Weit entfernt vom Ruhepuls - Wie kommt die Über(an)spannung in die Kinder?

Vor zwanzig Jahren habe ich in Amerika ein sechswöchiges Internship bei einem Psychologen verbracht. Ein Internship ist eine Zeit, in der man einen Mentor sehr intensiv begleitet, um tiefer einzusteigen und zu lernen. Ich habe seinerzeit die Zusammenhängen von Körper und Emotionen ein weiteres Stückchen erarbeitet. Neben der Begleitung seiner Seminare und Beratungsgespräche, hatte ich eine intensive Zeit der Innenschau.

Eines Tages haben wir einen seiner Freude besucht, der Forschung auf diesem Gebiet zwischen Gehirn, Körper und Emotionen betrieb. Ruck zuck war ich an irgendwelche Maschinen angeschlossen, die meine Gehirnaktivität messen sollten und an ein anderes Gerät, dass den Grad meiner Entspannung sichtbar machen sollte.

Dieser Forscher fragte mich, ob ich denn entspannt sei und nach einem kurzen Check gab ich ihm zur Antwort, dass ich entspannt sei. Er grinste und zeigte mir an Hand einer Skala, dass ich weit davon entfernt sei, entspannt zu sein. Tja!

In unserer Zeit der ständigen Verfügbarkeit, dieser enormen Schnelligkeit, des immer bereit für Handlung sein müssen, haben sich die Parameter verlagert, die uns ein gutes Körpergefühl und ein Sinn für Entspannung geben.
Auch hier glauben wir so gerne, dass uns die Espresso-Variante zu wahren Entspannung verhilft. Ein Stündchen Yoga die Woche, der zwanzig Minuten Fußweg zur Arbeit, die Tasse Cafe im Stehen.

Ich denke, das unser Nervensystem derart überspannt ist, dass wir kaum mehr ein Maß für eine wirkliche Entspannung haben. Wir sind meilenweit entfernt vom Ruhepuls und merken es nicht mal.

Meine sehr verehrte Feldenkrais Lehrerin hat uns, mit einem Augenzwinkern immer wieder sehr eindringlich auf Menschen aufmerksam gemacht, die nach einer Körperbehandlung in gewisser Weise zusammenklappen. Diese gestresste Mutter, die nach einer Behandlung in ein Loch fällt, oder dieser Mann, der sich nach einer Behandlung subjektiv schlaff fühlt, weil er das Maß an Entspannung seit langem nicht mehr erlebt hat.
Von meiner Lehrerin kam dann der Satz: „It is the Tension, that keeps me together:“ ( Es ist die Spannung, die mich zusammenhält.)

Woran merkst du, dass du entspannt bist?
Meinst du, dass da noch etwas mehr geht?
Wieso fällt es uns so schwer ein volles Maß an Entspannung zu erlangen?
Was ist ein volles Maß an Entspannung? Wie würde sich das anfühlen?

Ist es denkbar, dass unsere Kinder sich das Überangespannt sein von uns ‚abschauen‘? Ist es denkbar, dass die Art Betriebsamkeit, das Funktionieren müssen, nicht wirklich loslassen und abschalten können, mit ein Grund für viele Probleme im Alltag mit den Kindern ist?

Kann es sein, dass in unserem Leben als Erwachsene die Parameter für Entspannung und damit für ein gesundes und zufriedenes Leben derart verschoben sind, dass wir gar nicht mehr so selbstverständlich zu einem gesunden Maß finden? Ist es denkbar, dass wir so angespannt sind, dass wir kein gesundes Empfinden für wirkliche Entspannung haben?
Kann es sein, dass viele Schwierigkeiten im Leben mit den Kindern, der Versuch der Kinder sind, mit unserem Aufgedreht sein und unserer Überanspannung im Nervensystem zu kooperieren?

Vielleicht wirst du denken, dass das ja nun alles nichts Neues ist. Und ja klar, wir brauchen mehr Entspannung und Entlastung. Ja, ja, Entspannung und Stille, damit wir dann später um so höher, größer, schneller, weiter….

Das ist aber nicht der Punkt, den ich an dieser Stelle machen möchte.

Ich möchte vielmehr darauf hinaus, dass unsere Kinder viel mehr eigene Zeit, eigene Rhythmen, Möglichkeit für ihre ureigene Stille, Ruheräume benötigen, um ihr Nervensystem überhaupt gesund und natürlich entfalten zu können.
Ein wesentlicher Bestandteil liegt für mich darin, dass die jungen Menschen weiterhin 'Besucher' ihrer eigenen Innenwelt bleiben können und dürfen.

Ich bin der Meinung, dass wir sie da nicht so schnell und unbedacht heraus holen dürfen. Später, wird es ihre Quelle der Kraft, Kreativität und Lebensfreude sein. Wenn sie viel zu früh gezwungen sind, ihre inneren Räume zu verlassen, um mit Erwachsenen zu kooperieren, die auch nicht wissen, was sie tun, dann ist das ziemlich problematisch.

Da die Kinder die Meister der Kooperation sind, liegt es in meinen Augen in der Verantwortung der Erwachsenen nicht nur für diese ‚äußeren’ Formen von Bildung einzustehen, sondern diese inneren Formen von Bildung anzuerkennen und zu ermöglichen.

Somit sind wir hier in der Verantwortung. So, wie Kinder lernen, sich zwischen den Zeilen unseren Stress abzuschauen, so bräuchten sie dann Gelegenheit sich zwischen den Zeilen das abzuschauen, was ich als Erwachsene tun würde, um gut für mich zu sorgen.

  • Ist es das sie von mir mitbekommen, dass ich gestresst zum Yoga hechte?
  • 
Ist es, dass sie mich schreien hören, weil ich verdammt noch mal, einen Moment für mich benötige?
  • Ist es, dass sie abends spüren, dass ich sie leicht hochtourig ins Bett bringe, weil ich weiß, dass ich dann gleich!!! Zeit für mich brauche?
  • Ist es, dass ich Tag für Tag über den morgendlichen Ablauf lamentiere, ohne ein paar Entscheidungen zu treffen, die vielleicht unbequem sind?
  • Ist es, dass ich mich scheue mit meinem Lebenspartner ein Gespräche über unsere grundsätzliche Lebensrichtung zu führen?
  • Ist es, dass ich das Kind, wider meines besseren Wissens, in eine Tageseinrichtung gebe, von der ich weiß, dass dieser Umstand uns allen nicht gut tut?
  • Ist es, dass ich mit Schwiegermutter und Kinderbetreuung einen faulen Kompromiss eingehe, wohl wissend, dass dies zu emotionalem Rückstau in meiner Familie führt.
  • Ist es, weil ich selber renne, aus Unsicherheit den Schmerz der nötigen Bewusstwerdung meines Marathons zu spüren?

Glaubst du, dass unsere Kinder lediglich das lernen, was ihnen in der Schule vorgesetzt wird?

Wir brauchen ein größeres Wissen dazu, wie diese natürlichen Abläufe sich vollziehen, welche Voraussetzungen es braucht, damit Kinder sich gut in ihren eigenen Strukturen verwurzeln können, damit ihnen später auch Flügel wachsen können.

Derzeit erscheinen mir die Flugversuche sehr erschwert zu sein, zu viele Kinder machen schmerzhafte Bauchlandungen. Unzureichend mit sauberen Flugqualitäten ausgestattet, die sie sich bei Erwachsenen nur schwer abschauen können.

 

 

Hier findest du nun Teil 2 dieser Serie: Zurück zum Ruhepuls. Wege aus der Über(an)spannung im Leben mit Kindern.

 

 Hier findest du Informationen zu meinem Beratungsangebot. Gerade gestern sagte eine Mutter zum Ende meines  Seminar s: "Die Leichtigkeit ist noch da, ich muss sie nur wieder reinlassen


Warum es wichtig sein könnte, als Eltern nicht eingleisig zu denken?

wundersames-lernen-zugNein, es wird nicht unbedingt einfacher mit Schulkind vorgegebene Wege zu verlassen.

Es wird nur ganz anderes- stimmiger eben.

Früher gab es einfach nur diesen einen vorbestimmten Schulweg. Man hat die Kinder in einer gewissen Art auf eine Schiene gesetzt, den Abfahrtszeitpunkt bestimmt und ab ging die Post. Hier und da eine Weiche, einplötzlicher Notstop mit Weiterfahrt im nachfolgenden Zug oder ein Ausstieg ein paar Haltestellen , vor dem erdachten oder erwünschten Ausstiegsziel.

Das Credo war einfach - Augen zu, mitfahren, aushalten und aussitzen.

Heute ist das anders.
Ich setze mich sehr stark für alternative ‚Transportmöglichkeiten‘ ein und habe über die Jahre, mit sechs Kindern eine Menge Erfahrung sammeln dürfen.
Nachdem für mein Leben klar war, dass Züge nicht notwendigerweise das Transportmittel der Wahl für mich und meine Kinder sind, war ich gezwungen, Alternativen zu erkunden.

Ich beschäftige mich mit dem Fußweg, dem Bus, der Straßenbahn, der U- Bahn und dem Flugnetz bezüglich der Bildung meiner Kinder. Bei einigen der Kinder liegt auch wieder ein Stück Zugnetz auf ihrem Weg.

Ich schwöre nicht auf das eine Netz, sondern halte es für sehr bedeutsam, dass die Kinder Straßen-schlau werden und in der Lage sind, die Netze nach ihren Vorgaben wechseln und ‚nutzen‘ zu können. Sie mögen auch den Weg vom Gate am Flugplatz zur U-Bahn und von da in die Straßenbahn finden, unter Umständen weiter aufs Land, ein Stück zu Fuß usw. .

Ich hoffe, dass mein Bild dir verdeutlichen kann, dass für mich der Wert des je-individuellen Bildungsweges meiner Kinder in der Flexibilität und Beweglichkeit und Orientierungsfähigkeit liegt.
In einer hyperkomplexen Welt halte ich es für ausgesprochen bedeutsam, dass sie Spuren wechseln können um beweglich, flexibel und wendig sein zu können.

Dann ist es so, dass meine Kinder älter werden und immer mehr geleitet und bewegt sind von ihren eigenen, inneren Vorstellungen und Ideen.

Unterwegs kann es schon mal schnell geschehen, dass ein Kind sich, nach ca. 12 Jahren möglichst freiem und selbstbestimmten Lernen, in einem Zug vorfindet, dessen Streckennetz und Innenausstattung lange nicht angepasst und optimiert wurde.
Dann leidet das Kind, denn es kann längst alle anderen Verkehrsnetze bedienen, Tickets kaufen und sich sicher und selbstbestimmt fortbewegen. Es ist in der Lage, sich online Auskunft zur Abfahrtszeit zu verschaffen und versteht den Zug längst als Transportmittel.
Doch der Schaffner im Zug und alle Fahrtgäste im Zug sagen dem jungen Menschen, dass Zug fahren, das einzige Mittel der Wahl wäre und man sich hier anpassen müsse und sich unter die strengen Richtlinien im Zug zu fügen hätte, sonst würde man nie am Ziel ankommen.

„Das musst du einfach mal aushalten, Augen und durch!“ „Stell dich nicht so an!“ Das sind Sätze, die der junge Mensch allenthalben hört.

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Jetzt ist er sehr verunsichert, denn eigentlich weiß der junge Mensch um U-Bahn, Straßenbahn, Flugzeug , Auto und Fußweg.

Von mir als Mutter braucht es gute Kraft, den Jugendlichen in seinem eigenen, selbstbestimmten Weg zu unterstützen. Ich brauche immer wieder gute Mittel, um dem jungen Menschen die richtigen Fragen zu stellen, damit er Gelegenheit hat, bei sich sein und bleiben zu können.

Die Verunsicherung bei den kurzen Zugstrecken, die er ab und an einnimmt ist so groß, dass es langen Atem braucht, um den jungen Menschen zu vermitteln, dass sie vielleicht goldrichtig auf ihrem Weg sind und dass unter Umständen, viele Leute im Zug, sowie der Schaffner einfach nicht wissen, wohin sie fahren und sich lediglich sicher fühlen, weil sie alle in diesem einen Zug sitzen und das schon immer so getan haben.

Wenn Zug fahren schwierig ist und es dich und deine Familie viel Kraft kostest, dann kann es für alle Beteiligten heilsam sein, ein Stück Bus zu fahren, vielleicht auch das Flugzeug zu nehmen. Umsteigen und sich in der komplexen Welt selbstbestimmt zurechtfinden zu lernen, erscheint mir heute bedeutsamer zu sein, als sich lediglich auf die Bahn zu verlassen.

Es führen viele Wege nach Rom.

Wir Erwachsenen müssen unter Umständen selbst wieder umsteigen lernen und eigene Zielfindung als positiv betrachten lernen. Den eigenen Weg, der noch so quer und vielschichtig sein kann, als einzigartig und zu mir passend, einordnen lernen.

Konfuzius hat einmal gesagt: „Der Weg ist das Ziel.“

 

 

 

Das nächste Tagesseminar Wie du Stress und ‚genervt sein‘ im Alltag mit deinem Kind in Leichtigkeit und Freude verwandelst findet am 18.02.16 statt. Hier findest du nähere Informationen.

 

 

Warum es wichtig sein könnte, als Eltern nicht eingleisig zu denken?


Unbefangen sein dürfen als Grundlage für Lernen verstehen.

wundersameslernen-unbefangenUnbefangen sein dürfen als Grundlage für Lernen verstehen. Wie Kleinkinder Lernen lernen.

In meinem heutigen Beitrag möchte ich mit einer vorgestellten Lupe etwas tiefer in die Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern hineinschauen. Ich will mit dir untersuchen, welche Bedeutung die Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern hat, damit sich Lernen weiterhin gut entfalten kann.

In den letzten Wochen hatte ich insbesondere Anfragen von Eltern mit Kleinkindern. Eltern beschreiben, wie sie in der Begegnung mit ihrem Kleinkind in die Enge geraten. Ruckzuck fällt immer das Wort Trotzphase und wie anstrengend es mit dem Kind sei. Wenn ich den Geschichten zuhöre, dann sehe ich vor meinem geistigen Augen zwei Parteien, die sich, bis unter die Arme bewaffnet gegenüber stehen.

  • Da ist, das Kind, dass getragen werden möchte, aber die Eltern nicht können, oder wollen.
  • Da ist das Kind, dass nicht in s Bett gehen möchte.
  • Da ist das Kind, dass diese Jacke nicht anziehen möchte.
  • Da ist das Kind, dass nicht in den Kindergarten möchte.
  • Da ist das Kind dass die Wurst ohne Brot essen möchte.
  • Da ist das Kind, dass nicht in das Tragetuch möchte.
  • Da ist das Kind, dass ausschliesslich von Mama dies und das möchte.
  • ...

Demgegenüber die Eltern, die aus Sorge von diesen Forderungen aufgefressen zu werden, ihrerseits in die Trickkiste greifen. Sie reagieren ebenfalls mit mehr oder weniger Manipulation auf diese intensiv und oftmals lautstark und unnachgiebig erfragten Forderungen.
Beim Zuhören sehe ich gegnerische Truppen vor meinem geistigen Auge stehen, die auf beiden Seiten versuchen mehr und mehr aufzurüsten.
Eltern berichten mir, wie sie seit Wochen oder Monaten im Kampf sind und das Kind doch endlich verstehen müsse. Man könne sich doch den Forderungen eines kleinen Zwerges nicht derart ausliefern. Wo solle das hinführen?

Seit Wochen oder Monaten sind Erwachsene diesen Weg gegangen, aber es hat sich nicht wirklich viel geändert. Vielmehr ist es noch anstrengender geworden. Unmerklich hat man in der Familie seinen Lebensradius eingeschränkt. Man geht dann halt nicht mehr mit Kind in den Supermarkt; man kauft diese oder jene Lebensmittel, die ‚kindgerecht' verpackt sind, bunt und lustig, damit es was ißt; man geht nicht mehr zu diesen Freunden, weil…; das Kind wird dann nur noch von Mama ins Bett gebracht, sie kann dann eben abends nicht mehr weg gehen.
Man lässt sich viele Tricks einfallen oder schränkt sein Leben ein und glaubt auf diese Weise, die ‚Angelegenheit‘ in den Griff zu bekommen.

Leider ist das in den seltensten Fällen so, vielmehr schränkt man sich ein, gerät noch mehr unter Stress und verliert die Geschmeidigkeit und Freude im Alltag mit den Kindern.

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In meinen Augen ist eine mögliche Lösung in diesen Fragestellungen an einer ganz anderen Stelle zu suchen. Erwachsene sollten abrüsten, die Waffen nieder legen und die Lösung langfristig gesehen an einer ganz anderen Stelle suchen.

Gerade im Leben mit Kleinkindern kommt es zu diesen krassen Forderungen, weil sie zu oft in ihrem Tun eingeschränkt werden, Eltern vielleicht geistig nicht präsent sind.

Wir verstehen nicht, dass es nicht nur darum geht, dass sie mit einem relativ großen Maß an Freiheit etwas tun dürfen, sondern auch, dass wir möglichst oft geistig anwesend sind. In Beziehung sind.
Das ist eine Aussage, die auf den ersten Blick nicht sehr einfach verständlich ist, denn Eltern sagen mir: „Wir geben dem Kind doch so viel Freiraum. Es kann doch so viel tun, es kann forschen und untersuchen. Ich verstehe das nicht?“

Ich versuche dann zu erklären, dass es hier darum geht, dass Kinder unbefangen sein dürfen, dass sie sich sicher fühlen dürfen. Nur, wenn sie dieses sichere Gefühl in einer Beziehung haben, ist es ihnen möglich das zu tun, was sie mögen.
Wenn das Kind möglichst oft tun kann, was es mag, ist es in der Lage viel mehr über sich selbst heraus zu finden.
Es geht nicht so sehr, darum, was es alles tun darf, sondern vielmehr darum, dass es sich, wenn es Dinge tut, sicher fühlen kann. Dazu ist es wichtig, gerade mit den kleinsten ‚geistig anwesend‘ zu sein.
Dieser leichte Schlenker ist oftmals sehr schwer zu verstehen, denn gerade  ‚bewaffneten‘ Eltern erklären mir, was das Kind alles tun darf. Und ja, sie haben in der Tat Recht damit. Diese Kinder dürfen sehr viel tun, aber, sie fühlen sich nicht unbefangen und frei. Sie fühlen sich nicht verbunden und unbefangen. Sie sind in gewisser Weise auf der Suche 'eines Geistes' zu sein. Kennst du das Gefühl, wenn du mit jemandem in einem Raum bist, mit dem du dich in dem Moment verstehst? Ihr könnt im Grunde verschiedene Dinge tun und doch seit ihr 'eines Geistes'. Das fühlt sich so gut an. Das ist es, was nährt. Es ist eine Nahrung, die auf den ersten Blick so unscheinbar wirkt, doch sie hat enorme Wirkung.

Es ist diese Unbefangenheit und das gute Gefühl und die Sicherheit, die eine gute Lerngrundlage ausmacht. Es ist die Geschmeidigkeit, mit der wir Erwachsenen reagieren, wenn wir etwas nicht wollen. Es ist diese Fähigkeit nein sagen zu können und den anderen trotzdem nicht in ein unzulängliches Gefühl zu stellen. Es ist diese Klarheit, dass da ein  -Nein-  kommen kann und der andere schon damit klar kommen wird; dass man ihm zutraut auch mit einem unangenehmen
Gefühl klar zu kommen.

Gerade im Leben mit Kleinkindern ist es sehr wichtig, dass sie in der Beziehung zu den Erwachsenen eine Unbefangenheit entfalten können.
Der enorme Vorteil ist nun, dass ihr Verhalten den Erwachsenen gegenüber nicht von Widerständen und unterdrückten Gefühlen geprägt sein muss. Sie haben es nicht so sehr nötig impulsiv zu reagieren, sondern können in ihrem Spielraum sicher agieren, aktiv tätig sein, viel über sich selbst herausfinden, ohne von Erwachsenen ‚erzogen‘ zu werden. Dieses ‚bei-sich-sein-dürfen‘ hat eine enorme Auswirkung auf den Alltag. Bis in die Situation des zu Bett gehen am Abend hinein macht sich dieses unbefangen sein können deutlich bemerkbar.

Die Auswirkung einer auf Vertrauen basierenden Beziehung ist für den Lebens-Lernweg von so großer Bedeutung. Es erleichtert den Umgang miteinander ungemein. Ein Kind, dass sich sicher fühlt, drückt auf seine Weise Respekt aus.
Dies ist eine wichtige Voraussetzung für Lernen überhaupt.

Ich hoffe, dass ich mit dem Beitrag zum Ausdruck bringen konnte, wie unmittelbar Lernen und Beziehung zusammenhängen. Ein möglichst geschmeidiges Miteinander mit den Kleinsten ermöglicht, dass sie nicht in so großem Maß Widerstände und ihre angestauten Gefühle bearbeiten müssen. Diese gebundene Kraft fehlt ihnen beim Lernen und wachsen im Alltag und macht das Familienleben starrer, eingeschränkter, gestresster und freudloser für alle Beteiligten.

Wie so oft liegt die Lösung für eine fette Herausforderung im Leben mit den Kleinsten genau in der Richtung, wo wir sie so gar nicht vermuten würden.

Hast du ein Thema dieser Art mit deinem Kleinkind. Ich helfe dir gerne mit einer ‚Taschenlampe' an einer anderen Stelle nach Lösungen zu suchen. Erwachsene schätzen mein Fähigkeit quer zu denken und Lösungen an den tollsten Stellen zu suchen.  Hier findest du meine Kontaktdaten.

 Das nächste Seminar, in dem wir Themen dieser Art praktisch erfahrbar machen, so dass du sie in anderer Form in deinen Alltag integrieren kannst findet am Sa  18.02. 17  hier bei mir in der Köttingermühle statt. Info dazu findest du auch hier.  


"Ich bin nicht gut genug" und die Folgen

wundersameslernen-glaubenssaetze„Ich bin nicht gut genug“ Ich muss besser sein“ „Ich bin dumm“. Glaubenssätze dieser Art, werden im derzeitigen Bild von Erziehung und Lernen nahezu im Nervensystem der Kinder einzementiert.
Es braucht Rückgrat und Bewusstheit von Eltern und Pädagogen, um Kinder möglichst unbeschadet auf ihrem Weg zu begleiten. Folge mir ein Stück und schau, wie ich dieses wichtige Thema reflektiert habe.

Ich habe mich gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass (meine) Kinder diese Glaubenssätze gebildet haben, die ihnen das Leben so offensichtlich schwierig machen?

Auch wenn sie es selbst vielleicht noch gar nicht in dieser Form zum Ausdruck bringen könnten, dann stehen Sätze dieser Art auf Ihrer Stirn geschrieben:

„Ich bin ganz allein.“ „Ich bin dumm.“ „ Ich muss immer der Beste sein.“ „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich muss alleine klar kommen.“ „Ich muss erfolgreich sein.“ „Keiner sieht mich.“

Bei der Recherche in diesen Fragestellungen bin ich dahinter gekommen, dass nicht nur die Kinder Glaubenssätze dieser Art gebildet haben.
Ein großer Teil meiner Herausforderungen im Leben, besteht ebenfalls darin, dass auch ich einmal Glaubenssätze in dieser oder ähnlicher Form gebildet habe. Heute sind sie mir unter Umständen gar nicht mehr dienlich, doch ich trage sie noch immer bei mir, bis ich sie, durch die bewusste Auseinandersetzung mit ihnen, nicht mehr bei mir trage. Diese Bewusstheit kann mich in meine Kraft leiten.

Kürzlich habe ich etwas Interessantes über diese Themen gelesen, an dieser Stelle kann ich leider nur noch sinngemäß wiedergeben, was ich in Erinnerung habe. Die Autorin, meinte, dass ich mir als Eltern Mühe geben könne, wie ich wolle, auf eine gewisse Art würde ich als Elternteil immer eine Form von Selbsthass im Kind schüren. (Selbsthass, verstanden als Gegenteil von Selbstliebe)
Dies geschehe schlicht und ergreifend dadurch, dass Umstände im Leben passieren und unser Verstand diesem Umstand eine marginale Bedeutung gibt. Der oder die Beteiligte an dieser Situation muss damit noch nicht einmal in einem ‚wichtigen‘ oder bedeutungsschweren Zusammenhang stehen.

Das Kind hat ein Glas Milch verschüttet, du hast für Sekunden die Augen verdreht, weil du gerade im Moment müde bist und keine Lust hast, in den Keller zu gehen und die Putzutensilien zu holen. Das Kind hat deinen Gesichtsausdruck gesehen, der in keinem Zusammenhang mit seiner Person stand und hat daraus in dieser Sekunde beispielsweise diesen Glaubenssatz gebildet: „Ich bin nicht gut.“

Diesen Satz hat es für sich gebildet und ist in Zukunft, aus welchen Gründen auch immer, damit beschäftigt diesen Satz, durch ähnliche Begebenheiten, in sein Nervensystem zu zementieren.

Und nun laufen wir alle, Kinder, wie Eltern, wie kleine Aufziehfiguren, mit diesen selbst gebildeten Glaubenssätzen durch die Gegend und begegnen uns und drücken gegenseitig unsere Knöpfchen.

Jetzt kannst du im Grunde machen, was du willst, über den Verstand und logische Erklärungen kannst du deinem Kind wenig hilfreich sein.

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  • Sag mal deiner Tochter, die sich selbst von sich die Meinung hat, dass sie XY Kilo zu viel auf der Waage hat, dass sie eine tolle Figur hat, auf die sie stolz sein kann.
  • Sag mal deinem Kind, dass eine 2+ doch eine tolle Note ist, wenn es selbst die Erwartung an sich hat, dass es eine 1 haben wollte.
  • Sag mal deinem Kind, dass alle für es da sind und hilfreich sein können, wenn dein Kind, wie auch immer die Meinung gebildet hat, dass es alles alleine stemmen muss.

Was hingegen hilfreich sein kann, wenn wir in Gespräch mit den Kindern damit beginnen Glaubenssätze durch intelligente Fragen zu hinterfragen (Das kannst du auch mit deinen eigenen Glaubenssätzen tun):

  • Warum wäre das schlimm, wenn du XY Kilo zu viel hättest?
  • Warum wäre das schlimm. dass du keine Note 1 hast?
  • Warum wäre das so schlimm, wenn du eine Note 4 hast?
  • Warum wäre das schlimm, wenn du dir in diesem Fall helfen lassen würdest?

Bei den möglichen Antworten hast du dann immer wieder die Gelegenheit zu hinterfragen, ob das wirklich wahr ist und kannst dann weiterhin immer tiefer einsteigen, indem du fragst was an dieser Antwort so schlimm wäre, bzw, ob es wirklich wahr ist?

Du hast damit Gelegenheit diesen Glaubenssätzen in einer Art auf den Grund zu gehen und zu hinterfragen, ob es wirklich (noch) angemessen ist, dass dieser Satz diese Bedeutung im Leben hat.

Das wir diese Glaubenssätze in der Kindheit heranbilden ist völlig normal und wahrscheinlich auch gar nicht so wirklich abzuwenden, denn diese Funktion gehört zur Herausbildung unseres Nervensystems. Was es aber im Grunde braucht, ist ein Wissen darüber, dass all das nicht in Stein gemeißelt ist und für eine gesunde Entwicklung eine NotWENDIGkeit besteht, diese Mechanismen zu erkennen und damit zu beginnen, diese intelligent selbst zu lenken.

Unser derzeitiges Bild von Erziehung, Schule und Bildung berücksichtigt diese Ansätze viel zu wenig, dabei liegen gerade darin die Voraussetzungen für eine gesunde Lebensführung der Kinder.

Mit meinem heutigen Impuls möchte ich zum Ausdruck bringen, dass Kinder, wie Erwachsene in diesen Zeiten sehr stark von rationalen Betrachtungsweisen, Ansätzen und Werten geprägt sind. Ja, die Schule legt in meinen Augen sogar übertriebenen Wert in die Herausbildung dieser rationalen Grundlagen, vergisst, dass der zufriedene, ausgeglichene und gesunde Mensch ganz anderes operieren kann und sollte.

Damit diese Lebensführung und gesunde Entwicklung der Kinder stattfinden kann, brauchen wir dringend Umgebungen, in denen sie möglichst selbstbestimmt und frei lernen können. Hier könnten sie dann Werte praktisch erfahren und entwickeln, die sie im derzeitigen Bild von Kindergarten und Schule ausblenden müssen, damit sie einfach nur funktionieren.

Es braucht in meinen Augen schon eine gute Kraft und ein Bewusstsein der Erwachsenen darüber, dass Lernen viel mehr als die vermeintlich messbaren Verstandeskräfte beinhaltet.

Es gilt dieses Spannungsfeld aufzubauen zwischen einfach nur funktionieren müssen und praktisches Wissen für eine zufriedenes Leben überhaupt entwickeln zu dürfen.

Dieses Wissen entwickeln ganz lebenspraktisch viele Initiativen, aber auch einzelne Familien, die mit Kindern bewusst andere Wege gehen möchten. Sie erproben, entwickeln und verfeinern Wege, die es erlauben sich das menschliche Lernen mit allen Möglichkeiten zurück zu erobern.
Es geht wieder darum Fehler machen zu dürfen, statt starr vor Angst vor einer schlechten Note zu sein, Mitgefühl entwickeln zu können, statt Konkurrenz, Vertrauen entwickeln zu können, statt Kontrolle, die Fähigkeit Gleichgewicht und Ungleichgewicht ausbalancieren zu können.

Es geht darum  "Ich bin nicht gut genug" und die Folgen  langsam aber stetig  zu verwandeln in "Ich bin gut genug" und die Folgen.

Damit diese fehlenden Puzzleteilchen an ihren Platz finden können, und Kinder mit weniger Stress und Druck aufwachsen können, bin ich da. Ich selbst tanze in diesem Spannungsfeld und unterstütze alle Interessenten auf ihrem Weg.

Ich freue mich hier oder bei gerne auch bei Facebook von dir zu lesen.
Beste Grüße
Uta Henrich

 


Nicht jeder ist für den Weg mit der Machete in der Erziehungslandschaft gemacht.

wundersames-lernen_macheteNicht jeder ist für den Weg mit der Machte in der Erziehungslandschaft gemacht.

Denkst du, dass für dein Kind alles so viel einfacher und wunderbarer wird, wenn du in Sachen Erziehung und Bildung andere Wege gehst?

 

  • Gehörst du zu den Eltern, die glauben, dass ihr Kind es im Leben einfacher haben wird, nur weil du nach Bedarf stillst?
  • Hast du gedacht, dass dein Kind langfristiger gesund ist, weil du es vegan ernährst?
  • Hast du gedacht, dass es in den öffentlichen Institutionen einfach für dein Kind ist, wenn es als Einziges nicht geimpft ist?
  • Hast du gedacht, dass dein Kind mehr Körperbewusstsein und 'standing' hat, weil du es windelfrei begleitet und selbstverständlich nicht ‚erzogen‘ hast?
  • Hast du gedacht, dass es dein Kind viel leichter hat, wenn es in den Waldkindergarten gegangen ist?
  • Hast du gedacht, dass deinem Kind die Zukunft offen steht, nur weil es zur freien Schule gegangen ist, oder ihr 'schulfrei' lebt?
  • Hast du gedacht, dir bleiben heftige Auseinandersetzungen, die Themen um Neid, Gier, Benachteiligung, Eifersucht oder dem schlichten Erwachsen werden erspart, nur weil du deinem Kind auf Augenhöhe begegnen möchtest?
  • Hast du gedacht, du arbeitest deine Familiengeschichte auf, begibst dich in die Tiefe deiner Schatten und dein Kind strahlt jeden Tag wie der Sonnenschein?

Zugegeben - einiges davon habe ich irgendwann mal gedacht. Inzwischen sind einige meiner Kinder schon groß und ich bin gefragt meine Entscheidungen und meine Wege kritisch zu hinterfragen.

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Ich kann bestätigen, dass sich vor meinen Kindern kein Weg, mit Rosenblüten ausgelegt, auftut.
Obwohl ich für einen möglichst freien und selbstbestimmten Weg gesorgt habe, ist der Weg meiner Kinder kein leichter und vor allem kein ausgetretener Pfad.

Ich habe die Vorlage gegeben und sie sind damit gefragt Neuland und steinige Wege zu gehen.

Ich bin dafür verantwortlich.

Ich merke das insbesondere durch die Fragestellungen, die die großen Kinder haben.

  • Es passiert, dass sie die Universität mir ihren Ansätzen sehr kritisch hinterfragen. Sie stossen in diesem Umfeld an die selben Grenzen, die wir mit Freien Schulen umgangen haben.
  • Es passiert, dass sie sich manchmal nach dem Leben ihrer Freunde sehnen, die einfach in irgendeine Schule gehen, Freunde um die Ecke haben.
  • Es passiert, dass sie sich als Außenseiter wahrnehmen, weil sie gelernt haben eigenverantwortlich zu lernen. Sie fühlen sich dann in einer Umgebung, in der mit Druck und Kontrolle gearbeitet wird, deplatziert.
  • Es passiert, dass sich hier und da nicht zugehörig fühlen, weil ihr Denken und ihre Ansätze andere sind.
  • Es passiert, dass sie auf Grund, der Entscheidungen, die ich einmal getroffen habe, hunderte von Kilometern von mir entfernt, alleine sind und sich in einer Umgebung vorfinden, in der sie ‚erwachsener‘ sein müssen, als sie vielleicht schon sind.
  • Es passiert, dass sie in einem seltsamen Zwiespalt leben, der sie einseins gerne zu Hause sein läßt und andererseits diese Freiheit leben möchten, die sie an ihren Schulen erleben dürfen.
  • Es passiert, dass sie, genau wie ich, ein völlig anderes Familienleben leben müssen, als das, was sie in ihrer Umgebung wahrnehmen. Sie und ich sind gefordert Familie für sich neu zu definieren.
  • Es passiert, dass sie sich Sinnfragen in ihrem Leben schon sehr früh stellen und ihre Lebenswege viel kritischer angehen. Das führt dazu, dass es in seltensten Fällen ‚geradeaus‘ geht. Gerade das führt zu Unsicherheiten. Ich bin als Mutter gefragt Sicherheit und Stabilität zu geben, an Stellen, wo ich selbst Neuland betreten muss.

Würde ich das Ganze wieder tun? Ja, in jedem Fall. Die Entscheidung lässt uns alle wach, flexibel und beweglich sein. Genau das benötigen Kinder/ junge Erwachsene und letztlich auch Eltern, um in diesen turbulenten Zeiten zu navigieren.

 

Mein Fazit:

Nicht jeder ist für den Weg mit der Machete in der Erziehungslandschaft gemacht. Aber ich finde, der Weg bereichert ungemein.

Gerne bin ich dir mit meinem reichhaltigen Wissen für deinen persönlichen Weg behilflich. Dazu kannst du dich für ein unverbindliches Kennenlerngespräch anmelden, oder gleich zum nächsten Tagesseminar vorbeikommen.

Ich würde mich freuen.

 

Hier findest du einige Beiträge, die dich in diesem Zusammenhang auch interessieren könnten, da sie ein Stück unseres persönlichen Weges erklären:

https://wundersameslernen.de/dieses-spagat-ist-mir-unmoeglich/

https://wundersameslernen.de/holprig-aber-unser-schul-weg/

 


In Erziehung Individualität zu ermöglichen ist schwer, aber dringend erforderlich.

Wundersames Lernen Individualtät (klein)Ich geniesse es ganz außerordentlich Kinder zu beobachten, die ganz und gar in ihr Spiel vertieft sind. Ich kann dir nicht genau sagen, was es ist, aber es löst in mir ein ‚inneres Lächeln‘ aus. Ich fühle mich dann selbst gut. Es beruhigt mich, lässt mich entspannen. Es fühlt sich an, als ob dieser seelisch/geistige Zustand des ‚bei-sich-seins‘, sich über die körperlichen Grenzen im Raum ausdehnt und auch mich gefangen nimmt.

Das Umgekehrte kenne ich auch. Lass mich beschreiben, wie ich meine Wahrnehmung bildlich darstellen würde.
Ich nehme dann in meiner Umgebung auf, wie kleine, gestresste, kurzatmige, sich hektisch bewegende Menschen kleine Nadelstiche in meine unmittelbare Umgebung aussenden, diese meinen inneren Raum betreten und mit aller Kraft versuchen sich in mir breit zu machen.

Ich gehöre zu den sensiblen Menschen, die solche Dinge einfach wahrnehmen können. Erklären kann ich es nicht, es ist einfach so. Schon in meiner Kindheit konnte ich ein Zimmer betreten und empfand Sekunden später, ob es den anderen im Raum gut ging oder nicht.

Kennst du das auch?

Und weil ich Feinheiten wahrnehmen konnte, habe ich als Kind den Fehler gemacht, dass ich diese feinen Wahrnehmungen immer auf mich bezogen habe und versucht habe Ausgleich zu schaffen oder Dinge zu tun, damit es den Leuten gut ging.

  • Beim Bäcker stehend dachte ich, die Verkäuferin mag mich nicht.
  • Bei den Großeltern dachte ich, der Opa ist wütend auf mich.
  • Am familiären Esstisch habe ich so manches mal den Alltagsstress in so großem Mass wahrgenommen, dass ich zuviel gegessen habe und alles damit runterschlucken wollte

Erst sehr viel später habe ich zu unterscheiden gelernt, was zu den jeweiligen Menschen gehört und was zu mir. Noch heute muss ich sehr stark aufpassen, damit ich diese wichtige Differenzierung treffen kann.

Aus dieser Erfahrung weiß ich, dass gerade sensible Kinder unglaublich feine Antennen für Stimmungen, Emotionen und Befindlichkeiten haben. Sie sind noch sehr stark mir ihrer unmittelbaren Wahrnehmungskraft verbunden. Sie sind sehr ‚antennig‘.

Mit diesem heutigen Beitrag möchte ich verdeutlichen, dass Erwachsen (egal ob Eltern oder Fachleute ) über die sogenannte individuelle Betreuung sehr kritisch reden. Man erkennt zwar hier und da die absolute Notwendigkeit, aber kaum jemand weiß wie das geht.  Es gibt noch immer wenig praktische Erfahrung darüber, wie man es im Alltag umsetzen könnte und im selben Moment eine gewissen Organisation noch gewährleistet werden kann.

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Erwachsene, die mit Kindern zu tun haben, sind mit ihren Beobachtungen und Interventionen noch immer sehr defizitorientiert. Wir haben noch wenig Fähigkeiten individuelle Eigenarten , die Kinder haben, zunächst einmal neutral zu beobachten und vor allem dann auch als Stärke zu sehen.
(ungezählt sind die Fälle in den Einrichtungen inzwischen, in denen gewisse Lebensmittel nicht vertragen werden, bestimmte Krankheiten besondere Massnahmen erfordern oder bestimmte Auffälligkeiten Aufmerksamkeiten ziehen. Erwachsene lernen momentan wieder auf besondere Bedürfnisse einzugehen.)

Individualität in Familie und Einrichtung zu ermöglichen ist noch immer sehr schwer, da unsere pädagogischen Ansätze in älteren Ideen und bestimmten Traditionen wurzeln. Viele von diesen Ideen sind unter heutigen Lebenskonstrukten nicht mehr angemessen. Sie führen auf die eine oder andere Art direkt dazu, dass Kinder dieser Zeit ‚außer sich‘ geraten, nicht bei sich sein können bzw. bleiben können.

Wir Erwachsenen bringen diese unnatürlichen und gestressten Lebenskonstruktionen mit in sie hinein, indem wir die Einzelfälle zu vermeiden suchen, aus Sorge in Erklärungsnöte zu geraten. Da darf der Kleine im Kindergarten die Mama nicht anrufen, weil ja dann alle Kinder telefonieren wollen. Da darf ein Kind in der Schule nicht auf s WC gehen, wenn man muss, weil alle dann vielleicht gehen würden. Da muss man in der Kita sein Brot aufessen, weil die Erwachsenen diese Regel gemacht haben. Da muss man Mittags in der Kita schlafen, obwohl man gar nicht müde ist. Da müssen alle Kinder zu Hause abends um 8 ins Bett, obwohl sie unterschiedliche Schlafbedürfnisse haben. Da müssen Samstags alle mit zum stressigen Einkaufen, weil man noch keine Idee hat, wie man sich anders organisieren kann oder will.

Trotz dem umfassenden Wissen über die Entwicklung von Kindern und deren Bedürfnisse für eine stressfreie Entwicklung pflegen wir noch immer irrige Ideen, die noch zu Fehlinformationen und Stress, besonders unter Eltern führen:

  • Wir glauben noch immer, dass Kinder in einer ganz bestimmten Zeit trocken sein sollten.
  • Wir glauben noch immer, dass Kinder einen ganz bestimmten Schulschluss haben sollten.
  • Wir glauben auch, dass Kinder sich mit 2 Jahren problemlos in einer Einrichtung von der Mutter abnabeln sollten, falls nicht, dann liegt es natürlich an der Mutter.
  • Wir glauben auch, dass Kinder nach dem Abitur ein soziales Jahr oder ein Auslandsjahr haben sollten.
  • Wir glauben an den organisierten und kontrollierten Mittagsschlaf.
  • Wir glauben, dass Kinder das essen sollten, was andere, aber nicht das Kind selbst, für gesund halten.

Und damit alles, wie am Schnürchen läuft und die Kinder sich im Gleichschritt genau dahin begeben, was Erwachsene für angemessen halten, haben wir uns dann auch ausgefeilte Druckmechanismen ausgedacht.

  • Darin spielt das Vergleichen mit anderen eine große Rolle, sei es durch Noten oder Markenjeans.
  • Darin spielt eine übergroße Kontrolle eine Rolle, die mit Schutz und Sicherheit und versicherungstechnischen Erfordernissen begründet wird.
  • Das Individuelle für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen hat kaum eine Chance zu wachsen, weil der soziale Druck und die Strukturen für Gleichförmigkeit und Funktionalität gerade heute sehr gross ist.

In dem Zusammenhang dürfen wir uns nicht wundern, das Themen wie Stress, Depression. Burnout , Krankheiten aller Art unter Kindern und Erwachsenen eine so große Rolle spielen.

In meinen Augen ist es dringend erforderlich Themen um Betreuung, Bildung, Familie sehr stark zu individualisieren und sich vermehrt damit zu beschäftigen, wie das überhaupt geht?

Genau dabei bin ich behilflich. Ich stärke Eltern in diesem, ihrem Prozess, damit Kinder auf Sicht, freier und selbstbestimmter lernen-leben können und Eltern sich besser fühlen. Mir ist es ausserordentlich wichtig, dass Erwachsene und Kinder Hilfestellung bekommen, um in ihre eigene Kraft zu wachsen. In die eigene, individuelle Kraft zu wachsen ist von Vorteil, damit man in den ganzen Stürmen, Bewegungen und Meinungen weiß wer man ist, was man will, was man braucht und was nicht.

Ja, in Erziehung Individualität zu ermöglichen ist schwer, ich weiß, aber dringend erforderlich.

 

Hier findest du die Möglichkeit dich für ein intelligentes Kennenlerngespräch anzumelden.

 

 


Warum viele Eltern unzufrieden sind?

Wundersames Lernen Stock falsches EndeEltern bekommen in meinen Augen heute so viele tolle Informationen (Stöcke) zugeworfen. Leider fangen viele diesen Stock am falschen Ende auf und geraten noch tiefer in Verunsicherung, Unzufriedenheit und Ohnmacht. 

Durch meine Beiträge mag ich nicht die Idee schüren, dass es irgendwo da draussen diese ‚Erziehungsheilslehre‘ gäbe. Wenn man das nur alles beachten und ‚richtig‘ machen würde oder endlich verstehen würde, oder es so machen würde wie diese oder jene Familie, die mir so fluffig und easy im Internet daher kommt, dann, ja dann wär ich als Mutter oder Vater viel besser, dann hätte ich deutlich weniger Probleme mit meinem Kind und alles wäre so ganz anders, als dieser öde, verdammte Alltag, den nur ich zu haben scheine. Viele andere wissen, wie es geht, nur ich nicht?
In den Beiträgen und Kongressen, die ich zum Thema Erziehung und Lernen verfolge, beobachte ich eine ähnliche Bewegung, wie sie mir auch in der spirituellen Szene oder den 'offensiv-anders-Kreisen‘ begegnet. Es entsteht ein kompliziertes und angebliches wertvolles Regelwerk, darüber, was man alles beachten und anders machen könnte. Das, was wir lernen müssten erscheint wie ein Fass ohne Boden.

Dieses Konzept wird nicht immer von den Machern, Autoren und Querdenkern hervorgebracht, aber  leider von vielen Eltern so verstanden.
Ich lese auch hier im Internet die Anfragen von zahllosen Müttern, die Probleme haben , ihre Kinder ins Bett zu bringen, sie vielleicht unter Tränen bei der Tagesmutter zu lassen, deren Kleinkinder hauen, beißen und schlagen, Kinder, die in Kita und Schule Schwierigkeiten machen etc.
Ich habe den Eindruck, dass wir uns trotz aller zugänglichen Informationen, Kursen, Seminaren Austausch und Möglichkeiten für Ausstieg und das so genannte ‚Andere‘,  weiter weg bewegen, von dem, was der Familie und dem Kind gut tut.

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Für mich ist das Simple, das Einfache und das Naheliegende von größter Bedeutung, das, was ich auch leben kann, was meiner innersten Natur entspricht. Es ist völlig unspektakulär und daher leicht zu übersehen.

Wir meinen immer, dass die Lösungen so sehr mit Anstrengung und großem Aufwand verbunden sein müssten. Auch ich kann mich hier an der eigenen Nase packen. Es gibt Bereiche, in denen mir das nicht so eingängig ist, wie gerade im Bereich Erziehung und Lernen.

Ich nehme war, das selbst gut gemeinte Bestrebungen so aufgeplustert und verfälscht werden. Es entsteht neue ‚Erziehungsheilslehren’ und Strömungen und Trends im Umgang mit Kindern. Eltern rennen von dieser Bewegung zur nächsten. Massen bewegen sich - und alles wird bekloppter.
Wir alle auf der verzweifelten Suche, nach, .......was denn genau?

Das frage ich dich?

Ich habe den Eindruck, dass wir in Erziehungsfragen derzeit den Stock am falschen Ende aufgreifen. Wir bewegen uns, trotz bester und tollster Möglichkeiten, weiter weg von dem Naheliegenden, Simplen, von der Natur der Dinge.

Für mich steht da zu aller erst, dass ich mich als Mutter damit beschäftigen möchte, wer ich bin und wer ich in Bezug zu dieser Herausforderung, die ich in den Familienangelegenheiten habe, sein möchte. Erst viel später stellt sich mir die Frage nach dem Was und nach dem Wie.

Und hier greifen wir in meiner Auffassungen den Stock am falschen Ende auf. In Erziehungs- und Lernfragen werden wir durch die allgemeine Massenbewegung (auch im Internet) immer in die Wie und vielleicht Was Themen bewegt. Ich werde ständig in Denkprozesse verwickelt, die nicht hilfreich sein können, weil sie mich weiter von dem entfernen, wer ich bin.

Wenn ich das Ganze nicht auf den Boden dessen stellen kann, wer ich als Mutter bin, dann drehe ich mich im eigenen Quark und vor allem auch in dem Quark der anderen. Ich werde immer unsicherer und vor allem unzufriedner. Ich bin nicht in der Lage meine eigene Blüte erblühen zu lassen.

In der Natur der Dinge liegt, dass die Blume nicht versucht zu blühen, sie macht keine Selbstoptimierungskurse und vor allem schleift sie auch ihre ‚Ableger‘ oder ‚Samen‘ nicht in Selbstoptimierungskurse. Was die Blume macht? Sie wächst aus sich selbst heraus, öffnet und schliesst ihre Blüten, verschenkt ihren Duft. Die Blume ‚weiß’, dass auch ihre Ableger genau das sind, was sie sind. Aber sie v er s u c h t nicht, etwas zu tun. Die Blume i s t.

Somit möchte ich dich mit meinem heutigen Beitrag dazu ermutigen dich vermehrt als Blume zu begreifen, die nur das leben kann, was ihrer innersten Natur entspricht. Die Rose kann kein Gänseblümchen sein und die Kornblume keine Sonnenblume. Ich halte es bei den ganzen Wirrungen und Irrungen für super wichtig, dass Eltern sich darauf besinnen, wer sie sind und was persönlich sie mit den Kindern leben wollen.
Es ist sicherlich schwierig sich einer roboterhaften Existenz entgegenzustellen, die uns so stark mit all ihren Strömungen und Bewegungen beeinflussen will. Dabei geht schon mal schnell das Naheliegende und das Simple in Vergessenheit und die Chancen werden größer, sich in der quirligen und schnelllebigen Zeit zu verlieren.

Das eine Ende des Stockes ist das Simple und das Naheliegende, es bedeutet, die Blume zu erkennen, die du bist.
Die andere Seite des Stockes ist, die ganzen Informationen zu nehmen, die auf dich einstürmen und dich dann selbst mit dem aufzumischen und runterzuputzen, was du alles (noch) nicht kannst als Mutter, wo du angeblich noch nicht bist, was noch nicht hast, was andere haben. Du reibst dich ständig im Denken auf und in der Vorstellung, dass auf der anderen Seite des Flusses alles besser wäre.

Das raubt einem die Kraft, nicht notwendigerweise die Kinder.

Genau mit diesem Konflikt befasse ich mich primär bei meiner Beratung und daher ist ein Telefongespräch mit mir auch sehr effizient und nachhaltig. Ich helfe dir und unterstütze dich darin heraus zu finden, wer du in Bezug zu deinen Kindern bist und wie du das auch im Alltag umsetzen kannst.

Hier kannst du dich für ein unverbindliches Kennenlerngespräch anmelden.

Warum viele Eltern unzufrieden sind? Finde es für dich persönlich heraus und komm in deine Kraft.


Ich mache es mir echt leicht als Mutter, meinen die anderen.

Wundersames Lernen StiefmutterblogDiesen Beitrag habe ich für eine Blogparade geschrieben, die von Susanne Petermann im Rahmen ihres Stiefmutterblogs ausgeschreiben wurde. Das Thema lautet:
Was macht mich zu einer Mutter? Der Titel hat mich sofort angesprochen und mit meinem Beitrag schreibe ich mit einem Blick auf Mütter, die in unserer Gesellschaft mit einem großen Maß an Unverständnis und vor allem Vorurteilen behaftet werden. Ja, ich gehöre auch zu diesen Müttern.
Über diesen link stiefmutterblog findest du weitere interessante Beiträge und hast bis Ende des Monats auch noch Gelegenheit selbst dort mitzumachen.

Ich mache es mir echt leicht als Mutter, meinen die anderen.
Ja, das stimmt - aber ganz anders als du denkst.

„Du machst es dir echt leicht“, meinte eine Freundin kürzlich zu mir. Andere Frauen aus meiner unmittelbaren Umgebung sprechen es nicht aus. Es ist ihnen aber anzumerken, dass sie nicht so wirklich mit meinem Weg der Mutterschaft einverstanden sind. Meist wird das Thema höflich nicht erwähnt. Man erkundigt sich, freundlich interessiert, nach meinen Kindern. Aber so wirklich gefragt hat mich noch nie jemand, wie ich es schaffe meine Kinder in dieser Art loszulassen.

Die Liste der Vorurteile ist wirklich groß, daher habe ich in der Vergangenheit bewusst dazu geschwiegen. Ich habe nicht soviel darüber erzählt, dass meine Kinder alle ein Internat besuchen oder besucht haben.
Ich habe sechs Kinder im Alter zwischen 23 und 9 Jahren. Im vergangen Jahr hat auch mein jüngster Sohn das Haus verlassen. Auch er wollte, wie alle seine Geschwister, auch dieses Internat mit dem Namen Summerhill - school in England besuchen, dass den Kindern ein möglichst freies und selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

Die Kinder leben dort in einer großen demokratischen Gemeinschaft. Der Unterricht ist völlig freiwillig. Man kann ihn besuchen oder eben auch etwas anderes tun. Die Belange der Schule werden im meeting geregelt. Dieses meeting findet mehrmals wöchentlich statt. Erwachsene und Kinder haben bei Entscheidungsprozessen gleiche Rechte.

Fast ein Jahr hat mein Prozess darin gebraucht, bis ich in der Lage war, auch dieses, mein jüngstes Kind in der Art loszulassen. Bis dahin hatte ich 24 Jahre immer Kinder im Haus. Einen Tag vor seinem achten Geburtstag ist er schwups mit seinen Geschwistern in den Flieger gestiegen und hat damit einen neuen Abschnitt in seinem Leben begonnen. Er hat es prima gemacht. Er fühlt sich dort wohl. Manchmal höre ich 2-3 Wochen nichts von ihm.

Ob ich es mir leicht mache?
Nein, überhaupt nicht.

Mütter, die ihre Kinder in ein Internat geben, oder beim getrennt lebenden Vater wohnen lassen, werden noch immer nicht wirklich als ‚gute‘ Mutter gesehen. Man versteht nicht, warum sie denn Kinder bekommen und dann angeblich nicht bei sich haben wollen? So zumindest wird es ihnen unterstellt.

Gefragt hat mich im Grunde noch nie jemand, was für mich der ausschlaggebende Punkt ist, dass sie zeitweise nicht hier im Haus leben und um die Ecke zur Schule gehen?
(Dass sie die andere Hälfte des Jahres dann zu Hause sind und zwar den ganzen Tag, das zählt nicht)
Man erkennt nicht, dass es eine erarbeitete Stärke als Mutter ist, die Kinder in dieser Art loszulassen. Im öffentlichen Bild wird es leider oftmals als ein Mangel an ‚richtiger‘ Liebe oder Mangel an diesem ‚Mutterliebeding‘ gesehen.

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Würdest du mich jetzt fragen, dann würde ich antworten, dass mein Wunsch nach, sowie meine Überzeugung für ein freies und selbstbestimmtes Leben-Lernen der Kinder so groß ist, dass ich diese inneren Schritte des Loslassens und erneuten Abnabelns gegangen bin und weiterhin gehe.

Mache ich mir das leicht?
Nein, überhaupt nicht.

  • Ich lasse los, zu wissen, was sie den ganzen Tag tun.
  • Ich lasse los, ob sie in den Unterricht gehen oder nicht.
  • Ich lasse los, mich über die Maßen einzumischen, wie sie ihr Leben verbringen.
  • Ich lasse los, darauf zu schauen für was sie ihre Geld ausgeben.
  • Ich lasse los, mit wem sie ihre Zeit verbringen.
  • Ich lasse los, wann sie ins Bett gehen.
  • Ich lasse los, dass ich nicht unbedingt in ihrer Nähe sein kann, wenn sie mal krank sind.
  • Ich lasse los, mich in irgendeiner Form einzumischen, welche Interessen sie in beruflicher Hinsicht haben.
  • Ich lasse los, welche verstaubten Ideen ich zu erzieherischen Maßnahmen habe.
  • Ich lasse los, was ein Bild einer ‚guten‘ Mutter ist.
  • Ich lasse los, welche eingeschränkten Ideen ich zum Thema Bildung der Kinder habe.
  • Ich lasse los, dass die Kinder ein Abitur benötigen, um ein zufriedener Mensch zu sein.
  • Ich lasse los, welche Ideen ich zu Bindung und Beziehung habe.
  • Ich lasse los, welche Ideen ich zum Zusammenleben in einer Familie habe.

Wenn Helikoptermütter ihre Kinder in einer recht engen Umlaufbahn umkreisen, dann befindet sich meine Umlaufbahn irgendwo da draußen im Universum.

Bedeutet es, dass es eine gestörte oder zu lose Verbindung zwischen uns gibt?
Nein, überhaupt nicht.

Es bedeutet, dass jeder Meter, den ich losgelassen habe, erarbeitet ist. Es ist ein Prozess des langsam zulassen und ersetzen von physischer Nähe hin zu einer anderen Form von Verbindung oder Beziehung. Es it ein bewusster Weg von 'Vertrauen wieder erlernen'. Es hat mit fallen lassen, oder die Kinder gar sich selbst zu überlassen gar nichts zu tun.
Für mich ist es eine Haltung, die ich entwicklt habe und die Kraft, dies zu erreichen wurde aus meinen Werten und Vorstellungen gespeist, sie sind sehr stark in diesem möglichst freien Leben-Lernen für meine Kinder verwurzelt. Um das hervorzubringen, muss ich mich diesem freien, selbstbestimmten Lernprozess selbst stellen. Ich muss mich in einer Art nach entfalten und herausfinden, was auch für mich stimmig und wichtig ist und das versuche ich mit den Ideen der Kinder in Einklang zu bringen.

 

Mache ich mir das leicht?
Nein, überhaupt nicht.

Und im selben Moment werden die Dinge auf wundersame Art leichter im Zusammenleben mit den Kindern. Aber ganz anders, als du denkst.

 

Gerne teile ich meine Expertise mit dir. Mein nächstes Tagesseminar findet am So 25.06.17 statt. Info findest du hier: www.wundersameslernen.de/termine/


Warum ein Kompass hilfreich sei kann, wenn sich Eltern orientierungslos fühlen.

Uta Henrich KompassWarum ein Kompass hilfreich sei kann, wenn sich Eltern orientierungslos fühlen.

Heute ist das ja alles ganz einfach. Du hast vermutlich ein Navi im Auto und gibst als Ziel den Ort, die Strasse und die Hausnummer ein und los gehts. Dieses Navi gibt dir Auskunft über die voraussichtliche Fahrzeit. Darüber hinaus sagt es dir ganz genau, was du tun musst, wo du rechts oder links abbiegen musst. Es berechnet jeden Moment neu, wann du am Ziel bist. Klasse!

Viele halten die Grundannahme der exakten Berechenbarkeit in Bezug auf die Bildung und Erziehung unserer Kinder für wertvoll. Sie schätzen genau diese Tatsache, weil das alles so toll und ergebnisorientiert funktioniert. Ist ein Kind plus minus 6 Jahre alt, dann Schule, dann Noten 1-6, dann messbare Ergebnisse, dann Hauptschulabschluss, dann Realschulabschluss, dann G8 oder G9, dann Zentralabitur,dann Numerus Clausus, …

Inzwischen haben wir das Vorprogrammieren noch etwas ausgedehnt. Es gibt den geplanten Kaiserschnitt zum Wunschdatum, das Kind geht dann schon mit 2 in die Krippe und mit 3 in die Kita und mit 5 in Vorschule. Alles getaktet und wohl geplant.

Gedanklich setzt man sein Kind also in dieses Fahrzeug, programmiert das Navi auf 3- 4 Jahre Kindergarten und/ oder 9 Jahre Schule, vielleicht noch ein Stück weiter, so dass das Abi gleich mit eingegeben wird. Manche Eltern haben auf der Tastatur auch schon die Universität und das Fach eingegeben.
Los gehts! Wenn möglich schnell auf die Autobahn. Doch, du kennst das bestimmt?

Jetzt kann es aber passieren, dass die Kinder schon nach kurzer Zeit zappelig werden im Auto. Sie wollen aussteigen. Sie wollen vielleicht gar nicht auf die Autobahn. Sie wollen anhalten und die Steine und Blumen am Strassenrand begutachten. Sie wollen vielleicht in eine ganz andere Richtung. Sie wollen öfter Pipi-Pause machen und spielen. Am Strassenrand lernen sie einen Spielkameraden kennen und wollen dann mit ihm weiter fahren.
„Hier riecht es aber unangenehm,“ sagen sie, weil sie am Strassenrand den Gestank der Schweinemästerei in der Nase haben. Dort haben sie einen Kletterwald gesehen, da wollen sie aussteigen und sich vergnügen.
Zwischendurch schlafen sie auch mal auf der Rückbank ein und in ihren Träumen betreten sie ganz andere Bewusstseinsräume. Hier ist alles möglich. Man kann sogar fliegen und sich in andere Wesen verwandeln. Man wird stark oder weise wie Spiderman oder Obi Wan Kenobi sein. Vielleicht spielt man auch: „Ich wäre die Mutter und du das Kind“.
Kaum sind sie wieder wach, werden sie rebellisch auf der Rückbank.

Jetzt wollen sie wirklich aussteigen und im Grunde wollen sie vielleicht ganz woanders hin. Sie haben ja ein eigenes Navi. Noch besser ausgedrückt. Sie haben einen ganz eigenen, inneren Kompass.
Jetzt gibt es laufend Stress. Dein Kind will seinen eigenen Kompass benutzen. Es setzt sich vehement dafür ein. Das von dir vorprogrammierte Navi kommt jetzt in Rechenschwierigkeiten.

Wiederholt sagt es dir: “Sie haben die vorgeschriebene Strecke verlassen. Bitte wenden. Ihre Fahrzeit verlängert sich nun um 9,34 Minuten:“

Du als Eltern bist angestrengt, denn im Grunde ist es ja auch nicht so recht deine Fahrt. Es ist sogar möglich, dass auch dein innerer Kompass etwas ganz anderes wollte, als auf der Autobahn dahin zu rasen. Auch du kannst diesem Aussteigen etwas abgewinnen. Ganz leise erinnerst du dich. Dir hat es da am Strassenrand auch mal ganz gut gefallen. Du würdest auch ganz gerne mal wieder diesen moosigen Waldboden unter den Füßen haben und diesen frischen Geruch im Wald geniessen.

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Aber programmiert ist programmiert. Nachhaltig informiert dich dieses elende Navi, dass du mal wieder von deiner Route abgewichen bist. Du sollst wenden, denn Ankunftszeit verändert sich schon wieder. Jetzt bist du hin und her gerissen und verwirrt. Dein Kind auf der Rückbank quengelt.

Hier ist guter Rat gefragt. Worauf sollst du vertrauen? Deine Kinder ihren eigenen Kompass benutzen lassen? Deinen eigenen Kompass wieder raus kramen und auf das Navi sch….?
Das Auto verkaufen? Mal wieder ein Stück ohne Programmierung fahren und zuschauen, wohin es dich hinführt?

Meine Geschichte soll dir verdeutlichen, dass ich es für sehr bedeutsam halte, den Kindern von Anfang an, in möglichst großem Masse zu gestatten, ihren eigenen Kompass zu benutzen, statt sie in ein Fahrzeug mit vorprogrammiertem Navi zu setzen. Es macht so einiges leichter im Leben mit den Kindern, wenn wir alle unsere eigenen Kompasse benutzen lernen. Viele machen sich auf, ihn wieder aus der Versenkung zu holen und zu lernen, wo es lang geht.

Wenn du Fragen hast, dann freue ich mich auf deine mail.
Hier findest du die Möglichkeit mit mir Kontakt aufzunehmen und ein Gesprächstermin zu vereinbaren. Mehr Information zu meinen Angeboten findest du hier.


Wie tanzt man Loslassen?

Tanzen Loslassen1Wie tanzt man Loslassen?
Weitere (Tanz) Schritte in eine möglichst freie Lernkultur mit meinen Kindern

Schön, dass du wieder dabei bist beim Teil 3 meiner Fortsetzungsreihe bezüglich den ganz persönlichen Themen und Herausforderungen für eine ‚möglichst freie Bildung‘ in meiner Familie. Mit Absicht benutze bei meinen Beschreibungen keine Schulnamen, denn es ist mir daran gelegen, dass du dich möglichst bewertungsfrei meinem Prozess näheren kannst. Bei dieser Geschichte geht es nicht um eine bestimmte Schule und Richtung, sondern es geht mir hier primär um unsere persönlichen Prozesse darin. (und….die Schulen als solche waren und sind mir wichtig gewesen, das ist auch wahr) Du findest die Namen der Schulen am Ende als Fußnote.

Wer fliegen lernen will,
der muss erst stehn und gehn und laufen
und klettern und tanzen lernen;
man erfliegt das Fliegen nicht.
Friedrich Nietzsche
(1844-1900, Deutscher Philosoph und Dichter)

Bei meiner ältesten Tochter stand der Übergang von einer freien Schule (*1) an eine weiterführende Schule an. Die bisherige Schule endete mit der Klasse 6. Für die meisten Kinder einer freien Schule ist der geregelte Übergang in eine andere Schule nicht so problematisch, insbesondere, wenn sich eine naheliegende Schule über Jahre schon auf diese Kinder eingestellt hat.
In unserem Fall war der Übergang auf eine Regelschule keine Alternative, weil, du erinnerst dich vielleicht, unsere freie Schule lag in 80 km Entfernung. Aus logistischen und organisatorischen Gründen konnten wir sie nicht mit den anderen Schulabgängern dort einschulen.
Durch ihre Legasthenie und Dyskalkulie wäre der Übergang zu einer Regelschule ohnehin recht problematisch gewesen. Wir hätten wieder am selben Punkt gestanden, der uns seinerzeit von der Schule hat Reißaus nehmen lassen. Wir benötigten eine andere Lösung, ich musste ein völlig neues Konzept entwickeln, andere, nicht ausgetretene Pfade gehen. Es musste etwas entwickelt werden, was zu unseren Lebensumständen und Vorstellungen gepasst hat.

Du bist überzeugt von deinem Kind, vertraust in seine Fähigkeiten, betrachtest es als einfach nur ‚andersbegabt‘. Du bist nicht in der Lage den täglichen Kampf mit einer Idee von Bildung aufzunehmen, die noch viel zu wenig geschmeidig ist, um mit den Herausforderungen der Kinder dieser Zeit, angemessen umzugehen.
Wir benötigen einfach dringend die Grundhaltung, dass Kinder nicht defizitär sind, sondern einfach nur verschieden. Wir benötigen wesentlich mehr Wohlwollen und Vertrauen und keine akribische Dokumentation von Defiziten.

Ich erinnerte mich also damals an eine berühmte Schule in England (* 2). Dort dürfen sich die Kinder frei entfalten. Es gibt keinen Zwang, keine Hausaufgaben, ein großes Maß an Selbstbestimmung, das Zusammenleben in einer gelebten demokratischen Gemeinschaft, in der Kinder in vielem die selben Rechte haben und das eigenverantwortliche Hineinwachsen in Verantwortung. Ich war auf der Suche nach dem andern Konzept zur Lösung meiner Fragen. Damals benötigte ich Inspiration, Möglichkeiten, offene Türen, gute Gespräche, Hoffnung.

So organisierte ich mit den Töchtern (8 und11) eine Rucksackreise nach England. Ich erinnere mich gerne an diese Reise, sie hatte etwas von einem mutigen Aufbruch ins Unbekannte. Sie nährte meinen Forschergeist und den Kindern gab sie einen wunderbaren Ausflug in eine neue Welt.

Die Erfahrungen an diesem Besuchertag in der Schule in England sind schnell erklärt. Die Beschreibung der details sind in diesem Zusammenhang vielleicht nicht so wichtig, denn es geht ja primär um unseren Prozess in der Sache. Was ich sagen kann, ist, dass ich mich wohl fühlte. Die „Schwingung“ dort, die Grundstimmung sowie die Art und Weise, wie die Kinder auf mich wirkten, hatte mich absolut gefangen genommen.
Zurück auf dem Heimweg erklärte mir meine Tochter, dass sie diese Schule gerne besuchen würde. Ich erinnere mich sehr genau an mein Gefühl dazu. Mir stockte der Atem und es klemmte um das Herz. Im selben Moment spürte ich eine tiefer liegende Wahrheit darin. Ja, es könnte eine Möglichkeit sein? Übersprudelnd, beflügelt und im gleichen Moment verunsichert kam ich zu Hause an. In mir eine Menge Fragezeichen.
Gute Gespräche mit meinem Exmann bewegten diese neu entstandene Vision Schritt für Schritt voran. Sowohl für mich, als auch für meine Tochter gab es hier eine Menge an innerer Arbeit zu tun. Für mich als Mutter standen da etwa folgende Fragen im Raum:

  • Würde ich eine erstgeborene 11-jährige Tochter in ein anderes Land loslassen können?
  • Würde ich den Menschen in dieser Schule soweit vertrauen können, um mein Kind wirklich in dieser Form „abgeben“ zu können?
  • Würde ich es ertragen, dass sie dort andere ‚Schuleltern‘ hat, die dafür sorgen würden, dass sie frische Wäsche hat, was zu essen, Mitgefühl, Unterstützung, die ihr Fieber messen würden, wenn sie mal krank wäre?
  • Wäre es erträglich, dass ich nicht unmittelbar für sie da sein kann, wenn aus irgend einem Grund mal der Kittel brennen würde?
  • Wäre es ein Familien- und Lebenskonzept, dass meine Tochter etwa ein halbes Jahr zu Hause wäre und ein anderes halbes Jahr in einer Schule jenseits des Meeres?
  • Könnte ich soviel Vertrauen aufbringen, denn es gibt in der Regel keine Elterngespräche, keine Noten, keine Informationen, ob sie in den Unterricht geht und wenn ja in welchen?

Du kannst dir sicher vorstellen, dass diese und einige Fragen mehr eine große Herausforderung für mich darstellten.

Vertrauen und Loslassen können, war hier der Acker, den es zu bestellen galt. Das Umstricken eines Familienkonzepts bedurfte Zeit.

Gehe so weit wie du sehen kann.
Sobald du dort angelangt bist,
wirst du in der Lage sein in die Ferne zu blicken.
Thomas Carlyle
(1795-1881, Schottischer Philosoph, Schriftsteller und Historiker)

Daneben waren finanzielle Erfordernisse zu klären und hervor zubringen. Eine Entscheidung dieser Art triffst du nicht mal eben, denn sie hat in einer Art auch Folgen für die nächsten Jahre. Eine Bemerkung über deren Tragweite und Folgen ich damals keinen blassen Schimmer hatte, dazu später mehr. Auch die über Monate andauernden Prozesse kürze ich an dieser Stelle für dich ab.

Unsere Tochter ist gegangen und sie ist auch geblieben.

Für ihr Alter hat sie seinerzeit eine ungeheuer mutige Entscheidung getroffen. Ich persönlich erkläre mir Dinge dieser Art heute mit einem tiefen Wissen und einer Verbundenheit mit sich selbst. Nichts anderes ist es, was ich ja durch mein Zusammenleben mit meinen Kindern hervorbringen möchte. Erst im vergangenen Jahr, nach über 10 Jahren, habe ich so ganz zwischen den Zeilen erfahren, wie viel Heimweh sie hatte und das sie im selben Moment auch das Gefühl hatte, gerne bleiben zu wollen.

Über die Jahre habe ich auch mit den anderen Kindern gelernt, dass Heimweh nicht notwendigerweise etwas mit sich nicht wohl fühlen zu tun hat.

In den Jahren folgten ,ähnlich einem Dominoeffekt, alle Kinder, denn bei Besuchen und in der Wahrnehmung ihrer Schwester, wuchs für jedes der Kinder langsam das Bedürfnis heran, auch nach England gehen zu wollen. Für manche war der Schritt ganz leicht und völlig naheliegend, andere meiner Kind haben über Jahre selbst einen Prozess darin geführt.
An dieser Stelle kannst du sicher eine meiner oben genannten Bemerkungen nachvollziehen, in der ich sagte, dass diese Entscheidung ungeahnte Konsequenzen hatte. Dieser kleine Schritt damals, diese unspektakuläre Rucksackreise hatte Konsequenzen der Art, dass die Idee von Familie sich über die Jahre in etwas mir bis dahin noch nicht bekanntes verwandelt hat. Auch meine Identität als Mutter wurde und wird hier stark herausgefordert. Dazu werde ich an anderer Stelle einmal mehr schreiben.

Wahrscheinlich fragst du dich, wie wir das finanziell geschafft haben. Ich kann dir berichten, dass wir auf wundersame Art mit jedem Kind weiter in die Erfordernisse hineingewachsen sind. Vom ersten Kind an, was nach England ging, gab es immer eine Hürde zu nehmen. Es war nie so, dass das Geld mal schon gerade da war. Hier bin ich meinem Exmann dankbar, denn auch er hatte damals den Willen und auch die Kraft die Strukturen zu erschaffen, die diese ungewöhnlichen Entscheidungen überhaupt möglich machten.
Wir sind mit enormen Schub bis zu einem gewissen Punkt in der Situation gewachsen. Für viele Jahre stand das Projekt Schule unter einem guten Stern.

Meine Empfehlung für dich besteht darin, dass du dich in Schulfragen mutig auf deinen Weg machst. Es ist wichtig zu forschen, zu schauen, gute Gespräche zu führen, zu lesen, Alternativen zu erkunden, sich auf den Weg zu begeben. Mit angezogener Handbremse kannst du ein Auto nicht gut steuern, es fühlt sich alles schwer und unbeweglich an. Wenn es aber nur ein ganz klein wenig ins Rollen kommt, kannst du leichter steuern. Durch deine Beschäftigung mit anderen Ansätzen und Möglichkeiten können ganz neue Dinge an ihren Platz fallen, Bewegung ermöglicht Veränderung. Stelle keine Säcke vor eine Tür, die du eigentlich aufmachen möchtest. Wenn die Veränderung in eurer Situation geschehen soll, dann werden sich ungeahnte Türen öffnen können.

Davon kann ich dir kommende Woche berichten, denn in meinem Leben gab es einen großen Bruch und das ganze, tolle Gebäude geriet kräftig ins Wanken. In meinem nächsten Beitrag beschreibe ich dir, wie es um mich und die Schulthemen mit meinen Kindern weiter ging und wie ich die bisher größte Hürde genommen habe.

(*1) Freie Schule Marburg
(*2) Summerhill School, Leiston, England

Hier findest du Teil 1 und Teil 2 dieser persönlichen Fortsetzungsreihe:

1) https://wundersameslernen.de/dieses-spagat-ist-mir-unmoeglich/

2) https://wundersameslernen.de/holprig-aber-unser-schul-weg/

 

Gerne lese ich deine Ideen oder freue mich auf einen Anruf. Für den Fall, dass du Beratung und gute Gespräche benötigst, dann vereinbare ein Kennenlerngespräch mit mir:

https://wundersameslernen.de/telefon-coaching/