DSC_0139Gespräch mit dem Hufschmied-Lernen quer gedacht 

Gestern hatte ich ein interessantes Gespräch mit dem Hufschmied über das Lernen.

Wie so oft sitze ich daneben und beobachte ihn bei seiner Arbeit, während wir einen Plausch halten. Immer wieder kann ich beobachten, wie er mit den Fingerspitzen den Huf abstreicht und quasi mit seinen Händen Maß nimmt, ob es korrekt ist, was er tut, oder ob er hier und da noch einmal nachsetzen muss. Die Beobachtung läuft quasi am Rande ab, während wir uns über dies und das austauschen. Wir reden über den Winter und was, dieser mit seinen Händen getan hätte, dass er Risse an den Fingerspitzen bekommen hätte und das er im Zusammenhang mit seiner Arbeit doch lieber kalte, trockene Winter mag. Er bemerkt, dass er mit Handschuhen nicht arbeiten könne…..Und da, auf einmal, rattert und prickelt es in mir: 

Ja, er kann natürlich nicht mit Handschuhen arbeiten, da er ein Fühl -Mensch ist. Er arbeitet und erhält das feedback dessen, was er tut, immer wieder über seine Hände. Das ist etwas, was man nicht über den Verstand lernen kann. Es ist ein Erfahrungswert, der sich lediglich über das Tun und nicht über das Denken definiert. Ich erzähle ihm über meine Beobachtung und meine Erklärung und wir teilen ein weiteres Puzzle Stück über seine Arbeit. Wenn der Schmied das Hufeisen mit dem Nagel befestigt, so führt er die ersten Hammerschläge leicht und vortastend durch und wenn er den Eindruck hat, dass die Richtung stimmt, dann werden die Schläge bestimmter und fester. Jetzt erhält der erfahrene Hufschmied sein Feedback über das Gehör. Jawohl! Der Hufschmied hört, ob der Nagel der optimalen Linie folgt, oder ob er Gefahr läuft zu vernageln und damit das Pferd zu verletzen. Der Schmied hört, ob der Nagel gut und sicher Kommt.

Ich erzähle euch diese Geschichten, um damit zu verdeutlichen, dass das menschliche Lernen und verfeinern der Fähigkeiten so viel mit dem einfachen Tun und dem direkten feedback über die Sinne zu tun hat. Diese Art Lernen ist fundamental und mit entscheidend für ein glückliche Entwicklung der Kinder.

Leider berauben wir die Kinder in Heim, Kindergarten und Schulen so sehr und so oft dieser unglaublichen Fähigkeiten, die der Hufschmied bei der Ausübung seiner Tätigkeit völlig unbedacht benutzt und die ihn Schritt für Schritt zur Perfektion seiner Arbeit führen. (Im Seminar sage ich immer wieder, dass Lernen zwischen den Zeilen stattfindet) Wir reißen die Kinder unbedacht aus diesem einzigartigen Lernsystem heraus, stören den eigentlichen Lernprozess, rationalisieren das Lernen, wundern uns über all die Schwierigkeiten, die Kinder in der Schule haben und müssen nun das Rad neu erfinden, damit wir Lernstoff transportieren können. Was für ein Irrsinn?

Unser angeregtes Gespräch erhält eine neue Richtung, indem wir über seine Tochter reden und deren Herausforderungen in der Schule. Uns beiden wird in diesem Gespräch klar, wie sehr unsere eingestaubten, gewöhnlichen Lernsysteme an dem vorbei gehen, was Kinder eigentlich bräuchten, um ihre individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, sich beim Lernen sicher und wohl zu fühlen, dein Eindruck zu haben, ich bin gut, so wie ich bin, Sicherheit, Freude und Spass zu erfahren, um diesen einzigartigen, lebenslangen Lernprozess in Gang zu halten.

Ich treffe sie überall, diese Menschen, die wissen, dass sich in Sachen Bildung eine Menge ändern müsste, damit Kinder natürlich lernen können, ohne Angst Druck und Stress. 

Ich freue mich darüber und stelle im selben Moment die Frage:

Was tust du dafür?

Gerne lese ich hier deine Anregungen und Kommentare.

 

www.wundersameslernen.de

 

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