Kann ich (selbst)bewusste Spassbremse im Leben der Kinder sein?

(Selbst)bewusste Spaßbremse im Leben der Kinder sein oder sich ständig schuldig fühlen?

Das Wort „Spaßbremse“ ist mir in der vergangenen Woche gleich mehrmals über den Weg gelaufen. Grund genug, einmal etwas tiefer zu graben. Ich habe mich gefragt, wo genau ich eine Spaßbremse für meine Kinder bin?
Uhhh, das ist garnicht so leicht mich da wahrhaftig zu erkennen.

Besonderen Spaß habe ich persönlich, wenn ich (kleine) Kinder beim Spielen und Erkunden beobachten kann. Wenn ich sehen, kann, dass sie in ihrem Element sind und so richtig erkunden und erforschen, wer sie sind und vor allem, wer sie im Zusammenhang mit dem Umfeld sind, das sie erforschen.

Mit der linken Hand, die von Herzen kommt, vermittele ich dann diese wohlwollende, geduldige, beobachtende Person. Die, die alles gewähren möchte, die Spaß am kindlichen Prozeß hat und weiß, wie wichtig das freie, unzensierte Forschen, Erleben und Erfahren ist.

Mit der rechten Hand kann ich aber auch sehr schnell symbolisieren, dass mir das gleich alles zu viel wird. In der Hinterhand habe ich dann meine ‚Kontrollmechanismen', die unter Umständen mit dem Spaß der Kinder nicht mehr viel zu tun haben.

Irgendwo zwischen der rechten und linken Hand bin ich dann gefragt mein Wohlwollen mir selbst gegenüber zu ‚verorten'.

  • Das Kleinkind schüttet das Müsli über den Tisch, um mit seinen kleinen Händchen alles zu verwischen und dann in großen ausladenden Bewegungen alles vom Tisch zu fegen. Das knisterst dann so schön, wenn man drüber läuft. Man kann die Milch dann auch auf dem Fußboden dazugeben. Spaßbremse.
  • Den Jugendlichen geht es gut. Sie sind guter Dinge und haben die Musik voll aufgedreht. Einen Moment kann ich mich mit ihnen freuen und bewege für Minuten meinen Körper im Rhythmus der beats, aber dann ist es mir zu viel. (Insider für meine Kinder: Das selbe gilt für ‚Die 3 Frageszeichen') Ich muss schließlich noch was schreiben und Telefonate führen. Spaßbremse.
  • Die Kleine hat auf dem Töpfchen gesessen. Sie hat alles eigenverantwortlich gemacht. Sie hat das Töpfchen geholt, die ‚Pämpe‘ aufgerissen. Den richtigen Ort (auf dem neuen Teppichboden) gefunden, wo man das Töpfchen hinstellt. Dann will sie es ausleeren, „Alleine“, sagt sie und ich weiß, was das bedeuten könnte. Spaßbremse.
  • Ich finde es klasse, wie sich die Kinder eigenverantwortlich um ihre Schulangelegenheiten kümmern. Sie müssen aber pünktlich am Bus sein. Damit das morgens funktioniert, ‚muss‘ ich mich in gewisser Weise in einen Drill-sergeant verwandeln. Ich kann da auch nicht locker sein, denn ich habe später meine Verpflichtungen. Spaßbremse.

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Kennst du das? Als Mutter bist du gefühlte 1000 mal am Tag eine Spaßbremse. Dabei würde ich mich noch nicht mal als eine Mutter bezeichnen, die stark kontrollierende Züge hat. Ich kann eine Menge Leine lassen. Es ist mir in vielen Fällen möglich loszulassen und nicht der Spaßkiller zu sein.

Doch als Mutter bin ich oft in der Situation, dass ich den ganzen Familien-Dampfer steuern muss. Ich muss alles im Überblick behalten. Ich muss vorausschauen und planen und einteilen und koordinieren und Termine einhalten. (meine ich)

Und deshalb habe ich irgendwann einmal die seltsame Idee gebildet, dass ich die Spaßbremse bin und die anderen für „den Spaß haben“ verantwortlich sind.

Das ist eine wirklich üble Position. Ich kenne viele Frauen, die sich so fühlen und deren Partner ihnen vorhält, sich zu entspannen und alles etwas lockerer und gelassener zu sehen.

Das ist dann der Punkt, an dem Frauen Funken speien können. Das können sie, weil sie genau wissen, dass er Recht haben könnte. Zu gerne würden sie alles gelassener sehen. Zu gerne würden sie auch mehr Spaß haben. Zu gerne würden sie loslassen und alles sich selbst überlassen. Aber sie wissen nicht mehr, wie es geht, keine Spaßbremse zu sein. Zu sehr haben sie sich mit verspannten Unterkiefern in das krampfhafte Aufrechterhalten des ganz normalen Chaos verbissen.

Wie schon erwähnt ist mir dieses Thema, dass Frau und Mutter sich als Spaßbremse empfindet, in der vergangenen Woche gleich mehrmals begegnet. Da war zunächst ein Seminarrunde, in der fast jede Teilnehmerin etwas zum Thema zu erzählen hatte. Da waren Beratungsstunden, in denen die Klienten versuchten für ihre Kinder die Schnittstelle, zwischen Gelassenheit, Wohlwollen, dem Kind gegenüber, sowie der strukturierten und vorgegebenen Struktur im Familienalltag zu schaukeln. (Thema : zu Bett gehen der Kinder, oder Struktur und Organisation des morgendlichen Familienalltags) Nicht zu letzt war da dieser Film, den ich vergangene Woche im Internet gesehen habe. Er zeigte mir, wie zwei sehr unterschiedliche Frauen, mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen ihr Leben zwischen Lebendigkeit, Freude und den notwendigen Erfordernissen für ihre Kinder, zu schaukeln suchten. Der Film 'Bodycheck' hat mich sehr berührt und ich kann ihn dir nur empfehlen. Vielleicht findest du interessante Anteile von dir im Film?

Das vorläufige Ergebnis meiner persönlichen Untersuchung zum Thema Spaßbremse im Leben meiner Kinder ist:
Ich stehe 100% ig dazu immer wieder Spaßbremse sein zu müssen. Spaßbremse sein, bedeutet, auch für meine Bedürfnisse einzustehen. Es ist wichtig, mit dem Partner über die eigenen Bedürfnisse zu sprechen. Es ist wichtig, mich selbst und meine Bedürfnisse genauer kennen zu lernen und mich mir großer Klarheit zu positionieren. Je reflektierter ich darin bin, desto feinfühliger und bewußter kann ich die Bremsen bedienen. Mein Ergebnis deutet in Richtung (selbst)bewusste Spaßbremse werden, statt Opfer zu sein und sich ständig schuldig zu fühlen.

 

Hier findest du Informationen zu meinem nächsten Tagesseminar in meinem Wohlfühlort Köttingermühle. Mein Beratungsangebot findest du hier.


Ist die gängige Vorstellung von Lernen, nichts als eine Ideologie, die überholt ist?

Ist die gängige Vorstellung von (schulischem) Lernen, nichts als eine Ideologie, die überholt ist?

Vor einigen Tagen habe ich folgenden Satz meines Sohnes gepostet: „Ich war in meinem Leben noch nie im Englisch Unterricht und ich kann verdammt gut Englisch.“ Die Reaktion im Internet - (fast) keine Reaktion!

Ich habe mich gefragt, wie es sein kann, dass diese Aussage, die für mich stimmig und wahr ist, bei anderen Menschen keinerlei Reaktion ausgelöst hat?

Dieser Satz entspricht zu 100% einer Tatsache. Ja, es ist wirklich so. Er war noch nie in irgendeinem Englischunterricht und spricht trotzdem fließend Englisch.

Er hat sich einfach in ein englisches ‚Lernfeld‘ begeben. Das besondere an diesem ‚Lernfeld‘ ist, dass ihm dort niemand Englisch beibringen wollte. Niemand hat gemeint ihn mit Unterricht versehen zu müssen, damit er Englisch lernt. Es wurde ihm lediglich gestattet Mitglied einer Gemeinschaft zu werden, die sich in Englisch unterhält. Wenn er mit anderen Kindern aus Deutschland in dieser Gemeinschaft Deutsch geredet hat, so hat ihm niemand gesagt, dass er nun aber Englisch reden müsse, damit er schneller diese Sprache beherrscht. Niemand hat ihm Abends 25 Vokabeln lernen lassen, damit er sich die Sprache organisierter und linearer aneignen kann. Er hat viel Zeit mit dabei sein, zuhören und mitmachen verbracht. Niemand hat Druck auf ihn ausgeübt oder übergroße Erwartungen an ihn gehabt, weil man einfach davon ausgegangen ist, dass er Englisch lernen würde. Seine Umgebung hat ihn selbstverständlich aufgenommen und behandelt, dass er ganz einfach zu diesem ‚Schwamm‘ werden konnte, der eine Sprache schlicht und ergreifend aufnimmt.
Ganz ähnlich diesem Prozess, den er beim Erlernen der Muttersprache haben konnte.

Das Ergebnis.
Nach nur wenigen Monaten spricht der 8-jährige fließend Englisch. Ob er ein Diktat in Englisch schreiben könnte? Nein. Ob ich ihn bitten könnte mir einen Buchseite zu übersetzen? Nein. Dazu sind wieder ganz andre Verdrahtungen und Verbindungen notwendig. Auch das wird er lernen, wenn genau das an der Zeit ist.

Ich war also nach dem Posten dieses Zitats damit beschäftigt mich zu fragen, warum Menschen so wenig auf dieses Zitat reagiert haben? Nach einigen Tagen habe ich die Antwort in einem ganz anderen Zusammenhang erhalten.

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Die Antwort, die sich mir erschlossen hat, war:
Erwachsene können sich einfach nicht vorstellen, dass Lernen anders geht oder anders gehen könnte. Viele Erwachsene können nicht glauben, dass Kinder ohne unterrichtet zu werden, lernen können und auch wollen.

Wir leben in diesen uns bestimmenden Vorstellungsbildern, das Lernen mit Mühe verbunden ist, dass man es von einer anderen Person vermittelt bekommen muss. Das Lernen auf einen Unterrichtsraum und ein Gebäude bezogen ist. Das es Wiederholung und Übung (Hausaufgaben) bedarf. Das es linear verlaufen muss, sprich, das es keine vermeintlichen ‚Rückschritte‘ oder Zeiten des vermeintlichen Rückstands geben darf. Darüberhinaus leben wir mit der Vorstellung, dass man junge Menschen zum Lernen anhalten muss und das man einen möglichen Fortschritt oder Rückschritt kontrollieren und dokumentieren muss.

Dergleichen gibt es noch viele Vorstellungsbilder. Allen ist gemein, dass sie unser Bild von einem Lernprozess so sehr prägen. Es ist vielen Erwachsenen fast unmöglich den Gedanken zuzulassen, dass Lernen sich in einer ganz anderen Form viel effektiver entwickeln könnte.

Es gibt Forscher und Praktiker die sich nach intensiver Beobachtung von Kindern einig darüber sind, dass informelles Lernen, quasi völlig unspektakulär, einfach nebenher geschieht. Dieses informelle Lernen ist aber genau das, was es nicht zu zerstören gilt, so dass Kinder später, wenn sie älter sind, darauf aufbauen können, ihre Entscheidungen treffen können, weiter lernen können. Damit dies geschehen kann, braucht es gute Voraussetzungen.

Dazu gehört etwa, wenn den Kindern gestattet bleibt, dass sie ihren eigenen Interessen folgen können. Auch, das freies Spielen in ihrem Leben eine große Rolle hat. Wenn es Phasen gibt, in denen träumen und nichts tun einfach sein darf. Das sie Dinge praktisch erfahren können, sprich tun können, ohne das man sie kommentiert.

Könnte es sein, dass das, was wir unter Lernen, vor allem auch schulischen Lernen verstehen, nichts anderes ist, als ein Gedankenkonstrukt oder eine Ideologie? Könnte es sein, dass uns diese Ideologie, wie lernen sich vollziehen sollte, den Kindern den eigentlichen Lernprozess unnötig erschwert?
Ich beobachte derzeit viele Strömungen mit Menschen, die bezüglich des Lernprozesse ihrer Kinder einfach einen anderen Weg gehen. Da sind Eltern, die ihre Kinder aus dem Schulsystem abmelden und zu reisen beginnen, da sind Eltern, die andere Schulformen wählen. Da sind Schüler, die nicht mehr zur Schule gehen wollen und selbstorganisiert lernen, da sind Initiativen, die Schulen gründen wollen, die ein gänzlich anderes Konzept verwirklichen wollen und vieles mehr.
Allen gemeinsam ist, dass sie individuell feststellen, dass es anders geht.

Egal wie!

So vielschichtig und unterschiedlich die Ansätze sind, eines haben die Akteure gemeinsam. Sie machen die Erfahrung, dass die herangebildeten Gedankenkonstrukte zum Thema lernen, nicht notwendigerweise stimmig sind.

In meinen Augen haben sie Recht.

Lernen geht anders.

Melde dich zu unserem EduWorkCamp an, um gemeinsam mit anderen, an Lernen interessierten Menschen, das Thema freudvoll unspektakulär und anders, als du es erwarten würdest, zu bearbeiten.

 

Ist die gängige Vorstellung von (schulischem) Lernen, nichts als eine Ideologie, die überholt ist?


Unterschiedliche Positionen in Erziehungsfragen?

Wie unterschiedliche Positionen in Erziehungsfragen transformiert werden können.

Kennst du diese Wippen für Kinder, die es meistens auf den etwas veralteten Kinderspielplätzen gibt? Diese Gestelle, die wie eine Waage aussehen. Auf die eine Seite setzt sich dein Kind und du setzt dich auf die andre Seite. Wegen deinem höheren Gewicht musst dabei ein wenig weiter zur Mitte hin rutschen, damit überhaupt ein Schaukelspaß entsteht.

Eine solche Schaukel benötigen wir nun für eine kleine gedankliche Reise.

In deiner Vorstellung setzt du nun eine gewichtige Person auf die eine Seite, jemanden der der festen Überzeugung ist, dass man einiges an Aufwand betreiben muss, damit ein Kind die rechten Sachen lernt. Jemand, der gerne das Heft in der Hand hat, was den Lernprozess des Kindes betrifft. Jemand, der sich als verantwortungsvoll begreift, wenn er dafür sorgt, dass das Kind lernt. Diese Person hat ein Bild von Lernen verinnerlicht, was etwas mit Mühe, Anstrengung, Disziplin, Abarbeiten, Kontrolle und externer Beurteilung zu tun hat. Seine Erwachsenenrolle übernimmt diese Person, in dem sie sich ‚in das Leben‘ des Kindes begibt und zu organisieren und vor allem hervorzubringen sucht, dass das, was diese Person unter lernen oder Erziehung versteht, auch auf den Weg gebracht wird. Es geht nicht ohne den Erwachsenen und vor allem ohne seinen unermüdlichen Einsatz. Diese Person findet das unter Umständen auch nicht so toll, ständig schieben, organisieren und vor allem vorausplanen zu müssen, damit das Kind lernt. Es ist sicher anstrengend, aber man tut es so. Die Widerstände der jungen Menschen sind manchmal nervenaufreibend und kräftezehrend, aber die Aufgabe des Erziehenden besteht nun mal darin, den Zögling zu bewegen und in Gang zu halten. Der junge Mensch ist faul und muss in die rechte Richtung bewegt werden. Punkt.

Auf die andere Seite kannst du eine ebenso schwere Person setzen, die eine gänzlich andere Vorstellung vom Lernprozess des Kindes hat. Diese Person geht zunächst mal davon aus, dass Lernen etwas ist, was dem jungen Menschen einfach inne ist. Von klein auf, so glaubt dieser Mensch, weiß das Kind zu lernen. Der Mensch auf der anderen Seite dieser Schaukel ist jemand, der Kinder einfach lieber beobachtet. Er ist fasziniert wahrzunehmen, was sich alles vollzieht im Kind. Diese Person mag lieber ‚draußen‘ bleiben und das eigentliche Lernen dem Kind selbst überlassen. Diese Person vergleicht den Lernprozess im Grunde lieber mit dem Spiel des Kindes. Sie wünscht sich, dass Spielen und vor allem, was diese Person unter spielen versteht, eine ewige Blaupause für Entwicklung und Lernen ist. Diese Person sucht nicht zu kontrollieren und zu organisieren. Vielmehr sieht dieser Erwachsene seine Aufgabe darin, Räume für Kinder in der Form zu gestalten, dass das jeweilige Kind, in seinem Alter solche Umstände vorfindet, die Lernen ermöglichen.  Einmal in Gang gesetzt und ermöglicht, so hofft man hier, ist Lernen etwas, was sich einfach weiter aus sich selbst generiert. Lernen wird nicht als anstrengend und zu organisieren betrachtet. Vielmehr sucht man das Selbstverständnis in der Art zu erklären, dass sowohl der Erwachsene, als auch das Kind von diesem Prozess genährt wird. Die gute Beziehung untereinander wird hier als sehr bedeutsam angesehen. Kinder lernen selbst und immerzu, wenn man sie nur läßt. So versteht dieser Mensch seinen Ansatz und ist damit nicht so sehr in einer ‚Macherrolle‘. Lernen geschieht einfach.

Zum Wohle eines Kindes beginnen wir nun diese beiden Personen miteinander spielen zu lassen. Wir stellen uns vor, dass diese Menschen mit ihren unterschiedlichen Einstellungen miteinander schaukeln wollen. Dafür benötigen wir ein gutes Stück Phantasie, denn für gewöhnlich wollen diese beiden Personen nicht miteinander schaukeln. Sie wollen nicht miteinander spielen.

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Heute gehen wir einfach mal davon aus, dass es etwas Größeres gibt, als das eine der beiden Personen Recht hat. Heute stellen wir uns einfach mal vor, dass diese Personen miteinander einen wertvollen, spielerischen Austausch haben könnten.

Man kann sich gedanklich leicht dahin begeben, dass jede der beiden Personen versuchen möchte seine Position mit Gewicht zu versehen und die andere Person da oben ‚in der Luft verhungern‘ lassen würde. Kennst du diese Momente beim Schaukeln auf der Wippe? Du machst dich einfach ‚schwer‘ und lässt den anderen da oben ‚bammeln‘. Die andere Person hat die Füße nicht am Boden und kann sich nicht ‚schwer‘ machen.

Für einen Moment macht das vielleicht Spaß, aber dann könnte es wieder darum gehen, weiter miteinander zu spielen.

Welche Haltung also wäre wichtig, um wieder miteinander zu schaukeln? Wohin müsste ich mich bewegen? Wie könnten sie beide einen freudvollen Rhythmus aufbauen?

Ich selbst bin ein mittleres Kind. Meine Aufgabe in meiner Kernfamilie war es seit jeher zu vermitteln. Ich tue mich mit den Extremen schwer und finde es bedeutsam beide Seiten anzuschauen und sich in irgendeiner Form in ein Spiel oder in einen Dialog zu begeben.

Ich sehe die Kinder, wie sie mittig auf der Wippe/ Schaukel sitzen. Beide Seiten versuchen das Kind zu sich hin zu bewegen. Sie sind der Meinung, dass das Kind unter der eigenen Vorstellung besser aufwachsen und lernen würde.

Ich wünsche mir mehr Freiheit und mehr Verständnis und mehr miteinander, selbst wenn man unterschiedlicher Meinung ist.

Ich wünsche mir von und miteinander zu lernen und einen Dialog, der nicht so schnell ‚gewichtig‘ und eigenmächtig wird. Ich wünsche mir einen Dialog und ein gemeinsames Spiel, dass die Kinder im Auge behält und eine gewisse Vielfalt ermöglicht. Eine Haltung, die den Kindern ermöglicht in der eigenen Balance zu bleiben. Einen Blick auf das, was Spielen und Lernen ermöglicht.

Ich sehe, dass diese beiden Personen auf der Wippe mit diesem Balken verbunden sind. Ich sehe, dass man sich entlang auf dem Balken aufeinander zu bewegen kann, um ein Miteinander zum Wohl des Kindes entstehen zu lassen. Ich sehe, dass dieses Spiel auf dieser Schaukel nicht funktioniert, wenn man sich nicht aufeinander zu bewegt und sei es nur mit einem wohlwollenden und freundlichen Augenkontakt.

Ich hoffe, dass mein Gedankenausflug dich bereichert hat. Ich hoffe, dass er dir Gelegenheit gibt, einen anderen Blick auf die Dinge zu werfen. Etwas mehr Klarheit und eine geschmeidigere Positionierung ermöglicht. Alles im Hinblick auf die Kinder, die in irgendeiner Form immer zwischen den erwachsenen Personen und all ihren Meinungen zu stehen scheinen.

Wohlwollen und Freundlichkeit auch unter Menschen mit den unterschiedlichen Einstellungen bezüglich Erziehung und Lernen, ist es, was den Kindern gut tut.  Nicht notwendigerweise das  sie sich ‚schwer’ machen in einer Postion und Geisteshaltung.

Die Fähigkeit miteinander zu spielen gewinnt damit eben auch für die Erwachsenen und all ihre so gewichtigen Einstellungen an Bedeutung.

Starre, Verbissenheit und Rechthaberei spielt mit Wohlwollen, Geschmeidigkeit und Beweglichkeit - zum Wohle aller.

Hier findest du Informationen zu meinen Beratungen. Gerade wenn es unterschiedliche Ansätze in deinem Umfeld gibt, dann kann ich dir zur Seite stehen.


Schritt für Schritt das Skript von 'Lernen' und 'Arbeit' korrigieren.

Selten geschieht es, dass Erwachsene ein enthusiastisches Leuchten in den Augen zeigen, wenn ich das Wort LERNEN erwähne.  Die meisten Menschen verbinden damit leider genau das, was man mit folgenden Worten umschreiben würde: pauken, büffeln, Disziplin, Druck, Bauchschmerzen, zwingend notwendig, langweilig, Ferien, Hausaufgaben, …

Seit vielen Jahren schon hatte ich den Wunsch, dass Erwachsene ganz praktisch erfahren können, dass Lernen völlig anders funktioniert. (Auch für sie hätte anders funktionieren können.) Ich wollte einen ‚Raum' schaffen, in dem sie lernen können, wie es hätte für sie sein können, wenn man sie damals gelassen hätte und ihnen Räume und Begegnungen ermöglicht hätte, die wohlwollend und unterstützend gewesen wären.  

Ich dachte, es müsste etwas mit Freiheit zu tun haben, mit Selbstbestimmung, mit Forschen können, mit nicht bewertet werden, es müsste erlaubt sein in Bewegung zu sein und genau mit dem Menschen Zeit zu verbringen, der mich in dem Moment anspricht. Ich müsste als Erwachsener Gelegenheit haben, meine eigenen Antennen nutzen zu können, mich mit dem zu beschäftigen, was mich in dem Moment interessiert. Ich müsste die Chance haben, entscheiden zu können, wie tief ich mich gerade in ein Thema bewege. Es müsste eine Menge Ähnlichkeit haben, mit der Art, wie kleine Kinder spielen, wenn man sie nur lässt. 

Längst wissen wir, wie ungeheuer viel die Kleinsten lernen.  

Ich selbst habe in den letzten Jahren die Gnade erlebt, in vielen Fällen genau so lernen zu können. Ich hatte tolle Lehrer, ich habe Kurse besucht, die mich um die halbe Welt geführt haben.  Ich habe es spüren können, wie es ist, wenn ich als Erwachsene, meinem eigenen, inneren roten Faden folgen kann.

 Ich möchte genau das den Kindern dieser Zeit erhalten. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie exakt diese Fähigkeiten benötigen, um in dieser turbulenten Zeit gut navigieren zu können. Kinder brauchen in diesem Zeiten, die Möglichkeit aus ihrer Einzigartigkeit schöpfen zu können. Das wird ihnen ermöglichen in der Zukunft eine Arbeit zu haben, die sie erfüllt. Es wird Berufe geben, die wir im Moment noch nicht einmal denken können.

Daher ist es wichtig, dass die Kinder nah an ihrem wissenden Kern bleiben können.

Damit Erwachse das  verstehen und Lernfelder für Kinder schaffen, die das ermöglichen, muss ich exakt das für Erwachsene erfahrbar und spürbar machen. 

Genau das habe ich im vergangenen Jahr vor einer Gruppe von etwa 50 Menschen zum Ausdruck gebracht. Auf meine Äußerung und vor allem auf das öffentlich machen meines Traumes, haben sich Martina Tadli und Fabian Büser unabhängig voneinander gemeldet und gesagt: 

„Da bin ich dabei!“

Wir haben uns getroffenen unser Gemeinsames darin entfaltet. Wir haben in Gesprächen genau das herausgefiltert, wo sich unser aller Träume treffen. Es würde um das wundersame Lernen gehen und es würde um die Zukunft der Arbeit gehen. Wir drei wollten eine Veranstaltung kreieren, in der Erwachsene zusammen kommen und auf der Basis der Themen ‚Lernen‘ und ‚Arbeit‘ zukunftsfähiges Konzepte entwickeln, die sie dann später in ihrer unmittelbaren Umgebung aussäen könnten. 

Das Ergebnis, was aus den persönlichen Ideen der Einzelnen entstanden ist, ist das EduWorkCamp 17.+ 18. November 2017, in Herborn (Hessen).

Ich würde mich sehr freuen, wenn du dabei bist und mit uns gemeinsam co-kreierst, wie das Lernen und die Arbeit der Zukunft aussehen könnte, damit sie Menschen im doppelten Sinne nährt. Schau dir unsere Einladung an und sei dabei:

www.eduworkcamp.de


Was ist Erziehung? Gorilla-Weisheit in einer vermutlich fiktiven Geschichte.

Was ist Erziehung? Gorilla-Weisheit in einer vermutlich fiktiven Geschichte.

Begleite diese Mutter ein Stück auf ihrem Weg durch einen ganz normalen Alltag. Vielleicht wirst du auf wundersame Weise einen andern Blick auf deine Alltagsherausforderungen im Leben mit Kindern erhalten.

„So hilf mir doch“, dachte die junge Mutter, und sandte damit ein Stoßgebet an das Universum.

Sie musste mal raus von zu Hause und war daher mit dem jüngsten Sohn im Kinderwagen in den Zoo gefahren. Es tat ihr gut die häusliche Umgebung hinter sich gelassen zu haben.
Das Gequengel, die Wäsche, den ständigen Anblick dessen, was auch noch zu erledigen wäre, alles schnürte ihr ein enges Band um den Brustkorb.
Sie fuhr mit ihrem Sohn von Gehege zu Gehege und konnte den Gedanken nicht loswerden, dass sie selbst sich in einer ähnlichen Situation befand, wie die Tiere im Zoo.

Sie fühlte sich in ihrem Alltag hoffnungslos eingesperrt.
Im Grunde ging sie gar nicht gerne in den Zoo, denn der Anblick der meisten Tiere, versetzte ihre sensible Seele in Unruhe und Trauer. Die Augen der meisten Säugetiere waren ausdruckslos, fahl und lehr.

Doch heute fühlte sie sich vom Zoo magnetisch angezogen. Während sie den im Zoo vorgegebenen Wegen folgte, verstummte ihre Gedankenkarussell allmählich und wich einer gewissen inneren Taubheit. Der Kleine war eingeschlafen.

Inzwischen war sie am Affenhaus angelangt und sah die alte Gorilla Dame unweit der Glasscheibe sitzen. Sie saß in nur etwa zwei Meter Entfernung. Zu nah, um sich ihrem Einfluss zu entziehen.

Die Mutter setzte sich auf die Bank und befand sich regelrecht auf Augenhöhe mit ihr. Sie blickten einander an, eine große Stille umgab die beiden. Man hätte eine Haarnadel fallen hören.

Ein wortloser Gedankenaustausch stellte sich ein.

Nun formten sich diese Worte erneut in ihrem Inneren und richteten sich diesmal direkt an die Gorilla. „So hilf mir doch“, sagte die Mutter zu der Äffin mit den tiefbraunen und besonderen Augen. „Ich bin verloren, ich weiß nicht mehr, was zu tun ist? Ich kann nicht klar sehen in dem ganzen Erziehungsnebel. Ich habe den Eindruck in einem Karussell zu sitzen, dass sich immer schneller dreht? Mir fehlt die Erdung und der Anker. Warum ist es für uns Menschen so kompliziert, mit den Kindern zu wachsen? Was ist Erziehung?“

In ihrem Kopf nahm die Mutter die Stimme des Gorilla Weibchens wahr.

Sie sagte: „Ihr Menschen macht es euch viel zu kompliziert. Eure heil- und ziellosen Gedanken erschweren euch das schlichte Dasein. Ihre habt euch viel zu sehr vom Leben entfernt. Dir insbesondere fehlt das simple, unmittelbare Wahrnehmen deiner sinnlichen Empfindungen. Du bewegst dich nur noch wie ein blutleerer Geist durch den Alltag. Deine Kinder spüren das. Sie fordern dich mit großer Anstrengung auf, „zurück“ zu kommen. Sie brauchen dich ganz unmittelbar in deinem Körper. Schau dir Tiere an, lerne von ihnen.

 

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Letztendlich geht es nur darum, deinen Kindern deine wohlreflektierten Werte und Verhaltensweisen zu vermitteln und das auf der Grundlage von Geborgenheit und Sicherheit. Dabei kannst du auch Fehler machen. Wie sonst soll das gehen? Das ist alles. Das kannst du doch? Mach es dir nicht unnötig kompliziert!"

Tränen der Rührung und Dankbarkeit wischte die Mutter sich mit dem Handrücken aus dem Gesicht. Sie schniefte einige male während sie die Wahrheit dessen spürte, was ihr die Gorilla vermittelt hatte.

Die Mutter bedankte sich und fragte, ob es etwas gäbe, was sie tun könne, um der Äffin in ihrer widrigen Situation im Zoo zu helfen?

„Ich danke dir für deinen Besuch und deine Fürsorge. Ich freue mich, wann immer du wieder vorbei kommst. Alles ist gut. Ich bin da, für alle, die m(ich) sehen und hören können. Es ist wie es ist.“

Auf ihrem Heimweg spürte die Mutter eine enorme Erleichterung. Zuviel hatte sie sich und ihrer Familie in der Vergangenheit auf die Schultern gepackt. Ihre Kinder waren ein feiner Seismograph. Sie würde ihn besser lesen lernen. Sie würde sich damit beschäftigen, welche künstlichen Konstrukte sie loslassen könnte und wo sie ihr Gepäck erleichtern könnte.
Sie wollte sich aufmachen, die Einfachheit und Natur der Dinge zu erkennen. Sie wollte Ballast abwerfen und wieder lauschen lernen.


Im Grunde ist längst alles gesagt.

Im Grunde ist längst alles gesagt.

Bezüglich Kindererziehung ist so viel zum Ausdruck gebracht, geschrieben und gezeigt worden. Wissenschaftliche hat man inzwischen so viel untersucht, nachgewiesen und auch populärwissenschaftlich dargestellt. Ich gehe davon aus, dass viele Erwachsene wissen, was es eigentlich braucht, damit Kinder gesund aufwachsen können.

Es mangelt also (in vielen Fällen) nicht an Wissen oder Bildung der Erwachsenen, wie der Erziehungsalltag sich leichter, freudvoller und vor allem stressfreier gestalten könnte, sondern an Bewusstheit.

Damit meine ich, dass dein Erziehungsalltag unter Umständen von deinen eigenen Konditionierungen getrieben ist, wenn du nicht ein gewisses Maß an Bewusstheit aufbringst, um die Herausforderungen, die du mit deinen Kindern hast, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Du kennst doch sicher diese Situationen in deinem Alltag, die immer an der selben Stelle abglitschen. Du jeden Abend zum Thema Zähneputzen, Schlafengehen, Aufstehen, Anziehen, Hausaufgaben etc. den Eindruck hast : „Und täglich grüßt das Murmeltier.“

Jeden Tag ist es erneut so, dass zunächst deine Überzeugungen, dann aber auch deine Emotionen und die Herangehensweisen, die du in deiner kulturellen Umgebung aufgesaugt hast, deine sich immer wiederholenden Reaktionen fest im Griff haben. (Bis sie es nicht mehr haben. ;) )

Wenn du der Meinung bist, dass deine Kinder nur nach dieser oder jener Abfolge von Ritualen ins Bett gehen können. Schüler nur und ausschließlich mit fertigen Hausaufgaben in die Schule gehen können, die Kinder sich immer gesund ernähren sollten und sich nie schlecht benehmen sollten. Dann gibt es alleine in dieser kleinen Aufzählung schon unzählige  Handlungsalternativen, die aber erst mal erkannt sein wollen. Wenn diese Ansätze fest in den Klauen von kulturellen oder auch persönlichen Wertvorstellungen liegen, die aber nicht notwendigerweise nah an den eigentlichen Bedürfnissen deines Kindes liegen, dann haben die Sorgen der Vergangenheit und die Ängste vor einer möglichen Zukunft deinen gegenwärtigen Moment mit den Kindern fest im Griff.

In den Gesprächen mit Eltern nehme ich wahr, dass viele sich in dieser „..und täglich grüßt das Murmeltier - Situation" befinden, sich darüber auch oft schlecht und sogar schuldig fühlen. Sie wissen nicht recht, wie sie an die Seite treten und dann vor allem ‚in eine andere Richtung' gehen können, um sich und den Kindern das Leben zu erleichtern.
Ich erfahre einen großen Wunsch nach Veränderung und den Willen sich aus den täglich wiederkehrenden Situationen hinaus zu bewegen.

Doch auf Grund unserer eigenen Erziehung verbinden wir uns immer wieder (auch ein Murmeltier) mit dem Verstand oder in dem ganzen eigenen, selbst gemachten ‚Emotionsgeröll‘ mit den Kindern.

Im Grunde braucht es die Gegenwärtigkeit der Erwachsenen, damit die Kinder sich selbst und die Erwachsenen spüren können. Im Gespräch mit den Eltern beschreibe diesen unglücklichen Zustand der Kinder folgendermaßen.

Die Kinder nehmen uns allzuoft als eine lehre Hülle oder ‚geisterhaft‘ war, weil wir als Eltern so oft durch unsere Emotionen in der Vergangenheit oder in der sorgenvollen Zukunft verhaftet sind. Die Kinder können uns dann nicht spüren. Das merken wir dann an den unerklärlichen Wutausbrüchen der Kleinsten oder an dem ständigen Zerren und Nagen an unseren Nerven.

Im Grunde fordern sie uns auf präsent zu sein, im Hier und Jetzt ‚anwesend‘ zu SEIN.

Die Kinder signalisieren ganz unmißverständlich, dass ihnen etwas fehlt von uns. Es ist nicht nur die körperliche Anwesenheit, oder die Verbindung in Gesprächen und Tagesabläufen, sondern das fehlende Element ist eine Seinsqualität, die nur schwer zu beschreiben ist. Ich bin mir aber sicher, dass du genau weißt wovon ich rede.

Wenn du mit deinem Partner am Tisch sitzt, diese(r) zwar anwesend ist, aber in seinem/ihrem Smartphone aufgeht. Wie fühlt sich das an? Was fehlt dir in diesem Moment? Es ist eine gewisse Zugewandtheit und ‚Bezogenheit’ aufeinander. Du kennst sicher auch den umgekehrten Fall. Das du dich mit deinem Partner in einem Raum befindest. Ihr beide seid mit ganz unterschiedlichen Dingen beschäftigt, aber ihr seid aufeinander bezogen und auch miteinander in Verbindung? Kennst du das? Wie fühlt sich das an? Angenehm? Unterstützend?

Deine Kinder haben sehr feine Antennen dafür, wenn du nicht wirklich gegenwärtig bist und in deinem Verstand verhaftet und vielleicht auch gefangen bist. Sie spüren, dass du nicht präsent bist.
Hast du von deinen älteren Kindern schon mal gehört: „Du bist ja nie da!“ Sie empfinden es so und du bist sehr verwundert, weil du dachtest, dass du doch den ganzen Tag, oder das ganze Wochenende da gewesen wärest.
Die Kinder spüren ganz unmittelbar, dass du ihnen etwas vorenthältst und reagieren in den meisten Fällen sehr ungehalten oder ebenfalls verletzend.

Ich selbst erwische mich auch dabei ‚nicht anwesend‘ zu sein, doch meine wachsende Bewusstheit darin hilft mir, dass hier beschreiben zu können und auch Wege aufzeigen zu können, um dieser doch meist unbewussten Entfremdung entgegenzuwirken.

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Ein Großteil der Probleme, die Eltern mit ihren Kleinsten haben, sehe ich hier begründet. Wenn die Kinder älter werden, verwandelt sich dieser Mangel an Bewusstheit oder Gegenwärtigkeit mehr und mehr in Desinteresse, Wut oder Widerstand.

Auf deinem Weg empfehle ich dir, Mittel und Wege zu entwickeln, um deine Bewusstheit zu verfeinern. Die Herausforderungen mit deinen Kindern sind keine Kriegserklärungen. Ich verstehe sie vielmehr als klare, unmißverständlichen Aufforderungen, in den Spiegel zu sehen und die Tatsachen anzuerkennen, dass Kinder dir die Gelegenheit geben, dich nachzuentfalten, während diese sich entfalten. Lernen gemeinsam zu wachsen und dies zu ermöglichen, scheint mir eine wachsende Notwendigkeit und Qualität dieser Zeit zu sein.

Für mich hat sich diese Haltung in fast 25 Jahren, als sehr bereichernd erwiesen.

Schreib mir oder rufe mich an, wenn ich dir auf deinem Weg behilflich sein kann.

 


Jetzt reg dich mal ab!

Benny war mal wieder völlig ausgerastet. Aus der Sicht eines Erwachsenen hätte man meinen können, dass es doch nur eine Kleinigkeit war, dass seine Mutter ihm untersagt hatte, dieses Computerspiel zu spielen.
Sie konnte einfach nicht nachvollziehen, dass ihn dieses Verbot hat die Fasson verlieren lassen. Er wütete im Wohnzimmer umher, schrie laut durch die Gegend und hatte sogar Mutters iPad auf den Boden geknallt. Die Situation war völlig aus dem Ruder geraten und Nina blieb nichts anderes übrig, als ihn lautstark und vehement in sein Zimmer zu verbannen. Sie tat dies aus zweierlei Gründen. Zum einen wollte sie eine Pause, sie war so sehr mit ihrem Latein am Ende, dass sie sich nicht anders zu helfen wusste, als der Situation in irgendeiner Weise einen Stop-Riegel zu verpassen.
Zum zweiten war es die am Ende ihrer Scala liegende Möglichkeit, ein letztes Quentchen Erziehung walten zu lassen. Sie musste Benny irgendwie zur Ordnung rufen. Es ging doch nicht so weiter, dass er schon in seinem zarten Alter den Tanz im Haus führte?

In seinem Zimmer ging es dann gleich weiter. Die Tür knallte, der Inhalt seiner Regals flog krachend auf den Boden. Eine Wasserflasche wurde an die Tür geknallt.

Inzwischen war Nina noch unsicherer. Was sollte bloß werden, wenn er erst mal 2- 3 Jahre älter wäre? Wie sollte sie diese Situation wieder seinem Vater erklären?

Er, der den ganzen Tag nicht da ist, würde wieder sagen, dass man einfach härter und konsequenter durchgreifen müsse. Er, der kaum Zeit für den Jungen hatte, würde so überzeugend mit seinen Sprüchen daher kommen.
Mögliche Kommentare ihres Mannes hatten noch zusätzlich ihr destruktives Kopfkino angeregt und sie verunsichert. Sie spürte ihre Ohnmacht bis in die Fußsohlen - verdammt!

Kochend vor Wut und im selben Moment außer Gefecht gesetzt, wandte sie sich an Friederike. Sie hatte 3 Jungs und wohnte in der Nachbarschaft.
Sie musste ihr doch irgendwas plausibles sagen können? Etwas, das ihr Unwohlsein ein wenig lindern würde?

Friederike hatte sich alles angehört. Sie ließ Nina komplett ausreden und konnte richtig gut nachvollziehen, in welcher Zwickmühle sich diese Frau gerade befand. Es war ein ganz elender Punkt, von weder nach rechts noch nach links rücken können. Ein Punkt der maximalen Entfernung zu einer gewissen Souveränität im Erziehungsalltag.
Der Ausblick auf das Gespräch mit ihrem Mann und die Vorstellung von weitern Eskalationen in der Familie, wenn Benny denn mal älter sei, fesselten Nina mit Panzertape und nach hinten gebundenen Händen an diesem Marterpfahl fest, den sie auch nur allzu gut kannte. Keine Möglichkeit für Veränderung, keine Entspannung in Sicht.

„Ich kenne den Ort sehr gut, an dem du dich gerade befindest. Früher, noch bevor ich das dritte Kind hatte, fühlte ich mich selbst so ‚ungeschmeidig‘. Ich dachte, dass sich das nie ändern würde“, fing Friederike ganz ruhig und einfühlsam an zu sprechen.

Sie fuhr damit fort, Nina zu erklären, dass sie seinerzeit viele Bücher gelesen hatte und endlose Gespräche mit Freundinnen geführt hätte. An einem ganz bestimmten Punkt sei dann die Erkenntnis in ihr aufgetaucht, dass sie die Lösung für diesen Nerventerror an einer ganz anderen Stelle würde suchen müssen.

Der bisher unbekannte Ort hätte diese Straßenschilder am Wegesrand stehen. Auf den Wegweisern würden diese Hinweise für jeden Menschen (in einer anderen Reihenfolge) zu lesen sein:

  • Durchatmen
  • Neugierig sein, was genau das Ärgernis sein könnte
  • Unmittelbarkeit
  • Sich selbst die Erlaubnis geben, auch sauer sein zu können.
  • Mir reichts auch
  • Es gibt Regen und Sonnenschein
  • Manche Kinder sind so, es ist ihre Art sich ins Leben zu stellen.
  • Einfach mal selbst die Situation und den Raum verlassen
  • Aus dem Erziehungsmodus aussteigen mehr in Beziehung denken lernen
  • Ich kann nicht für Dauerglück beim Kind sorgen
  • Warum nicht mal paradox reagieren, unerwartet eben
  • Rastplatz 300 Meter
  • Wohlwollen für mich
  • Stop
  • Halteverbot im Wendehammer

Friederike erklärte ihr, dass sie selbst sich irgendwann vorgenommen hätte, diese Schwere aus dem Alltag mit ihren Jungs zu verbannen. Sie wäre zu dem Schluss gekommen, dass sie es durch aufgesetzte Erziehungsmaßnahmen nicht in den Griff bekommen würde. Also hätte sie die Entscheidung getroffen, für sich selbst mehr Leichtigkeit und Einfachheit zu integrieren. Sie wollte mehr für sich sorgen und nicht ihren Seelenfrieden von der Folgsamkeit der Kinder abhängig machen. An einem gewissen Punkt sei ihr klar geworden, dass sie ganz radikal etwas ändern würde müssen, sonst würde sich diese Stimmungssog nach unten verselbstständigen. So wollte sie nicht mehr leben. Sie entschied sich für eine bessere Lebensqualität für sich selbst!

„Ja , aber ….“ kam es aus Nina herausgeplatzt. „…ich bin verloren in dem ganzen anstrengenden Gedöns, ich kann nicht mehr.“

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„Ich weiß“ ,sagte Friederike. „Was du vielleicht tun kannst, ist die Entscheidung zu treffen, dich ab sofort mehr um dich selbst zu kümmern, dafür zu sorgen, dass es dir gut geht und auch, wenn es dir befremdlich erscheint, mal etwas Energie von deinem Sohn abzuziehen, das hat mit damals sehr geholfen.“

Beim Zuhören spürte Nina, wie Friedrikes Worte ganz unvermittelt in ihr ‚klingelten‘, sie fanden einen gewissen Widerhall. Sie spürte, dass dies ihre Weg sein würde. Sie würde diese Information mit nach Hause nehmen und mal eine Nacht darüber schlafen. Zuviel war in ihr war in Aufruhr, um so einfach ‚ja‘ dazu sagen zu können.

Schon auf dem Nachhauseweg spürte sie, wie sich ihre Körperzellen neu zu sortieren schienen. Als ob ein unsichtbarer Magnet ihrem Inneren eine neue Ausrichtung gegeben hätte.
Als sie die Haustür betrat, war ganz wundersam eine erste Veränderung eingetreten. Benny saß im Garten. Wortlos ging sie auf ihn zu. Benny konnte sie zunächst noch nicht sehen, aber er konnte sie längst erspüren. Er konnte empfinden, dass Mama innerlich leichter war. Noch zögerte er einen Moment, weil auch er verunsichert war. Als sie einander in die Augen sahen, war alles klar. Wortlos nahmen sie sich in den Arm. Kiloweise fiel die Schwere von beider Schultern.

Alles ist gut.

 

Das nächste Tagesseminar:  "Wie du Stress und ‚genervt sein‘ im Alltag mit deinem Kind in Leichtigkeit und Freude verwandelst." findet schon bald statt. Info dazu findest du hier.

Schau dir auch das EduWorCamp 2017 an. Eine ganz eigenwillige tolle Art, die Themen um Erziehung, Lernen, Familie und Arbeit zu bewegen. Vielleicht bist du dabei?

 

 

Jetzt reg dich mal ab!


Was hat die Bewegungsentwicklung mit dem Lernen zu tun?

„Ich verstehe dich nicht“, sagte Sabrina zu Rebecca. „Was hat denn die Bewegungsentwicklung mit dem Lernen zu tun?“

Rebecca war in ihrer unmittelbaren Umgebung, im Kreis der anderen Frauen nicht so gerne gesehen. Sie wurde als eine gewisse Exotin oder als Paradiesvogel beschrieben. Hinter ihrem Rücken wurde über sie getuschelt.
Sie hatte 2 Kinder und die anderen Mütter mochten sie nicht allzu sehr, da sie oftmals diesen schrecklich entspannten Eindruck machte. Wann immer man sie sah, hatte sie ein Lächeln im Gesicht.
Alleine ihr Anblick, die bunten und farbenfrohen Klamotten, die sie trug, sowie die Art und Weise, wie sie so selbstverständlich und selbstsicher mit ihren Kindern war, konfrontierte die anderen Mütter.
War sie in der Nähe, dann spürten die Frauen, was sie auch gerne leben würden. Sie bekamen einen Hauch von der Idee, wie sie sich das Mutter sein eigentlich vorgestellt hatten.

Wenn sie dann hinter ihrem Rücken bissige Bemerkungen machten, dann war das die Art und Weise, wie sie sich selbst schützen konnten, vor diesem Schmerz, den sie selbst so gar nicht im Griff hatten.

Sie fanden sich in den Situationen, in denen ihre Kinder ständig quengelten, keinen Mittagsschlaf mehr halten wollten, den anderen Kinder Spielzeug über den Kopf knallten. Abends blieben sie bis 10.30 Uhr auf, nur um dann kurz nach Mitternacht ins Ehebett zu kommen. Die Mütter waren so gestresst und so genervt, weil es eben nicht harmonisch war und auch die Ehe unter diesem Dauerstress litt.

Die Geschwister hatten ständig streit, das Einkaufen im Supermarkt war ein Drahtseilakt und die Bemerkungen der Erzieherin im Kindergarten schürten schon mal das Bild, dass man unter Umständen an eine Therapie denken müsse, weil das Kind mit 3,5 Jahren noch keine Schere benutzen könnte.

Doch Sabrina war mutig und sprach Rebecca an, sie wollte nun ernsthaft wissen, was sie tun könnte, um die Lebensqualität ihrer Familie zu erhöhen. Sie wollte wieder lachen können und sich überhaupt wieder entspannen können. Zu lange war es her, dass sie Gelassenheit ausgestrahlt hatte. Mutig hatte sie nun endlich den Kontakt gesucht.

Vergangene Woche hatte sie mit Rebecca beim Abholen im Kindergarten eine Gespräch begonnen. Ihr war aufgefallen, dass Rebecca das Baby oft auf dem Boden ablegt und in Ruhe spielen läßt. Sie selbst würde sich das nicht trauen. Sie hätte zu viel Angst, dass ihr Kind Dreck in den Mund steckt, oder die Kinderkleider schmutzig würden. Überhaupt? Wozu hatte sie denn den Autositz? Darin war der Kleine doch prima aufgehoben und sicher?

Ihr war auch aufgefallen, wie achtsam und vorsichtig Rebecca ihre Kinder aufnimmt, anzieht und mit ihnen spricht. Rebecca zu zuschauen hatte eine heilsame, beruhigende Wirkung auf sie. Ihre Bewegungen mir ihren Kindern hatte etwas von Tai Chi. Als ob sie selten in Eile wäre.

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Auf dem Nachhauseweg erklärte Rebecca, wie der Körper und die Bewegungsentwicklung der Kinder ganz unmittelbar etwas mit der Lebensqualität des Kindes zu tun hat. Sie beschrieb ihr, wie das freie Spielen und sein dürfen eine Menge mit der Zufriedenheit im Leben zu tun hat. Bewegung und die Qualität von Berührung sei nahrhaft für ein Kind oder eben Fastfood. Sie sprach von der Lebensqualität eines Babys.
Auch hatte sie ihr erklärt, dass sie das Kleinkind möglichst oft auf dem Boden ablege oder absetze , weil es hier die zweite Mutter(erde) habe. Diese gebe Sicherheit, denn es könne dem Kind nicht so viel passieren, weil es eigenständig auf dem Boden agieren könne und viele tolle Dinge über sich heraus finden könne.

Rebecca hatte das so formuliert:
„Auf dem Boden lernt dein Kind. Es findet heraus, was es kann und hat damit Gelegenheit ein gutes Gefühl zu entwickeln. Die Mutter(erde) lehrt auch wer das Kind ist, denn sie gibt immer Gelegenheit sich zu bewegen und selbst zu erfahren. Das kann dein Kind dann tun, ohne in irgendeiner Weise abhängig von einem Erwachsenen zu sein. Damit hat dein Kind ganz viel Gelegenheit mit sich selbst und seinen eigenen Fragestellungen beschäftigt zu sein. Es lernt, es lernt aus sich selbst heraus. Und dies sind dann die besten Voraussetzungen für lebenslanges freudvolles Lernen. Damit lernst du sozusagen für dein ganzes Leben. Die Wurzeln dafür werden ja hier, ganz am Anfang gelegt, verstehst du?“

„Kann es sein, dass meine Kinder im Gegensatz zu deinen gelernt haben, ständig von mir und meinen Aktionen abhängig zu sein“ ?, fragte Sabrina und fing fast an zu weinen. Es hatte sie eine ganze Menge Mut gekostet, sich einzugestehen, dass sie selbst es gewesen sein könnte, die ihre Kinder und sich in diese Abhängigkeitsspirale gefahren hatte.

Rebecca schaute ihr in die Augen und während sie anfing zu sprechen, strich sie ihr mitfühlend über die Schultern. „Schau, das ist alles gar nicht schlimm. Du hast gar nichts verkehrt gemacht. Jeder macht es gerade so gut, wie er kann. Auch ich habe mir ganz am Anfang meiner Mutterschaft Unterstützung holen müssen und ich bin froh, dass mir Menschen begegnet sind, die mich haben aufhorchen und nachdenken lassen, ohne mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Rebecca hat Sabrina eingeladen. Demnächst wird sie einfach einige Zeit mit ihr verbringen und damit die Gelegenheit haben, Rebecca und ihre Familie beobachten zu können. Sie ist fest entschlossen weiter zu lernen und damit neue Wege zu gehen. Sie will lernen, wie man Dinge anders angehen kann, wie man sich stärken kann. Sie will selbst eine Veränderung sein.

Es fühlt sich einfach richtiger an.

Das nächste Tagesseminar:  "Wie du Stress und ‚genervt sein‘ im Alltag mit deinem Kind in Leichtigkeit und Freude verwandelst." findet schon bald statt. Info dazu findest du hier.


Da, wo 'Fehler machen dürfen‘ und ‚Vertrauen schenken‘ wachsen kann.

Da, wo 'Fehler machen dürfen‘ und ‚Vertrauen schenken‘ wachsen kann.

Vertrauen und ein gutes Pfund Vertrauensvorschuss, sind leider noch immer sehr selten, wenn es um das Thema ‚Lernen‘ geht.
Anhand einer kurzen Geschichte über einen erwachsenen Mann, beschreibe ich, warum Vertrauen so bedeutsam ist.
Schwierig in unserer Zeit, die nach messbaren Ergebnissen schreit, ist es Vertrauen wachsen zu lassen. Vertrauen wirkt nicht vordergründig, aber zwischen den Zeilen.

Kürzlich hat mir ein erfolgreicher junger Mann erzählt, wem er es unter anderem zu verdanken hat, dass er heute Erfolg, Anerkennung und Zufriedenheit in seinem Beruf haben kann.
Er hat mir sehr glaubwürdig beschrieben, dass es mit dem Vertrauen zu tun hat, das sein Chef in ihn setzt.
Nach seiner Erzählung ist sein Chef einer dieser einzigartigen, charismatischen Menschen, die ihn von Anfang an dazu angehalten haben, Fehler zu machen. Dieser Chef habe ein außerordentliches Wissen um die Bedeutung von Fehlern. Er kritisiere Fehler nicht, sondern ermutige diese ausdrücklich. Er wisse, dass gemachte und integrierte Fehler ein Teil der Persönlichkeitsbildung sei. Er hat beschrieben, wie dieser Chef ihm Wohlwollen entgegen bringe und im selben Moment eine Art Sparringspartner sei. Er hat mir recht anschaulich diesen Balanceakt, zwischen Vertrauen geben und ‚Reibestein‘ sein, beschrieben.
Der weitsichtige Chef weiß, dass dieser junge Mensch, der eine Menge Fehler gemacht haben wird, durch seine gereifte Persönlichkeit wirken wird und damit eine besondere Ausstrahlung auf die Kunden und damit das gesamte Unternehmen haben wird. Dieser Chef ist ein guter und weiser Lehrer.

Wenn es um Fehler machen geht, dann können Erwachsene im Leben mit Kindern ein Stück entspannen. Es ist bedeutsam Vertrauen zu schenken und nicht 24/7 dem Impuls folgen zu müssen, erziehen zu müssen, um ‚Fehler‘ auszumerzen. Vertrauen schenkende Erwachsenen trauen dem Kind in einem weit größeren Maß das Leben zu und wissen aus eigener Erfahrung um Fehler und deren Bedeutung. Sie sind nicht der Sucht verfallen ständig eingreifen und korrigieren zu müssen.
Sie vertrauen.

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Wenn Vertrauen eine nicht in erster Linie messbare Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder hat, dann frage ich mich, an welchen Stellen kann mehr Vertrauen geschenkt werden?

Dabei ist mir sehr bewusst, dass es mit dem Thema ‚Vertrauen‘ , gerade mit Schulkindern, ein Gang auf Messers Schneide ist. Einerseits wachsen sie in einem System heran, dass die Kinder sehr stark kontrolliert, organisiert und bewertet . Im selben Moment weiß sicherlich jeder Erwachsene aus eigener Erfahrung, wie stärkend und nährend eine vertrauensvolle Haltung eines anderen Menschen wirken kann?

Wichtig also, sich als Erwachsener dieser Zwickmühle bewusst zu sein und auf Vertrauen zu setzen, gerade aus dem Grund, dass die Umstände es oft erschweren:

  • Kannst du Vertrauen schenken, dass dein Kind weiß, was es ißt und was es trinkt?
  • Kannst du Vertrauen schenken, ob und wann das Kind seine Hausaufgaben macht?
  • Kannst du Vertrauen schenken, dass dein Kind diese oder jene Herausforderung und Kränkung auch alleine meistern kann und wird?
  • Kannst du Vertrauen schenken, dass dein Kind ab einem bestimmten Alter alleine ins Bett gehen wird, Zähne ohne deinen Kommentar geputzt haben wird, das Licht ausgemacht hat und den Herd abgestellt hat?
  • Kannst du den Geschwistern Vertrauen schenken, dass sie ganz ohne deine Einmischung, ihre Zwistigkeiten regeln werden?
  • Kannst du dir Vertrauen schenken, dass du heute viele Dinge bezüglich der Kindererziehung nicht weißt, aber das du trotzdem ‚richtig‘ und wertvoll bist?

Das Vertrauen in die Kinder und das Vertrauen in die eigene Beziehung zu sich selbst gehen Hand in Hand. Sie sind unter Umständen nicht mehr einfach da, sondern wollen regelrecht nachentfaltet werden. Kinder geben uns immer wieder gute Gelegenheit uns zu hinterfragen und neu zu sortieren.

Kinder schenken uns meist weiterhin ihr Vertrauen, auch wenn wir als Erwachsene viele Fehler machen. Auch das können wir von ihnen lernen.

Hier findest du Informationen zu meinem nächsten Tagesseminar hier in der einzigartigen Köttinger Mühle. Mit Sicherheit ein toller Ort, um einen besonderen Tag zu verbringen.

 

 

Da, wo 'Fehler machen dürfen‘ und ‚Vertrauen schenken‘ wachsen kann.


Was sich hinter deinem Rücken abspielt, ist von größerer Bedeutung, als du denkst.

Hast du eine Aufmerksamkeit für den Raum hinter dir? Hast du eine Vorstellung zu dem, was sich in diesem Moment hinter dir befindet. Kannst du erspüren, was sich im Raum hinter dir abspielt, während du diese Zeilen liest. Schließ gerade für einen ganz kleinen Moment die Augen und spüre nach?

Ich habe dir diese Fragen gestellt, um dir die Möglichkeit zu geben für einen kleinen Moment den ‚Modus‘ zu verlassen, in dem du vermutlich für gewöhnlich operierst und aus dem heraus du den Alltag mit den Kindern zu regeln suchst.
Kannst du auch wahrnehmen, wie du für gewöhnlich sehr stark nach ‚vorne’ orientiert bist, wie du deinen Sinne benutzt, um zu lesen, im Smartphone oder am Computer ein Wissen zu erhaschen, von dem du gerade im Moment meinst, dass es notwendig wäre. Kennst du es, dass du in Gedanken schon viele Schritte voraus bist, weit voran, im ‚Geiste vor dir‘, vor dem Moment , der gerade eben ist.

Und genau da, da vorne, suchen wir die Dinge zu regeln und unsere Herausforderungen mit den Kindern zu stemmen.

  • Noch schnell im Stehen einen Biß in den Kuchen, während du die SMS beantwortest, dein Kind neben dir, frei schwebend im deinem gestressten geistigen Universum.
  • Während der Autofahrt gerade noch da vorbei fahren, damit man noch schnell was erledigen kann.
  • Dein Kind sitzt im Auto angeschnallt, während du mal eben schnell in den Laden springst. Du als ‚Geist‘ unterwegs , in Gedanken bei deinem Kind im Auto, aber auch nicht wirklich präsent beim Bäcker, ungeduldig, der Zeit voran. Nicht im Auto und nicht beim Bäcker, schon gar nicht präsent im Körper.
  • Am Abend, du bist gerade dabei deine zwei Kinder ins Bett zu bringen, innerlich verärgert, weil dein Partner noch nicht da ist. In Gedanken weit voraus, eben an dem Punkt, wo du in 40 min. sein möchtest. Ausgerechnet heute klappt es nicht mit der ‚Bettruhe’. Du bist in Gedanken voran.
  • Kennst du diese endlosen Geschichten und inneren Dialoge, die dein Geist konstruiert? Du bist in Gedanken. Du hast ein Probleme mit XY und dein Kopf konstruiert die tollsten Geschichten, bist in Dialoge verwickelt, innere Streitgespräche, gedankliche Kapriolen. Du funktionierst als eine Art unsichtbare Hülle, nicht wirklich präsent in deinem Körper. Dein Kind neben dir, ungebunden in deinem geistigen Gedankenstrudel.

Dein Verstand ist ungezählte Stunden am Tag damit beschäftigt, ganzheitliche Zusammenhänge zu sezieren, in Stücke zu schneiden, Konstrukte und Konzepte zu bauen. Und so sind Erwachsene es gewohnt die Herausforderungen mit den Kindern anzugehen und noch mehr zu lesen, noch mehr Information zu sammeln, noch schnell eine WhatsApp, dass wir nicht bemerken, wie dies ein Spirale ist, die uns immer tiefer in den Sumpf führt. Wir sind so erzogen und hinterfragen diese viel genutzte geistige Betriebsanleitung nicht. Man macht es eben so . Jeder macht es so.

Dies ist die eine Sache und daraus entsteht aber dann auch gleich das zweite Problem. Wir sind es so sehr gewohnt in diesem Modus zu operieren, dass wir die Kinder mitten hinein zerren, in diesen ungesunden und ermüdenden Modus, dem wir im Grunde zu entfliehen suchen.
Unsere Art der Bildung und Erziehung unterstützt leider diesen geistigen, nicht präsenten Modus.

Alle sind irgendwo ‚da vorne‘ unterwegs, aber nicht ‚hier’, schon gar nicht in ihrem Körper.
Kinder, wenn sie denn dürfen und können sind aber in ganz anderen geistigen ‚Räumen‘ unterwegs. Es sind die ‚Räume‘, die sie nähren, kraftvoll aufwachsen lassen und aus denen heraus sie im Grunde eigentlich ihr Potential entfalten könnten.

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Mit meiner Eingangsfrage, was sich hinter dir abspielt, habe ich im Grunde eine Einladung ausgesprochen, sie lautet:

Versuche so oft als möglich am Tag diesen Modus der normalen Betriebsamkeit zu entfliehen.
Das ist ein praktischer Schritt hin zu deinem Vertrauen in dein eigenes Wissen, deine Gespür dafür was für dich und dein Kind richtig ist. Ich gehe davon aus, dass wir durch all die Betriebsamkeit und die Ablenkung weg geleitet werden von dem, was unser inneres Wissen ist. Die Ablenkungen sind so groß, die permanente Funktion im Verstandesmodus stärkt nicht den ‚geistigen Muskel‘, der eigentlich da wäre, der uns verbunden sein läßt mit unserer Weisheit.

Was ich dir vorschlage sind Schritte hin zu dem Empfinden, dass du vielleicht kennest, wenn du auf das Meer schaust. Vielleicht kennest du es auch, wenn du einer Musik lauschst, die dich berührt. Den anderen Modus oder diesen ‚geistigen Muskel’ kann man auch stärken, wenn man mit den Augen in die ‚Weite‘ schaut. Das kann im Grünen oder am Himmel sein. Auch das sekundenweise Schließen der Augen, wann immer es möglich ist, hilft dir eine Verbindung mit deinem Inneren aufzunehmen.

Andere Strukturen im Nervensystem müssen dies dann hervor bringen, man kann es nicht lernen oder darüber lesen. Man kann es nur Empfinden. Ich bin sicher, dass du weißt wovon ich rede. Du kannst es hoffentlich ‚spüren‘. Es ist ein Empfinden, dass sich hier in irgendeiner Form zwischen den Zeilen entfaltet. Man kann es nicht verstehen, man kann es nur SEIN.

Die Power und die Weisheit dessen, was im Leben mit deinem Kind richtig ist, kommt von Innen. Es ist zunächst, so lange dein Kind klein ist, ein tiefes Empfinden dafür, was für dich richtig ist.
Um dem zu lauschen, ist es notwendig, die allgegenwärtigen Geräusche, das Laute, das Vordergründige, das Gewohnte, das, was alle so machen ein wenig zu dimmen.

Ich wünsch dir gute Kraft dafür. Ganz praktisch erfahren kannst du das Dimmen des ganz normalen Alltags, wenn du zu meinem nächsten Tagesseminar kommst. Hier ist ein wundervoller Ort dafür, der diesen ‚Raum‘ öffnet. Informationen findest du hier.

 

 

Was sich hinter deinem Rücken abspielt, ist von größerer Bedeutung, als du denkst.