wundersames Lernen Mutter Natur

Heute hat mein Blogartikel ein ganz anderes Gesicht, als du es vielleicht von mir gewohnt bist. Es ist der Versuch etwas zum Ausdruck zu bringen, was ich gerade im Leben mit Kindern für sehr bedeutsam halte, was aber in unserer hochkomplexen und schnelllebigen Zeit vielleicht verloren geht und die Missachtung dieser natürlichen Rhythmen und Gegebenheiten uns Eltern Kraft nimmt. Gerne lese ich deine Anmerkung zu meinem heutigen ‚Blogartikel‘ .

Es war eine seltsame Zeit. Mutter Natur hatte den Schnee in ihrem Garten ausgebreitet und es war bitterkalt. Die Natur hatte sich zur Ruhe gelegt, sie wollte mal ein kleines Weilchen die Beine hochlegen.

Um sie herum all die geschäftige Betriebsamkeit, der nicht stoppende Anspruch daran, messbare Ergebnisse zu produzieren, effektiv zu sein und diesen riesigen Berg zu erklimmen, der nur den einen Weg kennt, der bergauf führt.

Um sie herum spielte das Kind im Schnee. Es bohrte mit seinem Zeigefinger kleine Löcher in die Schneedecke, nur um sie nach Sekunden wieder mit den Händen zu zuklopfen. Es baute kleine Hügel und zertrat diese Minuten später mit den Füßen. Es brabbelte vor sich hin und war guter Dinge.

Es war vertieft in ein Spiel von Schöpfung und Niedergang, von stirb und werde. Die kleinen Hände und Füße in Bewegung. Mutter Natur saß daneben und entspannte sich. Es war ein Spiel, dass ihr wohl bekannt war, in dessen Hintergrund sie sich ausruhen konnte. Ein Spiel, dass zu ihrem Wesen gehörte, wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Wie sehr doch geht das Wissen um die Bedeutung des Wandels der Dinge verloren. Wie versteckt ist die nährende Kraft der Zyklen. Wie groß ist die Illusion, dass wir ständig Spätsommer und Ernte haben könnten. Im Supermarkt das ganze Jahr frische, knackige Äpfel. Die Illusion von ständiger Verfügbarkeit und ständigem Aufstieg, den Herbst, den Tod und den Abstieg vergessen. Die Kraft spendende, nährende Art des natürlichen Wandels.

Wenn Mutter Natur die Beine hochlegt, sollte ich es auch können. Die Kinder, um mich  herum, im Schnee spielend.

Uta Henrich

Ich freue mich auf ein unverbindliches Kennenlerngespräch mit dir oder darauf, dich zum nächsten Tagesseminar hier in der  Mühle zu sehen, Info findest du hier.

 

Die Natur der Dinge und die Kinder

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2 Responses to Die Natur der Dinge und die Kinder

  1. Hildegard sagt:

    Liebe Uta,
    vor nicht einmal 2 Stunden war ich in einer herrlichen, Sonne bestrahlten Landschaft unterwegs. Man konnte den Kreislauf des Lebens aus Vergehen und Entstehen deutlich spüren. Vordergründig ist es ein Ruhen im Winter, aber im Innern ballen sich ja diese enormen Kräfte zusammen. Vor allem geht nichts verloren in diesem Kreislauf – außer in unserer Zeit die Erkenntnis der Menschen, dass wir ein Teil dieser Welt sind.
    Die „Krone der Schöpfung“ glaubt tatsächlich, wir sind außen vor, abgespalten…. und so haben wir eine Welt geschaffen, in der unsere Natur so gut wie gar nicht mehr vorkommt, in der wir uns anschicken, die Natur zu vernichten.
    Ja, es gehört Kraft und Mut dazu, sich dem entgegenzustellen.
    Aber Gott-Sei-Dank tun das offenbar immer mehr Menschen (neben denen, die darin nur einen neuen Trend sehen); oder man hat das Gefühl, weil wir uns immer mehr vernetzen können.
    Das Schöne, wenn wir uns wieder der Natur zuwenden – die Angst verschwindet. Die Angst, die wir mit unserer modernen Welt auch geschaffen haben! So jedenfalls meine Gefühle…
    LG
    Hildegard

  2. Uta Uta sagt:

    Vielen Dank für deinen schönen Kommentar, der sich gerade ganz geschmeidig meinen Worten anschließt und diese erweitert. Merci. Uta

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