Warum ich Summerhill für einen tollen Ort für Kinder halte

Warum ich Summerhill für einen tollen Ort für Kinder halte. Die Tatsache, dass es eine Schule ist, ist mir fast nebensächlich.

Unsere Ideen von Bildung und Erziehung sind sehr stark vom WERDEN MÜSSEN geprägt. Diese agilen Zeiten rauben den Kindern das SEIN DÜRFEN. Es ist ein ins Ungleichgewicht gefallenes Bild. Wenn man sich in dieser hyperkomplexen und schnelllebigen Zeit für mehr Seinsqualitäten stark macht, wird man schnell zur Projektionsfläche für Ohnmacht, Stress und Ärger.

Ich bin bei einer Party und irgendjemand, der mich kennt, erwähnt ganz beiläufig, dass meine Kinder zur Summerhill Schule gehen. Vielleicht hat die Person das nur getan, um ein wenig Fahrt in die Gespräche zu geben, eine interessante Unterhaltung anzukurbeln.
Dann geht diese Art Gespräch los, die immer nach dem selben Mustern abläuft.
Ich selbst würde die Unterhaltung nicht anregen. Nach den vielen Jahren, die meine Kinder zur Summerhill Schule gehen, hat sich die Art und Weise der Diskussionen, die dann aufflackern, kaum geändert.
Es entsteht eines dieser Vakuums, dass man mit Worten nicht füllen kann, sondern nur mit persönlicher Erfahrung. Daher ist es immer wieder schwer darüber zu reden.

Und im Grunde kann ich gar nicht wirklich darüber reden, denn ich selbst bin ja nicht dort zur Schule gegangen. Ich bin ja ‚nur‘ Mutter von den sechs Kindern, die alle nach Summerhill gegangen sind, oder noch dort leben. Ich werde damit sofort zu einer Zielscheibe für mannigfaltige Projektionen von Eltern.

„Also, wenn ich meinen dreizehnjährigen dort hin geben würde, das könnte nicht klappen. Ich muss ja so schon ständig hinter ihm her, damit er was tut.“ höre ich dann. Gleich gefolgt von dieser Aussage: „Mein Kind weggeben in ein anderes Land und das noch in dem Alter, das kann ich mir nicht vorstellen.“ Dann geht es weiter mit den Geschichten, um die Kinder der Bekannten, die auch zu einem Internat geschickt wurden und die heute drogenabhängig sind deren Lebenskonzept gescheitert zu sein scheint.

Nur um die Betroffenheit und Emotion ein wenig zu dämpfen, verlagert sich das Ganze dann auf die Probleme der hiesigen Schulen, um den ganz normalen Alltag und die Herausforderungen um Hausaufgaben, G8 oder G9, sowie dem enormen Druck, der heute in den Schulen herrscht. Es geht dann weiter mit der Belastung der Mütter, wenn sie berufstätig sind und in diesen Zeiten versuchen müssen, die Kinder durch das Schulsystem zu bugsieren.

Ich sitze dann meistens ziemlich still da, denn ich habe inzwischen die Erfahrung gemacht, dass man mir die Leichtigkeit und die Freude an dieser Art Zusammenleben mit den Kindern nicht abnimmt.
Wenn ich zu Anfang dieser Konversation, als alle interessiert waren und hören wollten, wie sich mein Leben und das der Kinder gestaltet, noch geredet habe, dann werde ich im folgenden immer schweigsamer.

Über all die Jahre habe ich noch keine Lösung gefunden, mit diesen Verdrängungsmechanismen der Interessenten umzugehen, die mir dann mit großer Macht entgegen strömen.

  • Man ist ob der exotischen Art und Weise, Schule zu begreifen, sehr interessiert.
  • Man hört ein wenig zu.
  • Man überträgt diese radikalen Gedanken auf den eigenen Alltag.
  • Man kommt zu dem Schluss, dass man sich diese Freiheit und Lebensfreude nicht vorstellen kann.
  • Man beginnt etwas zu zerschiessen, was seit über 100 Jahren ein erfolgreiches Konzept ist. Gründe findet man vielfach und je individuell.

Normalerweise könnte man dann hier die Frage stellen, wie man dieses Konzept wohl auf hiesige Ideen von Bildung übertragen könnte? Man könnte sich Fragen stellen, was dies gesellschaftlich zu bedeuten hätte? Man könnte positive Beispiel aus dem Nähkästchen zaubern. Man könnte über andere gut funktionierende Konzepte sprechen.

Aus irgendeinem, mir bislang unerklärlichen Grund ist das aber nicht möglich, stattdessen beginnt nun die Talfahrt auf dem Weg hin zur mir bekannten Verleugnung eines Weges, den es seit über 100 Jahren gibt. Mit dem ultimativen Argument, dass diese Art Konzepte für mehr Freiheit und Selbstbestimmung nicht umsetzbar sind.

Einer oder eine der Partygäste lenkt nun mehr oder weniger offensichtlich das Thema auf die Finanzierung eines solchen Bildungsweges für die Kinder. Man weiß von der Cousine des Nachbarn, was die Internat-Schule kostet. Daraufhin werden die Schulgebühren der Montessori Schule im Nachbarort diskutiert.
Daraus schließt man, dass dies ein Luftschloss ist. Man spricht mich aber nicht an, wie ich das mache.
Und ich rede in diesem Zusammenhang auch sehr wenig darüber. Das ist immerhin eine private Angelegenheit. Es ist ein brenzliges Thema.  Denn auch das, was sich im Zusammenhang mit der Finanzierung dieses Weges aufgetan hat, ist ein Wunderwerk. Es ist ein ähnliches Wunderwerk, was alle die Initiativen möglich machen, die quer durch Europa kleine, alternative Einrichtungen gründen und das Unmögliche möglich machen.  So viel sei gesagt:

Das es in unserem Fall möglich geworden ist und das es nach unzähligen Herausforderungen bis jetzt möglich geblieben ist, ist das Ergebnis meines Wunsches nach einer möglichst freien und selbstbestimmten Bildung für die Kinder. (Ähnlich dem Wunsch der Macher all der Initiativen) Es hat etwas von Kompromisslosigkeit, was mir die Kraft gibt. Es ist das Ergebnis von unzähligen Gesprächen, die ich mit Menschen geführt habe und es hat etwas mit einem Kreis von Unterstützern zu tun. Es ist das Werk eines stillschweigenden Kooperationsgedanken bestimmter Menschen für eine Idee. (siehe auch die unzähligen Macher freier Schulen)

Ich habe darüber nachgedacht, was allen diesen Unterstützern gemeinsam ist. Es ist der Grundgedanke, dass die psychosoziale Entwicklung Vorrang hat. Das bedeutet, dass Lernen ein Selbstläufer ist, wenn es den Kindern gut geht, sie eine stabile Bindung erfahren und sie nah an ihrem Leben bleiben können. Wenn sie forschen können, den eigenen inneren Fragestellungen folgen können und dafür möglichst viel Zeit haben. Denn Zeit haben spielt hier eine große Rolle.

Jetzt bist du an der Reihe. Du hast die Wahl, dass du mich und meine Arbeit als Projektionsfläche nutzen kannst. Du kannst alleine in diesem Text viele Dinge finden, die dich erkennen lassen, dass dir dein selbstbestimmter Weg nicht möglich ist, weil du beginnst, dich mit mir und meinem Weg zu vergleichen.

Oder du nutzt diese Vorlage und machst dir Gedanken für deinen kompromisslosen Bildungsweg, der gerade so radikal ist, wie es dir persönlich möglich ist. Du nimmst diese Gedanken, von denen die meisten sie ganz schnell abwiegeln würden, weil es ihnen zu konfrontativ wird und baust deinen/euren Weg daraus auf.

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Wenn du mit mir auf der Party sitzen würdest und ich inzwischen rausgefunden hätte, wie ich im Gespräch die Menschen besser stärken kann, statt deren Blitzableiter zu werden, dann würde ich dich so gerne teilhaben lassen, an meiner Überzeugung und meiner Kraft für einen funktionierenden Weg.

Ich würde dich einladen, dich diesen Fragestellungen ganz persönlich zu stellen und nichts unversucht zu lassen, um diesen deinen Werten und Vorstellungen in deiner Familie Raum zu geben, auch wenn es am Anfang nur ein Quadratzentimeter ist. Hier notiere ich dir, was für mich und meine Kinder bisher sehr gut funktioniert hat. Bitte lies in Ruhe, beobachte deine innere Zensur, die vermutlich sofort auf den Plan kommt und sagt: „Das geht nicht, klappt nicht!“ Weise die Zensur in Schranken und schaue nach Möglichkeiten, die dich und dein Kind weiterbringen.
Ich wünsche mir sehr, dass du diese Aufzählung einfach nur als Grundlage dafür nimmst, was alles möglich sein könnte, wenn mehr Menschen den Mut aufbringen, diese Wege für Kinder einzuschlagen. Das muss gar nicht in einem Internat in England sein, sondern kann vom Grundgedanken her einfließen, wo auch immer du dich bewegst. Mein Ziel ist mehr Freiheit und Selbstbestimmung für Kinder, damit ein lebenslanger freudiger Lernprozess wieder Grundrecht der Menschen werden kann. Damit das wahr werden kann, wünsche ich mir, dass viele Erwachsene, viele kleine Schritte an vielen Stellen machen. Und ich weiß, dass diese Schritte recht anstrengend sein können.

Hier nun einige Gedanken, die über die Jahre Grundlage des Lernprozesses meiner Kinder geworden sind. Vielleicht hat das eine oder andere Ähnlichkeit mit deinen Erfahrungen? Vielleicht ist es aber auch unvorstellbar. Ich will dir mit dieser sicher unvollständigen Aufzählung zeigen, dass es in meinem Leben gelebte Realität ist und so oder ähnlich könnte es auch bei dir sein. Wo lebst du Kompromisse und mit wem musst du intelligente Gespräche führen, um eine Veränderung zu sein?

Meine Kinder leben 3 x 11 Wochen nicht zu Hause, sondern in einem anderen Land in einer Schule mit einem Konzept für ein großes Maß an Freiheit und Selbstbestimmung. ( Sie sind etwa 33 Wochen im Jahr in England und etwa 19 Wochen im Jahr zu Hause. )

Die Kinder entscheiden völlig frei ob und wann sie in den Unterricht gehen.

Die Kinder entscheiden, welchen Unterricht sie besuchen und welchen nicht.

Ich werde von der Schule nicht informiert, was die Kinder tun und was nicht.

Ich muss ein großes Maß an Vertrauen aufbringen. Mir bleiben Parameter, ob die Kinder gerne wieder in die Schule gehen. Ich führe ab und an Telefongespräche mit ihnen. Je nach Lebensthemen, die sie haben, ist das mal mehr und mal weniger der Fall.

Obwohl das englische Essen für die Kinder immer wieder ein schwieriges Thema ist, gehen sie trotzdem gerne zur Schule.

Die Kinder leben in einer demokratischen Gemeinschaft und regeln ihr Leben weitestgehend selbst.

Die Kinder leben mit einer großen Anzahl an Regeln in der Lebensgemeinschaft ( Schule). Der Unterschied zu den Regeln, von denen Erwachsene üblicherweise reden: Die Regeln werden von der Gemeinschaft gemacht, in der sie ein wertvolles Mitglied sind. Es sind also keine Regeln, die wegen ihnen von Erwachsenen getroffen werden. Es sind Regeln, an denen sie Anteil haben, auch in der Einhaltung oder Nichteinhaltung.

Es geht um das gegenwärtige Lebensglück und wie es zustande kommen könnte und nicht darum, was die Kinder für eine erdachte Zukunft tun müssten, um dann vielleicht irgendwann mal glücklich zu sein.

Der eigenen innere Antrieb des Menschen wird als ausgesprochen bedeutsam gesehen. Sein Erhalt für fundamental.

Es geht nicht darum die Kinder gemäß den Bedürfnissen einer Gesellschaft und deren ‚Arbeitsmarkt zu formen. Es geht nicht darum, die Kinder für eine Universität oder für ein Wirtschaftsunternehmen vorzubereiten.

Es geht nicht um verbindliche Lehrpläne. Es geht nicht um erlernten Stoff zu überprüfen ( es sei denn, die Schüler bitten darum)

Die Kinder kommen gerne nach Hause und sie fahren auch gerne wieder weg. Beides eben.

Es geht nicht um die primäre Übermittlung von Wissen.

Lerntempo spielt eine völlig untergeordnete Rolle.

Sogenannte Kategorien, wie Hochsensibilität, Hochbegabung, ADHS, Legasthenie, Dyskalkulie etc. wird keine übergeordnete Bedeutung gegeben. Jeder ist sowieso ‚andersbegabt‘.

Es ist ein ungeheuer befreiendes Gefühl, wenn man als Eltern nicht konspirativ in ein System hineingezogen wird, um Kinder ‚ans Lernen zu kriegen’. Eigentlich wäre vieles ein Selbstläufer, wenn nur genug Erwachsen umdenken und wahrnehmen, dass es für die Kinder und für die ganze Familie ganz anders laufen könnte.

Dieses ‚ganz anders’ müssen wir gestalten, wir müssen dafür aufstehen und dieses Recht zurückerobern. Jeder nach seinen Möglichkeiten, aber gemeinsam in der Idee.

 

Hier findest du Information zu meinem nächsten Tagesseminar und meiner Beratung. 


Für das Leben sollen die Kinder lernen. Für welches bitte?

Für das Leben sollen die Kinder lernen. Für welches bitte?

Ich kann es wirklich gut verstehen, wenn ein Kind sich folgende Frage stellt : „Was meinen Erwachsene eigentlich damit, wenn sie behaupten, dass ich für das Leben lerne?“
Aus ihrer Sicht müssen wir Erwachsene schon einigermaßen schräg daher kommen, wenn wir sie mit unseren merkwürdigen Ideen zu Erziehung und Bildung von ihrem Leben weg bewegen.

Für die Kinder existiert ja nur der gegenwärtige Moment und genau da findet das Leben statt. Wieso sollte man sich als Kind Gedanken machen, was nach dem Kindergarten kommt oder nach der Schule? Das ist es nämlich, was Erwachsene sich vorstellen, wenn sie behaupten, dass es wichtig sei, für das Leben zu lernen.

Ich denke, dass wir die Kraft und das heilsame Verweilen der Kinder im jetzigen Moment völlig unterschätzen. Wir trennen die Kinder von ihrem Leben in der Gegenwart. Hier sind die wesentlichen Schätze und Ressourcen für sie verborgen.

Unsere Vorstellung von Lernen ist beschnitten auf das Anhäufen und Abspulen von Informationen. Dabei sind wir so sehr 'mit-einem-immer-nur-noch-mehr-an-Information' beschäftigt, dass die eigentlichen Seinsqualitäten eines Kindes erdrückt werden und wir uns im Bereich Erziehung und Lernen in einer sehr ungesunden Spirale befinden.

Wann werden wir verstehen, dass das Anhäufen von Wissen und das Durchorganisieren von Kindheit nicht Sinn und Zweck eines gesunden Entfaltungsprozesses sein kann?

Vielmehr würde es darum gehen, Kindern den Raum zu geben, in dem sie lernen, Körper, Geist und Seele in einem gewissen Gleichgewicht zu entfalten. Dazu bräuchten sie Gelegenheiten, in denen sie selbst aktiv und selbstbestimmt Entscheidungen treffen könnten und handeln könnten, ohne das Erwachsene ständig ihr Leben organisieren und zensieren.

Wie sollen Kinder je lernen, wenn sie ohne Unterlass belehrt werden? Wie können junge Menschen zu den Feinheiten finden, wenn man allgemein der Meinung ist, dass sie diese Information doch einfach nur platt übernehmen müssten? Was das Schlimmste daran ist, dass all diese Berge von Unterrichtsstoff weder deren Bedürfnisse trifft, noch deren Gefühle und inneren Interessen gefragt sind. Es geht nur um das stumpfe Übernehmen.

Ein Lernen, dass sinnvoll wäre, würde doch gerade Eigeninitiative und persönliches Engagement unterstützen. Es würde Selbstwirksamkeit als Motor haben, dessen Energie sich dadurch immer wieder selbst erhalten und erneuern würde.

Wir hingegen setzen auf das Pferd, das Fakten konsumieren soll? Wir haben eine künstliche Lernwelt geschaffen, die noch immer ihren Sinn in einem Anhäufen und Verarbeiten von immer detaillierteren Puzzleteilen sieht. In dieser Welt, hat Lernen nichts mit emotionalen Zusammenhängen zu tun.
Kinder sollen das alles schlucken und Erwachsene werden zu Vollzugsbeamten, die immer mehr Disziplinierungsmassnahmen und Druck benötigen, weil die sozialen und emotionalen Bedürfnisse zuvor fein säuberlich weg seziert wurden, sich, aber nun gewaltsam und sehr eigenwillig überall ihren Weg bahnen.

Kinder lernen zwar tonnenweise Wissen anzuhäufen, aber durch das von den sozialen Umständen und der emotionalen Intelligenz künstlich abgetrennten Faktenvermittlung, bleibt das Menschliche auf der Strecke. All das fliegt uns im Moment um die Ohren.

  • Wo lernen die Kinder, auf ihre und die Bedürfnisse der anderen zu lauschen?
  • Wo lernen sie Konflikte, die sie ja jeden Tag haben, zu lösen?
  • Wo lernen sie etwas über ihr eigenes Wohlbefjnden und das der Anderen, auch wie sie damit angemessen umgehen?
  • Wo lernen sie etwas über Zufriedenheit oder wie man dem folgt, was einen im Leben interessiert oder gar ruft?

Es gilt nicht nur, dass sie darüber etwas lernen, sondern das sie schlichtweg auch die Möglichkeit haben, überhaupt derlei Erfahrungen zu machen. Natürlich mit dem Verständnis, dass man dazu auch eine gehörige Portion Fehler machen muss.

Das ganz normale Leben eben.

Wo können sie es führen? Wo können sie derlei Erfahrungen machen, wo wir Erwachsene nicht diese künstliche, fein säuberlich sezierte Fakten- und Informationswelt geschaffen haben?

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Kein Wunder also, dass junge Menschen, sich die Frage stellen, für welches Leben, sie denn lernen sollen? Sie haben völlig recht mit dieser Frage, denn wir Erwachsenen haben da die bedeutsamsten Dinge heraus seziert, weil wir eine recht primitive Vorstellung davon haben, was Lernen bedeutet.

Und wieder stelle ich mir die Frage, ob sie nicht alle Recht haben, die jungen Menschen?
Recht haben, mit all ihrem Aufbegehren, mit ihren Störungsbildern, Aggressionsbereitschaft, Burnout-Symptomen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schulverweigerung und all den unzähligen Brennpunkt Themen?

Ja, für das Leben sollen sie lernen, meinen die Erwachsenen. Und die jungen Menschen regieren überaus intelligent, wenn sie sich fragen, was die Erwachsenen wohl damit meinen? Sie reagieren auch intelligent, wenn sie uns all diese Bilder der Störung zeigen.

Es ist in der Tat fragwürdig.

 

Hier bekommst du Informationen zu meinem nächsten Tagesseminar am 09.06.18. 


Warum es so wichtig ist EigenSINNig zu SEIN

Warum es so wichtig ist EigenSINNig zu SEIN

Wenn du meine Beiträge schon eine Weile verfolgst, dann weißt du vielleicht, dass ich Eltern darin unterstütze eigenSINNig zu SEIN.
Ich bin der Meinung, dass es bezüglich Erziehung und Lernen heute mehr denn je notwendig ist, eigenSINNig zu leben.
Es ist alles andere als leicht, sich eine gute Portion Individualität anzueignen, weil die Einflüsse einer Gesellschaft, die Kinder für ‚Zwecke‘ vereinnahmen möchte, ungeheuer groß ist.

Die Möglichkeiten, die heutigen Eltern zu verunsichern, sind ungezählt.
Die Verunsicherungen beginnen lange vor der Geburt, in dem auch der medizinische Apparat mit großer Macht und Bevormundung daher kommt.
Eltern benötigen ein kräftiges Rückgrat, um das eigene Gespür dafür zu erhalten, welche Untersuchungsmaßnahmen beispielsweise angemessen und sinnvoll sind und welche nicht. Längst ist die Medizin auch ein Wirtschaftsunternehmen , nicht immer liegt die wirkliche Gesundheit im Vordergrund der Maßnahmen, manchmal sind es einfach wirtschaftliche Interessen.

Du brauchst Vertrauen in dich selbst und geeignete Informationen, um die Herrin der eigenen Entscheidungen zu bleiben.

  • Brauchst du diese oder jene medizinische Untersuchung, die man dir empfiehlt?
  • Hast du wirklich die Entscheidungsfreiheit, dein Kind an dem Ort zur Welt zu bringen, den du für dich brauchst, um entspannt und in deiner Kraft zu sein? Schau, was für ein Spiel in der Geburtsmedizin gespielt wir? Schau dir an, was mit dem Beruf der freien Hebammen geschieht? Schau, welchen Einfluss diese erheblichen Einschränkungen und Vorgaben für die Freiheit einer jeden Frau hat?
  • Kannst du dem gesellschaftlichen Druck widerstehen, dein Kind in einen Kindergarten zu geben, oder zu Hause zu haben, ganz so, wie du es für deine Familie brauchst?

Hast du dir das Rückgrat in all den Dingen nicht angeeignet oder dich zumindest auf den Weg gemacht, um dieses zu stärken, dann gerätst du schnell in einen Strudel von angeblichen Erfordernissen oder Anforderungen an dich, denen nur sehr schwer standzuhalten ist.

Eine große Anzahl Personen, oftmals gerade die Fachpersonen aus den unterschiedlichsten Bereichen, ‚machen sich in deinem System breit‘ und stellen Behauptungen auf, die bei näherer Betrachtung einfach unstimmig sein können. Deren gut gemeinte Empfehlungen und Anmerkungen kommen oft mit großer Macht und Autorität daher.

Gerade was die Entwicklung von Kindern betrifft, beobachte ich die Tendenz, Eltern eine lineare Entwicklung weiß machen zu wollen. Vieles wird schwarz-weiß gesehen, ohne Tiefe, ohne Farbe, ohne eine Gedanken an die enorme Plastizität des Reifungsprozess, ohne das eigentliche Wunder darin. Das ist es, was für mich in vielem ‚Pädagogischen‘ und im ‚Erzieherischen‘ fehlt.

Und da es fehlt, haben viele Erwachsene nicht die Gelegenheit in das eigene Vertrauen für die Entwicklung des Kindes hineinzuwachsen, weil sie ständig mit Menschen zu tun haben, die mit erhobenem Zeigefinger des Weges kommen. Die Mahner der linearen Entwicklung müssen ständig warnen und auf Defizite aufmerksam machen. Sie sind immer sorgenvoll und verweisen auf Ärzte, Therapeuten und Nachhilfe. Sie sehen Entwicklung immer in Gefahr. Es muss immer korrigiert und ‚beigearbeitet‘ werden.

Wenn du als Erwachsener gelernt hast, die Entwicklung eines Kindes lediglich linear oder eindimensional zu betrachten, dann verpasst du alle guten Gelegenheiten in ein Vertrauen hineinzuwachsen, das im Grunde die eigentlich stärkende Kraft für dein Kind ist.

Du verpasst die Fähigkeit innere und äußere Zusammenhänge im Entwicklungsprozess wahrzunehmen, einfach nur staunen zu können. Du siehst den Tropfen Wasser, aber nicht die Welle. Du nimmt nicht die Zusammenhänge war und bist daher leicht zu verunsichern.

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Mit den Verunsicherungen, die an jeder Strassenecke daher kommen, verlierst du den ruhigen Blick zu beobachten, wie das Leben in einem Kind sich immer wieder zu neuen Mustern formt.
Die Natur der Dinge und das Mysterium wurde auf eine funktionelle Betrachtungsweise gelenkt, die sich mehr und mehr den Defiziten und Unzulänglichkeiten widmen will.

Es wird dir erschwert zu forschen, zu staunen, zu erkennen, dass die selbe Kraft, die dein Kind trägt auch eine Entsprechung in der eigenen Entwicklung hat. Lebenslanges Lernen und sich frei bewegen in einem interessanten Raum, wird erschwert, weil alles Lernen zweckdienlich, strukturiert und organisiert sein muss.
Es entsteht ein Bild von Kindern, das Eltern immer nur in Sorge über die 'Nicht-Vollkommenheit' ihrer Nachwuchses hält, wenn Eltern nicht eigenSINNig zu SEIN erlernen und wach sind.

Vielleicht ist es eine gute Idee, einfach in den nächsten Tagen einmal zu beobachten, wo in deinen Lebenszusammenhängen dir diese linearen und eindimensionalen Vorstellungen entgegen kommen?

Du musst gar nichts tun und nicht kämpfen, aber es macht schon mal einen großen Unterschied, dies einfach zu beobachten und festzustellen. Es ist schon hilfreich lediglich zu erkennen, wie verstrickt wir Erwachsenen doch in einer Vorstellung von Lernen und Entwicklung sind, die gar nicht dem Menschen dienlich ist.

 

Ich lese gerne deine Ideen zu meinem Beitrag und freue mich, wenn du meine Arbeit teilst.

In wenigen Wochen wird mein Buch erscheinen, das den Titel JENSEITS VON ERZIEHUNG trägt. Es enthält 9 Geschichten, mit überraschenden Wendungen. Es will dich genau darauf aufmerksam machen. Auf das, was alles möglich sein könnte.
Und im Juni findet das nächste TAGESSEMINAR hier bei mir zu Hause statt. Auch meine Seminare dienen der Idee EigenSINNig zu SEIN. Freue mich, wenn du dabei bist.


Geschwisterkinder. Mit voller Windel mitten durchs Herz

Geschwisterkinder. Mit voller Windel mitten durchs Herz

 

In diesem Betrag beschreibe ich, beispielhaft an einer Situation im Leben mit den Kleinsten, dass man durch noch so tolle Erklärungen und Verstandeskraft keine Emotionen überpinseln kann.

 

Das neue Baby ist da und alle geben sich Mühe in der Familie. Die Eltern haben das älteste Kind so richtig gut vorbereitet. (So meinen sie)
Sie haben von dem neuen Baby erzählt, das bald kommt. Sie haben dem Kind ‚beigebracht‘ Mamas Bauch zu streicheln, weil da ja das Baby drin ist. Sie haben erklärt, warum die Mama nun nicht mehr so schwer tragen kann. Sie haben, wie in unserer Gesellschaft üblich, allerhand Worte und Erklärungen abgegeben. Sie haben den Verstand gefüttert und damit die unausgesprochene Erwartung, dass die Älteste das ja nun verstehen müsste.

Und obwohl Eltern sich so viel Mühe gegeben haben und alles ‚richtig‘ gemacht haben, wird die Not über die Wochen trotzdem größer. Kind Nummer eins reagiert natürlich völlig anders. Nach den ersten Minuten und Tagen der Freude über das neue Baby , kriechen dann so langsam die Emotionen in die Familie. Der Emotions-Cocktail besteht aus einigen Millilitern. Von jedem Familienmitglied ein kleiner Schluck.

  • Da ist das ältere Geschwisterkind, was wütet und mit Gegenständen schmeißt.
  • Da ist das ältere Kind, was wieder in die Windel macht, obwohl es längst schon trocken war.
  • Da ist dieser kleine Wirbelwind, der das Baby zwickt, wenn er sich unbeobachtet fühlt oder einfach mit viel zu viel Kraft und Unbedachtheit in der Gegenwart des Babys wirkt.
  • Da ist die Mutter, die zunächst noch nicht weiß, wie sie ihre Aufmerksamkeit so aufteilen kann, dass jeder etwas abbekommt, sie selbst eingeschlossen.
  • Da ist der Vater der viel tragen will und vielleicht auch muss, aber es unter Umständen ganz ungewohnte Tagesabläufe sind. Die geballte Ladung der Emotionen in der neuen Familienzeit sind einfach viel zu ‚täckeln‘.

Die Eltern müssen ständig aufmerksam sein und das Kleinste in Schutz nehmen.
Als ob sie damit Öl ins Feuer gießen, wird alles nur noch anstrengender.

Alles staut sich, eventuelle Krankheiten der Einzelnen geben der Situation den Rest.

Kommt dir das bekannt vor?

Die Umstände sind mit Sicherheit vielschichtig, warum es in heutiger Zeit so schnell zu gewissen Überforderungssituationen kommt. Diese derzeitigen Kleinfamilien-Strukturen haben einen Anteil daran. Der Verlust von natürlichen Herangehensweisen, der Verlust von der Bedeutung der Zeit für natürliche Abläufe und Erfordernisse. Dazu zähle ich auch das Wissen, um die Bedeutung des Wochenbettes für die Seele einer Frau. Auch die Veränderung der wirtschaftlichen Grundlagen in der Familie, die Themen um Sicherheit und das ‚funktionieren müssen‘. Dies und noch viel mehr hat einen Einfluss darauf, warum Kindheit heute so schnell mit Stress verbunden ist.

Heute will ich mich nicht auf diese Umstände konzentrieren, aber wollte sie erwähnt haben, denn sie machen das große, ganze Bild runder und verdeutlichen die Tretmühle, in der sich junge Eltern befinden.

Vielmehr möchte ich mit unmittelbaren und grundlegenden Gedanken befassen. Ich möchte ein paar kleine Anregungen geben, die den Alltag erleichtern können. Ein Umdenken unterstützen und ein wenig Hilfestellung in dieser turbulenten Zeit geben können.

Wie oben erwähnt, hatten die Eltern alles getan. Sie hatten sich so viel Mühe gegeben. Sie haben Erklärungen geliefert und besten Wissens vorgebaut, weil sie ein Vorstellung gebildet hatten, was passieren würde, wenn das nächste Kind zur Welt kommt. (Sie haben ein Wissen im eigenen Herzen)

Was sie nicht erahnen konnten war, dass sie lediglich den Verstand des Kindes gefüttert haben. Sie haben der falschen Vorstellung aufgesessen, dass alle in der Familie verstehen und dann verstandesmäßig handeln würden. Aber das ist nicht so!

Da sind die Emotionen, die gerade in einer so wandelträchtigen Zeit, vom kleinen Bächlein zum reißenden Wassergraben werden. Und das ist die Ebene, die in diesen Tagen und Wochen in der Familie offen liegt. Sie ist sehr verletzlich. Diese Ebene braucht gute Aufmerksamkeit.
Was also hilft, ist eine gewisse Form von Anteilnahme und Verständnis gerade für die emotionalen Handlungen. 
Leicht gesagt, wenn das ältere Kind dem Neugeborenen ein Spielzeug über den Kopf hauen will?
Dann liegen die Nerven schnell blank. Bei allen.

Wenn dein Kind stürzt und eine offene Wunde am Knie hat, wirst du vermutlich Trost spenden. du wirst es auf den Schoss nehmen und halten und trösten. Vielleicht wird dein Kind nach 5 Minuten vom Schoss springen und weiter spielen.

Die Wunde, von der ich spreche, wenn das Geschwisterkind geboren wurde ist unsichtbar. Man sieht sie nicht. Man glaubt, dass sie nicht entstehen würde, wenn man nur rechtzeitig anfängt, irgendwelche Erklärungen abzugeben. Das ist ein Irrtum.

Auch diese Wunde ist da. Vielleicht ist sie sogar ziemlich groß und schmerzhaft. Vielleicht liegt sie mal offen und mal ist sie verheilt. Vielleicht ist sie heute groß, morgen wieder klein, aber übermorgen aufgebrochen und das Blut läßt sich kaum stillen.

Und dann geraten die Eltern in Verzweiflung, Ohnmacht und Frustration. Das hat man sich nicht so vorgestellt. (Eltern haben ja auch ihre eignen, unsichtbaren Wunden)

Und dann kommt hoffentlich der Punkt, an dem du als Eltern den Schmerz des kleinen Wesens an dich ran läßt. Wo du es fühlen kannst, wo du selbst weinen könntest, weil du nachempfinden kannst, was das alles für eine verlogene Gefühlswelt ist. Kann sein, dass du selbst wütend wirst, weil das ja auch richtig doof ist, wenn man plötzlich die Nummer 2 sein soll und nicht mal richtig seine Gefühle zeigen kann und darf. Wie würdest du dich fühlen, wenn du von heute auf morgen die Nummer 2 an der Seite deines Partners währst? Man dir ungefragt jemanden vor die Nase setzt? Und doof ist es auch, wenn die Erwachsenen so sehr mit sich selbst und dem neuen Baby beschäftigt sind.

Mit etwas Glück bricht vielleicht alles auf und der ganze gestaute Dreck kommt ins Rollen. Das ist sicherlich kein Spaziergang in der Familie. Doch es kann so heilsam sein, weil die Erwachsenen nun mitfühlen können und Handlungen und Haltungen damit eine andere Grundlage bekommen.
Es wird plötzlich ok sein, wie man ist. Es wird entlastend sein, dass man mal weinen kann. Es wird dienlich sein mitten drin zu stehen in dem Feuer, dass alle so sehr zu vermeiden gesucht haben.

Gezeigt hat dir das dein Kind, mit seinem unverwechselbaren Verhalten. Ein Verhalten, dass du vielleicht zu korrigieren suchtest, dass aber im Grunde der Wegweiser war, um alles zu Hause wieder in einen natürlichen Fluss zu bringen.

Über die Jahre habe ich damit begonnen, diese turbulenten und explosiven Zeiten anders an mich heran zu lassen. Ich habe sie als einen Art Klingel an der Haustür zu verstehen gelernt, die mich aufmerksam machen will. dass ich irgendwelchen Türen und Fenster öffnen muß, um irgendwo Licht und Luft herein zulassen, weil sich etwas dehnen und weiten will.

Eine Mutter hat mir genau dies, nach einer Beratung mit folgenden Worten beschrieben:

„Es verändert sich also gerade ganz viel, wir sortieren uns neu. Das kostet uns Eltern enorm viel Kraft, vor allem der Spagat, beiden Kindern gerecht zu werden.“

Und ja, im Grund sind es die Kinder, die uns zeigen, wenn es mal wieder Zeit wird, sich neu zu sortieren. Wenn das geschehen ist, geraten die Dinge wieder in einen Fluss, genau so lange, bis es wieder irgendwo oder irgendwie staut.

Dieses Spiel zwischen Enge und Weite, zwischen Einatmen und Ausatmen, zwischen Begrenzung und Öffnung ist Entwicklung und Lernen.

 

Hier einen Überblick über mein Beratungsangebot. Ich kann dir in diesen turbulenten Tagen mit den Kleinsten sehr hilfreich sein. Auch in meinem Buch finden sich einige Geschichten, die diese Themen auf berührende Art aufgreifen.


Von GrenzWERTen und Spielräumen. Lernen braucht veränderliche Grenzen

Von GrenzWERTen und Spielräumen. Lernen braucht veränderliche Grenzen

Grenzen sind da. Grenzen sind wichtig. Grenzen können sich ausdehnen. Grenzen können sich verändern. Grenzen sind WERTvoll. Grenzen müssen sich auch auflösen (dürfen). Alles ist in Bewegung.

Wenn man zu einer Ärztin geht und mit ihr die Ergebnisse der eigenen Blutuntersuchung bespricht, dann schaut sie, ob die einzelnen Werte, die untersucht wurden innerhalb eines Grenzwertes liegen. Dieser darf ein Stück in beide Richtungen ,vom Normwert aus gesehen, abweichen. Alles ist in Ordnung, so lange sich der entsprechende Blutwert in einem gewissen Spielraum befindet.

Unser Körper hat eine enorme Fähigkeit der Selbstregulation. Kleinste Störungen, werden im Gesamtorganismus so ausgeglichen, dass das Gesamtbild auf wundersame Weise immer versucht ein Gleichgewicht herzustellen.
Das ist mega toll.

In Erziehung und Lernen hingegen haben wir die seltsamen Vorstellungen gebildet, dass Kinder einem erdachten Wert X entsprechen müssten. Erwachsene versuchen ständig und in vielen Lebenszusammenhängen, diesen Superwert X herzustellen. Dazu haben wir uns Methoden und Regeln ausgedacht. Das Wort Grenzen spielt in dem Zusammenhang eine große Rolle.

Wir setzen also eine Menge Energie ein, um durch unsere Vorstellungen und Maßnahmen den Wert X im Kind möglichst stabil zu halten. Wir behaupten, dass es wertvoll sei, Grenzen zu setzen. Wir meinen einen möglichen Spielraum eingrenzen zu müssen.

  • Mittagsschlaf ist genau dann, wenn das Kind nach Hause kommt.
  • Erst Essen, dann Hausaufgaben machen, dann spielen.
  • Um acht Uhr ist Bettgehzeit, zuvor müssen die Zähne geputzt sein.
  • Wenn sich jemand so und so verhält, wird er bestraft (heute nennt man das Konsequenz)
  • Wenn sich das Kind nicht sozialverträglich verhält, dann gibt es Sanktionen.

Mir erscheint es so, dass unsere Erziehungsmaßnahmen geradezu das Bild entstehen lassen, dass ein junger Mensch ein Objekt sei, das man formen muss. Wir haben das Bild, dass ein Kind auf bestimmte Verhaltensweisen ‚eingenordet' werden muss.

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Der Schrei nach Grenzen und Regeln ist an den Stellen besonders groß, an denen diese immer umgangen werden und es Probleme gibt. Ganz schnell sind Erwachsene dann in der Situation, dass sie gefühlt immer hinter den Kindern her sein müssen und das ein Miteinander hauptsächlich aus Notinterventionen besteht. Man ist ständig in der Rolle des agieren und regeln müssens. Ein Hase und Igel Spiel, dass nicht enden möchte. Es ist anstrengend und nervenaufreibend.

Um dieses ‚Notinterventionen- Spiel‘ zu beenden und aus dem Hamsterrad des Stresses im Zusammenleben auszusteigen, scheint es mir sehr wertvoll zu sein, einen Moment anzuhalten und sich klar zu werden, was man da eigentlich tut?
Aus meiner Sicht kann man die Beachtung und Einhaltung von Regeln und Grenzen nicht erziehen. Es ist nicht möglich von ‚außen’ direkten Einfluss zu nehmen auf eine Haltung, die im besten Fall, im Inneren eines jungen Menschen entstehen kann.

Vielmehr erscheint es mir sinnvoll die Fähigkeiten der Selbstregulation eines jungen Menschen zu erhalten und zu unterstützen. Ich muss, wie im Beispiel mit dem Blutbild erwähnt, einen Spielraum bilden, der den jungen Menschen mehr Freiheit ermöglicht.
Damit ist in keinem Fall die Freiheit gemeint, die alles erlaubt, die grenzenlos ist und die Respektlosigkeit einlädt. Nein.
Es ist die Freiheit gemeint, die dem Kind erlaubt, innerhalb eines Spielraums Erfahrungen machen zu können und vor allem die eigenen Schlüsse daraus ziehen zu können.
Die Fähigkeit zur Selbstregulation ist sicher von Anfang an da, aber sie will erhalten bleiben und braucht Raum und Zeit, Bindung und Beziehung, damit sie wirksam bleiben kann.

Es braucht die Erfahrung und gute Gespräche mit Erwachsenen, die junge Menschen, nicht auf einem Superwert X festzurren wollen, sondern körperlich, sinnlich erfahrbare Erlebnisse , in denen die Kinder selbst Respekt und Wohlwollen erfahren, in denen sie lernen Regeln zu verhandeln, sowie Klärungsgespräche zu führen. Alles ist wertvoll, dass die Selbstregulation „füttert“ und gerne auch durch Reibung wachsen läßt.

Diese Art mit Kindern zu sein, ist in vielen Fällen genau das Gegenteil von dem, was Erziehung und Lernen uns weismachen will.
Erwachsene, die das verstanden haben, hören unmittelbar damit auf, lautstark nach Grenzen und Respekt zu rufen.
Sie beginnen damit, einen zunächst unsichtbaren Teil im Kind mit Aufmerksamkeit zu füttern. Es ist kein „Dauer-ja“ zu allem. Es hat mehr mit einer gewissen Präsenz zu tun, die auch gerne mit etwas Reibung und Widerstand daherkommen kann. Bei manchen Kindern braucht es nur eine kleine Portion dieser Nahrung für Selbstregulation. Es gibt aber auch viele Kinder, die an dieser Stelle fast völlig ausgehungert sind. Gerade hier braucht es in meinen Augen eine Investition in Selbststeuerung, damit sie nachreifen können und stoppen können, die eignen und die Grenzen anderer zu verletzen.

Ich denke, dass man ein Zusammenleben in einem respektvollen Miteinander nicht erziehen kann. Bestenfalls kann man einen ‚Spielraum‘ schaffen, in dem sich eine gute Selbstregulation nachentfaltet kann. Für mich ist es immer wieder hilfreich, wenn wir Erwachsenen uns auch diesem Prozess der Nachentfaltung stellen. Das bedeutet für mich eine ständige Aufmerksamkeit oder Präsenz zu entwicklen und mich selbst zu beobachten, wenn mein Autopilot wieder das Steuer aus der Hand gerissen hat. Wenn ich den eigenen Autopiloten wahrnehmen kann, bin ich präsent und kann aufhören einfach nur unbedacht zu reagieren. Das Selbe wünsche ich mir ja auf Sicht gesehen von den jungen Menschen. Unser beider Entwicklung geht damit Hand in Hand.

Das nächste Tagesseminar, in dem dem Themen um Regeln und Grenzen immer wieder eine große Rolle spielt, ist schon am 09.06.18. Bist du diesmal dabei?


Die vielgeliebte Kontrolle der Erwachsenen verhindert mehr als das sie ermöglicht

Die vielgeliebte Kontrolle der Erwachsenen  verhindert mehr als das sie ermöglicht

Es ist eine echte Herausforderung Kinder zwar zu betreuen, aber nicht zu bevormunden. Unser Bild von dem Kind als mangelhaftem Erwachsenen verhindert eine gesunde Entwicklung.

Weil Kinder bis zu einem gewissen Alter der Betreuung bedürfen, werden sie noch immer als mangelhaft angesehen. Es bedeutet, dass irgendwas noch nicht vollständig ausgeprägt ist.  Die Betreuung eines jungen Menschen beinhaltet noch immer eine Menge Bevormundung. Sie werden als minder erwachsen betrachtet. Sie sind noch nicht vollständig. Man muss ihnen noch was beibringen. 

Nur weil ein Mensch (ob jung oder alt ) der Unterstützung bedarf, bedeutet noch lange nicht, dass man sein inneres Wissen oder seine Weisheit in Frage stellen darf.

Dieser Punkt, einem Menschen behilflich zu sein, aber im selben Moment seine Integrität zu wahren, ist wirklich eine große Herausforderung. 

Ich habe das an dieser Stelle bewusst sehr offen und weit formuliert, denn die Parallele kann ich in ganz unterschiedliche Bereiche übertragen. 

Ich beschreibe dir ein Beispiel aus der Betreuung eines Babys:

Ein Baby signalisiert mit seiner Zunge oder dem Wegdrehen des Kopfes, dass es satt ist. Du hingegen bist vielleicht der Meinung, dass es dieses Schälchen Nahrung noch aufessen müsse. Vielleicht hast du diese seltsame Idee, dass es besser durchschlafen würde, wenn es papp-satt ist? Oder du gehörst zu den Eltern, die der Vorstellung folgen, dass immer aufgegessen werden muss? Unter Umständen bist du auch gerade nicht präsent, da du in Gedanken im Streit mit deinem Vermieter verstrickt bist? 

In allen Fällen, gehst du vermutlich unbewusst davon aus, dass dein Kind nicht entscheiden kann, ob es satt ist. Du stülpst mehr oder weniger bevormundend und direktiv, deine unbewusste Einstellung über die innere Integrität des Kindes. 

Seit der Geburt, muss das Kind täglich die Kernbotschaft schlucken: „Ich vertraue nicht in dein inneres Wissen, noch weniger in deine Weisheit:“

Diese unbewusste Haltung wirkt sich ohne Zweifel in alle Lebensbereiche aus. Ein Großteil der Probleme, die Eltern mit Kindern haben, lassen sich auf die überholte, aber noch immer mitgeschleifte Grundannahme zurückführen. Sie lautet: Das Kind ist in seinem Sein noch kein vollständiger Mensch. Es ist mangelhaft und bedarf der ständigen Korrektur.

Egal, ob es um die Fragestellungen in der Ernährung geht, um die Schlafprobleme, um Verhaltensprobleme oder Herausforderungen im schulischen Kontext , in vielen Fällen fällt es den beteiligen Personen schwer, das nötige Vertrauen aufzubringen. Der Gedanke, dass ein Kind ein Wissen hat, dass es leitet, ist nach meiner Beobachtung wenig ausgeprägt. 

Im Grunde kann man sagen, dass ein wenig ausgeprägtes Vertrauen der Erwachsenen in eine innere Weisheit der Kinder (in die eigene) , enorme Auswirkungen in alle Lebensbereiche hat. 

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Da ich mich besonders gerne mit dem Thema ‚Lernen‘ beschäftige, hier nun einige Beispiele:

Die Tatsache, dass wir noch immer davon ausgehen, dass wir junge Menschen unterrichten müssen, ist für mich die Nummer-eins Fehlannahme, die zur Folge hat, dass Kinder das Vertrauen in ihren eigenen, inneren Kompass verlieren. Das Ergebnis ist eine wachsende Verunsicherung und die sich damit bildenden Abhängigkeit von den Ansichten und Darbietungen der Erwachsenen. Lernen braucht dann in der Folge den steten Treibstoff und die Kontrolle der Erwachsenen. Das ist es, was die Erwachsenen anstrengt.(Kinder auch)

Selbstwirksamkeit, eigener Antrieb, Kreativität und vieles mehr, wir durch unsere derzeitige Vorstellung über den zu korrigierenden Mangel eines jungen Menschen, unmöglich gemacht.

Wenn wir nicht in der Lage sind,eine tradierte Ansicht, wie die, dass ein Kind mangelhaft ist, zu transformieren, dann wird sich das Ergebnis dieser Denkweise weiterhin in allen Lebensbereichen zeigen. Eine wirkliche Veränderung für ein Leben mit Kindern in Gleichwürdigkeit, wird erschwert. 

Ich bin sehr dankbar für die Begegnung mit all den Eltern oder Fachleuten in Erziehung und Lernen, die sich aufgemacht haben, um diese Grundannahmen zu wandeln. Überall begegnen mir diese ‚Andersdenkenden‘, die auf ihre Weise, für Veränderung sorgen. 

Ich nehme selbst wahr, dass wir Erwachsenen hier ganz viel voneinander lernen können. Wir können schauen, wie andere das machen. Wir können lesen, welche Gedanken andere sich dazu machen. Wir können uns gegenseitig stärken und miteinander wachsen, denn dieses Wissen um die Gleichwürdigkeit der Kinder müssen wir in unser eigenes System einflechten. 

Das braucht Zeit, unter Umständen lange Zeit, viel Geduld und Wohlwollen. Das Neue einzuweben, bis es sichtbar und spürbar wird, braucht sicher Generationen.

Ich freue mich über jeden Erwachsenen, der auf seine Art den Wandel der überholten Vorstellungen mit voran treibt. Diese Erwachsenen setzen sich oft, trotz einer Menge Gegenwind dafür ein, dass Zusammenleben mit Kindern eine gedeihlichere Grundlage bekommt. 

Wenn du bis hierhin gelesen hast, dann gehörst du sicher auch dazu. 

Hier findest du meine nächsten Termine hier und hier mein Angebot für meine Beratung.


Was wäre, wenn meine Sehnsucht nicht eine bloße Wunschvorstellung wäre?

Was wäre wenn das Quentchen Sehnsucht, dass ich aus meiner Kindheit herüber gerettet habe, nicht eine bloße Wunschvorstellung wäre, sondern ein Weg, den wir für Kindheit und Familie anstreben könnten?
  • Was wäre, wenn meine Kinder hätten in dem Bewusstsein aufwachsen können, dass für alle genug da wäre.
  • Was wäre, wenn sie gelernt hätten, dass man sich nicht gegen alles und jeden verteidigen muss?
  • Was wäre, wenn sie wirklich hätten aufsaugen können, dass sie ein Teil der Natur sind und sich nicht hätten schmerzhaft davon abtrennen müssen?
  • Was wäre, wenn sie erfahren hätten, dass Spannungen und Aggressionen zwar auftreten, sie aber wieder vorbeiziehen und sich nicht wie giftige Schlacken im System ansammeln?
  • Was wäre, wenn meine Kinder nicht in einem Feld von Mißtrauen und Missgunst aufwachsen würden?
  • Was wäre, wenn sie von Anfang an erfahren hätten, dass es ihre Verbundenheit mit der Natur ihr eigentlicher Normalzustand wäre?
  • Was wäre, wenn sie eine Art Sicherheit erfahren hätten, die für sie ein gutes Ausgangspunkt gewesen wäre, sich anderen Menschen und der Welt gegenüber zu öffnen?

So wie ich selbst, haben sie auch nur einen Hauch davon erfahren können. Der unaufhörliche Sog dessen, was diese andere Welt ausmacht ist so stark, dass mir manchmal die Kraft ausgeht. Oft fühle ich mich einfach nur schwach und ohnmächtig dessen gegenüber, was so allgegenwärtig ist, dass wir es für normal und selbstverständlich halten.

Da ist eine ständige Sorge, dass nicht genug da ist. Da wachsen meine Kinder hinein und ich kann nur wenig dagegen ausrichten, bin ich doch selbst in dem Bewusstsein aufgewachsen.

Da ist eine unterschwellige Angst, die sich in alle Lebensbereiche ausdehnt. Egal ob von meinen Vorfahren übernommen oder selbst erlernt, Angst ist so gegenwertig, dass ich eine Menge Bewusstheit aufbringen muss, um sie immer wieder aufzuspüren und ihr etwas entgegen zustellen.

Meine Kinder wachsen in einer Welt auf, die die Bedürfnisse der anderen irgendwie hinten anstellt. Zuerst komme ich, kommen wir, kommt mein Anliegen, kommen unsere Interessen und dann die anderen.
Meine Kinder wachsen mit einer Menge Mißtrauen auf, sie sehen und hören an allen Ecken und Enden die Gefahren dieser Welt. Sie erfahren ständig von den Schicksalsschlägen der anderen, sie sind Zeugen der unermesslichen Wut vieler Mitmenschen und haben eine so große Zahl von Feindbildern zu bewältigen, dass ich mich frage, wo da ein wenig Friede und Freude aufkeimen könnte?

Von klein auf setzt man in Erziehung und Lernen ständig auf Kontrolle und die Schulung des rationale Verstandes. Das letzte bisschen Kinderwelt mit Phantasie, Träumen und sich entfaltender Kreativität wird zubetoniert. Auch wenn hier und da die Rede von Augenhöhe und Gleichwürdigkeit ist, dann sind hierarchische Strukturen so gegenwärtig, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man Wohlwollen und Miteinander an der nächsten Straßenkreuzung, beim Einkauf, in der Schule oder am Arbeitsplatz wahrnehmen könnte, so selten ist, wie ein Gewinn im Lotto.

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Was ist das Ergebnis?
Für mich resultiert daraus, dass auch Männer und Frauen sich ständig bekämpfen. Mütter und Väter miteinander im Klinisch sind. Beziehungen im Allgemeinen sind nicht immer ein nahrhafter Boden für vertrauensvolle Beziehungen. Direktive Beziehungen, d.h. ein Miteinander, dass immer kontrollieren und manipulieren will, ist allgegenwärtig.

All diese Strukturen sind für mich so vordergründig und selbstverständlich, dass ich wahrnehmen kann, wie ausgerechnet Mütter versuchen, ihre Kinder diesem System anzugleichen und sie darin zu stählen und abzuhärten. Dabei kann man uns nicht mal einen Vorwurf machen, denn dieses System ist so stark und wird daher wenig in Frage gestellt.

Man merkt es als Mutter unter Umständen irgendwann einmal und hoffentlich ist es nicht zu spät?  Vielleicht aber zu spät, bis  man bemerkt, dass man selbst gegen die eigene Natur damit begonnen hat, die eignen Kinder in das System von Leistung und Kontrolle zu drängen. Das Ganze aus Angst, das sie nicht standhalten können und im System mit Ellenbogen, Kampf um Erfolg und Ansehen, nicht bestehen könnten.

Wenn man nicht wach ist, dann verbiegt man sein Kind, nur, um es auf die Schienen dessen zu setzen, was man für erfolgReich hält.
Wir Mütter gehen gegen unsere Natur und glauben die Kinder dieser schrägen Wirklichkeit anpassen zu müssen?

Wenn wir nicht bewusst sind, dann geben wir die Kinder in diese Erziehungseinrichtungen und meinen, dass sie dort etwas über das ‚richtige‘ Leben lernen würden. Wir geben sie dort ab und meinen weiterhin, dass auch wir dann unsere ‚richtige‘ Arbeit machen würden?

Die richtige Arbeit bedeutet für mich derzeit, diesem Irrsinn etwas entgegen zusetzten und ich gestehe, wie schon oben erwähnt, dass ich manchmal etwas müde werde. Das sind dann die Zeiten, in denen es still wird um mich. Dann schwimme ich hin und her, zwischen dem was wäre wenn…. und dem so ist es nunmal. Kennst du das auch?

Dann hilft es mir, wenn ich gute und vertrauensvolle Gespräche haben kann, mit Menschen, die auch recht stark in einem „Was wäre wenn….“ verwurzelt sind. Mir tut es dann gut, wenn ich mit Freunden sein kann, mit denen ich mich verbunden fühle und die ähnlich wie ich, daran arbeiten, ‚dieses Andere‘ im stinknormalen Alltag umzusetzen, in der belanglosen Krämerei meiner Arbeitswoche, dem unspektakulären Kleinkram des Gewöhnlichen.

In diesem Bewusstsein für die einfachen Dinge, für das, was ich tun kann, hoffe ich dann, dass meine Kinder etwas mitbekommen von dem, was mir so überwältigend erscheint, in seiner Größe kaum zu stemmen.
Mir ist es wichtig, dass die Kinder, trotz aller Umstände, ein Bewusstsein dafür entwicklen können, dass sie sich mit ihren Stärken für das Gemeinwohl einsetzen werden. Derzeit sind diese Dinge so erschwert, denn auch bei ihnen, ob ich schützend dastehe oder nicht, wird noch immer ihre Integrität verletzt, ihre Initiative und ihr Forschergeist ignoriert. Und ich stehe daneben und schaue zu.

Wie kommt man bloß auf die Idee, dass junge Menschen, deren grundlegende Bedürfnisse in Schutt und Asche getreten werden, als Erwachsene die Natur (auch ihre eigene) zu schätzen und zu bewahren suchen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass es ein gutes Stück weibliche Kraft und Vorgehensweise braucht, um wieder gesunde und gedeihliche Strukturen für das gesunde Aufwachsen von Kindern zu ermöglichen.

 

Nähere Information zu meiner Arbeit findest du auf dieser Seite. Ich freue mich, wenn eines meiner Angebote dich anspricht und auf ein Gespräch mit dir.

 


Wenn ‚Lernen’ doch nur wieder unspektakulär und nährend sein könnte...

Wenn ‚Lernen’ doch nur wieder unspektakulär und nährend sein könnte, ein ganz normaler Teil des Alltags?

Kürzlich stand ich, in einen Türbogen gelehnt, und habe eine ganze Weile meine Kinder beobachtet. Es war Samstag und ich fand zwei der Kinder am Küchentisch in ihre Schularbeiten vertieft. Sie waren so konzentriert und ganz von sich aus in ihr Studium vertieft, dass sie mich zunächst nicht wahrgenommen haben.

Während ich so dastand und den Umstand beobachtet habe, gingen eine Menge Dinge in mir vor:

Ich war gerührt, weil sie einfach so konzentriert und bei sich waren. Ich freute mich, dass es so einfach mitten im Leben, mitten im ‚Alltagsgedöns‘ stattfand. Da lag der Hund am Boden, da war der Küchentisch nicht unbedingt aufgeräumt, da spielte etwas Musik, da war jemand am Kochen und ich kam gerade von draußen rein.

Ich fragte mich dann, wie es sein kann, dass diese Kinder, die in einem freien und selbstbestimmten Lernfeld leben oder gelebt haben, einfach so an einem Tisch, mitten im Trubel sitzen und sich mit Schuldingen befassen? In den Ferien?

Ich beschreibe dir diese Szene der grundsätzlichen und unspektakulären Einfachheit wegen. Die Szene ist so unbedeutend und selbstverständlich, dass sie eigentlich gar nichts besonderes darstellen würde, wenn da nicht ein Umstand wäre, den es doch zu beleuchten gilt.

Die Dinge gesehen, ohne mein Zutun. Sie beschäftigen sich mit was auch immer, ohne, dass ich sie dazu angehalten hätte. Sie tun es, weil sie selbst sich diese Aufgaben stellen und gewisse Dinge erledigen wollen, weil sie es wollen.

Wie kann eine Haltung dieser Art entstehen? Ich glaube, dass viele Eltern und pädagogische Fachpersonen sich diese Fragen viel zu wenig stellen?

Wie müsste ich mich verhalten, damit junge Menschen wachsen können und sich mit Dingen beschäftigen, die sie genau in dem Moment interessieren. ( Es ist etwas ganz anderes, wenn du es täglich hervorbringen möchtest, dass Kinder sich mit dem beschäftigen sollen, was sie gerade nicht interessiert.) Ich schreibe ganz bewusst in diesem Moment, weil es könnte schon in wenigen Augenblicken etwas anderes sein.

Ich behaupte, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass sich die Kinder mit sinnvollen Dingen beschäftigen, wenn es den Erwachsenen mehr und mehr gelingt, diese Räume zu eröffnen, in denen die Kinder sein dürfen, wer sie sind und den Dingen folgen können, die sie nun mal gerade interessieren.

Hier ist ein erste Anregung für dich. Ich umschreibe dir, was du versuchen kannst, in deinem Alltag zu pflanzen. Dabei handelt es sich um ein stetiges Bearbeiten dieses Ackers. Es ist eine Haltung. Nichts, was einem einfach zufliegt :

Ich müsste mich so verhalten, dass ich Schritt für Schritt damit aufhöre zu bewerten womit sich die Kinder beschäftigen. Ich müsste meine ‚Benotung’ herausnehmen. Ich müsste es schaffen, nicht die Verstandesleistungen, später das schulische Lernen in Konkurrenz zu den anderen Beschäftigungen (Seins Zuständen) im Alltag zu stellen. Das ist sicher nicht leicht, auch ich entwickele mich darin.

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Auch dieser kurze Bericht ist in Gefahr eine Bewertung darzustellen. Die Tatsache, dass ich dir das schreibe bedeutet, dass es nur ein Bericht ist, eine Minutenaufnahme aus meinem Leben. Ich habe etwas Zeit und Aufmerksamkeit in die Beschreibung dieser Minuten gelegt, um dir zu eine Idee zu vermitteln, wie pfiffig, das elterliche Ego sein kann. Es kann sogar einen Bericht, dieser Art nutzen, um die Bedeutung des schulischen Lernens, quasi von hinten durch die Küche, aufzuplustern.
Wenn ich aber beschrieben hätte, dass die Kinder an einem Ferientag am Küchentisch sitzen die eine ein Computerspiel macht und der andere mit dem Taschenmesser Löcher in meinen Küchentisch ritzt, dann hättest du vermutlich nicht gedacht, dass es etwas gibt, über das man jetzt schreiben könnte.
Es sind also meine Bewertungen und meine Vorstellungen, die völlig hinderlich sind, dass jemand frei und selbstbestimmt seinen Interessen folgen kann.

  • Jetzt musst du aber mal aufhören zu spielen.
  • Hast du die Hausaufgaben schon gemacht?
  • Ich frage XY jetzt nicht mir behilflich zu sein. Er/sie ist gerade so eifrig am Lernen.
  • Erst Hausaufgaben machen, dann kannst du rausgehen.
  • Schuldinge sind wichtiger als…
  • Ja, wenn das für die Schule ist, dann…
  • Wir müssen von Omas Geburtstag etwas früher nach Hause fahren, weil XY schreibt schon gleich am Montag eine Prüfung.

Wenn man als Erwachsener nicht aufpasst, beginnt man damit das eigene Leben und das der Kinder immer unter dem Aspekt Schule (zukünftiges Leben) zu bewerten, zu organisieren und dann auch zu führen.

Damit ist ein Schritt getan, Freiheit und Selbstbestimmung in Lerndingen (im Schulalter) zu strangulieren. Dieser Prozess des Strangulierens ist ein langsamer Prozess. So unmerklich. Man bemerkt den Verlust an Lebensenergie und Freude  nur langsam. In diesem Fall merkt man es vielleicht erst dann, wenn der Kraftaufwand so groß geworden ist, dass man damit begonnen hat, sich zu beschweren und auch der Schulthemen müde geworden ist.

Viele werden jetzt vielleicht bemerkten: „Ja, aber wenn ich es nicht tue, wenn ich mich nicht darum kümmere, wenn ich nicht diejenige bin, dann passiert nichts, dann interessieren XY die Hausaufgaben nicht?“

Du hast Recht. So ist es. So hat es sich entwickelt. Du bist die- oder derjenige geworden, der dafür verantwortlich geworden ist.

Und ja, es gibt viele gute Gründe dafür. Da bin ich sicher. Da ist die Sorge um die Zukunft der Kinder. Da ist, diese Lehrerin, die so gar kein Verständnis dafür hat, dass du vielleicht der Meinung bist, dass die Hausaufgaben die Angelegenheit der Kinder sind. Da ist die Anstrengung ewig dieses Spagat machen zu müssen zwischen deinen Wertvorstellungen und den Vorstellungen der Schule. Da sind die anderen Mütter, die dich als etwas ‚unmütterlich‘ empfinden, weil du nicht in der Art Sorge für dein Kind trägst, die sie für angemessen halten?

In allen Fällen ist es so, dass es gut sein kann, dass du aus dem Blick verloren hast, was du eigentlich wolltest? Was sollte nochmal das Ergebnis deiner Erziehung sein? Was war dir wichtig? Wie wolltest du, dass dein Kind dasteht, als Jugendlicher? Was war das, was dir wichtig war? Wo und warum ist da unter Umständen etwas auf der Strecke geblieben?

Und wo bist du jetzt ? Welche Rolle hast du eingenommen? Wie ist deine Funktion in diesem Spiel entstanden? Wo möchtest du als Elternteil stehen? Wie müsste es für dich laufen, damit du sagen kannst: passt ! Kannst du irgendetwas tun, um die Umstände wieder mehr deinen Vorstellungen anzugleichen?

Gerne lese ich von dir und möchte wissen, wo haben diese Fragen vielleicht eine gewisse Betroffenheit ausgelöst?

Vielleicht hast du Zeit und Lust eine Nacht und zwei Tage hier in der Köttingermühle zu verbringen. Ich biete dir eine Übernachtung im neuen Scheunen-Loft  und zwei Beratungssitzungen an. Eine wunderbare Gelegenheit eine besondere Zeit mit mir, an einem besonderen Ort zu verbringen. Schreib' mir eine email und ich sende dir mein Angebot.

 

Hier findest du Informationen zu meinen Angeboten:

www.wundersameslernen.de/angebote/

und hier findest du Informationen zu meinen nächsten Seminaren hier in der Köttingermühle :

www.wundersameslernen.de/termine/


Nicht nur das Kind wächst, sondern bestenfalls auch der Rahmen in den ich es gestellt habe.

Nicht nur das Kind wächst, sondern bestenfalls auch der Rahmen in den ich es gestellt habe.

 

Es ist normal und verständlich, dass man im Leben mit dem Kind Konzepte erstellt. Man hat gewisse Erfahrungen gemacht, was gut funktioniert und was nicht. Doch dann kommt der Tag, an denen das konzeptionelle Gedankenkonstrukt nicht mehr funktioniert. Dann ist die Frage, ob man entstehende Probleme über das Kind stülpt, oder ob man selbst lernt, einen gesteckten Rahmen zu erweitern?

Wenn man als Eltern hier in Deutschland lebt, dann kann man vielleicht den Eindruck bekommen, dass man alles kontrollieren kann. Wir haben Autobahnen, die uns eine schnelle Reise ermöglichen. Wir haben Züge, die in der Regel auch um die geplante Zeit das gewünschte Ziel erreichen. Und wenn ich in den Supermarkt gehe, dann finde ich ich meistens auch das gewünschte Produkt im entsprechenden Regal. Vielleicht habe ich sogar eine Versicherung abgeschlossen, die mir eine gewisse Sicherheit geben soll. Im Fall der Fälle, du verstehst bestimmt, was ich meine?
Wenn ich hier lebe, dann erscheint es so, dass das Leben organisiert und kontrollierbar ist.

Bei all den angenommenen Sicherheit komme ich kaum je auf die Idee, Konzepte und Strukturen zu hinterfragen. Vielmehr ist es so, dass mein Verstand ganz leicht und fast automatisch versucht verlässliche Konzepte und Strukturen zu bilden, die es mir erlauben könnten meinen Alltag zu erleichtern.

Doch dann kommt ein Kind in mein Leben und stellt unter Umständen schon während der Schwangerschaft gewohnheitsmäßig gebildete Datenautobahn im Kopf, auf den Kopf. Ich versuche zunächst dieses Bündel Leben in eine Form zu fassen, von der ich glaube, dass ich diese, mit meinen alten Strukturen kontrollieren und leiten könnte.

Gerade gestern habe ich eine junge Mutter getroffen, die mir in den Minuten unserer Begegnung genau beschrieben hat, wie sie es tut, dieses Kind zu organisieren. Für sie war es selbstverständlich, das Kind in diesem Zeitrahmen, der sich in nur wenigen Monaten nach der Geburt gebildet hat, zu organisieren. Für sie war es ebenfalls bedeutsam diesen Rahmen möglichst nicht zu verlassen.

Ich bekam folgende Informationen:

„Die Kleine schläft bis 15 Uhr, dann wird sie wieder Hunger haben.“

„Nachts kommt sie gegen 4 Uhr, dann stille ich sie und dann schläft sie wieder lange ein.“

In unserem Gespräch hat sich gezeigt, dass sie diese Struktur nicht verlassen wollte und das Leben, so wie es sich im Moment unserer Begegnung gezeigt hat, zulassen oder einladen wollte.
Das hätte bedeutet, dass sie die Strukturen, die sie mit dem Kind gebildet hat, hätte verlassen müssen.

Ich kenne diese Zeiten selbst noch recht gut, in denen ich geglaubt habe, dass ich die Welt anhalten müsste und mich und mein Kind in eine gewisse Struktur zu bringen. Seinerzeit habe ich Angst und Sorge gehabt, dass, wenn ich diese Struktur verlassen würde, mir die Organisation und die Kontrolle über das Kind, seinen Schlaf und seine Grundbedürfnisse, entgleiten würde.

Ich bin als Elternteil also sehr leicht dazu verleitet zu glauben, dass ich ein Kind nur in gewisse Konzepte hineinbewegen müsste und schon hätte ich alles unter Kontrolle.
In Bereich Erziehung und Lernen ist das zwar nachzuvollziehen und durch unsere erlernte Art, Konzepte zu bilden, sogar verständlich.

Doch irgendwann, in der einen Familie früher und in der anderen Familie später, will sich das Leben seine Bahn brechen. Eltern kommen ganz unmittelbar an die Grenzen der Konzepte, die sie selbst erstellt haben, um sich eine Sicherheit aufzubauen.

Das ist das Thema, mit dem ich immer wieder zu tun habe. Eltern erstellen Konzepte, von denen sie glauben, dass sie ihnen Sicherheit geben, doch das Kind sprengt irgendwann einen Rahmen und das Kartenhaus fällt zusammen.

  • Da ist das Kind, dass zu Anfang immer um die gleiche Uhrzeit wach wurde oder einschlief. Doch jetzt tut es dass nicht mehr.
  • Da ist das Kind, dessen Eltern diese gesunde Ernährungsrichtung favorisieren, so lange es klein ist, macht das Kind das mit, doch nun entwickelt es eigene Vorstellungen, was es gerne essen möchte und was nicht.
  • Das ist das erste Kind. Es ist ein ruhiger Vertreter. Es macht den Eltern das Leben leicht. Man hat den Eindruck, alles im Griff zu haben. Doch dann wird das zweite Kind geboren und schon nach wenigen Wochen stellt sich heraus, dass alles, was man je zu wissen meinte über das Leben mit Kind, nicht mehr funktioniert.
  • Die älteste Tochter ist eine richtige Leuchte in der Schule. Um Hausaufgaben und alle muss man sich kaum kümmern. Sie ist ein richtiger Selbstläufer. Das jüngste Kind sorgt auf unnachahmliche Art dafür, dass man jede zweite Woche ein Elterngespräch hat. Unter Umständen muss er die Schule verlassen, weil er angeblich dort nicht mehr tragbar ist.
  • Bis vor drei Wochen noch hat der dreijährige jeden Tag einen Mittagsschlaf gehalten. Das war eine für die Mutter bedeutsame Zeit. Doch das ist jetzt partout vorbei. Am Spätnachmittag ist er dann so quengelig, dass es kaum noch auszuhalten ist. Man kann ihn doch dann nicht mehr ins Bett legen. Dann ist der ganze Abend ruiniert?

Um es mit einem Bild auszudrücken. Man hat das Kind genommen und hat es in einem Gedankenkonstrukt (in einem Rahmen) festgezurrt, dass man selbst erstellt hat. Dann ist man irritiert, dass das Leben sich einfach weiterbewegt hat und das Kind sich weiterentwickelt hat und man selbst ist aber im Gedankenkonstrukt gefangen. Das möchte man nicht gerne abgeben, hat es doch einst so eine enorme Sicherheit gegeben.

  • Plötzlich braucht das Kind eben weniger Schlaf, weil es älter geworden ist. Dann braucht es vielleicht mehr Schlaf, weil es eine Krankheit ausbrütet, oder einen Entwicklungssprung macht.
  • Da ist das Kind, dass mehr und mehr seine eigene Identität heraus kristallisiert und dann plötzlich das gesunde Essen verschmäht und Farb- und Konservierungsstoffe für wenig bedenklich hält. „Die anderen machen ja auch nicht so eine Gedöns um das Essen, wie meine Familie“ , muss man sich dann anhören.
  • Da ist das zweite Kind, das nun mal ein anderes Kind ist, als das erste. Das möchte man aber nicht so recht glauben, denn man hat ja viel Ego investiert in die Vorstellung, dass man alles richtig gemacht hat. Nun kann man sich kaum vorstellen, dass das zweite Kind ein ganz anderes Wesen hat und damit auch eine andere Form von Beziehung sucht.

Und irgendwann kann man den Alltag, den Schlaf und Verhaltensweisen des Kindes nicht mehr kontrollieren, auch wenn man es gerne glauben mag.

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In all den Beispielen zeigt sich für mich, dass das Leben, dass sich ganz ungeschminkt und kraftvoll im Kind ausdrückt, sich die Bahn brechen möchte. Die Herausforderungen im Alltag mit den Kindern, sind im Grunde dazu da, dass die Erwachsenen aufwachen.

Wenn man dazu tendiert, die Kinder in den eigenen Konzepten ‚festzunageln‘, dann tendiert man dazu einzuschlafen. Man will nicht recht verstehen, dass man sich ändern und weiterbewegen muss, um wieder im Fluss zu sein.

Als Eltern versucht man, die Kinder in den Schlaf zu manipulieren, dass gesunde Essen unterzujubeln, man beschwert sich bei anderen, dass das erste Kind ja so und so  sei und man gar nicht verstehe, warum das zweite Kind so anders sei. Man redet und denkt und denkt und redet und versucht auf diese Weise das selbst konstruierte Konzept aufrecht zu erhalten.

In der Zwischenzeit werden die Probleme größer, die Maßnahmen übergriffiger und man mag nicht verstehen, dass es im Grunde nur das Leben war, dass gerne im Fluss bleiben wollte. Die kleinen Kinder sind noch so unmittelbar das pure Leben und das ist in vielen Fällen schwer in Konzepte zu binden. Im Grunde rufen uns die Kinder tag täglich dazu auf unsere Gedankenkonstrukte zu hinterfragen und uns dem ursprünglichen Leben, dass immer im Fluss ist, anzunähern.
Die Herausforderung ist, dass ich mich als Eltern dehne und weite, statt, die Kinder in Konzepten ‚festzunageln‘.

Wann immer du also erlebst, dass, es anstrengend ist und die Kinder plötzlich nicht mehr in das Bild passen, dass doch vorgestern noch stimmig war, könnte es eine gute Idee sein, einen Moment anzuhalten und stille zu werden.

Die Frage lautet dann nicht mehr, wie kriege ich es hin, dass das Kind wieder in den Rahmen passt, sondern vielmehr: Wie und wo kann ich mich dehnen und weiten, damit wir alle in den ständig wachsenden oder sich verändernden Rahmen passen?

Vielleicht hast du es schon erlebt, wie auf einmal, ohne dass du es erklären könntest, wieder Leichtigkeit und Bewegung entsteht, wo zuvor Starre und Stress war?

Ich persönlich kenne es, dass Dinge wieder in Fluss geraten, wenn es mir bewusst oder auch manchmal unbewusst gelungen ist, geschmeidiger zu sein und den von mir zuvor gesteckten Rahmen zu erweitern.

Ich wünsch dir viel Erfolg dabei und lese auch gerne deine persönlichen Erfahrungen dazu.

 

Hier kannst du dich über mein nächstes Tagesseminar in der Köttingermühle informieren. Vielleicht bist du dabei?


Umgang mit Widerstand. Ich nenne das mal Möwenweisheit.

Umgang mit Widerstand. Ich nenne das mal Möwenweisheit.

In den Gesprächen mit Eltern kommen immer wieder diese Geschichten an die Oberfläche, in denen wir als Eltern kämpfen. Sei es in einer aufgewühlten Situation mit einem Kleinkind. Sei es in der explosiven Auseinandersetzung mit den Jugendlichen. Oder es könnte auch der Kampf in einer mehr oder weniger aussichtslosen Situation mit Lehrer oder Erzieher sein.
In Seminaren oder in der Beratung erzähle ich, wie wichtig es ist, sich Sekunden zu nehmen, um aus dem vermeintlichen Kampf auszusteigen. Ich empfehle, wie wichtig es sein kann, sich für einen Moment umzudrehen, wenn du eine Meinungsverschiedenheit mir einem Kleinkind hast oder darüber wie deeskalierend es sein kann, für Sekunden die Augen zu schließen und einmal bewusst zu atmen, statt nur noch auf Knopfdruck zu reagieren.

Vielleicht kann dir die Beobachtung in deinem Alltag helfen, die ich gerade heute morgen an einem Strand gemacht habe.

Ganz früh habe ich eine Möwe gesehen, wie sie mir in den eisigen und stürmischen Windböen ihre Flugkunst zeigte.

Eine ganze Weile hatte ich sie schon beim Fliegen beobachtet, bis eine stürmische Bö sie erfasste. Für mich als Beobachterin sah es so aus, als ob sie für Sekunden nicht vom Fleck kam. Sie flog zwar, aber kam nicht voran.
Ein, zwei Flügelschläge und ich hatte erwartet, dass sie vielleicht mehr Kraft aufwenden würde, die Flügelschläge erhöhen würde, oder irgendeinen Möwentrick der Flugkunst anwenden würde, um effektiver ihres Weges zu fliegen? (sich durchzusetzen)

Doch was ich sah, versetzte mich in Staunen. Für Sekunden sah es so aus, als ob sie den ‚Ritt‘ genoss. Sie unterließ die Anstrengung, sie genoß das Segeln im Gegenwind, um sich in der nächsten Sekunde langsam zu Boden sinken zu lassen.

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Dort saß sie für einige Minuten und war eine Möwe, die am Strand saß, nicht mehr und nicht weniger.

Das hat mich schon sehr beeindruckt, dieses Möwendasein.

Ich habe mich dann gefragt, wie ich diese Beobachtung wohl auf mein Menschsein übertragen könnte?

Ich kann nicht gerade behaupten, dass ich in diesen stürmischen Zeiten den Gegenwind (meine Herausforderungen) genieße. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich den starken Wind einfach so an meinen Federn entlang gleiten lasse und es mir egal wäre, nicht so voran zu kommen? ( mit meinem Willen vielleicht)

Wohin eigentlich? (noch mehr Unfrieden zu schaffen)

Alles Wollen und Streben, in Sachen Erziehung und Lernen, irgendein Ziel zu erreichen, erscheint mir im Moment eher kontraproduktiv.
Meinen Flügelschlag zu erhöhen, kostet Kraft. Es mit den Elementen ernsthaft aufnehmen zu wollen, ist auch wenig erfolgversprechend. Was bleibt, ist den derzeitigen Moment wahrzunehmen und den angestrengten Flügelschlag loszulassen. Sekunden im Gegenwind zu segeln, bevor ich ‚mich’ auf die Erde setze und einen Moment still bin. (den derzeitigen Moment erfahre)

Nur, um im nächsten Moment den Flug mit mehr Leichtigkeit fortzusetzen.

 

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