Etwas völlig Neues wagen in Erziehung und Lernen. Warum Wandel gerade hier gefragt ist. Aufbrechen, vielleicht auch scheitern, vor allem weiter gehen.

Schon gut möglich, dass ich heute etwas pathetisch rüber komme. Manchmal geht mir eben auch die Luft aus. Das, insbesondere, wenn mir die scheinbare Hilflosigkeit gegenüber einem System ins Gesicht springt, dass nun so gar nichts mit dem Wandel zu tun, der mir am Herzen liegt. Eine überzogene Denke, die die guten alten Zeiten, die Disziplin und den Gleichschritt heraufbeschwört.
Ein Brandherd, ein Handeln, so offensichtlich kurzsichtig, verletzend und einfach dumm.

Kürzlich habe ich das Editoral eines bekannten Magazins gelesen. Dort hat die Herausgeberin beschrieben, wie die Redaktion im Ausblick auf die Zukunft der Zeitschrift an einem schönen Ort zusammengesessen hat und versucht hat, die Kräfte zu bündeln. Das Ergebnis habe ich folgendermaßen verstanden:
Da veröffentlicht ein berühmtes ‚Wirtschafts’Magazin, so etwas, wie „Wir wissen auch nicht so recht weiter. Wir verschreiben uns aber dem einzig stetigen, nämlich dem Wandel. Und da wir uns, mit unseren geschätzten Lesern, selbst darin befinden, freuen wir uns über Ihren Zuspruch und Ihre Kommentare. Schreiben sie uns.“

Vor nicht allzu langer Zeit hätte man so etwas ganz sicher nicht schreiben dürfen. Es wäre eine Art Offenbarungseid gewesen, ein Aus.
Doch ich sehe das heute anders. Ja, es ist in gewisser Form ein Ausruf der Hilflosigkeit und doch ist es der Versuch den Geist der Menschen auf bisher unbekannte Art zu bündeln. Es bedeutet im Nebel zu stehen und rechts und links die Hände auszustrecken und den Versuch ein Miteinander hervorzubringen, dass sich erstmalig nicht auf Dominanz, Macht und Kontrolle gründet, sondern etwas ganz Leises im Menschen anspricht. Etwas, das da ist, was viele spüren, aber das bisher verschüttet war. Bei so vielen Menschen dringt es an die Oberfläche.

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Und dann steckt man eben die Hände aus, mitten hinein in den Nebel. Ganz zaghaft versucht man die Fingerspitzen derer zu erspüren, die das auch ganz vorsichtig wagen. Man will diese anderen Hände nicht schnappen und zu sich rüberziehen, man will sie nicht manipulieren, man will ihnen nichts verkaufen.
Man streckt die eher tastenden Fingerspitzen aus, weil man den Anderen spüren will. Man macht sich auf, weil man die Art und Weise, diese subtile andersartige Herangehensweise erspüren will. In dieser turbulenten und hyperkomplexen Zeit will man erstmalig etwas über den anderen erfahren. Man erhofft sich, dass in diesem zarten Kontakt zu jemand anderem, etwas in einem selbst angerührt wird, was man sowieso spürt. Es ist etwas Delikates, etwas Feinsinniges. Etwas, was sofort verschwindet, wenn zu viel Autorität oder Macht im Raum liegt. Dann verflüchtigt sich dieses delikate Flackern im Herzen.

Mit eben diesem flüchtigen aber stetigem Wandel beschäftige ich mich im Zusammenhang von Erziehung und Lernen. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Verantwortliche so wirklich sagen könnten, was richtig und falsch ist. Auch Eltern und Fachpersonen sind auf dem Weg und strecken ihre Fingerspitzen aus. Das Flackern in ihren Herzen gibt Ihnen einen ganz klaren Weg vor. Der verlangt quasi, dass man ‚Wandel‘ zu seinem zweiten Vornamen macht. Uta Wandel Henrich heiße ich dann und Strecke meine Fühler zu all denen aus, die wie ich, diese Feinheiten des Herzens erspüren und darauf ihr Zusammenleben mit den Kindern gründen wollen.

Genau das passiert auf wundersame Art, wenn Eltern und/oder Fachpersonen allmonatlich hier bei mir zusammen sitzen, dann gelingt es uns, dass wir für Momente aus diesen kleinen delikaten Flammen in den Herzen eine größere Flamme machen, eine, die größer und kraftvoller ist, als der eigene, vielleicht noch kleine Funke. Wir führen dann gute Gespräche und stehen miteinander im Licht, der sich damit automatisch vergrößernden Flamme. Es wird heller um eines jeden Herz. Es bedeutet ganz klar Schritte zu gehen hin in ein mehr selbstbestimmtes Leben, gerade für und mit Kindern. Auch bedeutet es selbst denken zu lernen und sich mehr und mehr unabhängig von dem zu machen, was geschieht, wenn Einzigartigkeit bis zur Unkenntnis platt gedrückt wird.

In diesem Zusammenhang verstehe ich auch meine Beratung, obwohl ich es gar nicht so recht so nennen mag. Dieses ‚neue-miteinander-weiter-kommen‘ bedeutet Mittel und Wege zu finden, diese delikaten Flammen der Herzen zum Flackern zu bringen. Ich denke, dass viele Kinder heute, ganz genau das von uns fordern.
Sie bringen, nicht all zu selten relativ große Flammen in ihren Herzen, gleich mit auf diese Welt. Sie vertragen alles, nur nicht, wenn sich unachtsame Menschen mit ihren breiten Hintern feist auf sie setzen und Ihre Licht zu ersticken suchen.
Im Grunde geht es darum, dass wir uns mit der Dynamik der Kinder bewegen, unsere Fingerspitzen alle miteinander ausstrecken und gemeinsam die je individuellen Wege des Wandels erleuchten.
Gleichwürdig eben, von und miteinander lernend. Das ist völlig neu.
Uta Wandel Henrich streckt ihre Hände aus.

Gerne lese ich von dir.

 

Das selbe Thema habe ich in einer ganz anderen Form in dieser kleinen Geschichte zum Ausdruck gebracht. Ich freue mich, wenn du sie teilst.

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Wundersames Lernen
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