DSC_0814 3Wie Kinder Teilen lernen, einfach dadurch, dass sie ihr Leben leben.

Stell dir vor, du gehst durch den Stadtpark, zwei Menschen sitzen auf einer bequemen Parkbank und du möchtest dich auch mal hinsetzten. Du stellst dich einen Moment dazu und beobachtest die zwei. Nach einer gewissen Zeit bittest du die beiden Personen aufzustehen. Du erklärst ihnen, dass du einen Moment gewartet hast und nun seiest du dran mit dem Sitzen.

Ein etwas abwegiger Gedanke, oder? Trotzdem ist es das, was wir den Kindern, in Sachen Spielzeug teilen, lehren.
Du kennst sicher diese unangenehmen Situationen auf dem Spielplatz. Mütter mischen sich sofort ein, wenn Kinder damit beschäftigt sind, sich für ein Spielzeug stark zu machen.
Hast du je mal darüber nachgedacht, was wir den Kindern beibringen, wenn wir das sogenannte Teilen erziehen wollen?
Was eigentlich in den Kindern vorgeht, wenn wir Erwachsene sie dazu bewegen wollen, etwas abzugeben, mit dem sie gerade spielen? Manche Mütter habe ich als sehr übergriffig erlebt. Sie wollten die Angelegenheiten aus ihrer Sicht gerecht, zumeist für ihr eigenes Kind, regeln.

Was du lehrst, wenn du dich als Mutter zu früh in die Themen der Kleinen einmischt:

  • du lehrst, dass du die Dinge immer für das Kind regelst.
  • du lehrst, dass dein Kind alles haben kann, was es sieht.
  • du lehrst, dass die gute Laune deines Kindes von dem Maß abhängt, indem du dich für es einsetzt.
  • du verhinderst die Entwicklung seiner Toleranz.
  • du verhinderst, dass es durch seine eigene Person wirkt und damit mal Erfolg und mal Misserfolg hat.

Ich glaube, dass wir Kindern keinen Gefallen damit tun, wenn wir ihnen beibringen, dass sie alles haben können, nur weil sie es wollen

Im ersten Teil habe ich mich darauf bezogen, dass dein Kind auf dem Spielplatz etwas haben möchte. Nun betrachten wir den umgekehrten Fall. Dein Kind ist etwa zwei bis fünf Jahre alt und bekommt sein Spielzeug etwas harsch aus der Hand gerissen. Auch hier mischen wir uns als Mutter in meinen Augen viel zu schnell ein. Ein Grund, der uns neben der Situation für das Kind im Nacken sitzt, ist der Gedanke an die andere Mutter. Ich möchte ja gut da stehen und den Eindruck erwecken, alles im Griff zu haben. Ich als Mutter habe das zugegebener Weise oftmals nicht. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Kinder tolle Möglichkeiten entwickeln, wenn nur die Mütter sich ein Stück weit in diese Situation hinein entspannen können, dass sie es nicht im Griff haben. Die Situation zu meistern ist zunächst mal der Job der Kleinsten.
Überlege dir auch hier, was du deinen Kindern lehrst, wenn du dich viel zu früh regelnd und klärend einbringst.
Dazu kannst du gerne nochmals die Punkte oben (hinter den Spiegelstrichen) lesen.

So rum, oder anders herum, besteht die Stärkung für dein Kind darin, dass du für seine direkten Bedürfnisse da bist. In diesem Fall kann es mit dir entweder seine Freude oder seine Frustration über das ausgeliehene Spielzeug teilen. Durch deine Präsenz bist du der stärkende Fels in der Brandung. Du bist nicht die, die die Arbeit macht.

So rum, oder anderes herum, stärkst du die Integrität deines Kindes und es lernt wundersam. Wie so oft lernt es dadurch, wer du in dieser Situation bist und in wie weit du in deiner Mitte bist.
Was passiert in dir, wenn ein anderes Kind deinem Kind sein Lieblingsspielzeug nimmt?
Was passiert in dir, wenn sich dein Kind auf dem Spielplatz nicht gerade vorbildlich verhält.
Die Kinder lernen das Teilen in dem Maß, wie wir Mütter in der Lage sind, bei uns selbst zu bleiben und unsere inneren Angelegenheiten zu regeln und damit den Kindern die Gelegenheit geben, ihre eigenen Angelegenheit zu regeln. Das sind für mich erste Schritte, damit Kinder Teilen lernen und dabei sie selbst bleiben dürfen.

Mit dem wundersamen Lernen helfe ich Müttern und Kindern im Prozess, bei sich selbst bleiben zu dürfen und damit freudvoller leben zu können.

Das nächste Tagesseminar findet am Sa 25.07.15 statt. Info findest du hier:

www.wundersameslernen.de/termine/

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