken befassen. Ich möchte ein paar kleine Anregungen geben, die den Alltag erleichtern können. Ein Umdenken unterstützen und ein wenig Hilfestellung in dieser turbulenten Zeit geben können.

Wie oben erwähnt, hatten die Eltern alles getan. Sie hatten sich so viel Mühe gegeben. Sie haben Erklärungen geliefert und besten Wissens vorgebaut, weil sie ein Vorstellung gebildet hatten, was passieren würde, wenn das nächste Kind zur Welt kommt. (Sie haben ein Wissen im eigenen Herzen)

Was sie nicht erahnen konnten war, dass sie lediglich den Verstand des Kindes gefüttert haben. Sie haben der falschen Vorstellung aufgesessen, dass alle in der Familie verstehen und dann verstandesmäßig handeln würden. Aber das ist nicht so!

Da sind die Emotionen, die gerade in einer so wandelträchtigen Zeit, vom kleinen Bächlein zum reißenden Wassergraben werden. Und das ist die Ebene, die in diesen Tagen und Wochen in der Familie offen liegt. Sie ist sehr verletzlich. Diese Ebene braucht gute Aufmerksamkeit.
Was also hilft, ist eine gewisse Form von Anteilnahme und Verständnis gerade für die emotionalen Handlungen. 
Leicht gesagt, wenn das ältere Kind dem Neugeborenen ein Spielzeug über den Kopf hauen will?
Dann liegen die Nerven schnell blank. Bei allen.

Wenn dein Kind stürzt und eine offene Wunde am Knie hat, wirst du vermutlich Trost spenden. du wirst es auf den Schoss nehmen und halten und trösten. Vielleicht wird dein Kind nach 5 Minuten vom Schoss springen und weiter spielen.

Die Wunde, von der ich spreche, wenn das Geschwisterkind geboren wurde ist unsichtbar. Man sieht sie nicht. Man glaubt, dass sie nicht entstehen würde, wenn man nur rechtzeitig anfängt, irgendwelche Erklärungen abzugeben. Das ist ein Irrtum.

Auch diese Wunde ist da. Vielleicht ist sie sogar ziemlich groß und schmerzhaft. Vielleicht liegt sie mal offen und mal ist sie verheilt. Vielleicht ist sie heute groß, morgen wieder klein, aber übermorgen aufgebrochen und das Blut läßt sich kaum stillen.

Und dann geraten die Eltern in Verzweiflung, Ohnmacht und Frustration. Das hat man sich nicht so vorgestellt. (Eltern haben ja auch ihre eignen, unsichtbaren Wunden)

Und dann kommt hoffentlich der Punkt, an dem du als Eltern den Schmerz des kleinen Wesens an dich ran läßt. Wo du es fühlen kannst, wo du selbst weinen könntest, weil du nachempfinden kannst, was das alles für eine verlogene Gefühlswelt ist. Kann sein, dass du selbst wütend wirst, weil das ja auch richtig doof ist, wenn man plötzlich die Nummer 2 sein soll und nicht mal richtig seine Gefühle zeigen kann und darf. Wie würdest du dich fühlen, wenn du von heute auf morgen die Nummer 2 an der Seite deines Partners währst? Man dir ungefragt jemanden vor die Nase setzt? Und doof ist es auch, wenn die Erwachsenen so sehr mit sich selbst und dem neuen Baby beschäftigt sind.

Mit etwas Glück bricht vielleicht alles auf und der ganze gestaute Dreck kommt ins Rollen. Das ist sicherlich kein Spaziergang in der Familie. Doch es kann so heilsam sein, weil die Erwachsenen nun mitfühlen können und Handlungen und Haltungen damit eine andere Grundlage bekommen.
Es wird plötzlich ok sein, wie man ist. Es wird entlastend sein, dass man mal weinen kann. Es wird dienlich sein mitten drin zu stehen in dem Feuer, dass alle so sehr zu vermeiden gesucht haben.

Gezeigt hat dir das dein Kind, mit seinem unverwechselbaren Verhalten. Ein Verhalten, dass du vielleicht zu korrigieren suchtest, dass aber im Grunde der Wegweiser war, um alles zu Hause wieder in einen natürlichen Fluss zu bringen.

Über die Jahre habe ich damit begonnen, diese turbulenten und explosiven Zeiten anders an mich heran zu lassen. Ich habe sie als einen Art Klingel an der Haustür zu verstehen gelernt, die mich aufmerksam machen will. dass ich irgendwelchen Türen und Fenster öffnen muß, um irgendwo Licht und Luft herein zulassen, weil sich etwas dehnen und weiten will.

Eine Mutter hat mir genau dies, nach einer Beratung mit folgenden Worten beschrieben:

„Es verändert sich also gerade ganz viel, wir sortieren uns neu. Das kostet uns Eltern enorm viel Kraft, vor allem der Spagat, beiden Kindern gerecht zu werden.“

Und ja, im Grund sind es die Kinder, die uns zeigen, wenn es mal wieder Zeit wird, sich neu zu sortieren. Wenn das geschehen ist, geraten die Dinge wieder in einen Fluss, genau so lange, bis es wieder irgendwo oder irgendwie staut.

Dieses Spiel zwischen Enge und Weite, zwischen Einatmen und Ausatmen, zwischen Begrenzung und Öffnung ist Entwicklung und Lernen.

 

Hier einen Überblick über mein Beratungsangebot. Ich kann dir in diesen turbulenten Tagen mit den Kleinsten sehr hilfreich sein. Auch in meinem Buch finden sich einige Geschichten, die diese Themen auf berührende Art aufgreifen.


Von GrenzWERTen und Spielräumen. Lernen braucht veränderliche Grenzen

Von GrenzWERTen und Spielräumen. Lernen braucht veränderliche Grenzen

Grenzen sind da. Grenzen sind wichtig. Grenzen können sich ausdehnen. Grenzen können sich verändern. Grenzen sind WERTvoll. Grenzen müssen sich auch auflösen (dürfen). Alles ist in Bewegung.

Wenn man zu einer Ärztin geht und mit ihr die Ergebnisse der eigenen Blutuntersuchung bespricht, dann schaut sie, ob die einzelnen Werte, die untersucht wurden innerhalb eines Grenzwertes liegen. Dieser darf ein Stück in beide Richtungen ,vom Normwert aus gesehen, abweichen. Alles ist in Ordnung, so lange sich der entsprechende Blutwert in einem gewissen Spielraum befindet.

Unser Körper hat eine enorme Fähigkeit der Selbstregulation. Kleinste Störungen, werden im Gesamtorganismus so ausgeglichen, dass das Gesamtbild auf wundersame Weise immer versucht ein Gleichgewicht herzustellen.
Das ist mega toll.

In Erziehung und Lernen hingegen haben wir die seltsamen Vorstellungen gebildet, dass Kinder einem erdachten Wert X entsprechen müssten. Erwachsene versuchen ständig und in vielen Lebenszusammenhängen, diesen Superwert X herzustellen. Dazu haben wir uns Methoden und Regeln ausgedacht. Das Wort Grenzen spielt in dem Zusammenhang eine große Rolle.

Wir setzen also eine Menge Energie ein, um durch unsere Vorstellungen und Maßnahmen den Wert X im Kind möglichst stabil zu halten. Wir behaupten, dass es wertvoll sei, Grenzen zu setzen. Wir meinen einen möglichen Spielraum eingrenzen zu müssen.

  • Mittagsschlaf ist genau dann, wenn das Kind nach Hause kommt.
  • Erst Essen, dann Hausaufgaben machen, dann spielen.
  • Um acht Uhr ist Bettgehzeit, zuvor müssen die Zähne geputzt sein.
  • Wenn sich jemand so und so verhält, wird er bestraft (heute nennt man das Konsequenz)
  • Wenn sich das Kind nicht sozialverträglich verhält, dann gibt es Sanktionen.

Mir erscheint es so, dass unsere Erziehungsmaßnahmen geradezu das Bild entstehen lassen, dass ein junger Mensch ein Objekt sei, das man formen muss. Wir haben das Bild, dass ein Kind auf bestimmte Verhaltensweisen ‚eingenordet' werden muss.

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Der Schrei nach Grenzen und Regeln ist an den Stellen besonders groß, an denen diese immer umgangen werden und es Probleme gibt. Ganz schnell sind Erwachsene dann in der Situation, dass sie gefühlt immer hinter den Kindern her sein müssen und das ein Miteinander hauptsächlich aus Notinterventionen besteht. Man ist ständig in der Rolle des agieren und regeln müssens. Ein Hase und Igel Spiel, dass nicht enden möchte. Es ist anstrengend und nervenaufreibend.

Um dieses ‚Notinterventionen- Spiel‘ zu beenden und aus dem Hamsterrad des Stresses im Zusammenleben auszusteigen, scheint es mir sehr wertvoll zu sein, einen Moment anzuhalten und sich klar zu werden, was man da eigentlich tut?
Aus meiner Sicht kann man die Beachtung und Einhaltung von Regeln und Grenzen nicht erziehen. Es ist nicht möglich von ‚außen’ direkten Einfluss zu nehmen auf eine Haltung, die im besten Fall, im Inneren eines jungen Menschen entstehen kann.

Vielmehr erscheint es mir sinnvoll die Fähigkeiten der Selbstregulation eines jungen Menschen zu erhalten und zu unterstützen. Ich muss, wie im Beispiel mit dem Blutbild erwähnt, einen Spielraum bilden, der den jungen Menschen mehr Freiheit ermöglicht.
Damit ist in keinem Fall die Freiheit gemeint, die alles erlaubt, die grenzenlos ist und die Respektlosigkeit einlädt. Nein.
Es ist die Freiheit gemeint, die dem Kind erlaubt, innerhalb eines Spielraums Erfahrungen machen zu können und vor allem die eigenen Schlüsse daraus ziehen zu können.
Die Fähigkeit zur Selbstregulation ist sicher von Anfang an da, aber sie will erhalten bleiben und braucht Raum und Zeit, Bindung und Beziehung, damit sie wirksam bleiben kann.

Es braucht die Erfahrung und gute Gespräche mit Erwachsenen, die junge Menschen, nicht auf einem Superwert X festzurren wollen, sondern körperlich, sinnlich erfahrbare Erlebnisse , in denen die Kinder selbst Respekt und Wohlwollen erfahren, in denen sie lernen Regeln zu verhandeln, sowie Klärungsgespräche zu führen. Alles ist wertvoll, dass die Selbstregulation „füttert“ und gerne auch durch Reibung wachsen läßt.

Diese Art mit Kindern zu sein, ist in vielen Fällen genau das Gegenteil von dem, was Erziehung und Lernen uns weismachen will.
Erwachsene, die das verstanden haben, hören unmittelbar damit auf, lautstark nach Grenzen und Respekt zu rufen.
Sie beginnen damit, einen zunächst unsichtbaren Teil im Kind mit Aufmerksamkeit zu füttern. Es ist kein „Dauer-ja“ zu allem. Es hat mehr mit einer gewissen Präsenz zu tun, die auch gerne mit etwas Reibung und Widerstand daherkommen kann. Bei manchen Kindern braucht es nur eine kleine Portion dieser Nahrung für Selbstregulation. Es gibt aber auch viele Kinder, die an dieser Stelle fast völlig ausgehungert sind. Gerade hier braucht es in meinen Augen eine Investition in Selbststeuerung, damit sie nachreifen können und stoppen können, die eignen und die Grenzen anderer zu verletzen.

Ich denke, dass man ein Zusammenleben in einem respektvollen Miteinander nicht erziehen kann. Bestenfalls kann man einen ‚Spielraum‘ schaffen, in dem sich eine gute Selbstregulation nachentfaltet kann. Für mich ist es immer wieder hilfreich, wenn wir Erwachsenen uns auch diesem Prozess der Nachentfaltung stellen. Das bedeutet für mich eine ständige Aufmerksamkeit oder Präsenz zu entwicklen und mich selbst zu beobachten, wenn mein Autopilot wieder das Steuer aus der Hand gerissen hat. Wenn ich den eigenen Autopiloten wahrnehmen kann, bin ich präsent und kann aufhören einfach nur unbedacht zu reagieren. Das Selbe wünsche ich mir ja auf Sicht gesehen von den jungen Menschen. Unser beider Entwicklung geht damit Hand in Hand.

Das nächste Tagesseminar, in dem dem Themen um Regeln und Grenzen immer wieder eine große Rolle spielt, ist schon am 09.06.18. Bist du diesmal dabei?