Hoffnungslos im Schulsystem eingeklemmt. Wissen wir eigentlich noch, was wir tun?

Hoffnungslos im Schulsystem eingeklemmt. Wissen wir eigentlich noch, was wir tun?

Wir nennen sie einfach mal Marie. Sie steht stellvertretend für alle Kinder, die, aus was für Gründen auch immer, im derzeitigen Schulsystem nicht zurecht kommen. Die Gründe sind mannigfach, aber die Hoffnungslosigkeit für die Kinder und auch deren Eltern ist gleich, vor allem ist sie fast unerträglich.

Es ist eine wahre Geschichte, eine, von den vielen, die mir Eltern in den vergangenen Wochen zugetragen haben. Allen gemein ist, dass die Beteiligten so tief im Schmerz sind, dass eine einfache Lösung nicht leicht zu entwickeln ist. In allen Fällen macht die Verstrickung der Beteiligten in ihren ganz normalen Lebenszusammenhängen, eine Bewegung in eine Richtung – irgendeine Richtung – fast unmöglich.

Die unsägliche Schulpflicht und das verbohrte Einhalten müssen eines Lehrplans sind hier die Ketten, die Eltern wie Kinder am Marterpfahl anbinden.
Es geht doch längst nicht mehr um die Kinder und den Wunsch, dass sie einen guten und freundlichen Start ins Leben haben. Es geht um das Einhalten und dienstmäßige Durchsetzen irgendwelcher Papiervorgaben. Um die Kinder geht es nicht.

Marie hat in Mitten eines Schuljahres die Schule wechseln müssen. Es gab gute Gründe dafür. Ihre Zeit an der anderen Schule war alles andere als einfach für sie. Auch sie ist eines dieser Kinder, dass im Grunde ganz individuell gestrickte Umstände bräuchte, um Schule möglichst unbeschadet zu überstehen. Sie trägt besondere Begabungen. Ich benutze an dieser Stelle ganz bewusst nicht das Wort ‚hochbegabt‘. Ich möchte sie für diesen Artikel nicht mit der Bezeichnung ‚hochbegabt‘ aus dem Kreis der anderen Kinder zerren, die ja, jedes für sich auch bestimmte Begabungen tragen.

Diese Begabungen und Eigenheiten der Einzelnen finden in ihrem schulischen und sozialen Zusammenhängen keinen Kanal. Auf Grund der strengen Taktung von Schulleben können sie keinen Ausdruck finden.
Es ist schlichtweg keine Zeit für Individualität. Nicht nur keine Zeit, sondern auch kein Einsehen dafür, dass kein Kind sich unter diesen Umständen gut entwickeln kann. Man macht das Einhalten eines Lehrplans zur angebeteten, stählernen Statur. Der sieht so vielen unnützen Stoff vor, dass keine Zeit bleibt für Leben außerhalb der Bildungskralle.

Genau wie in den anderen Geschichten der Kinder, die ich mir in den letzen 14 Tagen anhörte, muß Marie darunter leiden, dass sie mit ihren individuellen Stärken und Begabungen ja gar nicht erst wahrgenommen wird. Sie, wie viele andere, wird lediglich an ihrer Fähigkeit gemessen, wie sie in der Lage ist, vorgegebenen Schulstoff zu schlucken.

Nicht nur, dass sie unter diesen Umständen keine Gelegenheit bekommt, sich mit dem zu beschäftigen, wo nach ihre Seele eigentlich schreit. Nein, sie wird auch noch an dem gemessen, was gar nicht ihr entspricht.

Die Messlatte ist eine willkürlich festgelegte Messlatte. Vergessen wir das nicht. Eine, die vielleicht für den Weg ins Industriezeitalter von gewisser Bedeutung war. Man hat diese Messlatte genommen und legt sie laufend höher, ohne wirklich ersthaft zu überlegen, dass ein ‚Höher-Größer-Schneller-Weiter‘ junge Menschen in eine Krise treibt. Diese ist doch längst nicht mehr zu verantworten.

Marie verstellt sich und verbiegt sich, um diesen unmenschlichen Ansprüchen genügen zu können. Da sind die Erwartungen eines völlig überdrehten Schulsystems. Da sind aber auch die Erwartungen der Eltern. Unter Umständen haben diese noch unterschiedliche Ansprüche. Der Druck von außen wird so groß, dass sie es kaum noch aushalten kann.
Sie verdreht und verbiegt sich, weil sie natürlich versucht dem allen gerecht zu werden. Die anderen machen das ja auch.
Inzwischen steht sie so unter einer inneren Anspannung. Diese führt dazu, dass sie zu Hause und in ihrem Freundinnen Kreis nur mehr explosiv reagieren kann. Sie beginnt damit, es sich mit den besten Freundinnen zu ‚versauen‘.

In ihren jungen Jahren hat sie einen Arbeitstag, anspruchsvoller wie der, vieler Erwachsener. An der neuen Schule hat sie nun an 4 Tagen Ganztagsunterricht. Als ob das nicht schon genug wäre, so bekommen die Kinder, nach einem ganzen Tag Schule, auch noch Hausaufgaben.

Sind wir als Verantwortung tragende Erwachsene, eigentlich noch zu retten? Wer bitte läßt sich so einen Irrsinn einfallen? Wir müssten doch aufstehen und alle signalisieren, dass das ganze System unsere Kinder krank macht!

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Marie, wie viele andere ist unter enormem Druck. Sie weiß nicht wohin, mit sich selbst.

Immer mehr reagiert sie anderen gegenüber unangemessen. Die Situation verschärft sich.

Ganz ähnlich wäre hier die Geschichte der anderen Kinder, die ich in der vergangenen Woche gehört habe. Natürlich aber sind die individuellen Reaktionsweisen unterschiedlich.

Das eine Kind reagiert konfrontativ-explosiv. Das andere Kind reagiert durch Rückzug, wird still und zieht sich in sich zurück. Andere entwickeln Abhängigkeiten, Essen zu viel oder zu wenig. Sie bekommen Bauch- oder Kopfschmerzen. Nun beginnt der Tanz zu Beratern, Ärzten, Therapeuten und zur Nachhilfe. Monate oder Jahre gehen ins Land.

  • Noch mehr Termine
  • Noch mehr Sorgen
  • Noch mehr Kosten
  • Noch mehr Stress.

Allen diesen tragischen Geschichten ist gemeinsam, dass Kinder wie Eltern in einer kompletten Ohnmacht stecken. Das ist auch klar, denn im Moment sind insbesondere die Kinder, die  ganz bestimmte Bedürfnisse haben (das sind vielleicht sogar alle Kinder), in erster Linie eingequetscht in ein unflexibles und wenig bewegliches System.
Wenn man jedes Dach von jedem Haus abnehmen würde und dann mal von oben schauen würde, dann möchte ich nicht wissen, wieviel Drama sich in jedem Haushalt zum Thema Schule abspielt?

Alle machen weiter.

Eltern versuchen sogar Schulwechsel, unter Umständen mitten im laufenden Jahr. Verzweifelt suchen sie nach den anderen Möglichkeiten. Die Warteliste an dieser oder jener Schule ist eine Riesenhürde. Man kann sich nicht bewegen und muss sein verzweifeltes Kind doch täglich in diese Schule bringen, von der man weiß, dass es im Moment dort überhaupt nicht zurecht kommt.

Ist das nicht grauenvoll? Ist das nicht Folter? Ich bin sauer und ungehalten darüber. Ich bin sauer, dass wir Eltern das alles mitmachen. Ich bin sauer, dass die Augen zu und durch Mentalität für das eigene Kind so groß ist. Wir müssen gemeinschaftlich denken lernen. Ja, ich wünsche mir, dass auch die mitdenken und helfen, deren Kind scheinbar problemlos durchrutscht.

Im Grunde müssten wir doch alle aufstehen und dem Einhalt gebieten. Es geht doch um die körperliche und seelische Gesundheit unserer Kinder. Es geht um die gesunde Entfaltung einer ganzen Generation.

Stattdessen geht es einfach nur weiter. Was soll ich dir sagen, es wird sogar noch schlimmer. Kannst du das glauben?

Für Marie ist es noch nicht zu Ende. Sie kam dann, nach einigem Suchen und ernsthaften Entscheidungen, an eben diesem Gymnasium an.

An ihrem ersten Schultag in der neuen Schule kam sie als Fremde in die Klasse. Hier wurde sie weder begrüßt, noch durch einen ausgebildeten Pädagogen (stell dir vor) mit ein paar wohlwollenden Gesten in die Klassengemeinschaft integriert.
Der Unterricht wurde einfach weitergeführt. Business as usual. Kannst du das glauben? Ja, so war das.

Jetzt bist du dran. Ich glaube es geht hier längst nicht mehr um mein Kind und dein Kind. Es geht um unser aller Kinder. Wir müssen darüber reden. Die Umstände aufzeigen. Wir müssen damit aufhören uns in diese Wege hineinziehen zu lassen, die die Kinder immer mehr zu Opfern dieser krankmachenden Umstände macht.
Es könnte so viel einfacher sein. Ich bin so dankbar für all die Bewegung und all die Initiativen, die sich an vielen Orten aufmachen und für bessere Umstände sorgen. Dann sind wir noch lange nicht da, dass Kinder frei und selbstbestimmt lernen können. Für all die Maries da draußen ist es vielleicht zu spät. Aber es ist ein Anfang. Immerhin!

Eher bildhaft ausgedrückt, als Geschichte verpackt, findest du dieses Thema aufgearbeitet, in diesem Beitrag.

Den heutigen Artikel kannst du richtig gerne teilen.


‚Loving backbone‘ in Erziehung.

‚Loving backbone‘ in Erziehung. Oder wie man allgegenwärtige Verunsicherung überwindet.

Am Wochenende hatte ich eine Jugendgruppe zu Gast hier in der Mühle. Das Gelände hatte sich in gewisser Weise in ein Zeltlager verwandelt.

Diese Jugendgruppe war schon zum zweiten mal zu Gast hier und ich hatte wieder einmal Gelegenheit bemerkenswerte junge Menschen kennenzulernen.

Vermutlich würdest du nicht glauben, wie friedvoll und ruhig diese Tage waren. Es waren alles Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 19 Jahren, die unter sehr schwierigen Bedingungen aufwachsen müssen und in einigen Fällen darüber hinaus auch noch schwere Krankheiten haben. Sie bedürfen der besonderen Betreuung, bis sie lernen, diese Dinge eigenverantwortlich zu handhaben. Eine doppelte Packung, wenn du so willst.

Es ist ganz sicher dem Vertrauen und Wohlwollen dieser sehr erfahrenen Betreuer zu verdanken, (und dem besonderen Ort ‚Köttigermühle‘ -grins-), dass hier eine so ruhige und ausgeglichene Stimmung auf dem Hof war.

Ich konnte mich gar nicht satt sehen, dabei die Menschen zu beobachten. Es waren so schöne Begegnungen, kurze Gespräche und Beobachtungen.

In ihrer Einrichtung haben sie im normalen Alltag sicherlich ein sehr getaktetes Leben zwischen institutionellen Rahmenbedingungen, Schule, Therapien, Arztbesuchen, Bettgezeiten und Freizeitveranstaltungen. Vergleichbar mit eben den Verstrickungen, mit denen wir alle zu tun haben. Vermutlich haben auch sie wenig Zeit für einfach SEIN dürfen.

Das war es genau, was deren Betreuer hier auf der Mühle für ihre Schützlinge wollten. Sie hätten in diesen Tagen natürlich auch ein fettes Programm abziehen können. Sie hätten die Möglichkeiten dieser Gegend voll und ganz ausschöpfen können.

Eine Fahrt auf der Lahn, ein Besuch im Museum, in den Tropfsteinhöhlen, hin zum Tiergehege und ab zum Kletterpark.
Aber nein, das war nicht deren Absicht. Da war die Mühle, die Wiesen, die Tiere, das Essen, ein paar Fussbälle, zwei kleine Ausflüge-das wars.

Dazwischen war Raum für all die Begegnungen und Möglichkeiten dieser Gruppe, die sich in deren institutioneller Heimatumgebung vermutlich kaum ergeben können, da einfach Alltag ist.
Hier ist ein Raum für Beziehung entstanden, für Gespräche, für Spiele, für Auseinandersetzungen und kleine Streitereien. Das ganz normale Chaos eben. Ein Chaos, was vielleicht anders ist, als das Alltagschaos. Darin liegt der Zauber.

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Die hauptverantwortliche Betreuerin hat eine langjährige Beziehung zu ihren Kids, die es ihr ermöglicht diese schwierigen Kinder an langen Leinen laufen zu lassen. Da war nicht alles durchgeplant und auf Listen aufgeschrieben, sondern sie hat es verstanden auf vertrauensvolle Art, das stinknormale Leben herein zu lassen. Das, was eben alles passiert, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, die ein so problematisches Potential haben kann, dass so mancher Verantwortliche sich nicht einmal mit dreien dieser Kids alleine irgendwo hinbegeben würde. Geschweige denn in eine Zeltfreizeit, noch dazu ohne festen Plan.

Ich war wieder berührt, wie respektvoll, diese jungen Menschen hier mit den Tieren, Gegenständen und auch mit mir umgegangen sind.

Die Kids haben, obwohl sie sicher auch ganz andere Erfahrungen in ihrem Leben haben, mir so viel Positives entgegengebracht, dass ich einfach immer wieder nur staunen musste.

  • Man hat sich bei mir entschuldigt, weil man einen meiner Gegenstände versehentlich kaputt gemacht hat (Kind 8 Jahre)
  • Man hat sich bei mir persönlich bedankt, weil ich ein veganes Gericht für sie gekocht hatte (junge Frau 19 Jahre)
  • Man hat versucht 😉 sich an die Hausregeln zu halten, die ich von meiner Seite, für die Freizeit aufgestellt hatte.

Ich schreibe dir das, denn es ist ‚draußen‘ so oft die Rede, von diesen schwierigen jungen Menschen, die eine härtere Hand bräuchten, oder mehr Disziplinierung oder ausgeklügelte Strafen, die jetzt ja auch immer mal gerne Konsequenzen genannt werden.

Ich habe hier durchaus eine Menge ‚Loving-backbone’ wahrgenommen. Es wurden ganz klar auch persönliche Grenzen vermittelt, ‚nein‘ gesagt, ‚das will ich nicht‘, ‚jetzt möchte ich aber, dass du…‘, ‚mach das jetzt‘, ‚du musst noch….‘ usw.

Mit ‚Loving-backbone‘ meine ich dieses feine Spiel zwischen dem Vertrauen in die ‚Richtigkeit‘ eines jungen Menschen und die Haltung ihn in seinem Sein zu respektieren, ihm die Möglichkeit zu geben, sein Innerstes, sei es auch noch so verletzt, zum Ausdruck zu bringen. Im Gegensatz zu dieser mehr fließenden und wohlwollenden Haltung, aber auch eine gewisse Form von Widerstand zu bieten. Einen guten festen Widerstand eben, der es einem Kind ermöglicht, seinen Platz zwischen gewissen unverrückbaren Eckpfeilern/ Begrenzungen zu finden. Sich auch innerhalb der Begrenzung zu finden, die andere Menschen vorgeben.

Beides eben. Das Fließende und das ‚Statische‘. Oder anderes ausgedrückt. Mit ‚Loving-backbone‘ meine ich so etwas wie das Anerkennen der Tatsache, dass es in Erziehung und Lernen eben die Welle und das Teilchen gibt. Das wir uns weg bewegen von diesen statischen Ideen und nun auch das Fließende und das wenig ‚Richtige‘ oder ‚Starre‘ mit ins Bild nehmen. Das sind für mich die Herzens- und Beziehungsqualitäten, die nun weiter ins Bild rücken.

Dieses Einfließen der Herzensqualitäten verunsichert viele Menschen. Sie verlieren ihre Sicherheit, denn die starren Regeln geben den Eltern und Pädagogen keinen Halt und keine Sicherheit mehr von außen. Die schwierige Aufgabe liegt darin, diese Sicherheit in Erziehungsfragen in der eigenen, sicheren guten Verbindung zur inneren Wahrheit zu finden, sei es auch noch so verunsichernd im Moment.

Ich hatte in den vergangenen Tagen, mit der Jugendgruppe, wieder viel gute Gelegenheit gelebte Erziehungsweisheit zu erfahren und zu beobachten.

Mir war es ein Anliegen, dich ein Stück teilhaben zu lassen, an meiner Erfahrung, dass (Erziehungs)-Weisheit sich oft in den unscheinbaren Kleinigkeiten zeigt.
Es ist also hilfreich, sich mit den eigenen Ansprüchen nicht all zu große Berge vor sich aufzuschütten. Hohe Berge, die man kaum zu erklimmen vermag.

Es ist vielmehr hilfreich, sich mit den machbaren Kleinigkeiten zu beschäftigen. Das, was man tun kann, um Kindern Wohlwollen und Vertrauen entgegenzubringen. Davon so viel und so gut es eben geht.

Hier findest du meine Angebote. Gerne kannst du mir auch schreiben, um einen ersten Kontakt mit mir aufzunehmen.


Kindern die Verantwortung für das eigene Lernen zurückgeben

Ich bin zuversichtlich. Kindern die Verantwortung für das eigene Lernen zurückgeben.

Sind wir doch mal ehrlich. Für die meisten Kinder in unserer Gesellschaft ist Lernen doch eher eine ziemlich deprimierende Angelegenheit. Für viele Eltern und Fachpersonen ebenfalls. Auch sie müssen sich, wie die Kinder, Tag für Tag mit den Folgen unserer Ansätze rumschlagen und versuchen verzweifelt Ausgleich zu schaffen. Einen Ausgleich, der die Kinder zufriedenstellen soll und im selben Moment die Informationen in sie ‚hineinbringen‘ soll. Von denen irgendjemand, auf einem Bürostuhl sitzend, beschlossen hat, dass sie bedeutsam seien. Er hat einer Tabelle entnommen, dass gewisse Kenntnisse genau in einem bestimmten Zeitraum aufzunehmen seien. Nicht etwa in 3 Monaten oder nächstes Jahr?  Sondern jetzt, weil es im Bildungsplan steht.

Mir kommt es manchmal so vor, als ob wir gesellschaftlich planlos, aber immer recht aufgeplustert neue Umstände und angeblich pädagogisch wertvolle Methoden und Möglichkeiten erfinden. Dies im festen Glauben, dass wir mit diesem nun wieder neu erdachten Ansatz, einen Weg für Kinder schaffen, der sie nun aber freudig und ohne Widerspruch Wissen aufnehmen und dann auch verdauen läßt.

Es ist ein Mühsal für alle Beteiligten.

Vermutlich wird es so weiter gehen. Aber ich bin zuversichtlich und optimistisch für eine Änderung.

  • Ich sehe den Tag, an dem wir den Kindern die Verantwortung für ihr eigenes Lernen zurückgeben.
  • Ich sehe den Tag, an dem Kinder wieder in Kontrolle über ihre je individuellen Lernprozesse sind.
  • Und ich sehe den Tag, an dem Lernen wieder ein selbstverständlicher und ohne Tamtam-Bestandteil des Lebens ist.
  • Ich sehe auch den Tag, an dem der Lernprozess eines jeden Kindes wieder ein freudvoller und anregender Bestandteil ihres Lebens ist, der mit so viel Selbstverständlichkeit daher kommt, dass es kaum der Rede wert sein wird.

Dabei werden uns aber „Reformen“ nicht helfen, die sich die meisten wünschen, mit denen ich zu tun habe. Die Aufschreie und die Bemühungen sind groß, zeigen sie uns doch eigentlich, dass das derzeitige System nicht funktioniert.

Vielleicht werden wir auch noch ein paar Jahre in dieser Art rumzappeln, wie ich es oben angedeutet habe. Wir werden weiter machen und weitere Nettigkeiten für Kinder erfinden, Umstände erleichtern, Klassenzimmer mit bunten Farben anmalen und gesundes Essen anbieten. Wir werden auch weiter machen und uns wertvolle Maßnahmen gegen Mobbing einfallen lassen und hier und da Projektarbeit einführen. Wir werden vielleicht Noten abschaffen, dafür aber ein anderes Bewertungssystem mit Smiley s einführen. Und wir werden Kurse in gewaltfreier Kommunikation in die Schule integrieren, daneben ein wenig Mediation, die tollsten Ideen für Entspannung in der Schule erfinden. Wir werden Kindern gestatten auf die frisch renovierte Schultoilette zu gehen und zwar dann, wenn sie müssen. Wir werden Schulhöfe gestalten, die ein paar Klettermöglichkeiten haben (selbstverständlich mit Sicherheitszertifikat) und den Kids die tollsten Events präsentieren.

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Bei all dem, was uns einfallen wird, wird es aber keine wesentliche Veränderung für die Kinder geben. Wir werden einfach noch einige Zeit weitermachen und immer das selbe Essen präsentieren, aber mit einer anderen Soße.

Diese Schleifen werden wir so lange weiter ziehen, bis wir jeglichen Zwang aus dem Lernsystem verbannen und den Kindern die Verantwortung für ihren Lernprozess, als Grundrecht wieder zugestehen. Dann werden die Stimmen leiser werden müssen, die uns momentan so lautstark mit ihrem Ruf nach noch mehr Schulstunden und noch mehr Hausaufgaben entgegen kommen. Wir werden damit aufhören müssen, die Schule aus der ersten Klasse in den Kindergarten vorzuverlegen und wir werden anerkennen müssen, dass Lernwege je individuell und einzigartig sind. Kinder einzigartig sind.

Meine Zuversicht für eine Verbesserung für die Kinder, trage ich wegen all den Menschen, die ich kenne, die an den unterschiedlichsten Orten dieser Welt, kleine Keimzellen betreiben, in denen Kindern die Verantwortung für ihren eigen Lebens-Lernprozess längst zurückgegeben wurde. Kinder leben in diesen Strukturen und sie sind erfolgreich. Sie gehen ihren selbstbestimmten Weg und haben den Faden ihres lebenslangen Lernprozesses längst aufgenommen.
Erwachsene betreiben diese Keimzellen erfolgreich. Sie schaffen Lernfelder, lernende Organisationen, Familienstrukturen, Initiativen, Kindergruppen, ‚Schulen‘, deren Grundpfeiler selbstbestimmte, demokratische, wohlwollende und nährende Strukturen sind, in denen Kinder (und Erwachsene) sich (nach)entfalten können.
Ich bin hoffnungsvoll und optimistisch, weil ich diese Keimzellen als wirklichen Fortschritt in die richtige Richtung wahrnehme, viele kenne. Und. Weil es funktioniert.

Hier findest du Information zu meiner Beratungsleistung. Ich unterstütze Erwachsene auf dem Weg, Kindern die Verantwortung für den eigenen Lernprozess zurück zugeben.


Eine Schule, an der der Erwerb der Kulturtechniken nicht an erster Stelle steht?

Eine Schule, an der der Erwerb der Kulturtechniken nicht an erster Stelle steht? Warum weiß dein Nachbar nichts davon?

Weiterhin bleibt es für viele Erwachsene wenig vorstellbar, dass es eine Schule geben könnte, an der das Erlernen der Kulturtechniken nicht an erster Stelle steht.
Viele Erwachsene sind so sehr von dem Gedanken geprägt, dass Schule dazu da ist, den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln, dass sie die daneben liegenden, mindestens eben so wichtigen Zutaten für einen lebenslangen und nährenden Lebens- und Lernprozess, nicht erkennen möchten.

Im Selbstverständnis vieler Erwachsener ist das ein sehr unbequemer Gedanke. Man würde das derzeit gelebte Konzept von Bildung und Lernern ernsthaft überdenken müssen. Man sucht also die Fehler ‚da drüben’ bei den anderen, in diesem Fall bei Eltern oder bei den Pädagogen.

Aus einer gewissen Perspektive betrachtet, ist das heimische Umfeld unser aller Kinder so vielschichtig. Dies sowohl vom jeweiligen Erziehungsansatz her, als auch von den individuellen Umständen und Möglichkeiten der einzelnen Familien.
Mir erscheint das so, als ob die Vielschichtigkeit der Ansprüche, Probleme und Anforderungen es besonders leicht macht, dass man den schwarzen Buben in Bildungs- und Erziehungsfragen von links nach rechts und wieder zurück verschiebt. Vom Elternhaus an die Schule und von der Schule in das Elternhaus. Immer hin und her.

Die brisanten Fragestellungen zu den Themen der sogenannten bildungsfernen Familien, den angeblich hoch- oder minderbegabten, den langsamen und den schnellen Kinder, all das ist uns doch seit ewigen Zeiten bekannt.

Die Schieberei der Probleme und die allzeit gegenwärtige Beschwerde ist ein sich selbst fortbewegendes Perpetuum Mobile.
Die Vielfalt an Möglichkeiten, wo im Erziehungs- und Bildungsprozess ein Knackpunkt bei jemand anderem gefunden werden kann, ist so groß. Es scheint richtig schwer zu sein, einmal still zu halten und zu entwickeln, wie man diesen Wirbelwind an Gedanken zu dem, was alles da drüben, bei den ‚anderen‘, verkehrt läuft, zum stoppen bringt.

Dabei könnte es, nach meiner Vorstellung, relativ leicht sein, wenn man sich den Anforderungen der Entwicklungsphase von jungen Schulkindern stellt. Sprich, wenn man mehr und mehr vom Kind aus denkt.

Dazu müssten wir unser Augenmerk vermehrt auf die Dinge richten, von denen wir im Moment meinen, dass sie mit einer großen Selbstverständlichkeit einfach da sein sollten. Schulen erwarten das von den Eltern. Eltern haben, warum auch immer, heute ganz andere Ansätze von Erziehung. Viele Erwachsene meinen, dass wir das Erlernen der Kulturtechniken in irgendeiner merkwürdigen Art von dem Erlernen der sozialen Umstände abkapseln könnten.

Wir haben aus unserem Bild in Erziehung und Lernen die wesentlichen Dinge heraus seziert und wundern uns, wenn uns an Schulen und Kindergärten, die sozialen Umstände um die Ohren fliegen.

In meinen Augen sollten wir einige wichtige Dinge wieder an ihren Platz rücken:

  • Wir müssen beleuchten, wie Kinder mit ihrem Körper lernen und die Körperlichkeit des jungen Menschen wieder in den Vordergrund rücken. Das ist ihr „Werkzeug“ , sich mit der konkreten Welt auseinander zusetzten.
  • Die Beachtung der Körperlichkeit und des ‚Bauchgefühls‘ der Kinder, würde ihnen automatisch gestatten ein besseres Gefühl ihrer Selbst zu entwickeln. Erst daraus können sie einen gesunden Denkprozess entwickeln.
  • Sie müssen Zeit und Gelegenheit haben, wie man mit anderen zurecht kommt, wie man Konflikte löst und wie überhaupt man mit anderen kooperiert. In unserem gegenwärtigen Ansatz, durch all die Taktung und durchorganisierte Struktur und die Kultur der Bewertung bleibt dafür schlichtweg wenig ‚Zeit‘ und Gelegenheit.
  • Auch fehlen unter Umstände Erwachsene, die für das Erlernen dieser sogenannten Selbstverständlichkeiten, eine wirkliches Vorbild sein könnten.
  • Kinder müssen Möglichkeiten haben, zu erlernen, wie die eigenen Emotionen und auch die der anderen eingeordnet werden müssen und wie man damit umgeht, ohne dass man selbst Verletzungen weitergibt.

Viele Umstände in Kindergarten und Schule könnten leichter sein, wenn wir die Dinge wieder an ihren Platz rücken würden und das Erlernen der Kulturtechniken in einem Meer der unterschiedlichsten Bedingungen und Voraussetzungen verstehen würden.

Das würde bedeuten, dass sich die Vertreter der Institutionen und die Eltern, nicht vordergründig in der künstlich aufgeblasenen Bedeutung der Kulturtrechniken, begegnen könnten, sondern in der Schnittmenge der von Wohlwollen und Vertrauen basierten Beziehungen.

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Wenn die Erwachsenen, Eltern wie Pädagogen, sich einig in der Idee wären, dass ihre erste Priorität sein könnte, Kinder vornehmlich darin zu unterstützen, dass diese so wenig, als nur irgend möglich, in emotionalem Stress sind.

Das ist, auch neurophysiologisch die Grundlage, dass Lernen überhaupt in einem nährenden und gesunden Rahmen stattfinden kann.

Die gelebte Trennung und das Ignorieren von den grundlegenden Zusammenhängen von Körper, Geist und Seele, macht es ausgesprochen schwer, dass Eltern und Pädagogen je zusammenarbeiten, zusammen entwicklen und zusammen lernen, wie man ein geändertes Bild von Erziehung und Lernen überhaupt entfalten könnte.

Eine Hoffnung hätte ich, wenn Erwachsene zu verstehen beginnen, dass es bei den meisten Fragestellungen bezüglich Lernen und sich entwickeln, um die Reduktion von Stress geht. Damit wäre ein erster Schritt getan, dass Lernen per se wieder zu einem Selbstläufer werden kann.

Erwachsene sollten sich, nach meiner Vorstellung in der Schnittmenge für mehr Leichtigkeit und der Reduktion von Stress einig werden. Die Überbetonung der Schulung des rationalen Verstandes trifft die Familien zu Hause in gleicher Weise wie die Institutionen. Insofern könnten sich Eltern, wie Fachleute in diesem Raum begegnen, der von allen verlangt, mehr Wert oft den Aspekt der Beziehung zu legen. Erwachsene hätten einen gemeinsamen Nenner, dessen Umsetzung für alle hinlänglich groß genug ist. Kaum einer könnte sich 'über' den anderen stellen. Die meisten haben hier Bedarf für eine persönliche Nachentfaltung.

Viele werden sich jetzt vielleicht fragen: „Wie soll das denn gehen:“ 
Und dann muss ich wieder auf alle die Initiativen und Schulen verweisen, in denen diese Erkenntnisse erfolgreich gelebt wird. Dies unter Umständen mehr als seit 100 Jahren. Es sind Institutionen die ein Verständnis von sich, tragen, dass sie selbst sich pausenlos  weiter entwickeln, organisch lernen und wachsen. Sie lernen - ständig.

Warum, frage ich dich, gelangt die Erkenntnis so langsam in die breite Öffentlichkeit?

 

Hier findest du mein Beratungsangebot zum wundersamenLernen und hier den link zu meinem neuen Buch Jenseits aller Erziehungsvorstellungen, dass gerade vor wenigen Tagen erschienen ist. Freue mich von dir zu lesen oder zu hören.

 


Warum ich die Idee von Kinderuni nicht mag

Die Erkenntnis ist sicher ein Fortschritt, dass Kinder besser lernen, wenn sie praktische Erfahrungen machen können. Es ist total wichtig, dass Kinder tun und machen können. Und doch kommen mir manche Angebote für Kinder wie der Wolf im Schafspelz daher. Manche, ach so pädagogisch wertvoll ausgeklügelten Systeme, füttern eine Denkweise der Kinder, die uns als Gesellschaft in eine Sackgasse befördern.

Wenn ich das Wort ‚Forschen‘ lese, dann denke ich zu allererst einmal an ein Forschungslabor, Reagenzgläser, weiße Kittel, an wissenschaftliche Untersuchungen und eine gewisse Strebsamkeit und Ernsthaftigkeit, um einer gewissen Frage nachzugehen. Ganz spontan habe ich persönlich dann auch sofort das Wort Tierversuche im Kopf. Bitte verzeih mir dieses vielleicht etwas vereinfachte Bild, falls du WissenschaftlerIN bist.

Ich gehe zunächst einmal davon aus, dass man durch Forschung versucht, ganz grundlegende Probleme der Menschheit zu lösen.
Ob das tatsächlich der Fall ist, vermag ich nicht wirklich zu sagen, aber ich habe den Eindruck, dass sich die Probleme in vielerlei Bereichen nicht notwendigerweise vermindern. Forschung bringt uns einen enormen Segen, Forschung sorgt aber auch für unermessliches Leid.

Nun geschieht es im Bereich Erziehung und Lernen aber auch, dass der Begriff des Forschens, im Zusammenhang mit dem kindlichen Lernprozess, populär ist,. Man redet von den kleinen Forschern. Man liest, wie bedeutsam es sei, dass kleine Kinder forschen müssten und es gibt die Zwergenforscher und steigende Zahlen an Kinderunis. Dieser Begriff ‚forschen‘ ist gebräuchlich, weil man ihn mit ‚lernen‘ assoziiert.

Die Begriffe Kind und Forschen werden gerne miteinander verzweckt, man kann dem ‚kindlichen Lernen‘ damit noch mehr gewichtige Aufmerksamkeit geben.

Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, die institutionalisierte Vorstellung von ‚Forschen‘ auf gerade den jungen Menschen abzulegen, die in meinen Augen die eigentlichen Forscher sind?

Ist es nicht so, dass wir bestimmte Vorstellungen von dem, was wir meinen, was Lernen ausmacht, über Kinder stülpen?

Könnte es sein, dass ein Erwachsenenansatz zu den Ideen, was Forschung sei, Kinder noch mehr von sich und ihren eigentlichen Fähigkeiten entfernt?

Haben kleine Kinder, in ihren ureigenen Forschungsweisen nicht vielmehr Ansätze, die dem Forschungsprozess eines Erwachsenen dienen könnten und nicht umgekehrt?

Ich nenne es mal kindliche Forschungsweise, die ich nun etwas genauer betrachten möchte?
Zunächst einmal fällt mir auf, dass kleine Kinder vielleicht eine bestimmte Fragestellung im Forschungsprozess haben, vielleicht haben sie diese aber auch nicht. Manchmal, so hat es den Eindruck, ist ihr Tun von reinem Spaß an der Freude geprägt.
In ihrem Forschungsprozess sind sie, je kleiner sie sind, sicher auch noch sehr stark mit ihrer Körperlichkeit verbunden. Der Forschungsprozess ist auch ein körperlicher, im Gegensatz zur Kopfarbeit vieler Erwachsener. Sie fühlen und spüren, sie probieren aus und verwerfen. Sie können auch einmal bitter enttäuscht und ungehalten sein. All das gehört (noch) dazu und wurde (noch) nicht wegrationalisiert.
Es sind ganz bestimmte Phasen und Zyklen, die man beobachten kann und sie sind ganz unmittelbar mit einer großen Offenheit und Flexibilität verbunden.

Ich denke, dass gerade darin auch die große Chance für Kreativität liegt, denn, was auch immer sie neu entwicklen, ist noch nicht all zu sehr mit altem Ballast und Denken belastet. Wenn sie klein sind, interessiert sie zunächst kaum, was nicht funktionieren könnte. Ihr Forschergeist ist noch nicht verstellt, sie sind offen und machen weiter.

Weiter machen sie in ihrem ureigenen Forschungsprozess auch so wie es ihrem Interesse entspricht. Sie können sich über große Zeiträume sehr intensiv mit etwas beschäftigen und unmittelbar in der nächsten Sekunde das Objekt fallen lassen und sich etwas anderem zuwenden.

Sei es, dass sie sich ausruhen und aus dem Stand weg einschlafen oder sei es, dass sie sich etwas ganz anderem zuwenden. Dieses Andere mag für den Betrachter nicht unbedingt in einem Zusammenhang stehen. Doch wer weiß schon, ob es im Netz des kindlichen Forschungsprozesses nicht diese Zusammenhänge gibt?

Nach dem Zeitraum XY, der ihrem ureigenen Rhythmus entspricht, wenden sie sich der Sache wieder zu. Vielleicht bleibt das, was gestern noch so interessant war, auch liegen und sie werden sich erst nach Wochen oder Monaten diesen Themen widmen. Ihre Art, wie sie sich dem Forschungsprozess widmen hat einen ganz eigenen Duft und Geschmack. Dem genauen Betrachter erschließt sich vielleicht, dass sie sich ganz ähnlichen Themen aus den unterschiedlichsten Richtungen gewidmet haben.

Dem Erwachsenen entzieht sich vielleicht aber auch ein logischer Zusammenhang, doch das Kind erforscht unbeirrt weiter. Erst viiiiiiieeeeel später erschließt sich dem Erwachsenen, dass es in diesem oder jenem Zusammenhang ein Wissen angehäuft hat, dem man zuvor keine Bedeutung geben konnte, weil man als Erwachsener nur lineare Zusammenhänge und sogenannte Lernfortschritte wahrzunehmen gewohnt ist.

Erwachsene forschen im Tun und im Handeln. Sie suchen linear und logisch zu denken. Bei kleinen Kindern habe ich den Eindruck, dass ihre Forschungsprozess noch so in Verbindung mit dem großen und ganzen Bild ist, dass ihr Forschungsprozess auch und gerade in der Stille und sogenannten Pause ‚weiter rollt‘. Sie sind verbunden mit dem, was ich SEIN nennen möchte und daher habe ich manchmal den Eindruck, dass ihr ureigener Forschungsprozess einer ist, der einfach rollt und im selben Moment ‚ist‘. Er ist nicht so sehr von ‚machen‘ und ‚tun‘ getrieben, als vielmehr ein ganzheitlicher Ausdruck einer Art Fluss oder Bewegung.

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Das zu beobachten hat für Erwachsene einer wundervolle Wirkung. Ich kann sagen, dass wenn ich die Gelegenheit habe, kleine Kinder in diesem Schöpfungs- und Forschungsprozess zu beobachten und sie ungestört sind, dann nehmen sie mich mit. Es hat eine ähnliche Wirkung auf mich, wie ein schöner Spaziergang im Wald.
Wenn ich sie beobachten kann, dann habe ich Gelegenheit in diesen großen ‚OpenMind’ einzutauchen. Das ist wunderbar.
Als Erwachsen machen wir uns das viel zu wenig zu Nutze, auf diese Weise den kindlichen Geist ‚anzuzapfen‘ und uns mitreissen zu lassen, in diese Welt, die so reich und schöpferisch ist.

Der Forschungsprozess des Kindes dient sich selbst. Er dient nicht in erster Linie der Schaffung eines Ergebnisses. Er muss nicht kontrolliert und verifiziert werden. Das Ergebnis der kindlichen Forschung genügt sich selbst. Macht, Geld und Egostrukturen eines Erwachsenen spielen noch keine Rolle. Der kindliche Forschungsprozess ist sich selbst genug und nährt den Geist des Kindes auf wundersame Art.

Was gibt es hier nicht alles zu lernen für Erwachsene? Was ist das für ein reicher Schatz, den man da im Hause hat?
Doch groß ist die Versuchung, dass wir diesen kreativen, ursprünglichen Forschergeist auf die Seite der Erwachsenen ziehen wollen. Wir meinen, sie würden durch Forschung, so wie wir sie versehen, etwas lernen.

Was für ein Irrsinn. Ich behaupte, dass viele Erwachsene, Eltern wie pädagogisches Fachpersonal die Feinheiten des Lernens oder kindlichen Forschens noch lange nicht durchdrungen haben.

Anders kann ich mir nicht erklären, dass dieser ganze Apparat mit so wenig Feingefühl und Demut daherkommt. Das man noch immer glaubt, dass Kinder nach den Vorgaben der Erwachsenen lernen müssten.
Für mich liegt da ein Schatz, unmittelbar vor den Augen der Erwachsenen. Sie sehen ihn nicht, weil sie etwas im Sinne von dem Erwachsenen Ansatz von Forschen zu optimieren und zu lenken suchen. Wenn sie bezüglich Lernen beginnen würden im kindlichen Sinn, auch mit Kindern zu forschen, dann hätten Erwachsene vielleicht Gelegenheit Erkenntnisse zu gewinnen, die sie derzeit noch nicht sehen können weil sie im Erwachsenen Modus forschen.

Kinder laden uns immer wieder ein, ihre Welt zu betreten. Doch selbst ich, die ich mich gerne damit beschäftige, nehme diese Einladung viel zu selten an.

Eine Frage, die ich mir weiterhin stelle ist:
 Wenn Forschung sucht die Probleme der Menschheit zu lösen, (die sie sicher in großen Teilen mit verursacht), wie würde es sich auf Forschung und die Lösung unserer derzeitigen Herausforderungen auswirken, wenn wir kindliche Forschung und ihre Stärken mit einbeziehen würden?

Gerne lese ich deine Gedanken dazu, direkt hier in den Kommentaren, gerne auch in den social media.

Hier findest du meine Information zum nächsten EduWorkCamp im Juni 2018. Das ist mit Sicherheit eine Gelegenheit den Erwachsenenmodus und den Kindermodus des Forschens und Lernens miteinander zu verbinden, gemeinsam zu lernen.

Für meine online Beratung findest du hier meine Angebote


Als Eltern die Welle reiten.

wundersameslernen_WelleAls Eltern die Welle reiten. Einige Anregungen, damit Kinder in ihrer Einzigartigkeit nicht untergehen.

Für vielen Eltern mag es sehr weit hergeholt sein, was ich mit dem wundersamen Lernen bewegen möchte. Ich hingegen sehe es als meine ‚verdammte‘ Aufgabe an, unser inzwischen veraltetes Paradigma bezüglich Lernen und Bildung, heraus zu fordern und das ‚Neue‘ mit auf den Weg zu bringen.
Dieser Wechsel ist mitten im Gang. Traditionelle Sichtweisen und neuere Sichtweisen 'bekämpfen' sich und das alte Bild von ‚richtig‘ und ‚falsch‘ ist noch immer sehr stark.

 
Die Leidtragenden sind in vielen Fällen noch immer die Kinder. Sie sind gefangen in dem, was von Natur aus in ihnen steckt und dem, was man mit aller Macht aus Ihnen zu machen sucht.

Kinder werden super kreativ in ihren Anlagen geboren. Sie selbst spüren es, denn es fühlt sich toll an, wenn man der, der man ist, einfach sein darf. Es ist eine kräftigende Sache, wenn man seinem eigenen, inneren roten Faden folgen kann.

In unserer Kultur wird das kreative Denken und die damit verbundene, schöpferische Kraft schon von Anfang an unterbunden. Die Kinder werden in ihrem Sein entmutigt.

In einer konkurrierenden Gesellschaft wird kreatives Denken schon bei den Kleinsten Schritt für Schritt untergeackert.
Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Bildung und Erziehung so konzipiert, dass Kreativität wenig erwünscht war. Hingegen war Gehorsam und Gleichzügigkeit eine wünschenswerte Tugend, die es zu fördern galt.

Wir sind derzeit mitten in einem großen Umbruch, was diese Ideen betrifft. Und das ist gut so. Es bedeutet nicht, dass die älteren  Ansätze ihre Zeit und auch ihre Notwendigkeit hatten, nun aber ändern sich die Zeiten.

Meiner Meinung nach bleiben im 'alten' Bild von Gehorsam und Gleichzügigkeit zwei wesentliche Dinge auf der Strecke:

  • Zum einen bleibt die Kreativität und die damit verbundene menschliche Schöpferkraft auf der Strecke. Das, was die Einzigartigkeit des Menschen ausmacht, kann sich nur schwer entfalten.
  • Was darüber hinaus auf der Strecke bleibt, ist, dass die Kinder aus ihrem eigenen, schöpferischen Prozess heraus selbst genährt werden. Das aus sich selbst heraus genährt werden ist eine Art Perpetuum Mobile und sorgt für eine viel größere Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Gesundheit der Kinder. Sie lernen damit, dass Lernen ein Prozess ist, der nicht abgeschlossen ist, wenn man einen Schulabschluss hat, oder 65 Jahre alt ist. Wenn Kinder in ihrem Schaffen und in ihren Interessen selbst genährt werden, dann lernen sie, dass Lernen und Wachstum  bestenfalls sehr lange anhält und sich selbst selbst weiter bringt.

Ich finde, wir beachten Zusammenhänge viel zu wenig. Ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit und einzufriedener und schöpferischer Alltag, haben eine Menge miteinander zu tun. Die natürlichen Zyklen und Lebensrhythmen spielen beim Lernen eine große Rolle. Werden sie nicht zugelassen oder die Kinder müssen zuviel Widerstand aufbauen um gesehen und wahrgenommen zu werden, dann wirkt sich das wiederum direkt auf die menschliche Lernfähigkeit aus:

  • Kinder, die Selbstwirksamkeit erfahren, sind zufriedener
  • Kinder die Selbstwirksamkeit erfahren, haben ein besseres Wissen über sich selbst und ihre Fähigkeiten. Ihre Selbsteinschätzung ist sensibilisiert, sie sind viel sicherer im Alltag.
  • Kinder die Selbstwirksamkeit erfahren haben, müssen nicht in einem so großen Maß Widerstand aufbauen. Es gibt nicht so viele überflüssige Konflikte und miese Stimmung.
  • Kinder die Selbstwirksamkeit erfahren, haben mehr bessere Möglichkeiten in ihren ‚flow‘ zu kommen. Sie haben darüber direkt Möglichkeiten zu der eigenen, gelebten Erfahrung dazu zu kommen.
  • Kinder die Selbstwirksamkeit erfahren haben, haben viel bessere Vorraussetzungen Möglichkeiten zu ihrer persönlichen Meisterschaft in ihrem Tun und Sein zu zu entwickeln. Sie lernen über ihre eigenen "Strategien" effektiver zu lernen. Diese sind je individuell und wollen entwickelt sein
  • Kinder die Selbstwirksamkeit erfahren, sind gesünder, sie ‚müssen‘ die Erfüllung ihrer Bedürfnisse nicht in so hohem Maß über ständige Krankheiten steuern.

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  • Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen.

*Wenn du dich für meinen Newsletter einträgst erhältst du meine News direkt in dein Emailfach. Derzeit schreibe ich sehr unregelmäßig. Es kann also gut möglich sein, dass etwas Zeit vergeht, bis du von mir liest. Neben Informationen und Inspirationen rund um das wundersame Lernen und wundersameVerLernen, weise ich auf meine Beratung, meine Seminare, Einzelbehandlungen, meine Möglichkeiten für Übernachtung in der Mühle sowie aktuelle Angebote hin.


Eltern, mit denen ich in Beratung und Seminar zu tun habe, sind alle mehr oder weniger damit beschäftigt die Welle einer ‚neuen‘ Zeit, auch im Leben mit Kindern, zu reiten.

Damit Eltern und Pädagogen leichter auf der Welle der Änderung reiten können und gestärkt im Gegenwind stehen können, schreibe ich dir hier nun einige Tips und Anregungen:

  • Richte dein Augenmerk mehr auf die Freude beim Lernen, als auf Perfektion. Wir selbst haben die Möglichkeit den Spass am Lernen zu kultivieren. Künstler und Kreative erfahren auch Glück und Zufriedenheit beim Schaffensprozess. Fehler machen können, Risiko eingehen, Probleme lösen können und experimentieren. All das gehört zum eigentlichen Prozess und fördert Meisterschaft.
  • Damit die Kinder vertrauensvoll in ihrem eigentlichen Lernprozess bleiben können, ist es wichtig, sie nicht zu vergleichen. (das machen sie in unsere Gesellschaft schon fast automatisch, selbst wenn ihre Umgebung das nicht fördert)
    Kinder all zu oft in Vergleichs- und Wettbewerbssituationen zu stellen, ist mit Sicherheit ein Killer für selbstmotiviertes Lernen.
  • Wenn dein Kind im Moment in Schule und Betreuungssituation ‚gefangen‘ ist, weil du selbst im Moment keine Alternativen siehst, dann ist das einfach so. Kein Grund, sich als Eltern darüber schlecht zu fühlen. Vielleicht hast du in deinem privaten Umfeld Gelegenheit auf der Welle der Veränderungen zu surfen und dich darin weiter zu stärken. Das wird sich dann auch stärkend für dein Kind in seiner derzeitigen Lernumgebung auswirken.

„Jedes Kind ist ein Künstler.

Das Problem ist nur, wie man ein Künstler bleibt,

wenn man größer wird.“

Pablo Picasso

Ich wünsche mir sehr, dass meine heutigen Impulse für dich stärkend sind und langfristig zu mehr Freude und Zufriedenheit in deiner Familie führen. Auf bald.

Beste Grüße
Uta

Wenn ich dich auf deinem Weg stärken und unterstützen kann, dann melde dich einfach hier für mein Kennlerngespräch an.

 


Selbst die Veränderung sein

RumiKinderSorryWarum es klug ist, im Leben mit Kindern, selbst die Veränderung zu sein und warum es das Zusammenleben mit den Kindern freudvoller und leichter macht.

 

 

Du wunderst dich vielleicht, warum ich einmal über Themen zu Babys schreibe, einmal über Dinge , die Kleinkinder betreffen, aber auch über Schulkinder und die damit verbundenen Herausforderungen.

Das liegt nicht etwa daran, dass ich unklar bin, sondern das ich eine Menge Erfahrung darin habe, wie mein Leben mit dem Baby oder Kleinkind das Leben desselben Kindes beeinflusst, wenn es mal zur Schule geht oder sich anders bildet.

Wenn ich diese ganzen Themen um die Alterspanne 0 bis Schulkind runter koche und mir betrachte, was übrig bleibt, dann ist es eine Art Essenz. Diese Essenz lautet:

Jedes einzelne Kind hat es verdient in seiner Einzigartigkeit gesehen zu werden und in einer Art begleitet zu werden, die es ihm ermöglicht sein Einzigartigkeit zu entdecken und zu entfalten.

Leider ermöglichen viele unserer derzeitigen Ideen zu Erziehung und Lernen gerade das nicht.

Wenn ich nun einmal über Babys schreibe und ein anderes mal über Schulkinder, dann hat es den Grund, dass ich mit dem WundersamenLernen die Räume für Kinder erweitern möchte. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass Lernen so viel mehr bedeutet und das wir uns heute viele Schwierigkeiten mit den Kindern ersparen könnten, wenn wir Lernen und auch Erziehung den Vorgaben dieser schnelllebigen und schneller Veränderung geprägten Zeit anpassen würden.

Ich beschäftige mich ein Menge damit, wie ich als Mutter oder auch als Pädagogin eine Veränderung sein muss, um Kindern zu gestatten, sich zu dem hin zu entfalten, was sie in sich tragen.
Ich komme nicht umhin als Mutter oder auch Pädagogin selbst die Veränderung zu sein, die es meinem Kind ermöglicht die Person sein zu dürfen, die es ist.
Und damit wird das Ganze natürlich unbequem und vielleicht auch befremdlich:

Wieso sollte ich mich ändern, wenn mein Kind nicht richtig isst?
Wieso sollte ich mich ändern, wenn mein Kind morgens trödelt?
Wieso sollte ich mich ändern, wenn mein Kind in der Schule nicht klar kommt?
Wieso sollte ich mich ändern, wenn mein Kind ständig im Internet ist?
Wieso sollte ich mich ändern, wenn mein Kind nachts ständig wach wird?

Viel leichter scheint es zu sein, weiterhin den Hebel an der anderen Seite anzusetzen. Die andere Seite wäre weiterhin das Kind. Ich kann immer die Fachleute fragen, die mir sagen sollen, was ich mit meinem Kind machen soll, wenn es nicht…..du weißt schon …..dies und das eben….

In dieser neuen Zeit machen wir uns das Ganze viel zu einfach, wenn wir über Kinder weiterhin als Objekte unserer Gedanken zu Erziehung und Lernen nachdenken.

Viele Alltagsprobleme und Herausforderungen schreien in meinen Augen nahezu nach einer geänderten Wahrnehmung von Erwachsenen. Viele Fragestellungen zu den Themen mit Kindern sind hyperkomplex und verlangen nach Perspektivenwechsel und Umdenken. Das ist unbequem, aber dringend erforderlich.

Ich möchte einige wenige Beispiel aufzählen, um dir zu verdeutlichen, was ich als Kind alles nicht umfassend gelernt habe, aber was super wichtig ist, Kaum jemand spricht im Zusammenhang mit Kindern darüber, aber Lernen bedeutet nun mal so viel mehr, als wir meinen:

  • Ich habe nicht umfassend genug gelernt, mich als Kind selbst zu akzeptieren und lieb zu haben. Wie macht man das als Eltern ? Wie geht das? Kann man das lehren, dass ein Kind sich mag?
  • Ich habe als Kind nicht umfassend genug gelernt, dass Verurteilung und Ausgrenzung mir nicht ermöglicht das Gute in den anderen zu sehen.
  • Ich habe als Kind wenig über natürliche, nicht anerzogene Dankbarkeit gelernt. Ich habe nichts darüber gelernt, wie Dankbarkeit mein Leben glücklicher und zufriedener macht..
  • Ich habe als Kind nichts darüber gelernt, dass es mir egal sein kann, was andere über mich denken. Ich habe eher gelernt, wie wichtig es ist, dass andere immer gut über mich denken.
  • Ich habe wenig darüber gelernt, wie ich mich durch mein eigenes Denken limitiere und mir selbst im Weg stehen kann. Ich habe zu wenig über meine eigenen Denkprozesse gelernt
  • Ich habe zu wenig darüber gelernt, dass meine Glaubenssätze die sind, die sich bestätigen und wie wichtig es ist, mir darüber bewusst zu werden, was ich denke.
  • Ich habe zu wenig darüber gelernt, wie giftig und ungesund es ist, sich mit anderen zu vergleichen oder einen Wettbewerb einzugehen, statt dessen wurde mir in der Schule genau das Gegenteil beigebracht.

……

Mit meiner kurzen Aufzählung möchte ich dir aufzeigen, dass das, was wir den Kindern lehren oder auch nicht lehren oftmals so kontraproduktiv für ein gesundes und erfülltes Leben ist. Ich wünsche mir nicht s mehr, als das wir damit beginnen umzudenken und Erziehung und Lernen so gestalten, dass Kinder sich kraftvoll und gesund entfalten dürfen. Als Mutter musste und muss ich, in vielen Situationen bezüglich der Kinder, nachreifen. Ich halte es für sehr wichtig sich zusammen zu tun, gemeinsam zu lernen, Erfahrungen auszutauschen, denn unsere Kinder können davon sehr stark profitieren, mehr Leichtigkeit und Freude für alle Beteiligten sind das Ergebnis.

Diese Erfahrungsräume gestalte ich in meinen Seminaren und freue mich, wenn du auch einmal dabei bist. Die nächsten beiden Seminare finden schon ganz bald statt:

Mühlenabend am Mi 30.09.15 
Tagesseminar am So 11.10.15

Info dazu findest du hier:

www.wundersameslernen.de/termine/


Kindergarten und Schule kontrollieren…

RusramQbic'MindGames

Kindergarten und Schule kontrollieren...

  • Kindergarten und Schule kontrollieren, wie unsere Kinder Zeit verbringen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, was sie tun.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, was sie lesen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, was sie essen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, wann sie essen dürfen und wann nicht.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, wann sie eine frische Windel bekommen, bzw. wann sie zur Toilette gehen dürfen und wann nicht.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, wie sie ihre Zeit verbringen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, neben wem sie sitzen sollen und neben wem nicht.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, wann sie wach und wann sie müde sein sollen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, für was sie sich wann interessieren sollen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren die Anzahl der Menschen, mit denen sie sich in einem Raum befinden sollen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, wann sie drin und wann sie draussen sein sollen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, was sie wann lernen sollen und was und wann sie was nicht lernen sollen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren, wann sie mit wem kommunizieren dürfen.
  • Kindergarten und Schule kontrollieren in großem Maß was und wann sie was denken sollen.

Das Erschreckende daran ist, für wie selbstverständlich viele das derzeitige Bild von Kindergarten und Schule halten. Ich bin froh, dass mir Menschen begegnen, die traditionelle Herangehensweisen an Betreuung und Bildung kritisch hinterfragen und viele Vorgehensweisen nicht für selbstverständlich halten. Ich führe nährende Gespräche mit Eltern und Pädagogen, die sich aus tiefstem Herzen wünschen mehr Freiheit mit ihren Kindern leben zu können. Diese Erwachsenen sind sehr bemüht alternative Wege zu gehen, für Vielfalt im Bildungs- und Betreuungsbereich zu sorgen. Sie gründen Initiativen, machen Angebote, fahren hunderte von Kilometern, ziehen um, spenden Geld, bilden Fahrgemeinschaften, nehmen gerichtliche Auseinandersetzungen auf sich, geben Geld für alternative Formen von Betreuung oder Schule aus, geben sich mit weniger Lohn in alternativen Projekten zufrieden, schicken Kinder in weit entfernt liegende Schulen, erfinden Arbeit und Familie neu und sind sehr bemüht ein neues Konzept von Erziehung und Lernen zu entwickeln und zu leben.

In dieser turbulenten Zeit, halte ich es für sehr bedeutsam, wenn Erwachsene andere Wege mit Kindern gehen, denn das alte System von Macht und Kontrolle über Kinder funktioniert nicht mehr und wir müssen das neue Flugzeug während des Fluges bauen, eine tolle Herausforderung. Hier fühlen sich viele Eltern gefangen und gelähmt und ich helfe auf dem Weg in eine neue Zeit , die nicht so sehr auf Macht und Kontrolle setzt, als vielmehr auf Beziehung, Wohlwollen und Gleichwürdigkeit.

Ein Flugzeug während dem Flug zu bauen. Hier habe ich eine Menge Erfahrung sammeln dürfen, die ich gerne mit dir teilen mag. Wenn du mehr Leichtigkeit und Freiheit und Freude mit deinen Kindern leben magst und mehr deinem ‚Herzens-Bild‘ in Sachen Bildung und Betreuung folgen möchtest, der Zeit aber nur ‚wenn‘ und ‚aber‘ siehst, dann begleite ich dich richtig gerne in deine Klarheit. Aus dieser entsteht ein Weg, der für dich und dein Kind passt und sich nicht wie ein quälender Kompromiss für alle Beteiligten anfühlt. 

Ruf mich einfach an. 


Mütter wissen, wo s langgeht

MutterSchieneEntwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten sind vielfältig und sind daher voller Möglichkeiten. Wege zu einem Ziel führen in den seltensten Fällen geradeaus. Doch was man uns meistens auf den Weg gibt, ist dass Entwicklungswege linear und geradeaus verlaufen.

Schwangerschaftsgymnastik-Geburt-Elternzeit-Krippe-Kindergarten-Schule-Abitur-Arbeiten-Alles Klar!
Es ist, als ob wir Kindheit mit der Brechstange auf eine Schiene stellen müssten und uns dabei selbst einreden müssen:

Jawohl , hier gehts lang. Du musst als Eltern nur alles richtig machen, die Erzieher und Pädagogen auch, dann kommt hinten ein finanziell unabhängiges, gesundes Kind heraus. Übersehen werden dabei die Täler und Berge, die Rastplätze am Wegesrand, die  einladenden Ruhebänke an den Gabelungen, die Kreisel und die unscheinbaren Blumen am Wegesrand.

Die meisten Mütter, mit denen ich zu tun habe, haben intuitiv erkannt, dass das so nicht stimmen kann, das ganz wesentliche Dinge in Erziehung und Lernen verloren gehen und das es entsetzlich anstrengend ist. Sie sind in dem Hamsterrad gefangen, die Kinder auf diese vermeintlichen Schienen stellen zu müssen. Sie selbst stehen dabei unter einem enormen Druck, denn sie müssen wider ihrem eigenen „besser Wissen’, die Kinder auf eine Schiene stellen, die eigentlich nicht ihrer weiblichen und wissenden Natur um die Entwicklung von Kindern, entspricht.

Gerade gestern hat mir eine Mutter von vier Kindern berichtet, wie sehr sie ihre Aufgabe darin gesehen hat, gesellschaftlichen Druck , von ihren Kindern fern zuhalten.

Sie hat mir erzählt, wie sehr das Ganze sie ausgezehrt hat, sie sich zu einer schreienden und allzeit genervten Furie entwickelt hat.

Erst ganz langsam hat sie erkannt, dass sie sich vermehrt um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern musste, herausfinden, wer sie ist und was sie denn genau will. Heute weiß sie, dass das es ist, was ihre Kinder stärkt und das sie sich nun effektiver einsetzen kann, für ihre Werte und ihre Bedürfnisse. Ihre Kinder stehen jetzt im Schutz der stärker wachsenden Eiche.

Ihre Worte haben mich sehr berührt und ich weiß, dass viele von uns mit diesen Themen konfrontiert sind.

Mit meinen Bemühungen um das WundersameLernen will ich dich darauf aufmerksam machen, dass Lernen, Entwicklung und Entfaltung unserer Kinder im Grunde viel einfacher sein könnten.

Ich möchte dich darin stärken, wieder mehr auf die inneren Stärken der Kinder zu vertrauen und dir als Erwachsene Unterstützung geben auf dein inneres Wissen und deine Weisheit zu vertrauen.

WundersamesLernen will den gegenwärtigen Moment in dir und in deinen Kindern stärken, damit du wieder in deine Kraft kommst.

Dabei helfe ich dir richtig gerne durch meine Beratungen, aber auch durch meine Einzelbehandlungen in der Feldenkrais-Methode, die organisches, natürliches Lernen direkt erfahrbar machen, für Freude und Leichtigkeit sorgen.

Gemeinsam haben wir dann die Gelegenheit, die eigentliche Leichtigkeit des Lernens und die damit verbundenen  Vorteile, direkt zu erleben. Darüber zu lesen ist eine Sache, es zu erfahren ist das eigentliche, natürliche, organische Lernen.

Ich freue mich auf deinen Anruf: 06477-911 911 9


Mal angenommen es geht um Kinder

IMG_4990Vor einigen Tagen habe ich zum wiederholten mal den TED Beitrag von Sir Ken Robinson (youtube) zum Thema Bildung angesehen und musste mal wieder schmunzeln und lachen über seinen Humor. Er erzählte, wenn man zu einer Party eingeladen ist und dort erwähnt, dass man sich mit Bildung und Erziehung beschäftigt, Menschen die Augen rollen würden und ihnen sozusagen anzusehen sei, was sie denken würden “Nein, nicht schon wieder dieses Thema“, er witzelte darüber, dass man in Zukunft nicht mehr eingeladen würde, zu solchen Partys. Ja, mit seiner kleinen Portion Ironie unterstrichen, hat er sich mitten hinein begeben in diese Themen, die man kaum noch hören kann, aber die jeden interessieren. Bildung und Erziehung, dieser unglaubliche Eintopf aus Experten, Meinungen, angeblichen Erfordernissen, Sorgen, Ängsten, Aktivitäten, Schuldgefühlen, Unsicherheiten, Neid, Ansprüchen, wechselnden Trends, wirtschaftlichem Humanpotential, Politik, Breifragen und G8 oder G9.

Kein Wunder also, dass Eltern und Pädagogen völlig gefordert sind in einem Netzwerk von Ansprüchen und Meinungen, die Erwachsene zum Spielball in einem System machen, in dem nur schwer durch eine Art Destillationsprozess eine Essenz gewonnen werden kann, die uns sagen kann, worum es denn überhaupt geht.
Mal angenommen, nur mal angenommen, es ginge um die Kinder und deren Glück?

Was wäre dann erforderlich?

Gerne lese ich deine Gedanken dazu gleich hier unten auf der Seite:

Möchtest du deine Essenz bezüglich Kindern destilieren, genauer hinschauen, Bewusstheit entwickeln, dann gibt es dazu eine Gelegenheit mit einem kleinen Film Event, am 6. November 2014, um 20:00 Uhr, mit moderierter Diskussion, nähere Info findest du hier:

https://wundersameslernen.de/termine/

Den link zum erwähnten TED Talk von Sir Ken Robinson findest du hier (sehr empfehlenswert):

http://youtu.be/YYacgRldEDA