Warum es so wichtig ist EigenSINNig zu SEIN

Warum es so wichtig ist EigenSINNig zu SEIN

Wenn du meine Beiträge schon eine Weile verfolgst, dann weißt du vielleicht, dass ich Eltern darin unterstütze eigenSINNig zu SEIN.
Ich bin der Meinung, dass es bezüglich Erziehung und Lernen heute mehr denn je notwendig ist, eigenSINNig zu leben.
Es ist alles andere als leicht, sich eine gute Portion Individualität anzueignen, weil die Einflüsse einer Gesellschaft, die Kinder für ‚Zwecke‘ vereinnahmen möchte, ungeheuer groß ist.

Die Möglichkeiten, die heutigen Eltern zu verunsichern, sind ungezählt.
Die Verunsicherungen beginnen lange vor der Geburt, in dem auch der medizinische Apparat mit großer Macht und Bevormundung daher kommt.
Eltern benötigen ein kräftiges Rückgrat, um das eigene Gespür dafür zu erhalten, welche Untersuchungsmaßnahmen beispielsweise angemessen und sinnvoll sind und welche nicht. Längst ist die Medizin auch ein Wirtschaftsunternehmen , nicht immer liegt die wirkliche Gesundheit im Vordergrund der Maßnahmen, manchmal sind es einfach wirtschaftliche Interessen.

Du brauchst Vertrauen in dich selbst und geeignete Informationen, um die Herrin der eigenen Entscheidungen zu bleiben.

  • Brauchst du diese oder jene medizinische Untersuchung, die man dir empfiehlt?
  • Hast du wirklich die Entscheidungsfreiheit, dein Kind an dem Ort zur Welt zu bringen, den du für dich brauchst, um entspannt und in deiner Kraft zu sein? Schau, was für ein Spiel in der Geburtsmedizin gespielt wir? Schau dir an, was mit dem Beruf der freien Hebammen geschieht? Schau, welchen Einfluss diese erheblichen Einschränkungen und Vorgaben für die Freiheit einer jeden Frau hat?
  • Kannst du dem gesellschaftlichen Druck widerstehen, dein Kind in einen Kindergarten zu geben, oder zu Hause zu haben, ganz so, wie du es für deine Familie brauchst?

Hast du dir das Rückgrat in all den Dingen nicht angeeignet oder dich zumindest auf den Weg gemacht, um dieses zu stärken, dann gerätst du schnell in einen Strudel von angeblichen Erfordernissen oder Anforderungen an dich, denen nur sehr schwer standzuhalten ist.

Eine große Anzahl Personen, oftmals gerade die Fachpersonen aus den unterschiedlichsten Bereichen, ‚machen sich in deinem System breit‘ und stellen Behauptungen auf, die bei näherer Betrachtung einfach unstimmig sein können. Deren gut gemeinte Empfehlungen und Anmerkungen kommen oft mit großer Macht und Autorität daher.

Gerade was die Entwicklung von Kindern betrifft, beobachte ich die Tendenz, Eltern eine lineare Entwicklung weiß machen zu wollen. Vieles wird schwarz-weiß gesehen, ohne Tiefe, ohne Farbe, ohne eine Gedanken an die enorme Plastizität des Reifungsprozess, ohne das eigentliche Wunder darin. Das ist es, was für mich in vielem ‚Pädagogischen‘ und im ‚Erzieherischen‘ fehlt.

Und da es fehlt, haben viele Erwachsene nicht die Gelegenheit in das eigene Vertrauen für die Entwicklung des Kindes hineinzuwachsen, weil sie ständig mit Menschen zu tun haben, die mit erhobenem Zeigefinger des Weges kommen. Die Mahner der linearen Entwicklung müssen ständig warnen und auf Defizite aufmerksam machen. Sie sind immer sorgenvoll und verweisen auf Ärzte, Therapeuten und Nachhilfe. Sie sehen Entwicklung immer in Gefahr. Es muss immer korrigiert und ‚beigearbeitet‘ werden.

Wenn du als Erwachsener gelernt hast, die Entwicklung eines Kindes lediglich linear oder eindimensional zu betrachten, dann verpasst du alle guten Gelegenheiten in ein Vertrauen hineinzuwachsen, das im Grunde die eigentlich stärkende Kraft für dein Kind ist.

Du verpasst die Fähigkeit innere und äußere Zusammenhänge im Entwicklungsprozess wahrzunehmen, einfach nur staunen zu können. Du siehst den Tropfen Wasser, aber nicht die Welle. Du nimmt nicht die Zusammenhänge war und bist daher leicht zu verunsichern.

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Mit den Verunsicherungen, die an jeder Strassenecke daher kommen, verlierst du den ruhigen Blick zu beobachten, wie das Leben in einem Kind sich immer wieder zu neuen Mustern formt.
Die Natur der Dinge und das Mysterium wurde auf eine funktionelle Betrachtungsweise gelenkt, die sich mehr und mehr den Defiziten und Unzulänglichkeiten widmen will.

Es wird dir erschwert zu forschen, zu staunen, zu erkennen, dass die selbe Kraft, die dein Kind trägt auch eine Entsprechung in der eigenen Entwicklung hat. Lebenslanges Lernen und sich frei bewegen in einem interessanten Raum, wird erschwert, weil alles Lernen zweckdienlich, strukturiert und organisiert sein muss.
Es entsteht ein Bild von Kindern, das Eltern immer nur in Sorge über die 'Nicht-Vollkommenheit' ihrer Nachwuchses hält, wenn Eltern nicht eigenSINNig zu SEIN erlernen und wach sind.

Vielleicht ist es eine gute Idee, einfach in den nächsten Tagen einmal zu beobachten, wo in deinen Lebenszusammenhängen dir diese linearen und eindimensionalen Vorstellungen entgegen kommen?

Du musst gar nichts tun und nicht kämpfen, aber es macht schon mal einen großen Unterschied, dies einfach zu beobachten und festzustellen. Es ist schon hilfreich lediglich zu erkennen, wie verstrickt wir Erwachsenen doch in einer Vorstellung von Lernen und Entwicklung sind, die gar nicht dem Menschen dienlich ist.

 

Ich lese gerne deine Ideen zu meinem Beitrag und freue mich, wenn du meine Arbeit teilst.

In wenigen Wochen wird mein Buch erscheinen, das den Titel JENSEITS VON ERZIEHUNG trägt. Es enthält 9 Geschichten, mit überraschenden Wendungen. Es will dich genau darauf aufmerksam machen. Auf das, was alles möglich sein könnte.
Und im Juni findet das nächste TAGESSEMINAR hier bei mir zu Hause statt. Auch meine Seminare dienen der Idee EigenSINNig zu SEIN. Freue mich, wenn du dabei bist.


Kannst du die 'EigenArten' der Kinder als Wegweiser lesen?

Mit meinem heutigen Beitrag sende ich dir einen speziellen Dreiteiler, den ich für dich geschrieben habe. Er enthält einen biographischen Teil A). Danach einen Teil B), in dem ich meine Erkenntnisse für dich filtere und zu guter Letzt einen Teil C), mit dem ich dich einlade, dein Kind(er) auf andere Art zu 'schauen'. Gerne lese ich deine Anmerkungen zu diesem heutigen Blogbeitrag, den ich erstmalig so gestaltet habe. Mir hilft es, von dir zu erfahren, ob es dir dient.

A)
Ich war etwa zehn Jahre alt, als ich endlich Reitunterricht nehmen durfte. Zuvor hatte ich etwa zwei Jahre gebettelt und gebettelt, um endlich reiten lernen zu dürfen.
Es war so weit und meine harte Schule in diesem Reitstall begann. Mein Reitlehrer war mit Sicherheit ein großer Reiter. Mit seiner Geschichte in der Kavallerie war er unter heutigen Maßstäben allerdings ein pädagogisches Trampeltier. Schon in der ersten Stunde bin ich drei mal vom Pferd gestürzt. Auf meine Reitkenntnisse und mein Unsicherheit und Bedürfnisse wurde hier keinerlei Rücksicht genommen. Er wollte mich von Anfang an abhärten und stählen.

Da ich so unglaublich gerne reiten lernen wollte, biss ich die Zähne zusammen und vom ersten Tag an war jede Reitstunde mit Angst verbunden. Erst heute, beim Schreiben merke ich, dass mir das noch immer in den Knochen steckt.

Ich war schon immer eine sehr sensibel und feinfühlige Person, die eine Menge aus ihrer unmittelbaren Umgebung wahrnehmen konnte. Zu dieser Zeit konnte ich mit niemanden darüber sprechen. Mit meinen heutigen Kenntnissen würde ich sagen , dass ich ein hochsensibles Kind war.
Mit Tieren habe ich mich sehr gut verstanden. Ich konnte „lesen“, wie es ihnen geht. So konnte ich auch wahrnehmen, dass es den meisten Pferden in diesem Reitstall nicht gut ging. Die Augen der Tiere und ihrer körperlicher Ausdruck verrieten es mir. Sie funktionierten zwar, machten ihre Arbeit, doch innerlich salutierten sie in gewisser Weise, aber es ging ihnen nicht wirklich gut.
Obwohl ich die Pferde und das Reiten lernen so sehr liebte, entschied ich schon als junges Mädchen, dass ich dort nicht weiter reiten lernen wollte.

Ich liebte den kraftvollen, freiheitlichen Ausdruck dieser mystischen Tiere, ihre Sensibilität und überlegene Ausstrahlung war das, was sie mir hätten schenken sollen.
Es machte mich unsagbar traurig, diese wilde ungebändigte Naturseele in einem dunklen, fensterlosen Boxenstall zu sehen. Die sensible Nase des Pferdes, umgeben von Ammoniak geschwängerter Stallluft. Ich hatte schon sehr früh einen Sinn für Freiheit und Naturkraft und das Schicksal lenkte meinen Weg, so dass ich diesem, meinem Lebensthema folgen konnte.

B)

Heute weiß ich, dass die besonderen Eigenarten und Neigungen der Kinder eine Art wegführende, wohlwollende Anleitung und Lebensrichtung sind. Das Schicksal macht sich dieser führenden Leitung wie eine Form von Hinweisschildern zu Nutze, die zunächst noch eine grobe Richtung angeben. Die Kinder werden durch diese einzigartigen Zugaben mehr oder weniger sanft auf ihren Weg geleitet.

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Ähnlich, wie ich es liebte die freiheitliche, kraftvolle Naturkraft in den Pferden zu sehen, so liebe ich eine ganz ähnlichen Ausdruck von Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten im spielerischen Ausdruck der Kinder zu sehen. Ähnlich wie sich meine Seele durch den Anblick der traurigen Pferdeaugen in der dunklen Gitterbox zusammenzog, so werde ich auch heute traurig, wenn ich Kinder wahrnehme, die durch ihre Lebensumstände in einen beschränkten und lieblosen Lebenszusammenhang gestellt werden. Für mich entsprechen leider viele Betreuungseinrichtungen und Schulen den dunklen, fensterlosen Boxen der Pferde. Es ist für mich sehr herausfordernd, die unschuldige und einzigartige Seelenkraft eines jeden Kindes wahrzunehmen und die Diskrepanz zu dem, was wir ihnen antun, wenn wir nicht deren Möglichkeiten, d.h. deren Potential sehen. Stattdessen produzieren wir durch die beschränkende und beschränkte Herangehensweise in Erziehung und Lernen Defizite. Wir verursachen sie, dokumentieren sie, untersuchen sie, doch tun relativ wenig, um deren Ursachen zu beheben.

C)
Bitte nimm dir für diese Fragen ein paar Blätter Papier zur Hand. Bitte nimm dir die Freiheit, diese Fragen, ganz nach deinen persönlichen Neigungen zu beantworten. Es geht nicht darum diese Fragen wie in der Schule zu erledigen. Vielmehr ist es von Bedeutung mit den Fragen auf gewisse Weise schwanger zu gehen. Bewege diese Fragen in dir und dokumentiere sie in deiner ganz persönlichen Art. Den Wert dieser Aufgabe erschließt sich dir vielmehr in dem Prozess, als im ‚folgsamen’ Abarbeiten irgendwelcher Fleißaufgaben.

  • Notiere an dieser Stelle, was du meinst, was sich im Moment durch dein Kind ausdrücken möchte?
    Wenn du dein Kind beobachtest und es in seinem Alltag wahrnimmst, was sind vorwiegende Qualitäten, die du persönlich wahrnimmst.
  • Finde Töne und Laute in dir, die sich momentan durch dein Kind ausdrücken möchten? Sind diese Töne laut, leise, im selben Rhythmus, geordnet, chaotisch…
    In einem stillen und unbeobachteten Moment gib diesen Tönen einfach vor dir selbst Ausdruck. Mach es ganz für dich alleine, bewerte es nicht, nimm diese Töne einfach in dich auf.
  • An welche Farben musst du denken, wenn du dich in diesem Moment mit deinem Kind verbindest? Welche Farbe, welche Farben kommen dir spontan in den Sinn?
  • Zeichne dein Kind als Strichmännchen in die Mitte eines leeren Blattes. Nun begrenze dein Kind durch gezeichnete Zaunelemente um es herum. Gib den jeweiligen Zaunelementen einen Namen. Mit welchen Begrenzungen oder Einschränkungen muss dein Kind derzeit leben?
    Bewerte nicht so stark, nimm lediglich wahr.
  • Nimm ein weiteres Blatt Papier und zeichne dein Kind wieder symbolhaft in die Mitte. In deiner Vorstellung nimmst du nun die Begrenzungen weg und ersetzt sie durch Möglichkeiten. Lass dich nicht von deinem Verstand aufhalten. Erlaube dir nicht so stark zu zensieren. Erstelle eine bunte, blumenhafte Vision an unbegrenzten Möglichkeiten für dein Kind. Was wünscht du dir für die Zukunft deines Kindes. Nimm Worte, Skizzen, Farben, Elemente und Möglichkeiten in deine Zeichnung auf.

Nimm dir etwas Zeit für diese Dinge und trage sie eine Weile mit dir. Du wirst sehen, wie diese indirekte Beschäftigung mir deinem Kind, dir einen anderen Blick ermöglicht und deine Vorstellungen dehnen und weiten wird. Ich persönlich erlebe diese Form der Auseinandersetzung mit den Themen um Kind und Familie, immer als erhellend und bereichernd.

Hier findest du Informationen zu meinem aktuellen Tagesseminar: "Wie du Stress und 'genervt' sein im Alltag mit deinem Kind in Leichtigkeit und Freude verwandelst." Der nächste Termin findet im Juni statt. Es gibt noch Plätze. Ich freue mich, wenn du dabei bist.

 

 

 


Weit entfernt vom Ruhepuls - Wie kommt die Über(an)spannung in die Kinder?

Vor zwanzig Jahren habe ich in Amerika ein sechswöchiges Internship bei einem Psychologen verbracht. Ein Internship ist eine Zeit, in der man einen Mentor sehr intensiv begleitet, um tiefer einzusteigen und zu lernen. Ich habe seinerzeit die Zusammenhängen von Körper und Emotionen ein weiteres Stückchen erarbeitet. Neben der Begleitung seiner Seminare und Beratungsgespräche, hatte ich eine intensive Zeit der Innenschau.

Eines Tages haben wir einen seiner Freude besucht, der Forschung auf diesem Gebiet zwischen Gehirn, Körper und Emotionen betrieb. Ruck zuck war ich an irgendwelche Maschinen angeschlossen, die meine Gehirnaktivität messen sollten und an ein anderes Gerät, dass den Grad meiner Entspannung sichtbar machen sollte.

Dieser Forscher fragte mich, ob ich denn entspannt sei und nach einem kurzen Check gab ich ihm zur Antwort, dass ich entspannt sei. Er grinste und zeigte mir an Hand einer Skala, dass ich weit davon entfernt sei, entspannt zu sein. Tja!

In unserer Zeit der ständigen Verfügbarkeit, dieser enormen Schnelligkeit, des immer bereit für Handlung sein müssen, haben sich die Parameter verlagert, die uns ein gutes Körpergefühl und ein Sinn für Entspannung geben.
Auch hier glauben wir so gerne, dass uns die Espresso-Variante zu wahren Entspannung verhilft. Ein Stündchen Yoga die Woche, der zwanzig Minuten Fußweg zur Arbeit, die Tasse Cafe im Stehen.

Ich denke, das unser Nervensystem derart überspannt ist, dass wir kaum mehr ein Maß für eine wirkliche Entspannung haben. Wir sind meilenweit entfernt vom Ruhepuls und merken es nicht mal.

Meine sehr verehrte Feldenkrais Lehrerin hat uns, mit einem Augenzwinkern immer wieder sehr eindringlich auf Menschen aufmerksam gemacht, die nach einer Körperbehandlung in gewisser Weise zusammenklappen. Diese gestresste Mutter, die nach einer Behandlung in ein Loch fällt, oder dieser Mann, der sich nach einer Behandlung subjektiv schlaff fühlt, weil er das Maß an Entspannung seit langem nicht mehr erlebt hat.
Von meiner Lehrerin kam dann der Satz: „It is the Tension, that keeps me together:“ ( Es ist die Spannung, die mich zusammenhält.)

Woran merkst du, dass du entspannt bist?
Meinst du, dass da noch etwas mehr geht?
Wieso fällt es uns so schwer ein volles Maß an Entspannung zu erlangen?
Was ist ein volles Maß an Entspannung? Wie würde sich das anfühlen?

Ist es denkbar, dass unsere Kinder sich das Überangespannt sein von uns ‚abschauen‘? Ist es denkbar, dass die Art Betriebsamkeit, das Funktionieren müssen, nicht wirklich loslassen und abschalten können, mit ein Grund für viele Probleme im Alltag mit den Kindern ist?

Kann es sein, dass in unserem Leben als Erwachsene die Parameter für Entspannung und damit für ein gesundes und zufriedenes Leben derart verschoben sind, dass wir gar nicht mehr so selbstverständlich zu einem gesunden Maß finden? Ist es denkbar, dass wir so angespannt sind, dass wir kein gesundes Empfinden für wirkliche Entspannung haben?
Kann es sein, dass viele Schwierigkeiten im Leben mit den Kindern, der Versuch der Kinder sind, mit unserem Aufgedreht sein und unserer Überanspannung im Nervensystem zu kooperieren?

Vielleicht wirst du denken, dass das ja nun alles nichts Neues ist. Und ja klar, wir brauchen mehr Entspannung und Entlastung. Ja, ja, Entspannung und Stille, damit wir dann später um so höher, größer, schneller, weiter….

Das ist aber nicht der Punkt, den ich an dieser Stelle machen möchte.

Ich möchte vielmehr darauf hinaus, dass unsere Kinder viel mehr eigene Zeit, eigene Rhythmen, Möglichkeit für ihre ureigene Stille, Ruheräume benötigen, um ihr Nervensystem überhaupt gesund und natürlich entfalten zu können.
Ein wesentlicher Bestandteil liegt für mich darin, dass die jungen Menschen weiterhin 'Besucher' ihrer eigenen Innenwelt bleiben können und dürfen.

Ich bin der Meinung, dass wir sie da nicht so schnell und unbedacht heraus holen dürfen. Später, wird es ihre Quelle der Kraft, Kreativität und Lebensfreude sein. Wenn sie viel zu früh gezwungen sind, ihre inneren Räume zu verlassen, um mit Erwachsenen zu kooperieren, die auch nicht wissen, was sie tun, dann ist das ziemlich problematisch.

Da die Kinder die Meister der Kooperation sind, liegt es in meinen Augen in der Verantwortung der Erwachsenen nicht nur für diese ‚äußeren’ Formen von Bildung einzustehen, sondern diese inneren Formen von Bildung anzuerkennen und zu ermöglichen.

Somit sind wir hier in der Verantwortung. So, wie Kinder lernen, sich zwischen den Zeilen unseren Stress abzuschauen, so bräuchten sie dann Gelegenheit sich zwischen den Zeilen das abzuschauen, was ich als Erwachsene tun würde, um gut für mich zu sorgen.

  • Ist es das sie von mir mitbekommen, dass ich gestresst zum Yoga hechte?
  • 
Ist es, dass sie mich schreien hören, weil ich verdammt noch mal, einen Moment für mich benötige?
  • Ist es, dass sie abends spüren, dass ich sie leicht hochtourig ins Bett bringe, weil ich weiß, dass ich dann gleich!!! Zeit für mich brauche?
  • Ist es, dass ich Tag für Tag über den morgendlichen Ablauf lamentiere, ohne ein paar Entscheidungen zu treffen, die vielleicht unbequem sind?
  • Ist es, dass ich mich scheue mit meinem Lebenspartner ein Gespräche über unsere grundsätzliche Lebensrichtung zu führen?
  • Ist es, dass ich das Kind, wider meines besseren Wissens, in eine Tageseinrichtung gebe, von der ich weiß, dass dieser Umstand uns allen nicht gut tut?
  • Ist es, dass ich mit Schwiegermutter und Kinderbetreuung einen faulen Kompromiss eingehe, wohl wissend, dass dies zu emotionalem Rückstau in meiner Familie führt.
  • Ist es, weil ich selber renne, aus Unsicherheit den Schmerz der nötigen Bewusstwerdung meines Marathons zu spüren?

Glaubst du, dass unsere Kinder lediglich das lernen, was ihnen in der Schule vorgesetzt wird?

Wir brauchen ein größeres Wissen dazu, wie diese natürlichen Abläufe sich vollziehen, welche Voraussetzungen es braucht, damit Kinder sich gut in ihren eigenen Strukturen verwurzeln können, damit ihnen später auch Flügel wachsen können.

Derzeit erscheinen mir die Flugversuche sehr erschwert zu sein, zu viele Kinder machen schmerzhafte Bauchlandungen. Unzureichend mit sauberen Flugqualitäten ausgestattet, die sie sich bei Erwachsenen nur schwer abschauen können.

 

 

Hier findest du nun Teil 2 dieser Serie: Zurück zum Ruhepuls. Wege aus der Über(an)spannung im Leben mit Kindern.

 

 Hier findest du Informationen zu meinem Beratungsangebot. Gerade gestern sagte eine Mutter zum Ende meines  Seminar s: "Die Leichtigkeit ist noch da, ich muss sie nur wieder reinlassen


Zwischen ‚do what you love‘ und ‚das Leben ist kein Ponyhof‘

Anhand eines persönlichen Beispiels, beschreibe ich ganz aktuelle, persönliche Herausforderungen, die sich natürlicherweise in einer Familie stellen, wenn man sich aufgemacht hat, einen Weg mit mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu gehen.

Das Bedürfnis den Kindern keinen blinden Gehorsam mehr abzuverlangen wird unter vielen Erwachsenen immer größer. Die Rufe nach mehr Selbstbestimmung in Erziehung und Lernen werden lauter. Die Initiativen von Menschen, Kindern mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen werden vielfacher und vielschichtiger. Der Wunsch Bildung und Erziehung nicht mehr zu verordnen, sondern in Beziehung zu gehen und gemeinsam zu wachsen, liegt am Zahn der Zeit.

Nichts desto trotz müssen all diese Schritte erst einmal gegangen werden. Fertige Lösungen sind in Entwicklung, aber keinesfalls fertig. Wie auch?

Die Wege sind alles andere als einfach und auch ganz gewiss keine ausgetreten Pfade. Aber die Luft bei diesem vermeintlichen Aufstieg in etwas Neues wird klarer. Sie riecht gut. Sie nährt den Körper mit frischem Sauerstoff, läßt durchatmen und wenn man dann bei der Wanderung oberhalb der Baumgrenze angekommen ist, dann fühlt es sich gut an. Man hat mehr Überblick und eine Gefühl von Weite in der Brust.

In wenigen Tagen wird meine Tochter sich in einer neuen Initiative umschauen. Sie hat sich auf die Reise gemacht, weil es ihr in der Schule, die sie derzeit besucht zu eng wird. Sie wird im Moment ein beklemmendes Gefühl nicht los, dass sich wie ein Eisenring um ihren Brustkorb schliesst.

Als Kind, dass sich im Leben schon recht früh für einen freien und selbstbestimmten Lernweg aufgemacht hat, ist der nun gewählte Weg in einer Regelschule, mit bestimmten Bedingungen und Sichtweisen, sehr gewöhnungsbedürftig.

Sie, wie viele junge Menschen auf einem von Selbstbestimmung getragenen Weg, hat einige wesentliche Dinge gelernt, von den sie jetzt schmerzlich erfahren muss, dass sie in keiner Weise eine Selbstverständlichkeit sind.

Früher hat sie zu großen Teilen erfahren dürfen, dass Spiel und Lernen keine Gegensätze sind.

Sie ist nun konfrontiert mit der immer noch sehr verbreiteten Ansicht:

Erst die Arbeit dann das Spiel. Das Arbeit etwas anstrengendes ist, dass sie mühevoll ist, dass man da durch muss, dass der Ernst des Lebens irgendwann beginnt und man sich besser darauf vorbereitet. Das das Leben kein Ponyhof ist.

Sie ist nun eingebunden in eine Gemeinschaft, die ihr die Mühen und Lasten des Lernens als Wahrheit verkaufen will. Die ihr sagt, dass sie sich besser mal zusammenrissen solle, dass nun der Spass der Kindheit vorbei sei, dass man sich an ein Druck- und Regelwerk gewöhnen müsse, dass der Stress, den man ihr zufügt, zu ihrem eigenen Besten sei.

Nimmst du diesen perfiden Geruch des emotionalen Missbrauchs wahr, der in diesen Grundeinstellungen liegt?

Da ist dieser junge Mensch, der schon viele Jahre nach einer ganz anderen Grundannahme lebt und es damit ‚weit‘ gebracht hat . Nun ist diese Jugendliche in diesem anderen Lernsetting gefragt, diese wohl funktionierenden Voraussetzungen für ein frei und selbstbestimmtes Lernen zu kreuzigen.

  • Alles, was sie bisher gelernt hat, hat sie in einem sehr großen Maß selbst gewählt. Man hat heraus gefunden, dass ein großes Maß an Selbstbestimmung über das eigene Tun, förderlich für die Gesundheit des Menschen ist (für groß und klein)
  • Sie hat gelernt, was sie gewählt hat auch in einem großen Maß nach ihren Regeln und in ihrer Art durchzuführen. Natürlich gibt es ein Regelwerk, doch darin ist sie völlig frei, es in der Form umzusetzen, wie es ihrer ‚Art‘ entspricht. Dadurch hat sie gelernt ein hohes Maß an Kreativität entfalten und leben zu können.
  • Sie hat erfahren dürfen, dass ihre Entscheidungen für ihr Tun und für den Alltag in großem Maß von innen geleitet sind. Die Freude am eigenen Tun und die Auseinandersetzung mit diesen selbstgewählten Themen geben den Treibstoff. Eine wundervolle Art, die Kräfte aus dem eigenen Inneren zu beziehen und nicht von äußeren Faktoren oder guten Noten abhängig zu machen. Ihr Tun in ihrem Alter war nicht in so großem Maß von der Erlangung eines spezifischen Ergebnisses abhängig. Es ging vielmehr um das Tun, den Prozess und nicht um ein möglichst gutes, fertiges Ergebnis. Auch diese Grundvoraussetzung ist ein unmittelbarer, wichtiger Faktor für Kreativität und Querdenken.

Interessanterweise haben junge Menschen, die diese Wege gehen genau jene Skills, die heute am Arbeitsmarkt gefragt sind. Es sind Jobs, die dieser Qualitäten bedürfen. Es sind Jobs, die in ihren Aufgaben komplex sind. Eine große Flexibilität und Beweglichkeit ist erforderlich. Es sind Jobs, die kein großes Maß an Kontrolle bedürfen, die in der Eigenverantwortung getragen sind.

Ich gehe fest davon aus, dass sich durch diese neuen Wege und Erfordernisse ganz andere Erziehungsstile und Bildungswege entwickeln müssen.
Wenn ich früher mal gedacht habe, dass die Wege für meine Kinder leichter werden, wenn sie freier und selbstbestimmter lernen können, dann weiß ich heute, dass es nur die halbe Wahrheit ist. Die ganze Wucht des anderen Weges kommt nämlich in dieser oder jener Form auf sie zurück. Es wird dann ihre Aufgabe sein, hier neues Verständnis zu bauen. Spannend.

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Ich selbst erfahre mich darin mehr demokratische Strukturen in der Familie etablieren und leben zu wollen. Durch das Ermöglichen eines großen Maßes an Selbstbestimmung, bin ich sensibel darin geworden jungen Menschen keinen blinden Gehorsam abzuverlangen. Insgesamt muss ich mich selbst herausschälen aus einem autoritären Erziehungsstil und hier selbst Brücken in mir selbst bauen. Von meiner Herkunft, hin in ein neues Bild.

Für junge Menschen, die ein gutes Stück in diesen freieren und ‚selbstbestimmteren Wegen gegangen sind, kann es unter Umständen schwierig sein vermeintlich zurück zu gehen. Einmal diesen Weg eingeschlagen, bedeutet im Grunde genommen weiter auf holprigen Wegen zu gehen. Nach meiner Erfahrung mit meinen Kindern, ist der Weg zurück in ein mehr konservatives Lern- und Arbeitsfeld meist schwierig.
Das darf man aber auch nicht so eindimensional sehen, da auch diese jungen Menschen, die dann unter Umständen selbstgewählt in bestimmte Strukturen lernen und arbeiten, dann genau da an einem richtigen Platz sind, um notwendige Veränderungen voran zutreiben.

Wie es mit meiner Tochter weitergeht, kann ich noch nicht sagen. Sie muss schauen, sie muss sich dort einfühlen. Es sind ganz viele Faktoren mit auf der Waagschale, die sie in ihren selbstgewebten Lebens-Lernweg einbeziehen wird. Faktoren die links und rechts dessen liegen, was ich als Mutter hier zu beschreiben suche. Sie ist nun in einem Alter, in dem sie ihre Entscheidungen sehr eigenständig trifft.

Ich möchte euch ermutigen mit den Kindern gemeinsam diese ‚neuen‘, wenig ausgetretenen Pfade zu gehen. Alles ist im Grunde da, die Herausforderung besteht darin, es zu entdecken und sich zu eigen zu machen.

Junge Menschen tragen so Vieles in sich. Wenn die Älteren beginnen, gemeinsam mit ihnen die Fußfesseln zu entfernen, dann kann was Tolles daraus werden.

 


Die Natur der Dinge und die Kinder

wundersames Lernen Mutter Natur

Heute hat mein Blogartikel ein ganz anderes Gesicht, als du es vielleicht von mir gewohnt bist. Es ist der Versuch etwas zum Ausdruck zu bringen, was ich gerade im Leben mit Kindern für sehr bedeutsam halte, was aber in unserer hochkomplexen und schnelllebigen Zeit vielleicht verloren geht und die Missachtung dieser natürlichen Rhythmen und Gegebenheiten uns Eltern Kraft nimmt. Gerne lese ich deine Anmerkung zu meinem heutigen 'Blogartikel' .

Es war eine seltsame Zeit. Mutter Natur hatte den Schnee in ihrem Garten ausgebreitet und es war bitterkalt. Die Natur hatte sich zur Ruhe gelegt, sie wollte mal ein kleines Weilchen die Beine hochlegen.

Um sie herum all die geschäftige Betriebsamkeit, der nicht stoppende Anspruch daran, messbare Ergebnisse zu produzieren, effektiv zu sein und diesen riesigen Berg zu erklimmen, der nur den einen Weg kennt, der bergauf führt.

Um sie herum spielte das Kind im Schnee. Es bohrte mit seinem Zeigefinger kleine Löcher in die Schneedecke, nur um sie nach Sekunden wieder mit den Händen zu zuklopfen. Es baute kleine Hügel und zertrat diese Minuten später mit den Füßen. Es brabbelte vor sich hin und war guter Dinge.

Es war vertieft in ein Spiel von Schöpfung und Niedergang, von stirb und werde. Die kleinen Hände und Füße in Bewegung. Mutter Natur saß daneben und entspannte sich. Es war ein Spiel, dass ihr wohl bekannt war, in dessen Hintergrund sie sich ausruhen konnte. Ein Spiel, dass zu ihrem Wesen gehörte, wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Wie sehr doch geht das Wissen um die Bedeutung des Wandels der Dinge verloren. Wie versteckt ist die nährende Kraft der Zyklen. Wie groß ist die Illusion, dass wir ständig Spätsommer und Ernte haben könnten. Im Supermarkt das ganze Jahr frische, knackige Äpfel. Die Illusion von ständiger Verfügbarkeit und ständigem Aufstieg, den Herbst, den Tod und den Abstieg vergessen. Die Kraft spendende, nährende Art des natürlichen Wandels.

Wenn Mutter Natur die Beine hochlegt, sollte ich es auch können. Die Kinder, um mich  herum, im Schnee spielend.

Uta Henrich

Ich freue mich auf ein unverbindliches Kennenlerngespräch mit dir oder darauf, dich zum nächsten Tagesseminar hier in der  Mühle zu sehen, Info findest du hier.

 

Die Natur der Dinge und die Kinder


Von der NotWendigkeit immer wieder die Balance zu finden

wundersames-lernen_balanceWie soll man in Zeiten, in denen es als wesentlich wertvoller angesehen wird, wie effizient man als Mensch ist, wie viele Ausbildungen man hat, welche Ergebnisse man produziert und wie erfolgreich man in dieser oder jener Disziplin ist, seinen Schwerpunkt verlagern?

Wie kann man es schaffen in einer Welt, die sich sehr stark über ihre Produktivität definiert, eine Nische im eigenen Leben zu bauen, die gestattet einfach SEIN zu dürfen?

Dieser Text handelt von der NotWendigkeit immer wieder die Balance zu finden, statt die Kinder durch eine einseitige Verlagerung auf Stress, Effizienz, Produktivität und Erfolg, aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Unscheinbar und fast nebenbei impfen wir die Kinder mit gewissen Grundannahmen, die uns Erwachsenen unter Umständen gar nicht gut tun. Selbst gefangen in diesem ewigen Optimierungs- und Effizienz Wahn atmen Kinder diese stickige, von Reibung und Hitze gewärmte Atemluft. Ganz wesentliche Dinge, gerade die, die für eine gesunde und kräftigende Entwicklung erforderlich wären, geraten dann mal schnell auf das Abstellgleis.

Produktivität und Effizienz haben sicherlich ihre Bedeutung und Berechtigung und ich will ihre Erfolgsgeschichten in keiner Weise minimieren, doch ich glaube, dass es, gerade im Leben mit Kindern noch einen andern Altar gibt, den man ‚anbeten‘ könnte.

Es ist der Altar, der aus uns und unseren Kindern freudvolle Wesen macht, der keine menschlichen Roboter hervorbringt, sondern einen Blick auf die Freude und das Wunder und das Unerklärliche, das wir sind, gestattet.

Das ist für mich die Welt, aus der die Kinder kürzlich zu uns gekommen sind, mit der sie noch stark in Verbindung stehen und aus der sie ihre Kraft und Flexibilität beziehen.

Geopfert wird diese Verbindung mit dem wundersamen, nicht effizienten, manchmal nicht produktiven ganz schnell, je mehr die Kinder für den sogenannten Ernst des Lebens vorbereitet werden. Wenn Erwachsene sich nicht über die Bedeutung und die nährende Kinderzeit und Kinderwelt (beispielsweise des elementare Bedeutung des Spiels) im klaren sind, dann schälen Erwachsene die Kinder aus dieser Hülle, die diese jungen Menschen nährt und stärkt, heraus und opfert sie dann auf dem Altar der Effizienz und Produktivität.

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Ich finde, dass wir Erwachsenen hier eine neue Balance benötigen, damit die Kinder in unserer Umgebung wieder eine frische Atemluft aufnehmen können, nicht die verbrauchte, von Hitze und Reibung geschwängerte Luft.
In unserer unmittelbaren Umgebung, in der Erwachsene auch mal Ruhe finden und zu sich kommen können, sich mit wesentlichen Dingen verbinden können, finden Kinder dann auch wieder leichter zu sich, ihrem Körper und dem, was sie ganz unmittelbar stärkt.

Gerade gestern (an einem Samstag) war ich mit meiner Tochter in einem Einkaufszentrum. Es war sehr viel los, eine große Betriebsamkeit und Unrast war für mich wahrzunehmen. Eigentlich wollten wir noch eine Tasse Cafe zusammen trinken und haben einen Moment im Trubel still gestanden und wahrgenommen. Ganz unabhängig voneinander sind wir beide zu dem Schluss gekommen, dass es besser für uns wäre, nach Hause zu fahren.
Ganz nebenbei hatten wir uns in dieser Umgebung der Hektik und Betriebsamkeit  in kleine Roboter verwandelt und funktionierten in dem Setting ‚Einkaufszentrum‘. Doch es hat uns eine Menge Kraft gekostet. Ich bin dankbar, dass ich inzwischen das Gespür habe und mich bewusster dafür entscheiden kann, wann ich mich in diese Welt begebe und wann es wichtig ist mich wieder in eine andere Welt zu bewegen, eine, die mich nährt.

Vielleicht eine Anregung für dich, gerade in nächster Zeit einmal bewusst darauf zu achten, durch welche Tätigkeiten du welchen „Altar“ anbetest und vor allem auch eine Blick auf die Kinder zu haben, die in deiner unmittelbareren Umgebung 'deine Atemluft' aufnehmen, sei es die, die hitzig und aufgewärmt ist oder die, die kühler und frischer und nährender ist.
Es ist für mich nicht so sehr ein 'richtig' oder 'falsch' in diesen Welten, sondern vielmehr ein bewusster Tanz zwischen messbaren Ergebnissen, der Produktivität, der Effizienz, der Freude und dem Wunder. All das mag wertvoll sein, doch die Dosierung  macht es. Was meinst du?

 

Hier findest du die Möglichkeit dich für ein Unverbindliches Kennenlerngespräch einzutragen.

 


Dieses Spagat ist mir unmöglich

Spagat LernenDieses Spagat ist mir unmöglich - Warum das Vertrauen der Eltern die tragende Kraft für Lernen ist.

Ich gehöre nicht zu den Müttern, die in der Lage sind ein Spagat zu machen zwischen ihrem Wissen darüber, dass sie mit dem Konzept Schule nicht klar kommen und andererseits Mittel und Wege zu finden, ihre Kinder in irgendeiner Form durch das Konzept Schule zu bugsieren.

Es war und ist mir völlig unmöglich.

Es gibt ein Foto von mir, darauf sieht man mich zum Tag der Einschulung meiner ersten Tochter vor ca. 17 Jahren. Auf dem Foto siehst du mich in leisen Tränen. Es waren nicht etwa diese Freudentränen einer stolzen Mutter, die am Tag der Einschulung diesen neuen Lebensabschnitt mit dem Kind feiert . Ich war nicht die Frau, die das so bunt aufgebauschte Ereignis im Leben unserer Kleinsten mit einer selbstgebastelten Schultüte zu versüßen suchte. Wenn du das Bild sehen könntest, dann würdest du mir ansehen, dass ich schon wusste, dass es heftig wird für mein Kind, hineinzuwachsen in ein solch starres System aus völlig verstaubten Ansichten darüber, wie wohl der menschliche Geist (nicht das Herz) effizient heranzubilden sei. Du würdest mir ansehen, dass ich wusste, dass es nach wenigen Wochen vorbei sein würde mit der freudvollen Aufregung zum Thema Schule, dass ich Druck anwenden müsste, um mein Kind in etwas hinein zu biegen, von dem ich überhaupt nicht überzeugt war.

Nein, bei mir waren es Tränen der Verzweiflung.
Ich hatte schon eine Ahnung, was da auf mich zukommen würde. Ich müsste irgendwie diesem wunderbaren, lebendigen lebensfrohen, wissbegierigen und begeisterungsfähigen Kind klar machen, dass die Uhren jetzt anders laufen würden und müsste mit all den anderen Erwachsenen in die selbe Kerbe schlagen mit dem Spruch:

„Nun beginnt der Ernst des Lebens!“

Genau das, war mir schon damals unmöglich. Viel zu intensiv hatte ich mich seit meinem 16. Lebensjahr mit dem Thema Lernen beschäftigt. Schon in diesen frühen Jahren habe ich Ansätze zu Schule und Bildung kritisch hinterfragt und was noch viel bedeutsamer war, meine eigenen Fragen gestellt:

  • Ich wollte wissen, warum etwas, das mir eigentlich Spass machte - das Lernen - so künstlich und ineffizient gemacht werden musste?
  • Ich wollte wissen, warum ich als Kind mit Angst und Druck versehen wurde, um mich mit Dingen zu beschäftigen, die nicht meine erste Wahl an Interesse waren?
  • Ich wollte wissen, warum ich mir nicht Wissen in einer Form aneignen konnte, die genau zu mir gepasst hätte?
  • Ich wollte wissen, was mit mir los war? Irgendwie funktionierte meine Nervensystem nach anderen Spielregeln, als die, die man von mir und den anderen Kindern erwartete? (Ist heute noch so)

Meine Interessen und damaligen Fragestellungen haben mich direkt zu Mentoren geführt, die meinen persönlichen Forschungen nahrhaftes Futter geben konnten. Die Begegnung mit Linda Tellington Jones und durch sie auch mit den Ideen von Moshe Feldenkrais ermöglichten mir am eigenen Körper, ganz persönlich zu erfahren, dass Lernen völlig anders funktioniert, als man es den Kindern und vor allem den Erwachsenen weismachen will:

  • Lernen funktioniert wunderbar, wenn es sich an eigenen Interessen orientieren darf.
  • Lernen funktioniert wunderbar, wenn Kinder in Bewegung sein dürfen.
  • Lernen funktioniert wunderbar, wenn es Erwachsene gibt, die sich deinen Stärken und deiner Einzigartigkeit widmen, die in Beziehung mit dir sein können und wollen.
  • Lernen funktioniert wunderbar, wenn es seiner eigenen Zeit folgen darf.
  • Lernen funktioniert wunderbar, wenn die Umgebung so vorbereitet ist, dass das entsprechende Kind seinen Interessen folgen kann, nicht in seinem Forscherdrang ausgebremst und umgelenkt wird.
  • Lernen funktioniert wunderbar, wenn es altersgemischt sein kann, jeder mit jedem und jeder von jedem, ‚der Chemie miteinander hat‘.
  • Lernen funktioniert wunderbar, wenn es einfach sein darf und nicht künstlich neu aufgepeppt werden muss.
  • ….

Die Tatsache, dass ich diese Umstände an meinem eigenen Körper erfahren hatte und mich auch theoretisch intensiv damit befasst hatte, machten es mir quasi unmöglich, meine Kind vertrauensvoll diesem erwiesenermassen nicht funktionierenden System anzuvertrauen.

Und dann geschah das Unglaubliche. Das Leben selbst verhalf uns in der Familie durch Umstände, die ich mir hätte niemals ausdenken können. Meine erste Tochter hatte Lese- Rechtschreibschwierigkeiten und auf wundersame Weise spitzen sich die Begebenheiten an der Schule zu. Gerade in der Art, die nach einer neuen und anderen Lösung schrie. Bis heute habe ich keine Ahnung, woher ich die Kraft und Überzeugung nahm, die Tochter kurzerhand, nach nur wenigen Wochen, von der Schule abzumelden. Ich hatte noch keine rechte Lösung, wie es weiter gehen könnte. Sie hatte einfach viel zu viel Stress, die Familie hatte viel zu viel Stress und irgendwie war klar, dass es so nicht weiter gehen könnte.

Mit diesem tatkräftigen Entschluss öffnete sich eine Tür in eine Richtung, die mich und die Familie über die Jahre immer tiefer in einen wunderbaren Weg hineinführte. Wäre ich ihn nicht gegangen, hätte ich einen hoffnungslosen Kampf aufnehmen müssen, um meine Tochter vor der Sonderschule zu bewahren. Der helle Wahnsinn, denn, wie viele Kinder, ist sie einfach nur ‚andersbegabt‘.

 

„In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung und sorgt für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen, Hilfen. Was immer du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Macht, Genius, Magie. Beginne JETZT!“

Johann Wolfgang von Goethe

 

Dieser Weg war nicht einfach, aber entsprach zu 100% meiner Überzeugung als Mutter und Pädagogin. Es war ein Weg, der zu meiner Familie passte.
Über die Jahre und nach nunmehr 6 Kindern ist mein Vertrauen in die Kinder und in ihrem ganz persönlichen Lernweg sehr gewachsen.
Einzig und allein das Vertrauen in diesen persönlichen Lernweg der Kinder gibt mir die Kraft darauf zu setzen, dass eine geglückte Zukunft der Kinder nicht von der Erlangung eines bestimmten Schulabschlusses abhängt. Ich, als Mutter bin gefragt hier in mein Vertrauen zu gehen, um den Kindern zu ermöglichen ihren persönlichen Weg finden zu können.

Ich bin in keiner Weise eine Handlangerin oder Vollstreckerin eines nicht funktionierenden Bildungssystems. Dieses Spagat vermag ich nicht zu machen. 


Meine Kraft und meine Überzeugung den Kindern mehr Vertrauen zu schenken als dem System, hat mich zu einer Art Löwin werden lassen. Von dieser Kraft und Überzeugung gebe ich anderen Familien heute sehr gerne ab, ja, ich werde von anderen darum gebeten. Mein Traum ist es, dass mehr und mehr Kinder selbstbestimmt und freudvoll lernen können, ganz so, wie es in ihnen angelegt ist.
Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass es ihre einzige Chance ist, sie in dieser Art lernen zu lassen. Nichts anderes, als das ‚möglichst - nahe - dran‘ bleiben, an ihrem eigenen inneren Navigationssystem, bereitet sie auf diese hochkomplexen Zeiten vor, die uns erwarten.

Daher denke nach, wie du in deiner Familie Wege für deine Kinder entwickeln kannst, die zu euch passen, statt die Kinder passend zu machen für etwas anderes, als was sie sind.

Einzigartig.

 

Für den Fall, dass du etwas Löwenkraft benötigst, dann melde dich bei mir. Ich stärke Eltern auf ihrem Weg für ein selbstbestimmtes und freudvolles Lernen ihrer Kinder.

Ruf mich an, oder

das nächste Tagesseminar findet am So 22.05.16 statt, nähere Informationen dazu findest du hier: 

www.wundersameslernen.de/termine/

In der kommenden Woche kannst du hier lesen, wie meine persönliche Geschichte weiter geht. Ich freue mich, wenn du wieder dabei bist.


Durch Loslassen gemeinsam wachsen

RabenVerschiedenWege in eine selbstbestimmte Lernkultur - von Anfang an

Wenn ich mir mir meine 6 Kinder anschaue, dann sind sie sehr unterschiedlich gestrickt.
Ich gehe ganz fest davon aus, dass es in jedem Kind etwas ganz einzigartiges und wunderbares gibt, das sich entfalten möchte. Jedes Kind hat einen Beitrag zu teilen, der hier auf der Erde das fehlende Puzzle Stück für irgendetwas ist, dass ich als Mutter nicht unbedingt sehen und verstehen muss.
Da will etwas wachsen, da will sich etwas zum Ausdruck bringen, dass zunächst durch die Eltern und durch die unmittelbare Umgebung offensichtlich seinen besten Ausdruck finden kann.

Doch ich habe auch den Eindruck, dass von Woche zu Woche, von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr von mir aktiv und bewusst erforderlich ist, die Kinder loszulassen und sie ihrem ganz eigenen Raum und ihrem ganz eigenen Feld zu überlassen.

Das drückt sich bei einem kleinen Baby so aus, dass ich feinfühlig für seine Signale werden muss und mit einer 100 % Unterstützung für es einstehe. Vielleicht schon Tage später, bemerke ich mehr und mehr, was es mag und was es nicht mag. Es benötigt von mir, dass ich es in einem großen Umfang ‚lesen kann’ und dass ich ihm damit zu verstehen gebe, dass es (das Kind) „richtig“ ist. Dann kann sich das Baby entspannen und kann gut und sicher lernen.

Wenn es dann etwas älter ist, dann spielt meine Beziehung als Mutter und meine Abgrenzung, mit meinen Bedürfnissen, dann eine immer größere Rolle. Ich kann einem 8 monatigen Baby mitteilen:

“Nein, ich will dich jetzt nicht stillen, ich möchte mich gerade für einen Moment ausruhen.“

Ich stelle mir das so vor, dass ich mich auf eine Art immer weiter aus dem System des Kindes schleiche. Immer mehr nimmt es folgendes wahr: Das ist meine Mama ‚dort’ und das ‚hier‘ bin ich.
Das bedeutet noch lange nicht, dass ich dadurch abstille, aber es bedeutet, dass ich als Mutter wieder meinen Raum einnehme und damit wieder schrittweise in meine Kraft komme. Ich leite den Tanz.
Es ist eine Art aneinander Reiben und miteinander wachsen.

AUCH DURCH LOSLASSEN WIRD LERNEN ERMÖGLICHT

Die positiven Auswirkungen einer Selbstbestimmung entstehen nicht etwa dadurch, dass das Kind bestimmt und den Tanz führt, sondern durch die Sicherheit, die ich ihm gebe, Wenn es sich gehört und gesehen fühlt wächst eine Eigenständigkeit gekoppelt an eine Selbstsicherheit in ihm, insbesondere dann, wenn ich in den Wochen und Monaten nach der Geburt, das Selbe auch wieder für mich in Anspruch nehme.

Ich habe über diese leisen Ablöseprozesse über die Jahre eine Menge Erfahrung sammeln dürfen und kann heute sagen, dass sie bewusst von mir als Mutter, aber in Abstimmung mit dem Kind gegangen sein wollen.

Schritt für Schritt durchlaufen die Kinder so ihre Ablösung von mir, nicht alleine durch ihre Entscheidungen und Bedürfnisse, sondern auch aktiv von mir gestaltet. Diese Lösung und das Hineinwachsen in den eigenen Raum, ist ein Prozess, der über die Jahre auf beiden Seiten stattfindet und in meinen Augen ausgesprochen wichtig ist, damit die Kinder selbstbestimmt und möglichst frei lernen können.

In den Kursen spreche ich oft davon aus dem System des Kindes bewusst auszusteigen. Es ist, als ob ich über die Jahre eine weitere Nabelschnur Millimeter für Millimeter durchtrennen muss, damit die Kinder in ihre eigen Kraft wachsen können und damit das entfalten können, was ihr Ding hier auf der Erde ist.
Heute morgen gerade habe ich diesen Video gesehen. Dieses kleine Mädchen verkörpert so einzigartig, was in ihr steckt und was sich ausdrücken möchte. Sie hat mit Ballet begonnen, heraus gefunden, dass das nichts für sie war und hat einen anderen Weg eingeschlagen. Ihre Eltern haben wahrscheinlich nicht „auf ihr gesessen“ und ihr erklärt, wie wichtig es gewesen wäre, weiterhin Ballet zu betreiben, weil sie ihnen im Tütü so gut gefallen hat und das man einmal fertig macht, was man begonnen hat, usw….

https://youtu.be/aEjGQB9BKWA
Du siehst: Exzellenz darf sich durch eine gewisse Reibung, aber gleichzeitig durch die bedingungslose Unterstützung auf ihrem (dem Weg des Kindes) entfalten.

Damit die Kinder möglichst frei und selbstbestimmt lernen können und wirklich herausfinden können, wer sie sind und was sie brauchen, bin ich einen recht einzigartigen Weg als Mutter gegangen. Diesen Bindungs- und Löseprozess habe ich recht bewusst gestaltet. Meine Kinder leben nur zeitweise bei mir, zu anderen Zeiten besuchen sie eine Schule in einem anderen Land, die ihnen eine großes Maß an Selbstbestimmung für ihren eigenen Weg zugesteht, sehr unabhängig von meinen Vorstellungen als Mutter.

Das ist auch ein Ausdruck von Selbstbestimmung und ein verdammt hohes Maß an Freiheit im Lernen.

  • Wo hast du den Eindruck, dass dein Kind sich freier entfalten müsste ?
  • Wo hast du Ängste und Sorgen, wenn du es schrittweise in seinen eigenen Raum abgeben müsstest?
  • Wo kannst du nicht loslassen und musst daher in irgendeiner Form für Veränderung sorgen, damit es gut weiterlaufen kann?
  • Wo kostet dich das Halten im Moment zu viel Kraft?

Betrachte diese imaginäre Schnur, die dich mit deinem Kind verbindet und finde etwas heraus über die Länge, die Beschaffenheit, die Spannung und schau, ob du irgendwo loslassen kannst oder den Abstand verlängern kannst.

Ich finde diese Vorstellung immer wieder spannend und hilfreich.
Gerne lese ich deine Anmerkungen dazu gleich hier untern auf der Seite , oder bei Facebook.

Nächstes Tagesseminar hier in der Mühle :

So 11.10.15 nähere Info findest du hier:

www.wundersameslernen.de/termine/


Freiraum und Grenzen für Kinder

FreiraumGrenzenWie du Freiraum und Grenzen dynamisch betrachtest und damit Veränderung und gesunden Wachstum zulassen kannst.

Ich sitze mit meiner kleinen Tochter in einem Stadtpark und beobachte das bunte Treiben bei sommerlichen Temperaturen. Meine Tochter ist gerade 1, 5 Jahre alt. Wir machen eine Pause und ich setze mich auf die warmen Treppenstufen. Nachdem sie etwas getrunken hat, beginnt sie damit, die Treppenstufen zu erklimmen. Stufe für Stufe erarbeitet sie sich ihren Weg. Mal bleibt sie sitzen und schaut sich um, mal klettert sie weiter, ihr Ziel ist ganz klar.

Ich bin völlig entspannt, denn ich kenne meine Tochter, verbringe Tag und Nacht mit ihr. Ich vertraue in ihre Fähigkeiten und kann gut einschätzen, dass sie diese imposanten Treppenstufen sicher und gut bewältigen kann.

Ich kann ihr diesen Freiraum gewähren. Schon nach wenigen Minuten eilt eine Dame hinzu und will mein Kind retten. Sie hat meine Tochter auf den Treppenstufen entdeckt, gesehen, dass ich einige Meter unterhalb auf den Treppenstufen sass und nicht all zu sehr mit ihrem Kletterprojekt beschäftigt war. Sie wollte helfen, aus Angst und Sorge um mein Kind.

Aus ihrer Sicht der Dinge sollte ich dem Kind nicht dieses Maß an Freiraum für seine Entwicklung gewähren, weil sie die Treppe hinunter fallen könnte.

Du kannst also feststellen, dass das Gewähren von Freiraum auch etwas mit Vertrauen zu tun hat. Ich kann meinem Kind diesen Freiraum gewähren, wenn ich seine Fähigkeiten einschätzen kann und dem Kind Vertrauen schenken kann. Dieses Vertrauen wiederum kann ich nur durch eine intensive, beobachtende, nicht sofort eingreifende Haltung entwickeln. Ich muss meine Selbstreflexion und meinen Wunsch nach Entwicklung und Freiraum vor meine Ängste und Sorgen stellen. Ich muss eine Art Auseinandersetzung mit mir selbst betreiben, die mich meine Ängste und Sorgen einschätzen lassen, bevor ich sie über das Kind stülpe. Ich muss eine Art innere Arbeit betreiben und lernen meinen Einschätzungen bezüglich meinem Kind zu vertrauen und nicht über zu reagieren, sondern so oft als möglich zu gewähren, damit das Kind in seine eigene Kraft und Selbstsicherheit wachsen kann.

Dieses Thema Freiraum geben und Freiraum nehmen ist ein wichtiges Thema in der gesunden Entwicklung von Kindern. Es wird heiß diskutiert.

Wenn ich das Wort ‚Freiraum‘ im Duden nachschlage, dann steht dort: „Möglichkeit zur Entfaltung eigener Kräfte und Ideen.“  Schön beschrieben, wie ich finde und genau das will ich für meine Kinder.

Zu meiner Vorstellung von Freiraum geben und Freiraum nehmen, gehört, dass ich von Anfang an ein großes Maß an Freiraum für eigene Entscheidungen, eigene Zeit, eigene Bedürfnisse, eigene Konsequenzen, eigene Konflikte, eigene Kontakte usw. geben möchte. Genau darin sehe ich die „Möglichkeit zur Entfaltung eigener Kräfte und Ideen.“ (s.o.)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich es in dem größten, mir möglichen Maß tue, meine Kinder stark in sich selbst ruhen können und nicht so viel Kraft in Widerstände geben müssen. Im Gespräch mit Eltern zeigt sich immer wieder, dass die Fähigkeit der Erwachsenen Freiraum zu geben, sehr stark mit der Fähigkeit korreliert, sich selbst Freiraum zu geben, den eigenen Weg zu finden, auszusteigen aus den Meinungen der anderen, für die eigene Stärke zu sorgen, sich selbst gut zu tun und aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Freiraum geben und Freiraum nehmen wird damit zu einer sehr dynamischen Frage. Es heute zu tun und morgen zu lassen  liegt in meiner Freiheit. Es ist in keiner Weise festgezurrt oder in Stein gemeißelt. Ich kann mir den Freiraum geben heute so zu entscheiden und morgen anders. Freiraum geben verändert sich, wächst mit meinem wachsenden Vertrauen zu mir selbst und zu meinem Kind. Es hat mit dem Vertrauen in das Leben selbst zu tun.

 

Mit diesen dynamischen Fragen beschäftige ich mich sehr stark und kann dir helfen bezüglich deiner Kinder in ein größeres Vertrauen zu wachsen. Mir ist es sehr wichtig, dass Kinder mit einem großen Maß an Freiheit lernen können, damit sie sich gesund entwickeln können und nicht ihre Kraft für Widerstände, Krankheiten und Auffälligkeiten verpulvern müssen. 

Info zu meinen nächsten Veranstaltungen findest du hier:

www.wundersameslernen.de/termine/

Gerne helfe ich dir auch mit meinen Coachinggesprächen, trag dich einfach in das Formular ein, ich rufe dich zurück.

https://wundersameslernen.de/telefon-coaching/


HOMMAGE AN DIE JUNGS

IMG_4125HOMMAGE AN DIE JUNGS

Gestern habe ich mit einem meiner Söhne gesprochen und ihm erzählt, dass große Bagger bei uns vor der Haustür stehen und eine tiefer Graben gebaggert wurde. Sofort war in seiner Stimme eine gewisse Begeisterung zu hören. Bei mir hingegen war die Begeisterung für diese Baggerarbeiten eher begrenzt.

Begeistern kann ich mich hingegen für diese Bauarbeiter ( nicht falsch verstehen ;) ). Ich habe nun seit mindestens 4 Wochen die Gelegenheit diese Männer bei ihrer Arbeit zu beobachten. Da ist diese unglaubliche Kraft etwas zu bewegen. Hier wird tonnenweise Erde bewegt. Große Maschinen mit einer unglaublichen Präzision bewegt. Millimetergenau verstehen sie diese Baggerschaufel einzusetzen. Wenn ich diese fein justierten Baggerbewegungen beobachte, nehme ich im selben Moment eine gewisse Zartheit und Kraft in der Ausführung wahr. Wann immer ich sie sehe sind sie arbeitsam und konzentriert. Sie können ganz viele technische Geräte bedienen, aber auch mit Hacke und Schippe richtig Meter machen. Sie sind wirklich sehr effektiv und bewegen etwas, haben ein Gefühl für das Aufteilen der Arbeitsschritte und das die sprichwörtlichen zwei Enden, die sie miteinander verbinden wollen, am Ende auch zusammen passen.

Ich bin wirklich beeindruckt von dieser männliche Energie und Effizienz.

Jetzt denke ich eben auch an all die kleinen Jungs in Kindergarten und Schule, die, die gerade auf dem Bauch liegen und so einen kleinen Bagger vor und zurück bewegen, dazu kraftvolle Brummgeräusche machen. Ich denke an diese kleinen Mannskerle, die diese männliche Energie in sich tragen, diese Fähigkeit zu Kraft und Präzision. Die diesen unglaublichen Bewegungsdrang haben, die gerne ‚Meter‘ machen und die Welt aus den Angeln heben wollen. Die dieser inneren Stärke verpflichtet sind und sie gerne positiv kanalisieren würden. Ihrer männlichen Stärke  beweisen, spielerisch zu Kraft und Ausdruck kommen wollen, rangeln und kämpfen, sich vergleichen und herausfordern, bis an ihre Grenzen gehen wollen, weil es in ihrem tiefsten Inneren so eingraviert ist.

Stattdessen sind sie gezwungen still zu sitzen und gegen ihre innerste Natur viel zu früh ihren Kopf zu bemühen, wo zunächst ganz andere Dinge eine Rolle spielen würden.  Und wenn wir das nun endlich verstehen würden, dass Lernen nicht bedeutet, etwas ins Hirn zu hämmern, sondern diese natürliche Prozesse erkennen und zulassen zu lernen. Und viel später dann, wenn es dran ist, den Geist zu schulen, wenn das körperlich-seelische Gleichgewicht aufgebaut und gefestigt ist, dann hätten wir nicht so viel Stress in Kita und Schule, kein Ritalin und müssten nicht so viele Therapeuten bemühen.

Ich bin ja nun mit 3 Jungs und 3 Mädchen gesegnet und habe viel Gelegenheit diese feinen Unterschiede studieren zu dürfen. Ich liebe diese feinen Verschiedenheiten und lerne wundersam als Mutter. Es ist als ob ich nachreifen darf, schlicht und einfach durch die Beobachtung dieser wundervollen männlichen oder weiblichen Energien, die in unserer Zeit mehr und mehr in in Gleichgewicht kommen dürfen, nachdrücklicher ausgedrückt, in ein Gleichgewicht kommen müssen.

Für unsere Kinder wünsche ich mir, dass all dieses Wissen, um die Natur in Lernprozessen, bald in unser Bildungsverständnis einsickern darf, damit wir lernen den Geist der Kinder im Rahmen ihrer persönlichen Natur zu schulen und nicht gegen diese Naturgesetze ankämpfen müssen. Was für eine Energieverschwendung, was für ein Irrsinn.

Kannst du meine Beobachtungen teilen? Wie siehst du das?