wundersames-lernen-nimms-in-die-handIm Beitrag beschreibe ich, warum ich den Eindruck habe, dass sich wesentliche Entwicklungen auch mal schnell an Schule vorbei entwickeln und warum ich es für wichtig halte, als Eltern einen Plan B in Erwägung zu ziehen.

  • Ich frage mich, ob es nicht möglich sein könnte, dass wir Eltern mit unserer Verantwortlichkeit für Unterstützung und eine gute Ausbildung unserer Kinder nicht am völlig falschen Ende ansetzen?
  • Ich frage mich, wie es dahin kommen konnte, dass wir Eltern und Kinder in eine Maschinerie hineingezogen werden, die soweit, wie nur irgendwas entfernt ist, die Zukunft unserer Kinder zu sichern?
  • Ich frage mich, wie wir in Zeiten, in denen der Wandel fliegt, sich Erfordernisse und Anforderungen an junge Menschen mit einem Fingerschnipp ändern, noch immer auf ein Schulsystem vertrauen, dass nicht gerade flexibel und up to date wirkt?
  • Ich frage mich, wie groß die Angst von uns Eltern sein muss, Kinder in dieses Bildungssystem zu treiben, wo völlig offensichtlich ist, dass ein Abitur, ein gutes Zeugnis oder gar ein Hochschulabschluss in keiner Weise mehr einen Arbeitsplatz garantiert?
  • Ich frage mich, was es braucht, damit Eltern und Verantwortliche innehalten und sich fragen, was Erwachsene und Kinder wirklich benötigen, um zukunftsfähig leben und arbeiten zu können?

Erst kürzlich sprach ich mit einer Frau, die in beratender Funktion in der Industrie arbeitet.  Sie hat mir berichtet, dass es an jungen Menschen fehlt, die skills entwicklen konnten, die heute benötigt werden. Es gibt zu wenige dieser jungen, eigenverantwortlichen, kreativen, flexiblen und beweglichen Menschen, die teamfähig und selbstbewusst sind. Junge Menschen, die mit ihrem eigenen Inneren verbunden sind.

Daneben meinte sie, dass diese, durch althergebrachte ungeschmeidige, wenig aussagefähige Bewerbungsverfahren vielleicht nicht an passender Stelle ankommen könnten.

Manche großen Firmen, verlassen sich seit langem nicht mehr auf Zeugnisse und die Aussagekraft der Noten, sondern entwickeln ganz eigene Verfahren um, die Personen zu finden, die sie benötigen.
Ja, Firmen müssen inzwischen richtig Geld in die Hand nehmen, um Spezialisten zu bezahlen, die für sie die richtigen Personen recruiten.

Wenn sich die Dinge vor und nach Schule so stark und schnell verändern, dann frage ich mich, warum es uns Eltern so schwer fällt loszulassen von dem Bild von Schule und das diese und nur diese ein Weg ermöglicht, der junge Menschen befähigt.

Nimm’s selbst in die Hand und Schule nicht ganz so wichtig.

Wo können wir umdenken und selbst beweglich und flexibel werden, uns aufmachen und den Erfordernissen selbst eine andere Bedeutung zu geben, selbst Verantwortung übernehmen?

Mir begegnen der Zeit viele Eltern, die in gewisser Weise die Verantwortlichkeiten zu sich zurücknehmen und mutig andere Wege gehen. Ich nehme viele davon als ein Vorbild dafür, dass es die richtige Richtung nicht mehr gibt. Es ist längst nicht mehr so, dass der Weg Schulabschluss- Abitur, Hochschulstudium deinem Kind einen sicheres und zukunftsfähiges Leben ermöglicht.

Es sind Eltern, die für sich selbst erkannt haben, dass auch sie selbst sich recken und strecken wollen um weiter zulernen, sich zu verändern und zu wachsen. Sie haben erkannt, dass sie selbst Dinge entwickeln wollen, sich aufmachen wollen, um Haltungen zu entwickeln, die zukunftsfähig sind.
Vor einigen Tagen habe ich in einem Vortrag von Betrand Stern den Begriff ‚Enkeltauglich‘ gehört.

Ich erlebe Eltern, die durch ihre eigene Haltung und ihr Wissen eine ganz andere Form von Bildung ermöglichen. Sie haben erkannt, dass es für ihre Familien und deren Zukunft ganz andere Erfordernisse braucht, um das Leben zu können, was sie ihrem Inneren entspricht.

Ich möchte dich heute ermutigen, dir einen Moment Zeit zu nehmen und dich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Ich halte es für ausgesprochen wichtig, das Pferd in gewisser Weise von hinten aufzuzäumen.

Es ist wichtig von gewissen Ideen loszulassen, um mehr Freiheit und Flexibilität zu leben. Es ist wichtig den Druck auf die Kinder zu minimieren und damit diese Kräfte, die auf dich und dein Kind einwirken, anders zu kanalisieren:

  • Frage dich, welche Fähigkeiten und Stärken du hast, die du dir unabhängig von deiner Schulbildung angeeignet hast? Welcher geschätzt Prozentsatz davon hat direkt mit deiner Schulbildung zu tun?
  • Was glaubst du welche Fähigkeiten und Fertigkeiten von deinem Kind für eine zukunftsfähiges Leben gefragt wären und wo genau es das lernen könnte?
  • Manchmal ist das, was du im Moment für den einfacheren Weg hältst der, der auf Sicht gesehen nicht zu den besten Ergebnissen führt? Gibt es so etwas im Zusammenleben mit den Kindern?
  • Wo gehst du vielleicht faule Kompromisse ein, wissend, dass du vielleicht hier und da vor unbequemen Veränderungen scheust?

Vielleicht hast du in nächster Zeit einmal Gelegenheit ein intelligentes Gespräch mit deinem Kind zu führen, um zu erfahren, wo es, wie seine Zukunft sieht. Lass es träumen und phantasieren, ohne mit deinem Verstand, den möglichen Weg zu bewerten und kommentieren. Ich gehe fest davon aus, dass dieses, was sich da in den Kindern zeigen möchte der eigentliche Motor ist, der den Kindern den Weg zeigt. Als hinderlich und kontraproduktiv für den Weg der Kinder, erlebe ich unsere, verstaubten Bilder von Beruf und Erfolg. Ich unterstütze diese eigenen Bilder, die die Kinder haben.

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Erst vor wenigen Wochen hat mir mein jüngster Sohn erzählt, dass er gerne Müllmann werden möchte. Er fand es toll, da hinten auf dem Auto zu stehen und diese ‚Freiheit’ zu haben. Es sind genau diese kleinen Bemerkungen, diese Dinge, die er wahrnimmt, die für ihn stimmig sind, die es zu unterstützen gilt, dass er über Zeit gesehen, genau das herausfindet, was es für ihn ist. Es ist nicht an mir, diese Dinge zu bewerten, sie haben für ihn eine Bedeutung in diesem Moment. Über Jahre wandeln sich diese inneren Bilder, aber diese sind es, die ihm den Weg leiten. Ich bin immer daran interessiert diese Bilder in den Kindern zu schützen und zu erhalten, denn darin entfaltet sich ihr persönlicher Weg.

Meine Rolle sehe ich unter anderem darin, dieses innere Feuer der Kinder zu erhalten. Denn bei allen offensichtlichen Unwägbarkeiten, vertraue ich zu großen Teilen, auf die innere Weisheit der Kinder, jene Kraft, die zu allen Zeiten deren Weg weist.

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4 Responses to Nimm’s selbst in die Hand und Schule nicht ganz so wichtig

  1. Susanne sagt:

    Ein wunderbarer Artikel, vielen Dank dafür. Ich stimme vollkommen zu und begrüße jeden, der anders denkt. Nur gibt es in Deutschland die Schulpflicht. Und somit ist man gezwungen, sich in das vorhandene System einzufügen. Wie sehen Sie das? Oder gibt es alternativen ?

    • Uta Uta sagt:

      Liebe Susanne, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich denke, dass es inzwischen an vielen Orten, viele Alternativen gibt. Es gibt eine Menge Menschen, die sich aufgemacht haben und ganz persönlich Alternativen leben. Mit meiner Seite und mit meinen Impulsen möchte ich Mut machen für den persönlichen Aufbruch, wenn die Schritte auch noch so klein sind. Gerne unterstütze ich Sie beim Querdenken. Dann schreiben Sie mich einfach an. 😉 Beste Grüße Uta Henrich

  2. Dagmar sagt:

    So gerne hätte ich solche Artikel gelesen, als mein ältester Sohn, jetzt 25, eine sehr schwierige Zeit in der Schule hatte. Ich war schon immer, solange ich denken kann, gegen die Schulpflicht als ein absurdes Zwangssystem, aber habe es damals noch nicht geschafft, alleine aus dem System auszusteigen. Die Vernetzung, die es heute gibt, setzt eine Bewegung in Gang, die nicht mehr aufzuhalten ist.

    • Uta Uta sagt:

      Hallo Dagmar, herzlichen Dank für den Kommentar und vor allem für den vielversprechenden Blick in die Zukunft. …“nicht mehr aufzuhalten.“ Ja!

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