Plädoyer für die UnschuldPlädoyer für die Unschuld -Warum wir sie die den Kindern erhalten sollten?

Stop! Können wir bitte endlich damit aufhören?

Ich frage mich immer wieder: An welcher Stelle muss ich wohl Hammer und Meißel ansetzen, um einen ganz kleinen Spalt hervorzubringen.
Der Spalt soll gerade ein ganz klein wenig Luft hinein lassen. Belüftet werden soll die Idee, dass wir Erwachsenen schon ganz kurz nach der Geburt damit beginnen die Kinder unseren Vorstellungen vom Leben anzugleichen. Es ist, als ob wir die Unschuld (Ahnungslosigkeit) und die Einzigartigkeit der Kinder in einem üblen Tauschgeschäft gegen sogenannte Gelehrsamkeit und ein theoretisches ‚Wissen‘ eintauschen.

Ich weiß nicht genau, wann es beginnt, aber ich habe den Eindruck, dass die Kleinen noch nicht recht abgenabelt sind und schon startet die unreflektierte Maschinerie ihren vorgestanzten Weg.

Vielleicht ist es menschlich, ich weiß es nicht genau? Was ich weiß ist, dass die Unschuld der Kinder, das Unbedarfte, das Lebendige, das Einzigartige dabei verloren geht. Ich beobachte, wie sehr wir Erwachsenen damit beschäftigt sind zu fördern, zu fordern, zu belehren, sowie angebliche Defizite auszugleichen.
Es sieht so aus, als ob wir verlernt haben genau hinzuschauen, zu beobachten, wertzuschätzen, was für ein absolutes Wunder wir da direkt vor Augen haben.
Stattdessen vergleichen wir, korrigieren wir, erziehen wir ganz nach unserem Bild von dem,  was wir aus unserer eigenen Vergangenheit heraus, gerade mal für wichtig halten.

Aber davor, sozusagen einen Spalt breit, steht doch die Unschuld der Kinder im Raum. Sie ist die tragende und verbindende Kraft. Sie umfasst die Einzigartigkeit in jedem Menschen und im selben Moment einen Kern, der uns alle miteinander verbindet. Viele Erwachsene haben sich auf den Weg gemacht, um diesen Kern zurück zu erobern.
Ich setze mich dafür ein, dass der Kern der Unschuld gesehen wird, dass er so gut als eben geht, erhalten bleiben darf und das er wenn möglich nur in kleinem Umfang der Gegenstand eines Tauschhandels wird.

Mit meinem Hammer und Meißel möchte ich einen Spalt hineintreiben und der Vorstellung Raum geben, dass wir die Unschuld der Kinder möglichst lange, im Minimum aber 7 Jahre, erhalten.

Wir müssen achtsam sein, dass wir nicht versuchen, viel zu früh, wertvolle Unwissenheit gegen eine antrainierte Gelehrsamkeit einzutauschen. Das Wissen, dass die Kinder aus ihrer Unschuld heraus haben ist unbezahlbar. Im Alltag merkst du es immer wieder an den weisen und bedeutsamen Bemerkungen und Aussagen, die sie treffen. Weißt du, diese trockenen, knallharten Anmerkungen und Fragen; wenn du sie hörst, fragst du dich immer wieder, woher oder wie sie das wissen konnten?

Mit meinem Plädoyer für die Unschuld möchte ich dein Augenmerk darauf richten, dass es von Bedeutung ist, die Kinder möglichst lange unbeeinflusst von uns Erwachsenen zu lassen, ihnen Raum zu geben, für ihre eigenen Empfindungen, Erklärungen und Schlussfolgerungen, Interessen und Taten.
Wenn wir zu früh und zu unreflektiert unsere Vorstellungen über sie legen, dann haben sie wenig Chance, zu dem zu werden, was sie sind.

Einzigartig.

 

Ich erlebe viele Eltern im Konflikt ihren Kindern diese Arglosigkeit und Unschuld erhalten zu wollen und im selben Moment macht der ‚ganz normale Alltag‘ es erforderlich Zugeständnisse zu machen. Da ist der Wunsch und da sind die zum Teil stressigen Anforderungen des Familienalltags. Für den Fall, dass du hier eine gute Unterstützung benötigst, dann ruf mich einfach an. Meine telefonische Beratung wird gerne in Anspruch genommen. Vereinbare ein unverbindliches Kennenlerngespräch, indem du dich in dieses Formular einträgst. 

https://wundersameslernen.de/telefon-coaching/

 

 

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4 Responses to Plädoyer für die Unschuld

  1. YES!! Danke Ute für Deinen für mich berührenden Beitrag und willkommen beim Projekt Aufbruch. ♥

  2. Hallo liebe Ute und verehrte Kollegin.

    Genau das ist es! Unsere Kinder kommen unbedarft, unbefleckt, unschuldig mit ihrem ganz individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten, ihrem Wissen in diese Welt und schon erlauben sich Erwachsene über sie hinweg zu bestimmen, nur weil Kinder sich mit ihrer Stimme noch nicht gegen Erwachsene erheben können. Fatal, wie ich meine.
    Richtig, Erwachsene erlauben sich „Hammer und Meißel“ in die Hand nehmen zu müssen um an ihren Kindern herum zu meißeln, so, wie sie es selber erlernt bzw. erfahren haben. Fatal wie ich meine! Warum sind wir nicht in der Lage Kinder Kinder sein zu lassen? Warum im Teufels Namen muss unsere Erziehung und Bildung unsere Kinder schon früh in Schraubstöcke stecken um an ihnen herum zufeilen ohne dabei darüber nachzudenken, welches Material ich da in der Hand halte.
    Fatal, wie ich meine! Ist es wirklich so, das Eltern, Erzieher Pädagogen etc. danach handeln, ganz nach dem Motto: „Und sie wissen nicht was sie tun?“ Es sieht so aus.
    Solange wir Kinder nicht als das ansehen was sie sind, sondern zu dem machen was in den Köpfen von Erwachsen vorherrscht müssen wir den Meißel bei den Erwachsenen ansetzen.
    Wir dürfen als Erwachsene lernen unseren Kinder das ungeteilte Vertrauen für ihren Lebensweg entgegen zu bringen.
    LG Walter <3.

    • Uta Uta sagt:

      Hallo Walter, vielen Dank für deinen wertvollen Kommentar. Vielleicht ist die Frage nach dem ‚Warum‘ müßig ? Lass uns einfach ein wenig weiter Hämmern … LG Uta

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